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Ausstellungen

Werke in Sammlungen

Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bad Godesberg
Berlinische Galerie
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Nationalgalerie, Berlin
Sammlung des Deutschen Bundestages, Berlin
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Albertinum der Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach
Museum Junge Kunst, Frankfurt (Oder)
Grassimuseum Leipzig
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg
Kunsthalle Mannheim
Mannheimer Versicherung AG
Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn
Louvre it or Leave it, Minneapolis (USA)
Kunsthaus Taunusstein
National Art Museum of China, Peking
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Washington, D.C.
Märkisches Museum, Witten

Volker Stelzmann in der St. Marien-Kirche Dahme

Die Ausstellung „Passion – im Spiegel der DDR-Kunst“ vereint grafische Werke von 17 Künstlerinnen und Künstlern. Einen Schwerpunkt bildet die Leipziger Schule um Bernhard Heißig, Wolfgang Matthäuer oder Volker Stelzmann. (15. Juni – 14. Juli 2024, Eröffnung: 14. Juni 2024, 19 Uhr)

Volker Stelzmann, Vier Kreuze, 1979

Einzelausstellungen (Auswahl)

2024Kunstverein Freital e.V.
2023Galerie Mutare, Berlin (mit Tamim Sibai)
2019Zitadelle Spandau, Berlin
2013Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach
2012Botschaft der Bundesrepublik Deutschland , Washington, D.C.
2010Städtische Museen Junge Kunst und Viadrina, Frankfurt (Oder)
Galerie Brockstedt, Berlin
2009Zitadelle Spandau, Berlin
2006Freie Akademie der Künste, Hamburg
2005Stadtmuseum Bautzen
2003Kulturspeicher Oldenburg
2001Leonhardi-Museum, Dresden (mit Volker Henze)
Kunsthalle Darmstadt
Susan Duval Gallery Aspen (USA)
2000Galleria Forum Box, Helsinki
1999Galerie Eva Poll, Berlin (mit Klaus Dennhardt)
Märkisches Museum, Witten
Galerie Brockstedt, Hamburg
1996-1997Galerie Eva Poll, Berlin
1996Museum Nikolaikirche, Berlin
1992Galerie Eva Poll, Berlin (mit Reinhard Stangl)
Gerhard-Marcks-Haus, Bremen (mit Helmut Neumann)
1989-1990„Bleu de Prusse“, Wanderausstellung (mit Peter Herrmann)
1988Galerie Eva Poll, Berlin
Kunstverein Mannheim
1987Galerie Niepel, Düsseldorf

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2024Parochialkirche, Berlin
Marienkirche, Beeskow
2022Museum Nikolaikirche, Berlin
Museum Ephraim-Palais, Berlin
2016Martin-Gropius-Bau, Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
2011Galerie Poll, Berlin
Museu Nacional da República, Brasília
2009Ephraim-Palais, Berlin
Kunstraum Potsdam
2008Galerie Eva Poll, Berlin
Stadtmuseum Oldenburg
20052. Beijing International Art Biennale
2004Galerie Eva Poll, Berlin
2001Schlossmuseum Gotha
1998Schleswig-Holstein-Haus, Schwerin
Stadtmuseum Jena
1997Galerie Niepel, Düsseldorf
Galerie Mitte, Berlin
Deutsches Historisches Museum, Berlin
1996Carré Sainte Anne, Montpellier (Frankreich)
1993Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg
1986Haus am Waldsee, Berlin
1982Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin
1978Galerie Mitte, Berlin

Daniel Poller in der Galerie Tobias Naehring, Leipzig

Anlässlich des 10. f/stop – Festival für Fotografie Leipzig wird bei Tobias Naehring erstmalig eine größere Auswahl der „Frankfurter Kopien“ von Daniel Poller ausgestellt. Darin bringt er Fotografien der Spolien der sogenannten „Neuen Altstadt“ in Frankfurt am Main und die Farben des jeweiligen Gebäudes durch Überdrucken und manuelle Eingriffe zusammen. (31. Mai – 16. Juni 2024)

Daniel Poller, Spolie aus den Frankfurter
Kopien, 2018/2022

Markus Draper im Albertinum, Dresden

Das Werk „Haus in der Nähe eines großen Waldes” von Markus Draper, welches durch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden angekauft werden konnte, ist in einer gleichnamigen Ausstellung im Albertinum zu sehen. In dem illustrierten Podcast erzählt eine Fliege ein Märchen darüber, wie der Geheimdienst KGB mit den Reformbewegungen in der Sowjetunion verknüpft war. (17. Mai – 29. September 2024)

Markus Draper, Haus in der Nähe eines großen Waldes (Detail),
2023, Foto: M. Wagner, SKD

Maina-Miriam Munsky im Kupferstich-Kabinett, Berlin

In der Sonderausstellung „(Un)seen Stories. Suchen, Sehen, Sichtbarmachen“ im Berliner Kupferstichkabinett geht es um Objekte, die überraschende, verborgene Geschichten und Provenienzen haben. Gezeigt wird u. a. eine Zeichnung von Maina-Miriam Munsky, die 2022 in der Galerie Poll erworben wurde. (31. Mai – 25. August 2024)

Maina-Miriam Munsky, Nach London fahren,
1975

Diesen Sommer verwandelt sich die Galerie Poll in eine „Menagerie“: Heimische und exotische Tiere treten auf, gemalt, geformt oder aquarelliert von Sabina Grzimek, Peter Herrmann, Ralf Kerbach, Heidrun Rueda und Hans Scheib.

Eine der ältesten Tierenzyklopädien stammt von Aristoteles: Sein Text Historia animalium klassifiziert im Jahr 335 v. Chr. Tiere nach ihrem Aussehen, ihren Verhaltensweisen und ihrem Lebensraum. Die realistische Darstellung einzelner Tiere mit ihrer Anatomie und individuellen Bewegungen wurde in der Renaissance zum Ideal erhoben.  Albrecht Dürer war einer der ersten Künstler, der die Darstellung von Tieren über Skizzen hinaus für bildwürdig hielt. Das Werk der in „Menagerie“ präsentierten Künstlerinnen und Künstler ist von Tierdarstellungen geprägt. Ihre teils für die Ausstellung entstandenen Ölgemälde, Skulpturen und Papierarbeiten treten in einen Dialog miteinander – und lassen im vergleichenden Blick die „animalische“, wilde oder auch gezähmte Seite ihrer jeweiligen Weltsicht zutage treten.

Sabina Grzimek findet ihre Themen im persönlichen Umfeld und Erleben. Che, ihr Hund, ist immer wieder Modell für ihre Plastiken. In zugleich ausdrucksstarker wie sensibler Formensprache gelingt es der Künstlerin, über äußerliche Details zum Wesen der von ihr gestalteten Tiere vorzudringen, etwa mit der Bronze einer trächtigen Eselin oder einer Kuh, die sich mit prallem Euter abwendet.

Heidrun Rueda malt ihre naturalistischen Motive teils nach Fotovorlagen, teils nach eigener Beobachtung in freier Wildbahn. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl kleinformatiger Ölbilder mit Eulen. Zur Familie dieser Vögel gehören rund 200 Arten. Rueda konzentriert sich auf Tiere ihrer unmittelbaren Umgebung, Käuzchen, Schleiereule und Uhu.

Mit „Salute Vittore Carpaccio!“ (2003) zitiert Peter Herrmann ein Gemälde des venezianischen Renaissancemalers. Vor blauem Hintergrund sitzt eine Frau, gebeugt über einem Schoßhündchen. Der kleine Vierbeiner steht auf beiden Hinterpfoten und schaut empor zur Herrin, die seine Vorderpfoten liebkost. Neben ihr steht eine große Vase mit einem Strauß Callas, davor eine kleine struppige Katze. Wie für ihn charakteristisch, hat Herrmann die tradierte Szenerie in verblüffend einfachen Formen festgehalten und einen komischen Moment eingebaut, der auf der kunsthistorischen Vorlage fehlt. Auch das Genre des naturgetreuen Tierbildes bedenkt der Maler mit einer ironischen Volte: Seine an sich doch furchteinflößende Raubkatze räkelt sich auf dem Rücken unter dem Titel „Wenn Leoparden träumen“.  

Einen anderen Zugang wählt Ralf Kerbach mit den Ölgemälden „Pferd“, „Zwei Pferde“ und „Ziegen“. Entstanden nach Studien in der Natur, bleibt der Pinselstrich skizzenhaft, der Farbauftrag durchscheinend. Kerbachs „Mondnacht“ von 2023 ist dagegen „aus dem Kopf“ gemalt. Mit pastos deckenden Farben, in typisierter Darstellung treffen eine weiße Katze und ein schwarzer Hund aufeinander. Die Tiere streiten um einen Ara, an dem sie raffgierig ihre Zähne wetzen. Derweil steht am klaren Himmel der Mond und leuchtet still auf einen kahlen Baum und einige Häuser.

Mit Hans Scheibs Skulpturen ziehen auch einige exotische Tiere in Polls Menagerie ein: Der Bildhauer hat eine zu einem hohen Turm sich ringelnde Schlange (2005) aus Holz geschlagen und arttypisch mit roter und grüner Farbe bemalt sowie aus Holz ein Äffchen mit extrem langem Schwanz geschaffen, das seine Zähne drohend fletscht. Scheib gelingt es, in seinen ausdrucksstarken Holzplastiken mit deutlichen Bezügen zur Tradition des Expressionismus einen eigenen Stil zu entwickeln.

Sabina Grzimek (*1942) schloss 1967 ihr Studium der Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ab und war von 1969 bis 1972 Meisterschülerin an der Berliner Akademie der Künste bei Fritz Cremer. Ehrungen wie der Käthe-Kollwitz-Preis (1983) oder der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ein Lebenswerk (2011) u.a. zeugen von der Anerkennung ihres Werkes. Arbeiten befinden sich in namhaften Sammlungen, darunter die Nationalgalerie Berlin, die ihr 1992 eine Retrospektive ausrichtete.

Peter Herrmann (*1937) besuchte nach einer Ausbildung als Chemigraph ab 1953 Malkurse bei Jürgen Böttcher-Strawalde. 1984 verließ er die DDR und reiste nach Hamburg aus; seit 1986 lebt er in (West-)Berlin. Im Jahr 1998 erhielt Herrmann den Villa Romana-Preis, Florenz, 2001 den Fred Thieler-Preis der Berlinischen Galerie. In deren Sammlung befinden sich ebenso Werke des Künstlers wie u.a. in den Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Museum Ludwig in Köln.

Ralf Kerbach (*1956) studierte von 1977 bis 1979 Malerei und Grafik an der HfBK Dresden bei Prof. Gerhard Kettner, bis die DDR ihn zur Exmatrikulation drängte und er 1982 nach West-Berlin übersiedelte. 1986/1987 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi in Olevano, von 1992 bis 2023 lehrte er als Professor an der HfBK Dresden. Werke befinden sich u.a. in der Berlinischen Galerie, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Museum der bildenden Künste Leipzig und im Museum Barberini Potsdam.

Heidrun Rueda (*1963) studierte Malerei an der HfBK Dresden bei Prof. Günther Horlbeck, von 1994 bis 1996 war sie Meisterschülerin. 1994 erhielt sie das Sächsische Landesstipendium, 1999 ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und 2004 ein Stipendium in Schloss Wiepersdorf. Ruedas Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, so im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst Frankfurt (Oder), der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt/Main und der Bibliothèque Nationale de France Paris.

Hans Scheib (*1949) studierte von 1971 bis 1976 an der HfBK Dresden, anschließend lebte er als Bildhauer in Berlin-Prenzlauer Berg. 1985 zog er nach West-Berlin. 1995 erhielt er den Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin und 2014 den Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung. 2004 erfolgte ein Studienaufenthalt in der Villa Romana in Florenz. Seine Werke befinden sich u.a. in der Berlinischen Galerie, im Museum Ludwig in Aachen, in der Nationalgalerie Berlin und in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Menagerie
Sabina Grzimek, Peter Herrmann, Ralf Kerbach, Heidrun Rueda, Hans Scheib
Malerei, Skulpturen, Papierarbeiten

14. Juni – 27. Juli 2024 (im August nach Vereinbarung), Eröffnung: 13. Juni, 18-21 Uhr

Emerita Pansowová in der Galerie Blackbox, Ribnitz-Damgarten

In einer dialogischen Ausstellung mit dem Titel „Vivat II“ zeigt die Galerie Blackbox Werke der Bildhauerin Emerita Pansowová sowie der Malerin Vera Schwelgin. Die Galerie knüpft damit an die figürliche Tradition an. (4. Mai – 13. Juli 2024)

Emerita Pansowová, an Gret Palucca,1985
Berliner Zeitung, Feuilleton, 3. Mai 2024

Biografie

1949geboren in Potsdam, aufgewachsen in Ost-Berlin
1971-1976Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1976-1984Arbeit als freischaffender Bildhauer in Ost-Berlin
1985Umzug nach West-Berlin
seit 2001Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg e. V.
2004Studienaufenthalt in der Villa Romana in Florenz
Werkstattaufenthalt in Tiflis (Georgien)
2007Gastkünstler am Oberlin College (USA)
2012Reisen nach Chile und Washigton, D.C.
2013Reisen nach Kapstadt und Baku (Aserbaidschan)

Hans Scheib lebt und arbeitet in Berlin.

Preise und Stipendien

2014Egmont-Schaefer-Preis für Zeichung
2005Bautzener Kunstpreis
1995Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin

Das Gespräch mit dem Künstler ist auf Soundcloud nachzuhören (Dauer: 32 Min.):

Volker Stelzmann. Dickicht
26. April – 8. Juni 2024, Eröffnung: 25. April, 18-21 Uhr

„Dickicht“ nennt Volker Stelzmann seine zwölfte Einzelausstellung in der Galerie Poll. Sie vertritt den Maler seit über dreißig Jahren.

Stelzmanns Werk zeichnet sich durch große Kontinuität aus. Im Lauf der Jahre hat er mit seiner Formensprache einen eigenen Bilderkosmos geschaffen. Für seine Figurengruppen erfindet er immer wieder neue raffinierte Konstellationen und Kompositionen. Gliedmaßen wirbeln durcheinander, Menschen stehen dicht gedrängt neben- oder hintereinander, ohne miteinander in Beziehung zu treten. Sie tragen modische Kleidung wie Hoodies oder neonfarbene Laufschuhe mit dicken Profilsohlen, auffällige Frisuren oder Kopfbedeckungen. Die Gesichter, mit weit aufgerissenen Augen, sind ausdrucksstark und wirken zugleich wie zu Masken erstarrt.

„Stelzmann beobachtet die Zeitgenossen auf der Straße genauso intensiv wie die geliebten Renaissancemaler und Manieristen, deren Werke er auf seinen zahlreichen Italienreisen noch im entlegensten Dorf aufgespürt hat. So ist die Geschichte für ihn nichts Fernes, sondern etwas Allgegenwärtiges. Und umgekehrt werden die modernen Menschen, die er zeigt, zum Teil einer epochenübergreifenden Studie der Humanität. Aber auch einer überzeitlichen Reflexion darüber, was die Malerei im Wechselspiel von Tradition und Innovation ausrichten kann.“ (Sebastian Preuss, 2020)

Ironisch kommentiert Stelzmann die täglichen Nachrichten mit Bildern wie „Die Schildkröte“, betitelt nach einer Marschformation römischer Legionäre, oder „Barriere“. Die Menschen verschwinden beinahe vollständig hinter Transparenten mit Schlagworten wie LGBTQ, DIVERS, KLIMAFASCH oder WEISSE MÄNNER, die man für sich vervollständigen kann. Zwei „Messermänner“ bedrohen auf dem gleichnamigen Gemälde einen Menschen, während andere hilflos zuschauen oder die Flucht ergreifen.

Jedem Bild Stelzmanns liegt eine genaue Beobachtung seiner Umwelt zugrunde, ohne dass er dabei beabsichtigt, mit seinen Bildern zu belehren. Der Künstler malt sich immer wieder selbst als Beobachter („Selbstbildnis mit graugrüner Kappe“) oder mischt sich neben seiner Frau Henriette unter die Menschengruppe („Köpfefries I“).

Auch Stilleben gehören zu Stelzmanns wiederkehrenden Bildthemen. Ein Arrangement von „Meerschnecken und Muscheln“ auf einem Pappkarton ist in präziser feiner Öllasurmalerei wiedergegeben, ebenso wie ein „Blauer Kürbis“ und eine Sellerieknolle vor braunem Hintergrund.

Volker Stelzmann, geboren 1940 in Dresden, 1948 Übersiedlung nach Leipzig, studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er von 1975 bis 1986 lehrte, seit 1982 als Professor. 1986 nutzte Volker Stelzmann eine große Ausstellung seiner Arbeiten in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, um die DDR zu verlassen. Nach einer Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt am Main 1987/1988 berief ihn die West-Berliner Hochschule der Künste (HdK, heute: UdK) 1988. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006. 1988 zeigte die Galerie Poll ihre erste Einzelausstellung von Volker Stelzmann. Werke des Künstlers befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen. Volker Stelzmann lebt und arbeitet in Berlin.

Peer Boehm. 2006-2023
Galerie Anja Knoess (Hrsg.), Text von Anja Knöß, Katalog anlässlich der Ausstellung „Ich finde es trotzdem schade“ im Museum Modern Art – Sammlung Jürgen Blum, Hünfeld (14.01.-21.04.2024), Köln 2024, 22,2 x 21,3 cm, 82 Seiten, 70 Farb- und 2 S/W-Abbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-00-077792-9
15 Euro

Bestellung
Tagesspiegel, Kultur, 17. Februar 2024

Einzelausstellungen (Auswahl)

2021Galerie Bernau
2016Galerie des Städtischen Museums Eisenhüttenstadt
2010Kunstparkhaus EWE, Strausberg
2006Roter Turm, Jenaer Kunstverein
Galerie Ebe, Parchim
2005Dorfkirche, Prenden (mit Ellen Lehmann)
2004Galerie unter dem Wasserturm, Neuenhagen
Galerie des Slowakischen Institutes in Berlin
2002-2003Mathematische Fachbibliothek der TU Berlin
2002Galerie am Wasserturm, Berlin
2001Greifen-Galerie, Greifswald
1998Galerie Mitte, Berlin (mit Till Pansow)
1997Galerie Ribnitz-Damgarten (mit Antje Fretwurst-Colberg)
1995Galerie Bernau
1991Galerie Dr. Christiane Müller, Berlin
1988Staatliche Galerie Moritzburg, Halle (mit Núria Quevedo)
1987Galerie am Prater, Berlin
1985Galerie Eva Poll, Berlin (mit Núria Quevedo)
1975Staatliche Galerie Moritzburg, Halle (mit Bernd Göbel)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2021Salongalerie „Die Möwe“, Berlin
2011Galerie im Rathaus, Biesenthal
Galerie Eva Poll, Berlin
2003Galerie im Kunsthof Hintersdorf, Berlin
2000Galerie am Wasserturm, Berlin
1988Alte Nationalgalerie, Berlin
1982Altes Museum, Berlin

Biografie

1946geboren in Vrakúň (Tschechoslowakei)
1962-1966Studium der Holzbildhauerei an der Fachschule für angewandte Kunst in Bratislava bei Ludwik Korkoš und Anton Drexler
1966Umzug nach Ost-Berlin
1967-1972Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee bei Prof. Karl-Heinz Schamal und Arnd Wittich
1974-1977Meisterschülerin der Akademie der Künste der DDR, Berlin bei Ludwig Engelhardt
1977Studienaufenthalt in Aserbaidschan, Arbeit als freischaffende Bildhauerin in Ost-Berlin
1992Gründung der „Berliner Fraueninitiative Xanthippe e.V.” in Berlin
2012Aufstellung der lebensgroßen Skulptur „Die große Palucca“ auf dem Garnisonkirchplatz in Berlin-Mitte

Emerita Pansowová lebt und arbeitet in Prenden (Brandenburg).

Preise und Stipendien

2009Kunstpreis für Plastik der Märkischen Oderzeitung
1992Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds, Berlin
1991Förderstipendium der Senatsverwaltung für Kultur, Berlin
1989Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB)
1. Preis für Foyergestaltung der Kleist-Gedenkstätte Frankfurt (Oder)
1985Will-Lammert-Preis der Akademie der Künste der DDR, Berlin
1975Gustav-Weidanz-Preis für Plastik, Halle-Saale
Berliner Zeitung, Feuilleton, 14. Dezember 2023

Peer Boehm. Kopfkino
9. März – 20. April 2024, Eröffnung: 7. März, 18-21 Uhr

„Kopfkino“ ist der programmatische Titel der zweiten Einzelausstellung des Kölner Künstlers Peer Boehm mit neuen Malereien und Kugelschreiberzeichnungen in der Galerie Poll.

Unser Gedächtnis speichert gleichermaßen Erlebnisse der Kindheit, Reiseerfahrungen oder politische Ereignisse als ungeordnete, oft schemenhafte Eindrücke. Dieses kollektive, individuell ganz unterschiedlich veranker­te Bilderreservoir ruft der Künstler in seinen Leinwand- und Papierarbeiten auf. Es geht ihm dabei nicht um die eine „richtige“ Sichtweise, denn es gibt viele mögliche Bilder, die im Kopf des Betrachters entstehen können, je nach Alter und Erfahrungshorizont. Auch im Austausch über diese individuellen Eindrücke liegt der Reiz von Boehms Arbeiten. 

„Kopfkino“ verweist auf das Erinnern als zentrales Thema von Peer Boehms künstlerischem Schaffen, aber auch auf eine Reihe von Kugelschreiberzeichnungen, die er für die Ausstellung auf Briefpapier des k.o. club festhielt, einem 1969 in Hannover gegründeten Verein für Avantgarde-Filme. Peer Boehm hat zehn Motive gefunden, die im inhaltlichen Zusammenhang zu diesem Bildträger seiner Zeichnungen stehen. Mit Bildtiteln wie „Endlich Fenster zur Straße“, „Es ist dann doch noch gut ausgegangen“ oder „Heute Umbau“ führt der Künstler den Betrachter in eine cineastische Assoziationswelt.

Boehm findet seine Motive in Fotoalben auf dem Flohmarkt, in Magazinen oder dem Internet. Personen und Orte abstrahiert er durch digitale Bearbeitung und reduziert das Motiv auf Hell-Dunkel-Kontraste bis an den Rand der Unkenntlichkeit, bis er es schließlich auf die Leinwand oder auf das Papier überträgt und dann weiter künstlerisch bearbeitet.

Boehms Bildsprache beruht auf dem Prinzip der Ausspa­rung, helle und dunkle Flächen werden nebeneinandergestellt. Dadurch wirken seine Bilder und Zeichnungen wie eine schemenhafte Erinnerung. Ereignisse der Zeitgeschichte werden ebenso zum Bildinhalt wie banale Alltagssituationen oder traditionelles Brauchtum, so „Berlin 1989“ von 2024 mit auf der Mauer tanzenden Menschen, „Fänger sein“ von 2021 oder „Die Maikönigin“ von 2023.

Peer Boehm hat eine Lasurtechnik entwickelt, in der er seine Motive mit Aquarell, Acryl und Tusche auf die Leinwand überträgt. Manchmal setzt er Kaffee oder Rost als Malmittel ein, die bräunliche Färbung lässt sein Motiv wie eine verblichene Fotografie erscheinen.

Durch Überlagerung verschiedener Lasuren entsteht eine halbtransparente Tiefe. Meist dominiert auf den Bildern ein Farbton, häufig Blau oder Braun. Es gibt auch Arbeiten, auf denen Boehm zwei Motive wie bei einer fotografischen Mehrfachbelichtung ineinander blendet, zum Beispiel das großformatige Gemälde „Antibes“ von 2023. Der blaue Hintergrund zeigt die in die Küstenfelsen eingelassene Terrasse des exklusiven Hotels Eden Roc. Darüber hat Boehm mit roter Farbe einen gestreiften Sonnenschirm gelegt. Entstanden ist ein Bild, das die Erinnerung an einen warmen, flirrenden Sommertag in Frankreich aufruft.

Um seine Kugelschreiberzeichnungen zu fixieren, hat Peer Boehm ebenfalls eine spezielle Technik entwickelt. Wenn eine Zeichnung fertig ist, nimmt er ein Bügeleisen zur Hand. Mit der über die Jahre gesammelten Erfahrung gelingt es ihm dabei, in einer Art gesteuertem Zufall in den Zeichnungen Partien zu erzeugen, die wie aquarelliert wirken und ihnen zusätzliche Tiefe geben.

Peer Boehm, 1968 geboren in Köln, studierte von 1990 bis 1994 Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an der Universität zu Köln. 2021 wurde er mit dem Kunstpreis Wesseling ausgezeichnet, der 2023 mit einer Ausstellung im gleichnamigen Kunstverein verbunden war. In Berlin waren seine Arbeiten 2022 im Willy-Brandt-Haus ausgestellt. Noch bis 21. April 2024 ist eine Werkübersicht des Künstlers mit Arbeiten aus 17 Jahren im Museum Modern Art Hünfeld zu sehen. Seine Werke befinden sich in deutschen und internationalen Privatsammlungen. Peer Boehm lebt und arbeitet in Köln.

Die Ausstellung „Landschaften und Labyrinthe“ versammelt Ölbilder, Radierungen und einen Spiegelkasten von Bettina von Arnim. Die erste deutsche Einzelausstellung der Künstlerin fand 1970 in der Galerie Poll statt.

Den Cyborgs, um 1970 entstandene Porträts androider Maschinenwesen, galt jüngst die Aufmerksamkeit der Kunstwelt. Die Ausstellung richtet den Blick nun auf die seit Mitte der 1970er Jahre entstandenen Landschaften und Labyrinthe, mit denen die Künstlerin schon früh auf die zunehmende Zerstörung von Natur und Umwelt aufmerksam gemacht hat. Ihre Bilder einer technisierten, bürokratischen, schablonisierten, denaturierten, homogenisierten Umwelt hält sie den naiv Fortschrittsgläubigen warnend entgegen, als Menetekel einer Vorherrschaft der manipulativen Intelligenz. (Werner Rhode, 1973)   

Durch die aus der Vogelperspektive gezeigten Landschaften verlaufen wie mit dem Lineal gezogene Mauern und rechtwinklig verschachtelte Gänge. Einige Landschaften sind menschenleer, in anderen bewegen sich winzige Menschen und Tiere durch labyrinthische Gänge. Die geometrischen Formen verbinden sich zu Netzwerken und später zu perspektivisch angeordneten Buchstabenreihen, zu Stadtlandschaften, die sich aus Schrift und Spiegelschrift zusammensetzen. Beim Blick in den Spiegel­kasten vervielfachen sich die stereotypen Landschaften bis ins Unendliche.

„Wir erblicken die Utopie einer als Zeichensystem erstarrten Welt“, stellt Rüdiger Safranski 1985 im Katalog zu Arnims Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein fest.

Bettina von Arnim versteht es, ihre Botschaft in minutiös gemalten und ästhetisch perfekten Bildern einzuschreiben. Ihre Radiertechnik hat sie derart verfeinert und ausgearbeitet, dass beim Druck mehrerer Platten in verschiedenen Farben übereinander faszinierende Spiegelungen entstehen.

Seit der Ausstellung „German Pop“ in der Schirn-Kunsthalle Frankfurt am Main erfuhren die Arbeiten von Bettina von Arnim eine neue Aufmerksamkeit und waren Teil zahlreicher Gruppenausstellungen in Kunstvereinen und Museen, u. a. „ÜberLeben. Fragen an die Zukunft“ im Haus am Lützowplatz, Berlin (2022-2023), „Les Portes du Possible“ im Centre Pompidou-Metz (2022), „Scratching the Surface“ im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin (2021), „Der montierte Mensch“ im Museum Folkwang Essen (2019) und „Real Pop 1960-1985. Malerei und Grafik zwischen Agit Pop und Kapitalistischem Realismus“ im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, Frankfurt an der Oder (2018).

Derzeit sind die Arbeiten „Optiman“ (1969) und „Riß“ (1981) in der Ausstellung „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft. Sammlung der Nationalgalerie 1945-2000“ in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu sehen (bis 28. September 2025).

Bettina von Arnim, geboren 1940 in Zernikow (Mark Brandenburg) und Nachfahrin der gleich­nami­­gen Dichterin der Romantik, verbrachte von 1957 bis 1958 mit einem Stipendium des American Field Service ein Schuljahr in Cambridge/Massachusetts (USA). Von 1960 bis 1965 studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin bei Fritz Kuhr. Ein Stipendium des Maison de France führte sie während dieser Zeit von 1962 bis 1963 nach Paris, wo sie in der Werkstatt des Grafikers Johnny Friedlaender verschiedene Radiertechniken wie die Aquatinta erlernte. Bettina von Arnim gehörte zusammen mit Arwed D. Gorella, Maina-Miriam Munsky, Wolfgang Petrick, Peter Sorge, Joachim Schmettau u. a. zu den Gründungs­mit­glie­dern der Gruppe Aspekt (1972-1977). Seit 1975 lebt und arbeitet sie in Südwest-Frankreich. Werke der Künstlerin befinden sich in bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen, u. a. der Berlinischen Galerie, der Deutschen Bank, der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, dem Städel Museum Frankfurt am Main und dem Kunstmuseum Bonn.

Bettina von Arnim
Landschaften und Labyrinthe
Malerei, Radierungen und ein Spiegelkasten
19. Januar – 2. März 2024, Eröffnung: 18. Januar, 18-21 Uhr

2024

art KARLSRUHE
22. bis 25. Februar 2024
Galerie Poll, Halle 2, Stand H2/E25

Wir zeigen Arbeiten von:
Peter Benkert (re:discover)
Markus Draper
Sarah Haffner
Herbert Kaufmann
Jan Schüler
Andreas Silbermann
Genni / Jenny Wiegmann-Mucchi

21. Februar 2024, 14-19 Uhr: VIP-Preview (nur mit Einladung)
22. bis 24. Februar 2024, 11-19 Uhr (Eröffnung um 17 Uhr)
25. Februar 2024: 11-18 Uhr

Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten
Tickets und weitere Informationen

Bettina von Arnim in der Neuen Nationalgalerie, Berlin

Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft. Sammlung der Nationalgalerie 1945-2000 zeigt Gemälde, Objekte, Fotografien und Videoarbeiten aus der Bundesrepublik und der DDR, Westeuropa und den USA sowie künstlerische Entwicklungen aus den ehemaligen sozialistischen Staaten. Zu sehen sind Werke des Informel, der US-amerikanischen Farbfeldmalerei, des Realismus der 1970er-Jahre, der Pop- und Minimal Art ebenso wie der Konzeptkunst. (18. November 2023 – 28. September 2025)

Bettina von Arnim, Optiman, 1969

Danja Akulin – Signs
Texte von Arkady Ippolitov und Alexander Borovsky, russ./engl., Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Triumph Gallery, Moskau (2007), Berlin 2007, 32,7 x 25 cm, 82 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover
45 Euro

Bestellung

Danja Akulin – Survival Craft
Texte von Georg Baselitz und Georgy Nikich, russ./engl., Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Moscow Center of Art (11.5.-28.5.2007), Hannover 2007, 32,7 x 25 cm, 90 Seiten, zahlreiche Farb- und S/W-Abbildungen, Hardcover
20 Euro

Bestellung

Unter dem Titel „kontrastreich“ zeigt die Galerie Poll ihre zweite Einzelausstellung des Zeichners Danja Akulin. Seine Naturdarstellungen sind kontrastreich zwischen tiefem Schwarz und lichtem Weiß angelegt und setzen sich aus einer Vielfalt von Schwarz- und Grautönen zusammen.

Wälder, Felder, Wolken und Wasser, mal aus großer Nähe, mal in weiter Ferne dargestellt, erlangen durch die virtuose Technik des Künstlers, in der er gekonnt scharfe und unscharfe Partien, feine Linien und grobe Striche nebeneinandersetzt, eine große Unmittelbarkeit. Gleichzeitig strahlen sie eine tiefe Ruhe aus. Licht und Schatten, Stillstand und Bewegung sind in den großformatigen Kompositionen stimmungsvoll eingefangen.

Immer wieder zeichnet Akulin Seestücke. Einige sind nahe am naturalistischen Abbild, andere haben sich in beinahe monochrome Flächen aufgelöst. Auf seinen Zeichnungen von dichten Wäldern blickt man auf eng aneinander stehende Baumstämme, deren Rinde mit all ihren Unebenheiten und Maserungen detailliert herausgearbeitet ist, so dass sie nahezu fotorea­listisch wirken.

Akulin komponiert seine meist titellosen Arbeiten aus der Erinnerung, er benutzt keine fotografischen Vorlagen. Der Zeichner arbeitet mit Bleistift und Graphit auf Papier oder mit Kohle direkt auf der Leinwand. Die großformatigen Papierbögen werden auf Leinwand kaschiert und auf Keilrahmen gespannt und erreichen so eine große Präsenz.

„Danja Akulins Werke sind Zustandslandschaften, zwischen Stille und Ungewissheit, Ruhe und Unbehagen gefangene Gemütsbilder“, schreibt die Kunsthistorikerin Olena Balun in ihrem Katalogtext der 2022 im J. J. Heckenhauer-Verlag erschienenen Monographie.

Danja Akulin, 1977 geboren in St. Petersburg, lebt und arbeitet seit 2000 in Berlin. Von 2000 bis 2005 absolvierte er ein Studium der Freien Kunst bei Prof. Georg Baselitz an der Universität der Künste Berlin, von 2005 bis 2006 machte er seinen Meisterschüler bei Prof. Daniel Richter. 2017 wurde er mit dem kanadischen „Elizabeth Greenshields Foundation Award“ ausgezeichnet. Seine Arbeiten wurden in Deutschland, den USA und Russland ausgestellt, jüngst war der Künstler an der Ausstellung „Das Ende der Malerei. Karl Hagemeister und die Malerei heute“ im Bröhan-Museum in Berlin beteiligt. Akulins Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter auch die Kunstsammlung des Deutschen Bundestages.

Berliner Zeitung, 6. Oktober 2023

kontrastreich
Danja Akulin
3. November 2023 – 6. Januar 2024, Eröffnung: 2. November, 18-21 Uhr

Werke in Sammlungen

Dentons Europe (Germany), Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
Neuer Berliner Kunstverein (NBK) – Artothek
Mercedes-Benz Art Collection, Stuttgart

Norbert Wagenbrett. Vor den Masken
Museum der bildenden Künste Leipzig (Hrsg.), Texte von Marcus Andrew Hurttig, Richard Hüttel und Norbert Wagenbrett, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig (7.5.-16.8.2020), Leipzig 2020, 25 x 19,7 cm, 88 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Softcover, ISBN 978-3860600498
14 Euro

Aktualität als Rohstoff – Peter Sorge, Ian Colverson & Denis Masi
Eva und Lothar C. Poll (Hrsg.), Text von Anja Keitel und Lothar C. Poll, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Poll, Berlin (13.9.-10.11.2008), POLLeditionen, Berlin 2008, 18,5 x 14,6 cm, 36 Seiten, 30 Farbabbildungen, 1 S/W-Abbildung, ISBN 978-3-931759-26-1
5 Euro

Bestellung

Bettina von Arnim – Die Cyborgs in der Kunsthalle Lingen
Malerei, Figuren, Assemblagen 2001-2020, Kunstverein Lingen Kunsthalle (Hrsg.), Einführung von Meike Behm, Cahors 2020, 19,8 x 18,3 cm, 48 Seiten, 27 Farbabbildungen, ISBN 978-3-933038-05-0
12 Euro

Bestellung

Bettina von Arnim – Spuren des Ikarus
Bettina von Arnim (Hrsg.), Concots 2016, 19,8 x 18 cm, 48 Seiten, 32 Abbildungen
10 Euro

Bestellung

Bettina von Arnim. Radierungen – Gravures
Bettina von Arnim (Hrsg.), Villefranche-de-Rouergue 2015, 19,6 x 18,3 cm, 40 Seiten, 26 Farbabbildungen
15 Euro

Bestellung

Bettina von Arnim – Die Cyborgs und ihre Spuren
Malerei, Zeichnungen und Radierungen 1968-1983, Eva Poll und Lothar C. Poll (Hrsg.), Texte von Wolfgang Längsfeld, Rüdiger Proske und Jochen L. Stöckmann, POLLeditionen, Berlin 2015, 18,5 x 14,5 cm, 44 Seiten, 28 Farbabbildungen
15 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Architekturphantasien
Zeichnungen und Collagen 1992–2013, Text von Joachim Schmettau, Nicolai-Verlag, Berlin 2015, 30 x 27 cm, 320 Seiten, 250 Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-89479-939-7
39,95 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau. Skulpturen 2003-2010
Texte von Joachim Schmettau und Holger Birkholz, Nicolai-Verlag, Berlin 2011, 76 Seiten, 67 Farbabbildungen, ISBN 978-3-89479-659-4
20 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Skulpturen und Architekturmodelle
Einleitung von Lothar C. Poll, Texte von Joachim Schmettau, Eberhard Roters und Ulrich Gertz, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Kunststiftung Poll, Berlin (27.1.-22.2.2007), POLLeditionen, Berlin 2007, 18,5 x 14,4 cm, 36 Seiten, 20 Farb- und 7 S/W-Abbildungen
3 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Zeichnungen und Skulpturen
Text von Lucio Cabutti, dt./engl./ital., zweibändige Werkübersicht, Stock-und-Stein-Verlag, Schwerin 2002, 29,5 x 24,5 cm, Bd. 1: Zeichnungen, 152 Seiten, 143 Abbildungen, Bd. 2: Skulpturen, 164 Seiten, 134 Abbildungen, Hardcover, Ausgabe im Pappschuber
30 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Skulpturen, Bilder, Zeichnungen
Lothar C. Poll (Hrsg.), Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Eva Poll, Berlin (8.5.-23.6.1993), POLLeditionen Bd. 36, Berlin 1993, 28 x 21 cm, 16 Seiten, 16 Farbabbildungen
10 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Brunnenentwurf
Text von Joachim Schmettau, Berlin 1992, 30 x 30 cm, 34 Seiten, 14 Farbabbildungen
5 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Zeichnungen 1967-1981. Ein Alphabet
Lothar C. Poll (Hrsg.), Katalog anlässlich der Ausstellung „Joachim Schmettau. Zeichnungen“ in der Galerie Eva Poll (27.4.-5.6.1982), POLLeditionen Bd. 1, Berlin 1982, 21 x 15 cm, 200 Seiten, 15 Farb- und 85 S/W-Abbildungen, Hardcover
6 Euro

Bestellung

Joachim Schmettau – Skulpturen und Zeichnungen 1960-1980
Text von Eberhard Roters, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunstverein Hannover (7.12.1980-1.2.1981) und den Städtischen Museen Heilbronn (13.2.-29.3.1981), 1980, 22,5 x 19 cm, 104 Seiten, 18 Farb- und 54 S/W-Abbildungen
5 Euro

Werke in Sammlungen

Kunststiftung Poll, Berlin

Daniel Poller – Birds of Tegel
mit einem Text von Andreas Prinzing, Broschüre in PVC-Hülle, Edizione Multicolore, Berlin 2022, Auflage 500, 35 x 25 cm, 72 Seiten, 59 Farbabbildungen, Rückstichheftung, ISBN 978-3-948304-15-7
25 Euro

Bestellung

Vorzugsausgabe
mit einem dieser beiden Prints zur Auswahl:
Motiv 1, 2022, Archival Pigment Print, Auflage 10, jeweils 29,7 x 21 cm
Motiv 2, 2022, Archival Pigment Print, Auflage 10, jeweils 29,7 x 21 cm
195 Euro (350 Euro für beide Prints)

Bestellung

Daniel Poller – Endgültige Fassung der Beschlussvorlage
Broschüre in PVC-Hülle, Edizione Multicolore, Berlin 2020, Auflage 300, 35 x 25 cm, 44 Seiten, 39 Farbabbildungen, Rückstichheftung, ISBN 978-3-948304-08-9
25 Euro

Bestellung

Vorzugsausgabe
mit einem dieser beiden Prints zur Auswahl:
Motiv 1, 2020, Archival Pigment Print, Auflage 10, jeweils 29,7 x 21 cm
Motiv 2, 2020, Archival Pigment Print, Auflage 10, jeweils 21 x 29,7 cm
180 Euro (300 Euro für beide Prints)

Bestellung

Wolfgang Petrick – Malerei und Zeichnungen 1979-1982
Texte von Gottfried Benn, Bertolt Brecht und Reinhard von der Marwitz, POLLeditionen Bd. 2, Berlin 1982, 29 x 21 cm, 64 Seiten, 15 Farb- und 30 S/W-Abbildungen
10 Euro

Bestellung

Heike Negenborn – Terra Cognita
Stadtmuseum Siegburg (Hrsg.), Texte von Gundula S. Caspary und Heinz Höfchen, dt./engl., Berlin 2020, 24,5 x 30 cm, 96 Seiten, 65 Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-947563-76-0
24 Euro

Bestellung

Heike Negenborn – Blickfang Malerei
Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (Hrsg.), Text von Heinz Höfchen, dt./engl., Kaiserslautern 2019, 16 x 23 cm, 80 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-89422-221-5
14 Euro

Bestellung

Maina-Miriam Munsky. Die Angst wegmalen
Jan Schüler und Kunststiftung Poll (Hrsg.), Bestandsverzeichnis der Gemälde und Zeichnungen 1964-1998, mit Texten von Eva und Lothar C. Poll, Jan Schüler, Eckhart Gillen, Lucie Schauer und Heinz Ohff, Verlag Kettler, Bönen 2013, 31 x 25 cm, 199 Seiten, 48 Farbtafeln und 280 S/W-Abbildungen, Pappband mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-86206-292-8
25 Euro

Bestellung

Vorzugsausgabe
mit einer Porträtfotografie der Künstlerin von Erhard Wehrmann, 1977, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 20 x 20 cm, Auflage 15 + 5 e.a., nummeriert
200 Euro

Bestellung

Maina-Miriam Munsky – Das Kaltlicht der Welt erblicken
Vorwort von Lothar C. Poll, Text von Birgit Heimbach, POLLeditionen, Berlin 2007,
18,5 x 14,4 cm, 36 Seiten, 22 Farb- und fünf S/W-Abbildungen
3 Euro

Bestellung

Thomas Lange
Davide Sarchioni (Hrsg.), mit Texten von Davide Sarchioni, Enrico Crispolti, Marco Tonelli, Enrico Mascelloni, Jürgen Lenssen, Markus Lehrmann, Franco Nucci, Christoph Tannert und Lorenzo Calamia, dt./ital., Gli Ori Verlag, Pistoia 2017, 24,5 x 28,5 cm, 528 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-88-7336-665-2
75 Euro

Bestellung

Thomas Lange. Arbeiten seit den 70ern bis heute
Texte von Eva und Lothar C. Poll (Hrsg.) und Davide Sarchioni, dt./ital./engl., Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Poll, Berlin (28.5.-30.7.2011), POLLeditionen, Berlin 2011, 19 x 15 cm, 96 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN 978-3-931759-29-2
15 Euro

Bestellung

Vorzugsausgabe
signiert in grauem Schuber mit einem Portrait Mutsuo Hiranos, 2011, Mischtechnik auf Leinwand, 18,5 x 14,8 cm, Auflage 30, Unikat, signiert, nummeriert
250 Euro

Bestellung

Ein Platz für Plastik
Gerhard-Marcks-Stiftung (Hrsg.), Texte von Jürgen Fitschen und Arie Hartog, Begleitbuch anlässlich der Ausstellung „Ein Platz für Plastik – Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus“ im Gerhard-Marcks-Haus, Bremen (5.3.-5.6.2006), Bremen 2006, 23 x 17 cm, 71 Seiten, 122 S/W-Abbildungen, Hardcover, Pappeinband mit Schutzumschlag, ISBN 3-924412-52-9
18 Euro

Danja Akulin – Penumbra
Edition J.J. Heckenhauer (Hrsg.), mit Texten von Olena Balun und Rene Spiegelberger, Tübingen 2022, 29,5 x 38,5 cm, 88 Seiten, 55 Abbildungen, Hardcover, Fadenheftung, ISBN 978-3-9823543-0-9
75 Euro

Bestellung

Vorzugsausgabe
in grauem Kartonschuber mit Graphit-Siebdruck „ohne Titel“, 2022, 28 x 37 cm, Auflage 20, signiert, nummeriert, datiert

Bestellung über Galerie J. J. Heckenhauer

Matthias Beckmann – Bangalore Street View
Uwe Jonas (Hrsg.), Berlin 2023, 10,5 x 14,7 cm, 12 Seiten, 22 Farbabbildungen
3 Euro

Bestellung

Matthias Beckmann – Alte Titel, neue Bilder
Kunstverein Münsterland e.V. (Hrsg.), mit einem Gespräch mit Jutta Meyer zu Riemsloh und Matthias Beckmann, Katalog anlässlich der Ausstellung „Matthias Beckmann – Unterwegs“ im Kunstverein Münsterland e.V. (10.9.-29.10.2017), Berlin 2017, 21 x 14,8 cm, 64 Seiten, 50 Abbildungen, Hardcover mit Lesebändchen
15 Euro

Bestellung

Matthias Beckmann – Von Tee zu Tee
Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.), Geleitwort von Klaas Ruitenbeek und Text von Christoph Peters, Berlin 2014, 21,0 x 14,8 cm, 48 Seiten, 37 Abbildungen, Broschur
10 Euro

Bestellung

Matthias Beckmann – How to cross a road in Bangalore
1Shanthiroad Studio / Gallery, Goethe-Institut, Max Mueller Bhavan Bangalore (Hrsg.), Texte von Suresh Jayaram und Matthias Beckmann, dt./engl., Bangalore 2022, 21 x 16,8 cm, 48 Seiten, 38 Abbildungen
15 Euro

Bestellung

Eric Kellers Gemälde ziehen magisch an, obwohl – oder weil – ihre Motive eher unspektakulär sind. Aus beiläufigen Blicken auf Uferwege, Sport- und Parkplätze, Bahnübergänge, Schuppen oder Industriegebäude und Interieurs aufgegebener DDR-Kulturhäuser komponiert der Künstler einen ganz eigenen Bildkosmos. Bei diesem konzentrierten Spiel mit der Erinnerung bleiben Landschaften und Architekturen meist menschenleer. Tauchen doch einmal ein oder zwei junge Menschen darin auf, sind sie in sich gekehrt und scheinen auf etwas zu warten.

Mit „Ginstergrund“ zeigt die Galerie Poll ihre vierte Einzelausstellung des in Dresden und Berlin lebenden Malers. Der Titel bezeichnet keine konkrete Landschaft, sondern geht zurück auf Straßennamen, die sich aus alter Zeit am Stadtrand erhalten haben. Ein verblasstes Relikt, ähnlich der auf einer Bühne zurückgelassenen Stellwand im gleichnamigen Bild oder dem verblichenen Wandgemälde in „Kulturhaus 7“.

Die Bildmotive setzen sich aus großangelegten Farbflächen zusammen, Ton in Ton aufgebaut aus dünnen Öllasurschichten in mannigfachen Grau-, Blau-, Violett- oder Ockertönen. Durch Übermalungen, aber auch mit dem Wiederabtragen von Farbe durchläuft jedes Werk viele Zustände, bis es für den Maler als abgeschlossen gilt. Durch die leichte Unschärfe, die er über seine Motive legt, entstehen stimmungsvolle Erinnerungsräume.

Was immer Eric Keller malt, hat er irgendwann einmal vor Augen gehabt – und in seinem Unterbewusstsein abgespeichert. Mit der Arbeit am Bild kehrt er in seiner Fantasie an die einst gesehenen Schauplätze zurück, ruft flüchtig erlebte Situationen auf. Wo genau sie verortet sind, bleibt sein Geheimnis. Selbst geografische Angaben im Bildtitel wie z. B. „Straße bei Gorbitz“ führen nur ins Ungewisse.

„Aber genau in dieser merkwürdigen Stimmung, die sich nicht leicht in Worte fassen lässt, in dieser Aura irgendwo zwischen Banalität des Alltags und irrealer Magie liegt der große Reiz von Eric Kellers Gemälden. Viele von ihnen wirken wie eingefrorene Stills aus einem melancholischen Roadmovie“, charakterisiert der Kunsthistoriker und Kunstkritiker Sebastian Preuss diese Arbeiten.

Eric Keller, 1985 geboren in Grimma, 2006 bis 2008 Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Rolf-Gunter Dienst, 2008 bis 2014 Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden) bei Prof. Elke Hopfe und Prof. Ralf Kerbach, 2016 bis 2018 Meisterschüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB Leipzig) bei Prof. Annette Schröter. Eric Keller lebt und arbeitet in Dresden und Berlin. Seine Werke befinden sich in zahlreichen privaten und mehreren institutionellen Sammlungen, darunter die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Städtische Galerie Dresden und die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn.

Ginstergrund
Eric KellerMalerei
8. September – 28. Oktober 2023, Eröffnung: 7. September, 18-21 Uhr

Tagesspiegel, 30. Juli 2023

Mit „Bangalore Street Life“ zeigt die Galerie Poll in ihrer ersten Einzelausstellung von Matthias Beckmann Aquarelle, die im Herbst 2022 in der nach Mumbai und Delhi drittgrößten Stadt Indiens entstanden sind. Eingeladen im Rahmen der bangaloREsidency des Goethe-Instituts sah sich der Künstler für zwei Monate mit dem Alltag einer Elf-Millionen-Metropole konfrontiert: „Mein erstes Aquarell in Bangalore entstand auf einem Friedhof unweit des Botanischen Gartens Lalbagh. Dorthin flüchtete ich vor dem chaotischen Straßenverkehr, vor Autorikschas, Motorrollern und Gehupe. Überall in der Stadt findet man sehr lethargische Hunde. Einer davon lag auf der Friedhofsmauer“, beschreibt Matthias Beckmann seine ersten Eindrücke.

Bekannt geworden ist der Künstler mit linearen Bleistiftzeichnungen, wie sie regelmäßig auch in Gruppenausstellungen der Galerie zu sehen waren. Diesmal hatte Beckmann allerdings einen kleinen Reiseaquarellkasten im Gepäck, dazu einen Pinsel mit eingebautem Wassertank, einen Malhocker und Aquarellblöcke. Das erwies sich als ideale Ausrüstung für die Entdeckungsreise in eine für ihn fremde und farbflirrende Welt. Der Künstler als aufmerksamer Beobachter konnte sich unbeschwert auf den Rhythmus des Metropolenlebens einlassen. Für seine Erkundungen ist Beckmann vor allem durch den Stadtteil Shanthinagar gewandert, in dem Arme, Mittelschicht und Reiche, Einheimische und Migranten Seite an Seite leben.

Am Ende der zweimonatigen Reise waren es insgesamt 117 Aquarellzeichnungen im Format 30 x 24 cm, einige mit dem Bleistift gezeichnet und dann mit Aquarellfarbe koloriert, einige direkt mit dem Pinsel getuscht und einige in Sepiafarben laviert. Beckmann hat auf Friedhöfen und im Botanischen Garten gezeichnet, das bunte Treiben auf dem Fleisch- und Blumenmarkt festgehalten und das Leben auf der Straße mit Motorrollern, Hühnern, Ziegen und auch Kühen beobachtet. Prunkvolle Grabmäler, Tempel und eine Moschee gehören ebenso zu den Motiven wie Totenplakate, ein am Straßenrand abgestellter Holzkarren oder die „Rangoli“ genannten Muster, die Frauen am frühen Morgen mit weißem Pulver vor den Hauseingängen streuen. Mit seinem unaufgeregten Blick für das Detail bringt Matthias Beckmann mehr als nur einen Hauch der lebendigen Atmosphäre von Bangalore nach Berlin.

„In diesem Prozess des dokumentarischen Zeichnens von Gegenständen, Straßenleben und Architektur, das so alt wie neu ist, hat er sich entschieden, über den kolonialen Blick hinaus zu gehen, der Postkartenansichten produziert und auf das Offensichtliche ausgerichtet ist. Seine grafische Fähigkeit zielt nicht auf einen Hyperrealismus wie bei der fotografischen Dokumentation, sondern auf die sorgfältige Erfassung von Details, um die Essenz und die Aura eines Ortes einzufangen, und sein neugieriger Blick weicht dem zufälligen Ausschnitt des Lebens nicht aus, der an uns vorüberzieht, ehe wir ihn bemerkt haben.“ (Suresh Jayaram, Leiter des Künstlerhauses 1 Shanthiroad in Bangalore)

Matthias Beckmann, 1965 geboren in Arnsberg, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Franz Eggenschwiler und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Rudolf Schoofs. Seit 1995 ist er Mitglied der Künstlergruppe „Die Weissenhofer“. Die Zeichnung bildet den Schwerpunkt der Arbeit des in Berlin lebenden Künstlers. Dabei ist die einzelne Zeichnung zumeist Teil einer umfangreichen Serie, die sich mit einem Ort oder Themenkomplex beschäftigt. Mehrfach hat Matthias Beckmann Bücher illustriert. Er arbeitet auch an Animationsfilmen. Der Künstler erhielt zahlreiche Stipendien und Preise. Seine Arbeiten befinden sich in vielen öffentlichen Sammlungen, u. a. in der Berlinischen Galerie, der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages und der Hamburger Kunsthalle. Matthias Beckmann hat an verschiedenen Hochschulen unterrichtet. Im Sommersemester 2023 hat er einen Lehrauftrag an der Weißensee Kunsthochschule Berlin.

Bangalore Street Life
Aquarelle von Matthias Beckmann

16. Juni – 29. Juli 2023, Eröffnung: 15. Juni, 18-21 Uhr
bis 23. August: Dienstag, Mittwoch und nach Vereinbarung

Jochen L. Stöckmann hat bei der Eröffnung am 2. März 2023 ein Gespräch mit dem Künstler geführt, das hier nachzuhören ist (Dauer: 27 Min.).

Wow!
Markus Draper

28. April – 10. Juni 2023, Eröffnung: 27. April, 18-21 Uhr

Menagerie
Sabina Grzimek, Peter Herrmann, Ralf Kerbach,

Heidrun Rueda, Hans Scheib
14. Juni – 27. Juli 2024 (im August nach Vereinbarung)

In seiner zweiten Einzelausstellung „Wow!“ in der Galerie Poll stellt Markus Draper erstmals in Deutschland seine Arbeiten zu den Ticker Tape-Paraden vor.

Im Konfettiregen für die Heimkehrer des Golfkrieges zeigt das Aufmacherfoto der Daily News vom 11. Juni 1991 General Schwarzkopf, über ihm prangt der Titel der Ausstellung als Schlagzeile. Bei der „Desert Storm Parade“ reißt der Oberkommandierende im Freudentaumel seinen linken Arm in die Höhe, Klopapierrollen und Papierfetzen fliegen durch die Luft. Die Parade, mit der die USA ihren Sieg im ersten Golfkrieg feierten, steht in einer Tradition, die bis ins Jahr 1886 zurückreicht.

Als die Freiheitsstatue am 28. Oktober 1886 eingeweiht wurde, führte der Festumzug an der New Yorker Börse in der Wallstreet entlang. Die Börsenhändler warfen bündelweise Papierstreifen der kurz zuvor erfundenen Nachrichtenticker aus dem Fenster, um ihrer Freude Ausdruck zu verleihen. Seit der globalen Finanzkrise infolge der Pleite der Lehman Brothers 2008 gelten die aus Bürotürmen hinabgeworfenen Papiere aber auch als Indiz bedrohlicher Instabilität.

Dieser Spannungsbogen von ekstatischer Freude bis zu abruptem Zusammenbruch ist für Markus Draper Beweggrund, sich mit der oszillierenden Symbolik der Ticker Tape Paraden zu beschäftigen. Erstmals wählte er 2012 in seinem Gemälde „Milliarden“ aus dem Fenster geworfene Papierstreifen als Bildmotiv. Für das Video „Seconds of Fame“ drehte Draper 2014 Youtube-Ausschnitte von Ticker Tape Paraden in einem von ihm gebauten Modell nach. Im Unterschied zu den Vorlagen sind die Häuser und Straßen in seinem Film menschenleer.

Charakteristisch ist die starke Vergrößerung, ein „blow up“ bis an den Rand der Abstraktion und das Zerlegen der massenmedialen „Bildvorlagen“ in mehrere Farbschichten. In präziser Malerei mit dem Pinsel überträgt der Künstler die verschiedenen Schichten auf die Leinwand oder lässt die durch die Luft wirbelnden Papierschnipsel – in verschiedenen Farben als Siebdruck über die Fotografien gelegt – zu einem bedrohlichen Sturm anschwellen („The Storm“, 2019).

Die 2022 entstandenen Fotoarbeiten „Heroes“ spiegeln mit ihrem extremen Hochformat die Straßenschluchten zwischen New Yorks Wolkenkratzern und beziehen sich im Titel auf den Canyon of Heroes. So heißt die durch den Financial District in Lower Manhattan führende Route der Siegesparaden, an deren Rand mehr als 200 in den Gehsteig eingelassene Granitstreifen an die Namen der geehrten Personen der vergangenen Ticker Tape-Paraden erinnern.

Bedeutende Ereignisse der jüngeren Geschichte aus bislang vernachlässigten Blickwinkeln zu betrachten, neu zu fokussieren und dadurch Ambivalenzen herauszuarbeiten, kennzeichnet die Arbeit von Markus Draper. Wie Gewissheiten zusammenstürzen, wie diese Verunsicherung durch Bilder in den Medien ausgelöst wird, interessiert ihn dabei ebenso wie die Frage, ob Wahrheit nicht immer ein Konstrukt von Geschichte(n) bleibt.

Markus Draper, geboren 1969 und aufgewachsen in Görlitz, studierte 1991 bis 2000 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, am Central Saint Martins College, London und an der Columbia University, New York. 2000 schloss er sein Studium als Meisterschüler bei Professor Ralf Kerbach ab. Draper erhielt den Marion-Ermer-Preis (2001) und den Vattenfall Kunstpreis Energie (2006) sowie zahlreiche Stipendien. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2007), der Berlinischen Galerie (2014) und im Kulturhistorischen Museum Görlitz (2015), im Künstlerhaus Bethanien Berlin (2023) sowie in institutionellen Gruppenausstellungen weltweit gezeigt.  Werke des Künstlers befinden sich u. a. in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, im Museum Folkwang in Essen, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und in der Berlinischen Galerie. Markus Draper lebt und arbeitet in Berlin.

Jan Schüler – Deutsche Landschaft
Texte von Marita Keilson-Lauritz, Magdalena Kröner, Nana Poll, Jan Schüler und Gideon Schüler, POLLeditionen, Berlin 2023, 28,7 x 23,5 cm, 144 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-9822971-9-4
30 Euro

Bestellung
Tagesspiegel, 29. Januar 2023

In einer Altbauwohnung in der Niebuhrstraße 77 in Berlin-Charlottenburg eröffnete am 8. Oktober 1968 mit einer Einzelausstellung des Malers, Zeichners und Grafikers Peter Sorge (1937-2000) die Galerie Poll. Zum Jubiläum – 50 Jahre danach – zeigt sie vom 8. September bis 3. November 2018 mit „Does sex cause cancer?“ einen Querschnitt durch das Werk des Berliner kritischen Realisten.

Denn 1968, das Gründungsjahr der Galerie, ist zur historischen Chiffre geworden für gesellschaftliche Veränderungen und einen kulturellen Aufbruch. Der im Erinnerungsjahr der Studentenrevolte vielfach zelebrierte Rückblick war ein Grund dafür, Peter Sorge auszuwählen: Unmittelbar reagierte der Berliner Künstler in seinen Arbeiten mit Zitaten aus Tageszeitungen, Illustrierten, Porno- und Sportmagazinen auf die Gescheh­nisse. Und es wirkt heute noch aktuell, wie Sorge Schlaglichter wirft auf die mörderische Kriegsführung der USA in Vietnam oder die brutale Zerschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen. Auch wenn er den Deutschen die Hungersnot in Biafra vor Augen führt, die Menschenrechtsverletzungen der Militärdiktatur in Griechenland, Folteropfer des spanischen Franco-Regimes oder des persischen Schahs, dann werden Parallelen sichtbar.

Inspiriert von Methoden der Pop Art und gegen die Vorherrschaft der abstrakten Malerei „porträtierte“ Sorge die mediale Wirklichkeit der politisch aufgewühlten 1960er in Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphiken. Bei seinen Werken handelt es sich häufig um Mehrfeld-Bilder, in denen der Künstler anscheinend Unzusammenhängendes miteinander kombiniert: Manchmal ergibt sich ein scharfer, sofort ins Auge springender Kommentar, meist aber überlässt es Sorge dem Betrachter, assoziativ an seine provozierend zusammengestellten Motive anzuknüpfen. Seine medienkritische, auf Bewusstmachung zielende Kunst ist ein kulturhistorisch bedeutsames Kapitel deutscher Nachkriegskunst. Sie ist zudem, angesichts zunehmender Gleichgültigkeit gegenüber der schieren Masse digitaler Bilder, hoch aktuell.

„Ich mache also Bildzitate aus den sog. Massenmedien. Die Kästchen und Strich- oder Farbrahmen drumrum sind die Anführungsstriche. Mehrere dieser Zitate stelle ich nun auf einem Blatt zusammen bzw. gegeneinander und erhalte so manchmal Bilderrätsel, manchmal Kalauer, wenns hoch kommt, Paradoxe und Antithesen, aus denen der Betrachter seine Synthesen machen kann und soll. (…) Ich möchte, dass die Leute das optische Angebot, das sie jeden Tag vorgeschüttet bekommen, nicht Seite für Seite konsumieren und wieder vergessen, sondern durch befremdliche Kombinationen dieses Angebots betroffen werden und vielleicht gar ‚Denkanstöße‘ erhalten.“ (Peter Sorge, 1972)

Peter Sorges Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten. Er wurde bei einer Umfrage des Kunstmagazins flash art in West-Berlin 1972 von Museumsdirek­toren, Galeristen und Kunstkritikern als einer der wichtigsten Protagonisten der damaligen Kunstszene benannt. Dennoch ist sein Werk heute nur einem engen Kreis bekannt. Es gilt, ihn neu zu entdecken.

Sorge studierte ab 1958 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und schloss sein Studium dort 1964 als Meisterschüler bei Fred Thieler und Mac Zimmermann ab. Er war Gründungsmitglied der heute legendären Produzentengalerie Grossgörschen 35 (1964-1968) sowie der Gruppe Aspekt (1972-1977). 1968 erhielt er den Burda-Kunstpreis in der Sparte Grafik, 1969 den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg. Von 1980 bis 1982 lehrte er als Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Museen, Kunstvereinen und Galerien folgten. Die Galerie Poll widmete dem Künstler nach 1968 zahlreiche weitere Einzelausstellungen.

Eva und Lothar C. Poll setzten mit ihrer Galerie die Tradition von Großgörschen 35 fort. Stand der Name Poll anfangs vor allem für die Kunstrichtung des „Kritischen Realismus“, gilt die heute von Nana Poll gemeinsam mit ihrer Mutter Eva Poll geleitete Galerie als Ort für figurative Kunst der Gegen­wart seit 1960 mit den Schwerpunkten deutsche Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur.

Nach mehreren Standorten, davon dreißig Jahre am Lützowplatz 7 in Berlin-Tiergarten, hat die Galerie ihren Sitz seit Sommer 2015 in der Gipsstraße 3 in Berlin-Mitte. Im selben Gebäude arbeitet auch die Kunststiftung Poll. Mit einem zusätzlichen Schaulager bietet der gemeinsame Standort insgesamt rund 350 m² Ausstellungsfläche. Das Gebäudeensemble der ehemaligen Musikschule Mitte wurde Ende der 1990er Jahre nach den Entwürfen des Architekten Jürgen Pleuser zu einem Kunst- und Atelierhaus ausgebaut.

Die Galerie Poll ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) und im Landesverband Berliner Galerien (lvbg). Sie zählt zu dessen Gründungsmitgliedern und war 1968 ebenfalls beteiligt an der Gründung der Vorgängerin, der Interessengemeinschaft Berliner Kunsthändler (IBK), die Ende der 1960er Jahre parallel zu Köln in Berlin die ersten Messen für zeitgenössische Kunst veranstaltete und deren Vorsitz Eva Poll von 1976 bis 1982 innehatte.

Eva Poll war im Kunstbeirat des Senats tätig, sie hat die Vergabe des Otto-Nagel-Preises, mit Ausstellung und Förderstipendium, mit initiiert. Sie gehört u. a. dem Vorstand des von Günter Grass (1927-2015) gestifteten Daniel-Chodowiecki-Preises an. Zusammen mit Lothar C. Poll gründete sie 1986 die Kunststiftung Poll und hat als Kuratorin zahlreicher Ausstellungen in Museen in Deutschland und im europäischen Ausland sowie in Goethe-Instituten in aller Welt Zeichen gesetzt. In Würdigung ihrer großen Verdienste um die Berliner Kunstlandschaft und als Auszeichnung für ihr langjähriges kulturpolitisches Engagement wurde Eva Poll im Jahr 1993 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der lvbg trug ihr im Jahr 2008 die Ehrenpräsidentschaft an. Nana Poll arbeitet seit 2014 im Vorstand des lvbg mit.

Ein Teil des umfangreichen Archivs der Galerie Poll befindet sich seit 2009 im Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung (ZADIK).

Zu den Ausstellungen erscheint die Publikation „Abenteuer Kunst. 50 Jahre Galerie Poll“ mit Texten von Eva und Lothar C. Poll und Dr. Lucius Grisebach sowie Wiederabdrucken von Christos M. Joachimides und Heinz Ohff zur Geschichte der Galerie Poll sowie einer Übersicht der Ausstellungen, Publikationen und Editionen 1968-2018, 144 Seiten, zahlreiche farbige und schwarz-weiße Abbildungen. (POLLeditionen, ISBN 978-3-931-759-40-7, Preis: 25 Euro)

Nach Figuren- und Landschaftsbildern stellt die Galerie Poll in ihrer dritten Einzelausstellung von Jan Schüler seine neue, seit 2017 entstehende Reihe der Berlin-Bilder vor. Stammten die bisherigen Bildthemen mit Porträts von Freunden, Pop-Idolen oder Rheinlandschaften aus dem unmittelbaren Lebensbereich von Jan Schüler, hat der Künstler 2016 damit begonnen, in seinen Gemälden die gesellschaftlichen und politischen Umstände, in denen er aufgewachsen ist, zu reflektieren. Hierzu gehörte für den 1963 geborenen Maler zuallererst eine Auseinanderset­zung mit dem Thema Auschwitz in der Reihe „Schwarze Blumen“ (2016/2017). Dieser Reihe folgt nun mit „Berlin“ eine Serie, die sich mit der Stadt von 1945 bis heute auseinander­setzt.

Der Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945, die Teilung der ehemaligen Hauptstadt durch die Mauer 1961 und die Wiedervereinigung 1990 sind historische Bezugspunkte, in jedem Geschichtsbuch wie auch im kollektiven Gedächtnis. Für den Künstler kommen persönliche Begegnungen hinzu sowie biographische Bezugspunkte durch seinen Großvater und seine Mutter. Seit seinen ersten Besuchen 1981 in der Mauerstadt ist Berlin bis heute ein Sehnsuchtsort für ihn.

Für Künstlerinnen und Künstler verschiedener Epochen war Berlin mit seinen Widersprüchen zwischen äußerer Erscheinung und innerer Verfaßtheit seit jeher anregend: Hans Baluschek, Max Beckmann, Lovis Corinth, Eduard Gaertner, Werner Heldt, Karl Hofer, Ernst Ludwig Kirchner, Adolph Menzel, Lesser Ury, aber auch Rainer Fetting, Karl Horst Hödicke oder Wolf Vostell sahen ihre Stadt als Inspirationsquelle. Schüler nähert sich dem Berlin-Thema in seiner charakteristischen kühlen, reduzierten Malweise.

Seine Reihe beginnt mit einem Bild der zerstörten Stadt: „Berlin: Mai 1945“. Das große Querformat lenkt den Blick auf menschenleere Häuserruinen und Trümmerberge nach den Bombenangriffen. Das andere große Querformat der Ausstellung, „Berlin: Transit BRD“, zeigt die Autobahn Richtung Berlin, Hauptstadt der DDR. Die eigens ausgeschilderte Transitstrecke durch die DDR hat sich in das allge­mei­ne Bildgedächtnis eingeschrieben. Dies gilt auch für das Motiv „Berlin: Sportpalast“.

Die übrigen Gemälde der auf insgesamt zwanzig Bilder angelegten Reihe zeigen Berliner Orte wie Hauseingänge, Hinterhöfe oder S-Bahnhöfe, die über ihre Identifizierbarkeit als typische Berliner Orte hinaus für Jan Schüler auch eine biographische Bedeutung haben.

„Berlin: Großgörschenstraße 35“ zeigt die Vorderfront des Gebäudes, in dessen Hinterhof von 1964 bis 1968 die erste Produzentengalerie Deutschlands ihr Domizil hatte. Dieses Bild ist ein Schlüsselwerk der Reihe. Schülers Mutter war in den fünfziger Jahren die Freundin von Peter Sorge (1937-2000), einem Gründungsmitglied der Künstlerselbsthilfe­galerie Großgörschen 35. Nach deren Auflö­sung wurde im Jahr 1968 die Galerie Poll gegründet. Peter Sorge gehört bis heute zu deren Stammkünstlern.

Die Szenerie der sieben bisher entstandenen Gemälde der Berlin-Reihe bleibt menschenleer. Ab und an ergänzen Plakate mit maskenhaften lächelnden oder weinenden Antlitzen die Architektur­an­sichten. Ob auch Berliner Persönlichkeiten in der Reihe auftauchen werden, ist abzuwarten. Das Bild „Signale (Eva Poll)“ aus dem Jahr 2011, das in die aktuelle Ausstellung der Berlin-Bilder aufgenommen wurde, könnte darauf hindeuten.

Jan Schüler, geboren 1963 in Gießen, studierte von 1985 bis 1993 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rissa und war Meisterschüler bei Fritz Schwegler. 1996 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland. Jan Schüler hat gemeinsam mit der Kunststiftung Poll, in deren Beirat er seit 2013 Mitglied ist, das erste Bestandsver­zeich­nis der Gemälde und Zeichnungen von Maina-Miriam Munsky (1943-1999) herausgegeben.

Werke in Sammlungen

Berlinische Galerie
Sammlung Penz, Berlin
Schering Stiftung, Berlin
Stiftung Stadtmuseum, Berlin
Weberbank, Berlin

Der Kunstdiskurs in West-Berlin war Ende der sechziger Jahre durch die amerikanische Hard Edge-Malerei, die Minimal Art und die Pop Art bestimmt. In ihrer Auseinander­setzung mit politischen und gesellschaftlichen Themen knüpften einige Künstler zur gleichen Zeit an die Werke eines John Heartfield oder George Segal an: Hermann Albert (*1937), Ulrich Baehr (*1938) und Lambert Maria Wintersberger (1941-2013) brachten diese kritische Tradition mit Elementen der damals aktuellen Pop Art zusammen. Pop & Politik zeichnet diesen Prozess mit Arbeiten der sechziger Jahre nach.

Charakteristisch für die frühen Bilder von Hermann Albert (*1937) ist eine flächig betonte, stark farbige Figuration. Albert malt Frauen in verschiedenen Bewegungsphasen: Sie kleiden sich an oder aus, bewegen sich von hier nach dort, bücken sich oder richten sich auf. „In einer Welt des Gewöhnlichen versuche ich nichts anderes, als etwas Gewöhnliches zu zeigen.“ (Hermann Albert)

In nebeneinandergereihten Bildtafeln verändert sich die Haltung der Figur nur minimal oder die Szenerie ist vor glattem, monochromem Hintergrund auf einer einzigen Bildtafel auf mehrere kleinere Flächenabschnitte komprimiert. Alberts „Frauen“, „Posen“ und „Momente“ sind in kühlen, leuchtenden Acrylfarben gemalt.

Ulrich Baehrs sogenannte Historienbilder mit Titeln wie „Fries für Liebhaber“ (1965), „Sportpalast“ (1966), „Stalin“ (1966), „Le Genéral“ (1966) oder „Neon Mao“ (1968) entstanden zwischen 1964 und 1968. Baehr führt die Diktatoren, Politiker und Machthaber auf seinen Bildern vor als „nüchtern distanzierte ‚Negative‘ der überlieferten und kolportierten Physiognomien und Rituale deutscher Macht und Herrlichkeit. […] Der heftige Pinselgestus zerfetzt die wohleinstudierte Pose zur Lächerlichkeit, reduziert den Pomp der Inszenierung zur dürftigen Staffage“. (Eckhart  Gillen). Fotos aus Zeitungen und Illustrierten dienen ihm als Quelle, nicht aber als direkte Bildvorlage. Er löscht Gesichts- und Körperpartien, zieht Räume und Körper zusammen und charakterisiert die derart „reduzierte“ Prominenz durch Mimik oder Gestik. Von den matten, tonigen Leimfarben wechselt Baehr später zu leuchtenden, grellen Acrylfarben. Exemplarisch steht für diese Entwicklung das Gemälde „Neon Mao“ (1968). Der Künstler schenkte es kürzlich der Kunststiftung Poll für ihre Sammlung.

Lambert Maria Wintersberger, vom Kunstkritiker Heinz Ohff zum „originellsten Pop-Artisten Deutschlands“ befördert, gründete 1964 zusammen mit Ulrich Baehr, K.H. Hödicke, Markus Lüpertz, Wolfgang Petrick, Peter Sorge und anderen Malern in West-Berlin die legendäre Produzentengalerie Großgörschen 35 (1964-68). In ihr fanden Künstler in ihrer Abwendung vom Informel und Tachismus im gemeinsamen Streben nach Gegenständlichkeit in der Malerei zusammen.

Die Fragmentierung der Figur und dadurch gewonnene, neue „Ein-Sichten“ sind charakteristisch für Wintersbergers Blick auf die westliche Konsumgesellschaft. In einem glatten, konturfixierten Stil verfremdet er die Welt der Reklame mit überdimensionierten Fingern und Fingernägeln sowie riesigen Mündern in tonalen, süßlichen Farben. Es folgen die formatfüllenden „Sprengungen“, „Spaltungen“ und „Fesselungen“ einzelner Körperteile in unterkühlten Grautönen.

Die bis zum 2. März verlängerte Ausstellung „Die 60er & 70er Jahre in Berlin: Albert, Kraemer, Lange, Petrick, Sorge. Werke aus der Sammlung der Kunststiftung Poll“ in der Kunststiftung Poll (Gipsstraße 3, 2. Etage, nach Vereinbarung) bietet weitere Einblicke in die Kunstszene jener Jahre in West-Berlin.

Unter dem Titel „Sabina Grzimeks Welt. Menschen – Tiere – Landschaften“ stellt die Galerie Poll in ihrer achten Einzelausstellung Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen der 1942 in Rom geborenen und im Berlin der Nachkriegsjahre aufgewachsenen Bildhauerin, Malerin und Zeichnerin vor.

„Es geht mir nicht um Schönheit, ich gehe von der Wahrheit aus, vom Begreifen“, lautet seit vielen Jahren ein Leitsatz von Sabina Grzimek für ihre Arbeiten, für die sie die Themen vor allem in ihrem persönlichen Umfeld und Erleben findet. Hierbei möchte sie nicht nur Äußerlichkeiten abbilden. Ihre Motivation liegt vielmehr in der Auseinandersetzung mit dem Verborgenen, das nicht unmittelbar greifbar ist. Die zugleich ausdrucksstarke wie sensible Formensprache der Künstlerin steht in der Tradition von Bildhauern wie Wilhelm Lehmbruck, Marino Marini bis hin zu Alberto Giacometti und Germaine Richier und deren existentiellem Realismus.

„Schaut man auf ihre Arbeiten, so stellt sich immer wieder der Eindruck ein, als ob man einem sichtbar gewordenen ‚Dahinter‘ nachgehen könne. Denn ihre Werke erscheinen feingliedrig, gefährdet, immer etwas aufgeregt, suchend – wie Windstöße, die plötzlich da sind, die in irgendetwas hineinwehen, um kurz darauf wieder der Stille den Platz zu überlassen“, so formuliert es der Kunsthistoriker Dr. Fritz Jacobi. Die Qualität von Grzimeks Werken resultiere aus der Behutsamtkeit ihrer Formungen und der Wahrhaftigkeit ihrer Anschauungen.

Sabina Grzimek schloss 1967 ihr Studium der Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ab und war von 1969-1972 Meisterschülerin an der Berliner Akademie der Künste bei Fritz Cremer.  Ihre Werke befinden sich in namhaften Sammlungen und Museen, darunter die Nationalgalerie Berlin, die ihr 1992 eine Retrospektive im Alten Museum ausrichtete. Die aus diesem Anlass im Berliner Lustgarten aufgestellte Skulptur „Stehende und liegende Gruppe“ (1980-85) befindet sich heute auf dem Lützowplatz in Berlin-Tiergarten. Ferner stammen das Gerhart-Hauptmann-Denkmal vor dem Museum des Dramatikers und Schriftstellers in Erkner (1992), die Weinheimer Reiterin in der Fußgängerzone von Weinheim (1996) und das Bildnis von Mildred Scheel im Heidelberger Centrum für Tumorerkrankungen (2010) von ihr. Ehrungen durch Preise wie u.a. den Käthe-Kollwitz-Preis (1983) oder den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ein Lebenswerk (2011) zeugen von der Anerkennung des Werkes von Sabina Grzimek, die als freischaffende Künstlerin in Berlin und Erkner lebt.

Die Kunststiftung Poll hat mit Unterstützung privater und öffentlicher Förderer 2012 damit begonnen, die Skulpturengruppe „Sieben Gesten des aufrechten Ganges“ (1996) von Sabina Grzimek auf dem Garnisonkirchplatz in Berlin-Mitte aufzustellen. Das Vorhaben wird am 14. März 2019 mit der Aufstellung der Skulptur Der Denker, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, fortgesetzt.

Im Zentrum der dritten Einzelausstellung von Jenö Gindl in der Galerie Poll steht eine 2018 entstandene Folge von Schwarz-Weiß-Arbeiten: Fotografien in der Technik der Kallitypie zeigen u.a. ein umgekipptes Glas, einen hochhackigen Damenstiefel, eine Telefonbox an einer Häuserwand oder eine Palme am Straßenrand, alle aufkaschiert auf transparentem Japanpapier, hinter dem der Keilrahmen als Kreuz durchschimmert.

Kombiniert sind diese Motive mit Objektschildern bzw. Bildlegenden, wie man sie aus Ausstellungen oder Katalogen kennt: Titel, Entstehungsjahr, Maße und Herkunft des Kunstwerks sind vermerkt. Beide Elemente zusammen sind als „ein Bild“ wahrzunehmen, das keine vertraute Realität entstehen lässt, sondern den Betrachter mit Fragen konfrontiert. Gehören die Informationen auf den Objektschildern zu den darüber gezeigten Motiven? Welche Bedeutung haben die dort angegebenen Titel und Provenienzen? Weshalb wird die Konstruktion des Rahmens gezeigt? Jenö Gindl nennt diese Serie „Americans“. Dies könnte als Referenz an den berühmten Schweizer Fotografen Robert Frank gelesen werden, der in den fünfziger Jahren ein Guggenheim-Stipendium genutzt hatte, um die USA zu durchqueren und das Land in der Provinz, hinter den Hochglanzkulissen, zu erkunden.

Seinen transparenten Tafeln stellt Gindl in der Ausstellung als Umkehrung weiße, blickdichte Leinwände gegenüber. Grob gerasterte Frauenporträts, durch weiße Streifen über einzelne Gesichtspartien anonymisiert und kombiniert mit Hashtags, wie sie in den sozialen Medien üblich sind: #girl, #immigrant; #gun, #fashion oder #terrorist. Bilder von Frauen sind mit Schlagworten der asymmetrischen Kriegsführung versehen: „Badly armed Enemy“, „Hostage“ oder „Target“. In der Serie „Oracle“ wird ein Frauenporträt viermal auf einer Leinwand montiert. Die Porträts weichen durch kleine Eingriffe minimal voneinander ab und spielen so mit dem Mythos der Fotografie als „authentischem“ Bild.

Jenö Gindl schöpft für seine Arbeiten aus einem großen Fundus eigener Fotografien, nutzt aber ebenso Fremdmaterial, wie z.B. Filmstills. Alle ausgestellten Arbeiten beschäftigen sich mit der menschlichen Wahrnehmung, so auch die großformatige Palladiotypie „Twins“ (2015) mit dem Doppelbild von zwei Augenpaaren. Sie haben alles im Blick.

Jenö Gindl, geboren 1962 in Göttingen, studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Freien Universität Berlin, bevor er an der Hochschule der Künste Berlin ein Kunststudium absolvierte, das er 1992 als Meisterschüler von Wolfgang Petrick abschloss. Schon während des Studiums begann 1989 seine Zusammenarbeit mit dem Göttinger Steidl-Verlag für besondere Buchprojekte in einer hierfür von ihm eingerichteten Lithographie-Werkstatt. Seit 1994 betreibt Jenö Gindl in Berlin ein Studio für Fotografie mit dem Schwerpunkt auf fotografischen Edeldruckverfahren.

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.

„Zeichnungen sind Handschriften, […] Tagebücher, Notate, Stilübungen, Annäherungen, wissen­schaft­lich, technisch oder einfach nur hingerotzt. Und Zeichnungen – das macht sie oft schwer zugänglich – geben Stimmungen wieder. Melancholie und Freude, Konzentration und Einsamkeit finden hier ihren unverwechselbaren Ausdruck.“ (Michael Glasmeier, Annelie Lütgens)

Diese Unverwechselbarkeit des klassischen, sich stets erneuernden Mediums ist für die Galerie Poll Anlass, regelmäßig zeitgenössische Positionen der Zeichenkunst vorzustellen. Unter dem Titel „erinnern – träumen – zeichnen“ zeigen vier Künstler Zeichnungen und auch Radierungen aus den vergangenen Jahren: Danja Akulin und Ralf Kerbach werden seit vielen Jahren von der Galerie Poll vertreten, Peer Boehm und ORLANDO sind als Gastkünstler erstmals mit ihren Arbeiten zu sehen. Alle vier vereint ihre Passion für die Technik der Zeichnung, zwei von ihnen auch die für die Radiertechnik. Blätter im klassischen Zeichnungsformat stehen neben sehr großformatigen Arbeiten, gezeich­net mit Bleistift, Graphit, Kohle, Kugelschreiber, Filzstift, Tusche oder mit der Radiernadel. 

Danja Akulin komponiert großformatige Zeichnungen entweder mit Bleistift und Graphit aus feinsten, filigran nebeneinandergesetzten Zeichen oder erarbeitet sie in grob malerischer Geste mit Kohle. Als Motive wählt er Wälder, Felder, Wolken und Wasser, verzichtet aber auf konkrete Titel, um neben der naturalistischen Darstellung auch das perfekt eingefangene Wechselspiel von flirrendem Licht und abstrakten Schatten in seinen auf Leinwand aufgezogenen und auf Keilrahmen aufgespannten Arbeiten zu betonen.

Die Darstellung der Figur im Raum beschäftigt Ralf Kerbach seit langem. In seinen jüngsten Bleistift- und Tuschezeichnungen zeigt er den arbeitenden Menschen mit Bulldozer, Werkzeug oder Baumaterial. Mit leisem Humor verweist er auf dessen zunehmende Entfremdung, so bei „Arbeiter/Gestalt“, wo der Arm in einzelne, röhrenförmige Glieder unterteilt wird. Oder er hebt die Größenverhältnisse der Menschen und Gegenstände auf und pointiert so seine Sicht auf die Dinge. Auch Kaltnadelradierungen mit eindringlichen Selbstbildnissen sind ausgestellt. Kerbachs Porträts stehen in der Tradition seines Professors Gerhard Kettner (1928-1993), der an der Dresdner Kunstakademie mehrere Künstlergenerationen geprägt hat.

Peer Boehms zentrales Thema ist das Erinnern. Kindheit, Familie, Herkunft sind ebenso wie manche Reiseerfahrungen in unserem Gedächtnis gespeichert als ungeordnete, oft schemenhafte Eindrücke. Dieses Bilderreservoir ruft der Künstler durch seine meist kaum DINA4 großen Kugelschreiberzeichnungen ab. Die fotografischen Vorlagen werden stark reduziert, Boehms Bildsprache beruht auf diesem Prinzip der Aussparung, die Motive formen sich aus Hell-Dunkel-Kontrasten. Seine Vorlagen findet er in Fotoalben auf dem Flohmarkt oder im Internet. Zuweilen nutzt er Fundstücke wie Seekarten oder Kontorbuchseiten als Bildträger. Präsentiert werden die Zeichnungen in Objektrahmen oder auf Holz aufgezogen.   

Mit dem grafischen Projekt „Sehnung“ (seit 2010) begibt sich ORLANDO auf den Weg, das Unendliche zu ergründen: Mehrere Radierungen – die Fragmente – ergeben ein wechselndes Wolkenpanorama.  Die Fragmente können in verschiedenen Konstellationen von der Einzelarbeit bis zum Rundumpanorama, bei dem das letzte Fragment wieder am Ersten anschließt, präsentiert werden. Die Zeichnung „Sehnung royal“ (2011-13) entstand während der Arbeit an den Fragmenten. In scheinbar unendlicher Zahl formen senkrechte, kleine schwarze Kugelschreiberstriche ein riesiges Wolkenbild. In ihrer sechsteiligen Radierfolge „Freiheit“ (2014-16) erkundet ORLANDO die düstere, geheimnisvolle Stimmung leerstehender Räume, Raumfluchten und Flure in Gebäuden des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof.

Danja Akulin, 1977 geboren in Leningrad (St. Petersburg) in Russland, absolvierte von 2000 bis 2005 ein Studium der Freien Kunst bei Prof. Georg Baselitz an der Universität der Künste Berlin. Im Jahr 2006 machte er seinen Meisterschüler bei Prof. Daniel Richter. 2017 erhielt er den kanadischen „Elizabeth Greenshields Foundation Award“. Danja Akulin lebt und arbeitet in Berlin.

Peer Boehm, 1968 geboren in Köln, studierte von 1990 bis 1994Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an der Universität zu Köln. Im Jahr 1997 war er Mitbegründer der Produzentengalerie „Kunstgewinn“ und 1999 der Künstlergruppe „itinerarti” in Köln. 2006 rief er die Künstlergruppe „Die Kunstkreditkarte – Was Schönes für unterwegs“ ins Leben und ist seit 2011 Mitglied des Kunstvereins „68elf e.V.“. Peer Boehm lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Köln.

Ralf Kerbach, 1956 geboren in Dresden, studierte von 1977 bis 1979 bei Prof. Gerhard Kettner ebenda an der Hochschule für Bildende Künste, bis er zur Exmatrikulation gedrängt wurde. 1982 wurde sein Ausreiseantrag genehmigt, und er siedelte nach West-Berlin über. 1986/87 erhielt er ein Stipendium in Olevano und reiste 1991 als Stipendiat der Deutsch-Brasilianischen Sommerakademie nach Joào Pessoa in Brasilien. Seit 1992 ist er Professor für Malerei und Grafik an der HfBK Dresden. Sowohl dort als auch in Biesenthal lebt und arbeitet er. Seine Werke befinden sich in zahlreichen namhaften Sammlungen.

ORLANDO, 1984 geboren in Quedlinburg, schloss ihr Studium der Malerei/ Grafik 2013 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden als Meisterschülerin von Prof. Peter Bömmels ab. Parallel studierte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Universität der Künste Berlin. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der 1. Preis im Druckgrafik-Wettbewerb der Leipziger Buchmesse 2014 und der Kunstpreis der Volksbank Chemnitz eG der 11. Biennale sächsischer Druckgrafik 2016. ORLANDO lebt und arbeitet in Berlin.

„Are You Happy?“ lautet der Titel der neuen Fotoserie von Göran Gnaudschun, die jetzt in der Galerie Poll erstmals mit nahezu allen Motiven ausgestellt wird. Begonnen hat Göran Gnaudschun die Arbeit 2017 während seines Villa Massimo-Stipendiums und bis 2019 für sie fotografiert.

„Are You Happy?“ spielt in der östlichen Peripherie Roms, in Wohnquartieren, Industriegebieten und Brachen, in der Gegend rund um die Via Prenestina – eine der alten Konsularstraßen, die in der Antike das Römische Reich mit seiner Hauptstadt verbanden.

Seit 1890 wurden ständig neue Gebäude in den östlichen Stadtvierteln errichtet, um jene Menschen aufzunehmen, die in Rom ihr Glück suchten. Kamen sie früher überwiegend aus Venetien und Sizilien, so sind es heute oftmals Bangladeschi, Afrikaner und Roma aus Südosteuropa. Junge, trendige Viertel gehen über in Wohngebiete für Angestellte, für Arbeiter und für Menschen, bei denen niemand weiß, wovon sie eigentlich leben. In Richtung Osten werden die Verhältnisse immer ärmer. Hochhauskomplexe, Investruinen, Problembezirke. Die antike Stadtmauer trennt die Peripherie vom Postkarten-Rom.

Mit seiner neuen Fotoserie stellt sich Göran Gnaudschun die Frage nach Lebensraum und Lebenszeit. Die einfache Frage „Are You Happy?“ hat der Fotograf den Menschen, die er in ihrem Lebensumfeld porträtierte, nie gestellt. Er fotografierte stattdessen Häuser und Wohnblocks, Straßen und Brachen in Centocelle, Pigneto, Prenestino, Quarticciolo und anderen römischen Vororten; dazu zeichnete er ihre urbanen Grundrisse aus der Vogelperspektive. Aus dieser Kombination entsteht eine mehrschichtige atmosphärische Arbeit, die dem Betrachter das Lebensgefühl in den Vorstädten Roms vermittelt.

Gnaudschun treibt in seinen Fotografien die Frage nach dem Dasein um: „Oft entsteht im Porträt zwischen mir und dem Gegenüber eine ungeahnte Nähe. Etwas ist für einen Moment vorhanden, das ohne Sprache auskommt. Es geht darum, wer wir sind. In der Offenheit meines Gegenübers spüre ich das Dasein des anderen, wenn auch nur für kurze Augenblicke. Diese sind kostbar wie das Glück, auf das man sich nicht verlassen kann.“

Göran Gnaudschun, geboren 1971 in Potsdam, studierte von 1994-2003 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Timm Rautert künstlerische Fotografie (Diplom) und Bildende Kunst (Meisterschüler). Er erhielt mehrere Stipendien und Auszeichnungen für seine Arbeiten, darunter 2013 das Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn und 2018 den Brandenburgischen Kunstpreis. 2016-2017 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. Seit 2018 lehrt Gnaudschun an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin. Große Aufmerksamkeit erlangte er 2014 mit seinem Buch „Alexanderplatz“, einer Arbeit über junge, aus der Gesellschaft gefallene Menschen, über das die Neue Zürcher Zeitung schrieb: „So differenziert hat lange kein Fotograf (s)ein Thema behandelt.“ Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen und Museen in Berlin, Hannover, Frankfurt, München, Paris, Riga, Rom und San Francisco gezeigt und befinden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen, u.a. in der Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt am Main, der Berlinischen Galerie – Museum für Moderne Kunst, Berlin, und dem Folkwang Museum Essen. Göran Gnaudschun lebt und arbeitet in Potsdam.

Noch während der Ausstellung erscheint im Oktober das gleichnamige Buch.

Göran Gnaudschun: Are You Happy?

mit Texten von Yvonne Dohna Schlobitten und Marie-Amélie zu Salm-Salm, Emilia Giorgi und Göran Gnaudschun (dt./engl./ital.), ca. 128 Seiten und 87 Abb., DISTANZ Verlag, Berlin 2019, Hardcover mit Leinen, Fadenheftung, 27 x 20 cm, Preis: 39 Euro

Vorzugsausgabe mit einem Originalprint im Format 27 x 20 cm oder 20 x 27 cm

(4 Motive zur Auswahl), Auflage: 60, signiert und nummeriert, Preis: 195 Euro

Unter dem Titel „Landschaften“ zeigt die Galerie Poll erstmals Malerei und Zeichnungen von Heike Negenborn (*1964) und Andreas Silbermann (*1964).

„Net-Scapes“ hat Heike Negenborn ihre jüngsten Arbeiten genannt, für die sie 2018 mit dem Pfalzpreis für Bildende Kunst in der Sparte Malerei ausgezeichnet wurde. Mit einem Gitternetz sind nach den Gesetzen der Zentralperspektive weite Ebenen und sanfte Höhenzüge konstruiert, darüber türmen sich mächtige Wolkengebilde, zufällig geformt durch Wind und Wetter. Die Landschaft scheint exakt und ganz objektiv vermessen. Tatsächlich aber wählt die Künstlerin ihren Standpunkt subjektiv, nach eigenen Vorlieben, und zwar en plein air, in freier Natur. Allerdings erinnern deutlich sichtbare Reste des geometrischen Gitters – den Schaltkreisen von Computerplatinen ähnlich – daran, dass hier vom Menschen geprägte, artifizielle Kulturlandschaften, etwa Weinberge, dargestellt werden. Diese Überformung durch die moderne Zivilisation betont die Malerin dadurch, dass sie ihre bis dato kräftige Farbpalette bis hin zur Abstraktion reduziert auf Schwarz und Weiß sowie die daraus gemischten Grautöne.

Über dem meist sehr niedrigen Horizont treten ganz unterschiedliche Wolkenformationen hervor. Mit diesem Motiv knüpft Negenborn an John Ruskin an, der 1840 feststellte, dass „die moderne Landschaftsmalerei sich von der alten vor allem durch das Wolkenwesen unterscheidet“: Als Mitglied der „Cloud Appreciation Society“ sammelt die Malerin in ihrem eigenen Archiv Wolkenfotografien und kombiniert diese nach ästhetischen Gesichtspunkten ausgewählten Kamera-Bilder mit ihren zentralperspektivischen „Aufnahmen“ südfranzösischer oder südspanischer Landschaften. Mit dieser Arbeitsweise durchdringen sich Fotografie und Malerei, Realität und Illusion derart, dass sich der schnelle Blick des Touristen von vornherein verbietet. Mit ihren „Net-Scapes“ stellt Heike Negenborn die trügerische Gewissheit digitaler Medien infrage und löst ein, was Jürgen von der Wense (1894-1966) nach den Erfahrungen seiner „Wanderjahre“ forderte: „Jede Aussicht – und auch ein Gemälde – ist voller Rätsel. Für jedes Bild der Landschaft müssen wir die Lösung erst finden.“

Auch Andreas Silbermann verwendet als Grundlage seiner Landschaften Fotografien. Orte, die sein Interesse wecken, hält er mit der Kamera fest, um sie – oft Jahre später – zur Hand zu haben und in Malerei zu übertragen. In der Galerie Poll sind italienische Landschaften aus den Jahren 2016 bis 2019 ausgestellt. Landschaften, die durch den Alltag, durch Ackerbau, Wirtschafts- und Wohngebäude oder sonstige Eingriffe überformt wurden. Der Künstler nennt sie „Strange Places“. Häufig handelt es sich um topographische Konstellationen und Architekturen, die dem Durchreisenden nicht weiter ins Auge fallen, die als „trist“ oder „trostlos“ abgetan werden.

Die am Auto- und Zugfenster vorbeiziehende Landschaft wird ebenso zum Motiv wie der nächtliche Himmel über einer einsamen Landstraße. In seiner Ölmalerei auf meist kleinformatigen Holztafeln gelingt es Silbermann, durch das Spiel der Farben Stimmungen und Licht so wiederzugeben, dass der Betrachter angezogen wird von Bildern jener Realität, die er im „normalen“ Alltag keines Blickes würdigt. Um zu betonen, dass es sich bei seinen Arbeiten keinesfalls um Illusionen oder die Ästhetisierung einer Ideallandschaft handelt, hat Silbermann anfangs die exakten Geodaten als Bildtitel verwendet.

Heike Negenborn, geboren 1964 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Studium in den Fachgebieten Malerei, Design und Keramik am Washington College, Chestertown, Maryland, USA und Malerei und Druckgrafik bei Prof. Peter Lörincz an der Akademie für Bildende Künste Mainz, lebt und arbeitet in Windesheim. Andreas Silbermann, geboren 1964 in Wilhelmshaven, Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Braunschweig bei Prof. Hermann Albert, lebt und arbeitet in Berlin.

Frank Schinski reflektiert in seinen Fotoarbeiten Themen, die in der aktuellen Berichterstattung kaum Beachtung finden, keine eingängige „Botschaft“ haben und nicht für Schlagzeilen taugen. Für die Porträtierten dagegen haben die alltäglichen Situationen im Berufsleben ihre eigene Bedeutung, ebenso wie der Auftritt bei „gesellschaft­lichen“ Ereignissen wie Jubilarfeiern oder der Verabschiedung am letzten Arbeitstag.

Schon lange beschäftigt den Fotografen die Frage, was Arbeit für den Menschen bedeutet. Den Mechanismen und Wechselwirkungen zwischen Arbeitswelt und Individuum kommt Schinski mit der Kamera auf die Spur. Seine Herangehensweise gleicht der eines Soziologen, der sich über die schlichte Beobachtung hinaus selbst in eine Situation hineinbegibt und sie dadurch tiefer zu durchdringen versteht. Der Wissenschaftler präsentiert seine Ergebnisse mit Tabellen und Texten. Der Fotokünstler fasst sie in Bildern – die dem Betrachter eigene Einblicke und Assoziationen gewähren.

Für seine Serie „Aiming High“ fotografierte Frank Schinski seit 2017 Menschen auf Jobmessen, bei Bewerbungs­gesprä­chen, Castings oder in Assessment-Centern. Die Ausstellung in der Galerie Poll gibt einen Eindruck der Serie, die in ihrem vollen Umfang als Buch erscheinen wird.

Charakteristisch für Schinskis Fotografien ist technische Perfektion und vor allem eine raffinierte Farb- und Lichtsetzung, mit der die Menschen wie auf einer Bühne zu Hauptdarstellern ihrer selbst werden. Nichts ist gestellt, nichts inszeniert. Der Fotograf beobachtet und wartet ebenso geduldig wie gespannt auf den „perfekten“ Moment. „Wenn ich durch den Sucher der Kamera schaue, dann bin ich so fokussiert wie selten in meinem Leben“, hat Schinski in einem Gespräch verraten. Für „Aiming High“ hat er Menschengruppen in Schlangen am Fahrstuhl oder für das Casting zurechtgemachte „Konkurrentinnen“ im Wartebereich beobachtet. Die für Assessment-Center und Job-Messen aufgebauten Kabinen und Stellwände werden ebenso zum Teil der Bildkomposition wie die gediegene Architektur eines traditionellen Unternehmens mit respekteinflößenden großen Tischen und holzgetäfelten Wänden. Viele derart sprechende Details gibt es bei genauerem Hinsehen zu entdecken. Einige Motive variiert der Fotograf in Sequenzen, die Veränderungen von Körperhaltung, Gestik und Mimik bis in kleinste Nuancen abbilden und Rückschlüsse auf Gefühle und Verhalten der beobachteten Personen zulassen.

Frank Schinski hat für seine Serie verschiedene Formate gewählt, die er spielerisch und spannungsreich kombiniert, um ausgewählte Motive untereinander in Beziehung zu setzen. Die C-Prints sind im Diasec-Verfahren hinter Acrylglas montiert und gerahmt.

Nach seiner Einzelausstellung „Ist doch so“ in der Kunststiftung Poll im Jahr 2016 hat Frank Schinski sich zunehmend der kulturellen Wahrnehmung von Fotografie gewidmet. Darüber hat er sich mehr und mehr von einem reinen Dokumentar­fotogra­fen und Fotojournalisten zum künstlerisch arbeitenden Fotografen hin entwickelt. Mit seinen Bildern will er den Blick auf eine Realität lenken, die es immer wieder neu zu entdecken und zu verstehen gilt. Ihm selbst „erklärt sich die Welt“ beim Fotografieren.

Frank Schinski, 1975 in Prenzlau geboren und in einem kleinen Dorf nahe der polnischen Grenze aufgewachsen, arbeitete nach einer Maurerlehre mehrere Jahre auf dem Bau, bevor er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachholte. Von 1999 bis 2006 studierte er Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der FH Hannover. Seither fotografiert er für internationale Magazine und Wirtschaftsunternehmen. Seit 2009 ist er Mitglied des Fotografen-Kollektivs OSTKREUZ – Agentur der Fotografen und an Gemeinschafts­ausstellun­gen des Kollektivs beteiligt, zuletzt 2020/21 an der Ausstellung „KONTINENT – auf der Suche nach Europa“ in der Akademie der Künste in Berlin. Frank Schinski lebt und arbeitet in Hannover.

Medienpartner:

Aiming High
Fotografien von Frank Schinski

3. März – 15. April 2023, Eröffnung: 2. März, 18-21 Uhr
Gegen 19 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Jochen L. Stöckmann statt.

Deutsche Landschaft
Jan Schüler – Malerei

13. Januar – 25. Februar 2023, Eröffnung: 12. Januar, 18-21 Uhr
Buchvorstellung und Künstlergespräch mit Jochen L. Stöckmann: 16. Februar um 19 Uhr

Das Gespräch mit der Künstlerin ist auf Soundcloud nachzuhören (Dauer: 24 Min.):

Dieter Kraemer – Retrospektive
Gabriele Uelsberg, LVR-LandesMuseum Bonn (Hrsg.), Beiträge von Alfred Biolek, Hanns Theodor Flemming, Alfred Hentzen, Hellmut Kotschenreuther, Dieter Kraemer, Volker Neuhaus, Heinz Ohff, Horst Richter, Ulli Seegers, Joachim Stark, Christiane Vielhaber und Wolfgang Zempter, Wienand Verlag, Köln 2017, 25,5 x 21,5 cm, 160 Seiten, 171 Farb- und 10 S/W-Abbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-86832-415-0
29,80 Euro

Dieter Kraemer – natura morta
Stadt Langenfeld – Der Bürgermeister, Stadtmuseum Langenfeld (Hrsg.), Texte von Dr. Hella-Sabrina Lange, Dr. Mariana Mollenhauer de Hanstein, Alfred Biolek, Prof. Dr. Ulli Seegers, Prof. Dr. Volker Neuhaus und Silke Klaas, 2022, 30 x 21,5 cm, 148 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-929365-34-4
24 Euro

Bestellung

Unter dem Titel „Deutsche Landschaft“ zeigen die Berliner Galerie Poll und der Kunstverein Langenfeld Arbeiten des Malers Jan Schüler aus den Jahren 2016 bis 2022. Aus Anlass seines 60. Geburtstages ist eine umfangreiche Publikation mit Beiträgen von Marita Keilson-Lauritz, Magdalena Kröner, Nana Poll, Jan Schüler und Gideon Schüler in Vorbereitung. Sie wird während der Ausstellung im Gespräch des Journalisten Jochen L. Stöckmann mit dem Künst­ler vorgestellt.

Während Schüler früher vor allem Personen aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis, der Familie sowie Pop-Idole porträtiert hat, malt er seit einigen Jahren Motive aus Städten und Landschaften, die mit der deutschen Geschichte assoziiert werden, aber auch mit persönlichen Erinnerungen und seiner Biografie verknüpft sind.

Dazu gehören die Landschaften seiner Heimat Hessen und des Rheinlands, Städte wie Dresden und Frankfurt am Main als Zentren der deutschen Romantik, Weimar als Gründungsort der ersten deutschen Republik und Wohnsitz Goethes und Schillers, und Düsseldorf mit seiner bekannten Akademie, an der Schüler Kunst studierte.

Mit „Berlin“ entsteht seit 2017 eine Reihe, in der historische Ereignisse wie der Zusammenbruch des Dritten Reiches, die Teilung der ehemaligen Hauptstadt durch den Bau der Mauer und Szenen der Wiedervereinigung in ihrer Bildwirkung auf das kollektive Gedächtnis dargestellt werden. Als subjektive Einflüsse kommen für den Künstler persönliche Begegnungen hinzu sowie biografische Bezugspunkte durch seinen Großvater und seine Mutter, die in Berlin Kunst studierten. Seit seinem ersten Besuch 1981 ist Berlin für ihn ein Sehnsuchtsort geblieben.

Von den in der Ausstellung gezeigten Arbeiten haben „Blick von der Hohen Leuchte zum Frauenberg (Vater)“ von 2019 und „Vater (Blick vom Schiffenberg)“ von 2017 autobiografische Bezüge. Jan Schüler holte seinen Vater in den Jahren vor seinem Tod regelmäßig zu Tagesausflügen nach Marburg ab, wo er aufgewachsen war. Am Fuße des Gießener Schiffenbergs ist Gideon Schüler in einem Bestattungswald beigesetzt. „Dresden: Die Elbe bei Schloss Pillnitz“ von 2022 oder „Weimar: Blick aus Goethes Wohnhaus in den Garten“ von 2022 werden in der Ausstellung Bildmotiven gegenübergestellt wie „Herbstabend in Birkenau“ von 2017, „Deutsches Stillleben“ von 2016 und „Edek (Treblinka)“ von 2019, die nach Schülers Besuchen von KZ-Gedenkstätten entstanden. Aus der Berlin-Reihe sind „Berlin: Abend am Olympiastadion“ von 2019 und „Berlin: Abend an der Mauer“ von 2021 zu sehen.

Charakteristisch für Schülers Bilder ist seine präzise Malerei, die sich durch glatte Oberflächen und hart voneinander abgegrenzte Formen und Farbflächen auszeichnet. In seinen Menschendarstellungen sowie in seinen Stadtansichten und Landschaften verzichtet er auf Details. Weder Personen, noch Häuser, Laternenmasten, Zäune, Bäume und Wolken werden naturalistisch dargestellt, sondern sind durchweg stark stilisiert. Architekturen und Landschaften bleiben menschenleer, kein Vogel fliegt am Himmel und auf den Flüssen verkehrt kein Schiff. Lediglich Plakatanschläge mit Großaufnahmen menschlicher Gesichter – mal lächelnd, mal mit einer Träne im Auge – deuten darauf hin, dass bei aller technischen Perfektion Gefühle und Erinnerungen des Malers mit im Spiel waren.

Es bleibt also dem Betrachter überlassen, ob er sich auf Abgründe und Untiefen hinter der perfekten Oberfläche einlässt oder Jan Schülers Malerei in ihrer Schönheit auf sich wirken lässt. In dieser Doppelgesichtigkeit, in der zart angedeuteten Fragilität ihrer scheinbar bruchlosen Ästhetik liegt der Reiz der Bilder.

Jan Schüler, geboren 1963 in Gießen, studierte von 1985 bis 1993 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rissa und war Meisterschüler bei Fritz Schwegler. 1996 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland und Österreich. Jan Schüler hat gemeinsam mit der Kunststiftung Poll, in deren Beirat er seit 2013 Mitglied ist, das erste Bestandsverzeichnis der Gemälde und Zeichnungen von Maina-Miriam Munsky (1943-1999) herausgegeben. Im Wintersemester 2022/2023 hat er eine Vertretungs­profes­sur an der Kunstakademie Münster inne (Klasse Cornelius Völker).

Das Gespräch von Julia Rosenbaum mit dem Künstler anlässlich der Ausstellung ist auf Soundcloud nachzuhören (Dauer: ca. 1 Std.):

Berliner Zeitung, Feuilleton, 6. Oktober 2022
tip Berlin, Kunst, Highlights Galerien, 13.–26. Oktober 2022

Unter dem Titel „Inszenierung und Wirklichkeit“ zeigt die Galerie Poll erstmals in Berlin in einer Einzelausstellung Arbeiten der zeitgenössischen Landschaftsmalerin Heike Negenborn. Neben Gemälden und Graphiken aus den Werkreihen „Rheinhessisches Tafel- und Hügelland“ und „Netscapes – Landschaft im Wandel“ sind neue Landschaften aus Frankreich und Bolivien zu sehen.

Heike Negenborn hat sich ihren künstlerischen Zugang im Spannungsfeld zwischen Natur und Kulturlandschaft erarbeitet und dadurch einen besonderen Blick für die Veränderungen in Gelände, Bewuchs und Himmelsraum entwickelt. Für ihre Gemälde und Graphiken entwirft sie weite, vom Menschen geprägte Panoramen mit meist tiefliegenden Horizonten und aufsehenerregenden Wolkenformationen. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich dem Betrachter, dass es sich bei diesen präzisen, realistisch gemalten Landschaftsbildern nicht um Abbilder, sondern um Konstruktionen von Wirklichkeit handelt.

Anders als in den Vorjahren, in denen die Künstlerin in mehrmonatigen Projekten Regionen in Frankreich, Italien oder Spanien als Ausgangspunkt ihrer Landschaftskonstruktionen wählte, ist die Reihe „Rheinhessisches Tafel- und Hügelland“ 2021 und 2022 in Deutschland entstanden.

Auch an ihrem Wohnort in Rheinland-Pfalz hat Heike Negenborn ungewöhnliche Perspektiven auf die Täler und Hügel der Weinbergkulturen recherchiert und sie in Skizzen und Kameraaufnahmen festgehalten. Dieses „Naturarchiv“ überarbeitet die Künstlerin anschließend analog und digital und konstruiert nach ästhetischen Gesichtspunkten Gemälde und Graphiken.

Ihre mehrfach ausgezeichnete Serie „Netscapes – Landschaft im Wandel“ hat Heike Negenborn 2022 mit einem Stipendium von NEUSTART KULTUR und der Stiftung Kunstfonds fortsetzen können. Mit mehreren Beispielen zeigt die Ausstellung, wie die Künstlerin Wolken- und Erdfragmente mit perspektivisch aufgefächerten Gitternetzen kombiniert, die sich in digitale Pixel auflösen und zu Netzlandschaften, „Netscapes“ mutieren. Die Überformung der Kulturlandschaft wird untermauert durch die Reduktion der sonst stark farbigen Palette auf Schwarzweiß- und Grautöne.

Mit ihren Arbeiten lenkt Heike Negenborn den Blick auf die zunehmende Vereinnahmung der analogen Wirklichkeit durch das digitale Bild und den daraus resultierenden Wandel der Landschaft. Die dabei deutlich sichtbare Konstruktion, eine Kombination aus den in der Renaissance erfundenen Methoden der Zentralperspektive und klassischen Vermessungs­techniken, unterstützt nicht nur die Tiefenwirkung im Bild, sondern macht gleichzeitig die Arbeitsweise transparent.

Heike Negenborn, geboren 1964 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, studierte Malerei am Washington College, Chestertown, Maryland, USA, am Austin College, Sherman, Texas, USA und Malerei und Druckgraphik bei Prof. Peter Lörincz an der Akademie für Bildende Künste Mainz. 2021 erhielt sie ein Jahresarbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. 2018 wurde sie mit dem renommierten Pfalzpreis für Bildende Kunst ausgezeichnet und 2016 mit dem Wilhelm-Morgner-Preis der Stadt Soest. Sie lebt und arbeitet in Windesheim. Werke der Künstlerin befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Japan, Kanada und den USA.

Inszenierung und Wirklichkeit
Neue Landschaften von Heike Negenborn

28. Oktober 2022 – 7. Januar 2023, Eröffnung: 27. Oktober, 18-21 Uhr
Gegen 19 Uhr führt Jochen L. Stöckmann ein Gespräch mit Heike Negenborn.

Werke in Sammlungen

Berlinische Galerie
Sammlung Penz, Berlin
Museum No Hero, Delden (Niederlande)

Göran Gnaudschun
Junge Frau mit Unendlichkeitskette
Porträts 1981-2022
2. September – 22. Oktober 2022, Eröffnung: 1. September, 18-21 Uhr
Künstlergespräch mit der Kunsthistorikerin Julia Rosenbaum: 22. September um 19 Uhr

Mit „Are You Happy?“ zeigte die Galerie Poll 2019 eine Fotoserie, in der Göran Gnaudschun Menschen in den Vororten Roms porträtiert. „Alexanderplatz“, „Mittelland“ oder „Das bessere Leben“ lauten die Titel anderer Serien, für die Gnaudschun in den vergangenen Jahren Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Lebenswelten fotografiert hat.

Die Ausstellung „Junge Frau mit Unendlichkeitskette. Porträts 1981-2022“ versucht mit einer Auswahl von rund dreißig Porträts aus verschiedenen Serien des Fotografen zu ergründen, was die Porträts von Göran Gnaudschun ausmacht: Wie gelingt es ihm immer wieder aufs Neue, seine Mitmenschen in unmittelbaren und fesselnden Einzelbildnissen zu charakterisieren? Gibt es etwas, das alle Bilder eint? Wie fügen sich die Fotografien aus den vergangenen Jahren aneinander? Ist eine Entwicklung erkennbar? Göran Gnaudschun geht es auf all seinen Fotografien um den jeweiligen Menschen, um das Individuum und dessen Wirklichkeit.

Ein „Geheimnis“ verbirgt sich sicherlich in Gnaudschuns Arbeits­weise, Fremde zu foto­grafieren, Menschen, die er nicht kennt. Er fotografiert sie ohne jegliches Vorwissen und wartet darauf, dass sich ihm etwas zeigt. Er hält ihr Bild zu einem bestimmten Zeitpunkt fest, während eines Lebensabschnitts. Die Fotografie vermittelt so ein Gefühl, eine Stimmung an den Betrachter, in der er sich womöglich wiedererkennt. Vielleicht ist es das, was den Aufnahmen auch Jahre nach ihrer Entstehung Gegenwart verleiht?

Die Ausstellung setzt Schwarz-Weiß- und Farbfotografien, analoge und digitale Aufnahmen aus den vergangenen zwanzig Jahren in einen Dialog. Die Porträts der Frauen und Männer, der Teenager und Kinder sind klassisch komponiert, mal ist das Gesicht frontal in Großaufnahme zu sehen, mal handelt es sich um Aufnahmen der ganzen Person. Um eine zeitliche Klammer zwischen Gestern und Heute zu finden, zeigt die Ausstellung auch zwei Fotografien von Gnaudschuns Eltern. 1981 hat Göran Gnaudschun im Alter von zehn Jahren seine Eltern porträtiert. 2022 hat er vor einigen Wochen Mutter und Vater noch einmal vor seine Kamera gebeten, beide nehmen eine ähnliche Pose ein wie vierzig Jahre zuvor. Gibt es etwas, das durch die Zeit geht?

Göran Gnaudschun, geboren 1971 in Potsdam, studierte von 1994-2003 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Timm Rautert künstlerische Fotografie (Diplom) und Bildende Kunst (Meisterschüler). Er erhielt mehrere Stipendien und Auszeichnungen für seine Arbeiten, darunter 2013 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn und 2018 den Brandenburgischen Kunstpreis. 2016-2017 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. Seit 2018 lehrt Gnaudschun an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen und Museen in Berlin, Hannover, Frankfurt, München, Paris, Riga, Rom und San Francisco gezeigt und befinden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen, u.a. in der Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt am Main, der Berlinischen Galerie – Museum für Moderne Kunst, Berlin, dem Folkwang Museum Essen und der Kunststiftung Poll, Berlin. Göran Gnaudschun lebt und arbeitet in Potsdam.

tazplan, 11. Mai 2022

Markus Draper – More than a story
Galerie Poll Berlin (Hrsg.), Spector Books, Leipzig 2021, 32 x 24 cm, 32 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen und Werkverzeichnis, Broschur mit Rückstichheftung, 8-seitiger Schutzumschlag, ISBN: 978-3-95905-546-8
16 Euro

Bestellung

Chercher la vérité
Martina Altschäfer, Matthias Beckmann, Peer Boehm, ORLANDO
Zeichnungen und Druckgraphik
17. Juni – 30. Juli 2022, Eröffnung: 16. Juni, 18-21 Uhr
im August Besuch nach Terminvereinbarung möglich

„Zeichnungen sind Aufzeichnungen, Notizen, wie Tagebucheintragungen nicht auf Perfektion in der einzelnen Bemerkung angelegt, sondern auf Fortsetzung, Weiterarbeit, als Übung der Aufmerksamkeit und Schärfung der Wahrnehmung zum Begriff.“ Hannes Böhringer

Mit Blick auf „Aufmerksamkeit“ und „Wahrnehmung“ stellt die Galerie Poll regelmäßig zeitgenössische Positionen der Zeichen­- und Druckkunst vor. Die Ausstellung „Chercher la vérité“ bringt Zeichnungen und Graphiken von vier Künstlerinnen und Künstlern der Galerie zusammen, die in Böhringers Sinn an den Themen Erinnerung, Reisen, Natur oder Literatur „weiterarbeiten“.

In jüngster Zeit war das Reisen durch die Corona-Pandemie nur eingeschränkt möglich. Martina Altschäfer hat sich deshalb mit 80 Zeichnungen kurzerhand auf eine Reise um die Welt begeben. Als Stationen wählte die Künstlerin Orte aus, an denen sich etwas Beson­deres zugetragen hat oder herausragende Architektur im Mittelpunkt steht. Auf klein­formatigen Kartons hat sie u. a. den Brand in der gotischen Kathedrale Notre-Dame in Paris, die Sprengung von Trump Plaza in Atlantic City, die Testrennstrecke auf dem Dach der Fiat-Fabrik im Turiner Stadtteil Lingotto oder die Brücke über die tiefe Schlucht der andalusischen Stadt Ronda mit Graphitstiften gezeichnet.

In streng linearen Zeichnungen nimmt Matthias Beckmann alles Individuelle, Hand­schrift­liche zurück. Der Künstler spielt stattdessen mit formalen Gestaltungs­mitteln. Virtuos wechselt er die Perspektive, springt zwischen Totale und Detail hin und her und umkreist seine Bildgegenstände in einer Art Kamerafahrt. 2019 und 2020 ist Beckmann durch Berlin gelaufen, um nach Motiven zur Illustration von Walter Benjamins „Passagen-Werk“ Aus­schau zu halten. 30 davon sind in der Ausstellung zu sehen.

Peer Boehms zentrales Thema ist das Erinnern. Erlebnisse in der Kindheit, Reiseerfahrungen oder politische Ereignisse speichert unser Gedächtnis gleichermaßen als ungeordnete, oft schemenhafte Eindrücke. Dieses kollektive, individuell jedoch ganz unterschiedlich veranker­te Bilderreservoir ruft der Künstler in seinen Kugelschreiberzeichnungen und Aquarellen auf. Grundlage sind fotografische Fundstücke aus Alben, Magazinen oder dem Internet. Diese Motive werden stark reduziert und auf bedruckten Papieren wie Seekarten, Kontobuch­sei­ten oder Briefbögen aufgetragen. Boehms Bildsprache beruht auf dem Prinzip der Ausspa­rung, helle und dunkle Flächen werden nebeneinandergestellt.

ORLANDO beobachtet während ihrer Spaziergänge und auf tagelangen Wanderungen die Natur. Sensibel nimmt sie verschiedene Stimmungen und Lichtverhältnisse wahr und bannt die Bewegungen von Wogen und Wolken sowie Licht und Schatten Zustand um Zustand auf Druckplatte und Papier. Martina Altschäfer und Matthias Beckmann haben sich der Zeichnung verschrieben, ORLANDO spezialisiert sich in ihrem künstlerischen Schaffen auf druckgraphische Techniken, zeichnet ihre Motive aber auch mit scheinbar unendlich vielen nebeneinander gesetzten kurzen Kugelschreiberstrichen. In der Ausstellung zeigt sie die Linolschnitte „Schwere See I-IV“ und die tiefschwarze Mezzotinto-Radierung „Harzwald II“ sowie die Kugelschreiberzeichnung „Wogen V“.

Martina Altschäfer, 1960 geboren in Rüsselsheim, schloss ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf 1991 als Meisterschülerin von Prof. Konrad Klapheck ab. Sie hat zahlreiche Stipendien erhalten und wurde mehr­fach mit Preisen ausgezeichnet. Arbeiten der Künstlerin befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, u. a. in den Sammlungen der Deutschen Bank, des Kunstmuseums Albstadt und des Landesmuseums Mainz. Sie lebt als Zeichnerin und Schriftstellerin in Rüsselsheim.

Matthias Beckmann, 1965 geboren in Arnsberg, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Franz Eggenschwiler und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Rudolf Schoofs. Seit 1995 ist er Mitglied der Künstlergruppe „Die Weissenhofer“. Die Zeichnung bildet den Schwerpunkt der Arbeit des in Berlin lebenden Künstlers. Dabei ist die einzelne Zeichnung zumeist Teil einer umfangreichen Serie, die sich mit einem Ort oder Themenkomplex beschäftigt. Mehrfach hat Matthias Beckmann Bücher illustriert. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise. Seine Arbeiten befinden sich in vielen deutschen Museums­­samm­lungen.

Peer Boehm, 1968 geboren in Köln, studierte von 1990 bis 1994 Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an der Universität zu Köln. Im Jahr 1997 war er Mitbegründer der Produzenten­galerie „Kunstgewinn“ und 1999 der Künstlergruppe „itinerarti” in Köln. 2006 rief er die Künstlergruppe „Die Kunstkreditkarte – Was Schönes für unterwegs“ ins Leben. Peer Boehms Arbeiten befinden sich in internationalen Privat­sammlun­gen. Er lebt und arbeitet in Köln.

ORLANDO, 1984 geboren in Quedlinburg, schloss ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden 2013 als Meisterschülerin von Prof. Peter Bömmels ab. Sie wurde mit mehreren Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter der 1. Preis im Druckgrafik-Wettbewerb der Leipziger Buchmesse 2014. Werke befinden sich u. a. in den Kupferstichka­binetten der Staatlichen Museen zu Berlin und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. ORLANDO lebt und arbeitet in Berlin.

Beinahe fünfzig Jahre lang starteten und landeten auf dem 1974 eingeweihten Airport Otto Lilienthal in Berlin-Tegel Propeller- und Düsenmaschinen. Als im November 2020 in TXL das letzte Passagierflugzeug landete und der Flughafen für den Luftverkehr geschlossen wurde, konnte Daniel Poller dort einige Tage zuvor bereits Krähen, Tauben, Stare und Kraniche fotografieren, die wenig später Start- und Landebahnen endgültig übernehmen sollten.

Entstanden ist die Serie „Birds of Tegel“ (2022), die die Galerie Poll jetzt in ihrer zweiten Einzelausstellung des Künstlers vorstellt. Zugleich erscheint eine Publikation mit einem Text des Kunsthistorikers und Kurators Andreas Prinzing bei Edizione Multicolore, die Vorzugs­ausgabe enthält einen nummerierten Abzug.

Die Vögel umkreisen den Tower, ruhen sich auf den Tragflächen aus oder überqueren in Schwärmen das Rollfeld. Sie besetzen das Gebäude und die dazugehörige Infrastruktur, zeigen ihre Flugkünste und treten als neue Hausherren in Erscheinung, während der vom Menschen organisierte Flugbetrieb abgewickelt wird.

Eine spielerische Hängung in der Galerie kombiniert die verschiedenen Formate der Serie, die sich so während der Ausstellung in einen Flug- und Landeplatz verwandelt. Den unterschiedlichen Motiven ist eines gemeinsam: Die Vögel aus Daniel Pollers Bildfolge „Birds of Tegel“ rufen stets die Anfänge der Fliegerei in Erinnerung – ihre gefiederten Flügel dienten Otto Lilienthal, Pionier der Luftfahrt und Namensgeber des Flughafens, als Vorbild.

In seiner voran gegangenen vielteiligen Arbeit „Endgültige Fassung der Beschlussvorlage“ (2020) beobachtete Poller einen durch die Ruine des Instituts für Lehrerbildung in Potsdam flatternden Hausrotschwanz, der durch die Abrissarbeiten obdachlos geworden war. Die Vögel in „Birds of Tegel“ dagegen übernehmen das Flughafen-Gelände. Sie nisten sich ein, nachdem die Architektur durch die Einstellung des Flugverkehrs ihre ursprüngliche Funktion verloren hat.

Umdeutung von Architektur im Stadtraum und eine darin erkennbare Über- und Fortschrei­bung von Geschichte ist ein zentrales Thema in Daniel Pollers Arbeit. Ebenso interessiert ihn das Zusammenleben von Menschen und Tieren in der Großstadt. Diesem Thema der „Cohabitation“ widmet sich auch die Zeitschrift ARCH+ in ihrer April-Ausgabe und veröffent­licht darin eine Bildstrecke von Poller.

Daniel Poller, geboren 1984 in Rodewisch, schloss sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig 2017 als Meisterschüler von Prof. Peggy Buth und Prof. Joachim Brohm ab. Der Künstler erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. 2018 und 2020 das Arbeits­stipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. 2015 wurde er mit dem Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie Gera und 2017 mit dem Europäischen Architekturfotografie-Preis Frankfurt am Main ausgezeichnet. Seine Werke befinden sich in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, in den Staatlichen Kunst­sammlungen Dresden, im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main und im n.b.k. Videoforum. Gerade ist bei Spector Books Leipzig Pollers Publikation „Frankfurter Kopien“ über die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt erschienen, seine Ausstellung „Viertel nach vor“ im Kunstverein Junge Kunst Wolfsburg (noch bis 3. Juni 2022) setzt sich in einer Videoarbeit, Fotografien und einem Objekt mit dem Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche und der damit verbundenen Transformation der Gesellschaft auseinander. Daniel Poller lebt und arbeitet in Berlin.

Tagespiegel, 9. April 2022

Werke in Sammlungen

Berlinische Galerie
Neuer Berliner Kunstverein (NBK), Berlin
Kunsthalle Bremen
Kunstpalais Erlangen
Museum Folkwang, Essen
Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen
Museum Morsbroich, Leverkusen
National Gallery of Modern Art, New Delhi
Chelsea Art Museum, New York City
Museum gegenstandsfreier Kunst, Ottendorf
Daimler Art Collection, Stuttgart
Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz
Städtische Galerie Wolfsburg
Museum Villa Haiss, Zell am Harmersbach

Werke in Sammlungen

Berlinische Galerie
Kunststiftung Poll, Berlin
Neue Berliner Kunstverein (NBK), Berlin
Staatliche Kunsthalle Berlin
Harvard Art Museums Collection, Boston
Bremer Kunsthalle, Bremen
Sammlung des Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Staatsgalerie Stuttgart
Sammlung Finkenberg, Syke
Bundeskunstsammlung, Bonn
Sammlung der Deutschen Bank

Werke in Sammlungen

Kunststiftung Poll, Berlin
Fuji Photo Film (Europe) GmbH, Düsseldorf
Cairo-Berlin Art Gallery, Kairo
Archiv Openluchtmuseum voor Beeldhouwkunst, Middelheim
Mitsubishi Electric, Ratingen
Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Agentur für Geistige Gastarbeit und Museum für Obsessionen
Sammlung Eschenbach

Einzelausstellungen (Auswahl)

2005Kunststiftung Poll, Berlin
Stadtmuseum Kassel
2004Kunststiftung Poll, Berlin
2002Museum der Stadt Ratingen
2001Kunststiftung Poll, Berlin
1996-97Goethe-Institute in Turin, Rom, Neapel, Palermo, Mailand und Padua
1996Museum im Schloss Bad Pyrmont
1995Cairo-Berlin Art Gallery, Kairo
1986Fabrik Fotoforum, Hamburg
1985Galerie Poll, Berlin
Goethe-Institut, Trieste
Citybank Mailand
1981MWI Werbeagentur, Hamburg
1975Universität Mainz
1970Universität Bochum

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016Galerie Poll, Berlin
2001Museet for Fotokunst, Odense/ Dänemark
1999Stadtmuseum Hofheim am Taunus
1996Fax-Art-Week, Kopenhagen
1995Salon Salder, Salzgitter
1986Maison des Arts et Loisirs de Laon/ Frankreich
1985Mail Art, Stockholm
1984Galerie Brennpunkt, Berlin
1969World Press Photo, Den Haag
1967Cultureel Centrum Venlo, Niederlande
1962Museum of Modern Art, Melbourne
196111. Salão de Arte Fotográfica, Barreiro
3. Biennale de la Photographie, Paris
1960Photeurope, Brüssel

Biografie

1930geboren in Schlesien
1955Beginn mit Skulpturen-Fotografie auf Urlaubsreisen nach London, Paris, Amsterdam, Kopenhagen und Stockholm
1959professionelle Anwendung seiner Fotos: documenta
1960-61Arbeit für das Feuilleton der Westfälischen Rundschau: Fotos und Textbeiträge
1961erstes Künstlerporträt: der englische Plastiker Paolozzi
1962Begegnung mit Alberto Giacometti
1964Begegnung mit Henry Moore
1961-1993arbeitet als Werbeleiter im Werbe- und PR-Bereich (Hansa-Brauerei, Bayer, Imperial, Hitachi, Mitsubishi)
1969dreimonatiger Aufenthalt in London; fotografiert für die Bildhauer Nierhoff, Tajiri, Armitage, Derycke, Irrgang sowie für die Maler Peter Sorge und Maina Munsky
ab 1971besucht mehrmals die Fonderia Bonvincini Verona
ab 1974besucht mehrmals das Marmorstudio Nicoli Carraca
Dortmunder VHS, Abendstudium plastisches Gestalten bei Professor Kranz
ab 1980frei gestaltete Polaroid-Grafik
erstellte umfangreiche Sammlung von Künstlerporträts, die „FineArt-Prints“
2004gestorben in Bad Pyrmont

Einzelausstellungen (Auswahl)

2023Galerie Brennecke, Berlin
Galerie Murmure, Colmar
2021Galerie Boisserée, Köln
2020Ludwig Museum Koblenz
Kunstmuseum Gelsenkirchen
2019Galerie Brennecke, Berlin
2017Museum Augsburg
H2-Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg
2016Galerie Brennecke, Berlin
2015Galerie Cerny und Partner, Wiesbaden
Galerie Boisserée, Köln
Museum Osthaus, Hagen
2014Galerie Flora Jansem, Paris
Deutsche Bank, Luxemburg
2012Haus Beda, Bitburg
Galerie Brennecke, Berlin
2010Dommuseum, Frankfurt am Main
Diözesanmuseum Bamberg
2009Kunstverein Emsdetten
2008Kunstverein Augsburg
Kunstverein Worms
Kunstverein Schwetzingen
Europäische Akademie Trier
2007Landtag, Nordrhein-Westfalen
2006Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie Boisserée, Köln
Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz
2005Kunstverein Germersheim
Dommuseum, Frankfurt am Main
Museum Küppersmühle, Duisburg
2003Galerie Eva Poll, Berlin (mit Wolfgang Kessler)
Museum am Ostwall, Dortmund
Kunstverein Speyer
Galerie der Stadt Wendlingen
Galerie Karin Sachs, München
Galerie für Zeitkunst, Bamberg
2002Kunstverein Lüdinghausen
Galerie Boisserée, Köln
Galerie Markus Nohn, Frankfurt am Main
Goethe Institut, Damaskus
2000Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie Karin Sachs, München
Galerie Schuster, Frankfurt am Main
Städtische Galerie, Neuwied
1999Galerie für Zeitkunst, Bamberg
Kreismuseum, Bitburg
Galerie Markus Nohn, Trier
Ausstellungsraum Dominikanerkirche, Bamberg
1998Galerie Boisserée, Köln
Galerie Atassi – Goethe Institut, Damaskus
1997Guardini-Stiftung, Berlin (mit C. Seidel)
Museum der Stadt Siegburg
Landtag, Mainz (mit G. Toso)
1996Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie Ricarda Fox, Essen
1995Scharpf-Galerie des Wilhelm-Hack-Museums, Ludwigshafen
Schloss Waldthausen, Mainz (mit U. Schreiber)
1993Fenderesky Gallery, Belfast
1992Brückenturmgalerie, Mainz (mit J. Kreinsiek)
Galerie Johannes Schilling, Köln
1990Galerie Johannes Schilling, Köln
Galerie Simulakrum, Mainz
1988Harding House Gallery, Lincoln/ Großbritannien

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2021Museum Boppard, Boppard
2020Forum Alte Post, Pirmasens
2018Atelier Frankfurt, Frankfurt am Main
2015Stadtmuseum Siegburg
2014Mittelrhein Museum Koblenz
Kunstverein Schwetzingen
2011Kunsthalle Hamburg
2009Museum am Ostwall, Dortmund
Stadtgalerie Saarbrücken
2008Kunstverein Walkmühle
2005Stadtgalerie, Saarbrücken
Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln
2004Galerie Eva Poll, Berlin
Dom Bamberg
2002Wasserschloß Klaffenbach, Chemnitz
Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Berlin
Mittelrhein Museum Koblenz
2001Waschhaus Potsdam
Museum Heidelberg
2000Deutscher Pavillon, EXPO, Hannover
Deutsches Sport- und Olympia-Museum, Köln
Mittelrhein Museum Koblenz
1997Kunstverein Plön
1996Kunstverein Eisenturm, Mainz
1994Haus der Kunst, München
1992Pfalzgalerie, Kaiserslautern
Landeskunstausstellung, Landesmuseum Mainz
Stadtgalerie, Saarbrücken
1991Schloß Pillnitz, Dresden
Sezessionsausstellung, Mathildenhöhe, Darmstadt
1990Kunstverein Ludwigshafen
Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
1989Rheinisches Landesmuseum, Trier
1988Ratssekretariat der EG, Brüssel
Gallery Frank Bustamante, New York
1987Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
Museum Simeonstift, Trier

Biografie

1939geboren in Düsseldorf
1959Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (2 Semester)
1960-1968Aufenthalt in Argenteuil, Vallauris, Paris und Varreddes
1968Umzug nach Berlin
1972Mitbegründer der „Gruppe Aspekt“ in West-Berlin
seit 1974Mitglied im Deutschen Künstlerbund
1977Professor für Malerei an der Hochschule für Kunst und Musik in Bremen
1982Erwerb der denkmalgeschützten Villa Lesmona, Bremen
1988/1990Ehrengast in der Villa Massimo Rom
1989-2004Rektor der Hochschule für Künste Bremen
1993-1998Vorsitzender der Konferenz der Präsidenten und Rektoren der deutschen Kunsthochschulen
2002Gründung der International Academy of Arts in Vallauris
2003Arbeit in der Porzellanmanufaktur Rosenthal in Selb
2008Gründung des Instituts für Fliesendesign „Artmosphaire“
2022gestorben in Bremen

Preise und Stipendien

1976Großer Preis der II. Triennale der Realistischen Malerei, Sofia
1963Premier Prix de la Jeune Peinture de la Ville d’Argenteuil

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019Hochschule für Künste Bremen
Kunsthalle Bremen
Weserburg Museum für moderne Kunst
Galerie Birgit Waller, Bremen
2011International Academy of Arts, Vallauris
2009Galerie Birgit Waller, Bremen
2005Galerie Guy Pieters, Saint-Paul-de-Vence
2004Haus Lesmona, Bremen
2002Städtische Galerie im Buntentor, Bremen
2001Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Centre International d’Art Contemporain, Carros
Kassák Múzeum, Budapest
1999Atelier 49, Vallauris (Frankreich)
1997Städtische Kunstsammlungen Schloss Salder, Salzgitter
Centre Européen d’Art Contemporain, Vallauris
Galerie im ZARM, Bremen
1995Haus Lesmona, Bremen
1992Galerie Mönch, Bremen
Galerie Hans Barlach, Hamburg und Köln
1988Studio Galerie, Hamburg
1987Neue Berliner Galerie im Alten Museum
Städtische Galerie Oberhausen
1983Kunstverein Oldenburg
1982Staatliche Kunsthalle Berlin
1981Galerie Eva Poll, Berlin
Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen
1978Galerie Schnecke, Hamburg
1976Galerie Eva Poll, Berlin
Kunsthalle Wilhelmshaven
1972Kunstamt Tempelhof, Berlin
1971Galerie Hofmeier, Bremen

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2017Lettisches Nationales Kunstmuseum, Riga
2016Galerie Poll, Berlin
2012Städtische Museen Heilbronn
2005Goethe-Institut Budapest
1986Galerie Eva Poll, Berlin
1985Galerie Walther, Düsseldorf
1984Orangerie im Schloss Charlottenburg, Berlin
1980Neuer Berliner Kunstverein (NBK)
1975Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
1972Villa Hammerschmidt, Bonn
Oberföhriger Galerie, München
1968Schöneberger Weltlaterne, Berlin
1967Centre Culturel de la Ville de Vallauris
1963Kreuzberger Forum, Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)

2018Galerie Georg Nothelfer, Berlin
2016Galerie Maulberger, München
Samuelis Baumgarte Galerie, Bielefeld
2014Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser
2013Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg
2011Kunsthalle Schweinfurt
2004Haus des Deutschen Handwerks, Berlin
2001Galerie Georg Nothelfer, Berlin
1999Martin-Gropius-Bau, Berlin
1993Galerie Georg Nothelfer, Berlin
1991-1992„Dialog mit der Farbe“, Wanderausstellung
1990Bielefelder Kunstverein
1988-1989Märkisches Museum, Witten
1988Galerie Rothe, Frankfurt am Main
Galerie pro arte, Freiburg
1986Akademie der Künste, Berlin
Saarlandmuseum – Moderne Galerie, Saarbrücken
1985-1986Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
1984Galerie Philippe Guimiot, Brüssel
Galerie pro arte, Freiburg
1979Märkisches Museum, Witten
1977Galerie Georg Nothelfer, Berlin
1974Forum Kunst Rottweil
1973The Martin Gallery, Minneapolis
1968Städtisches Kunstmuseum, Bonn
1963Kunstverein Oldenburg
Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen
Städisches Museum Wiesbaden
1962-1963Haus am Waldsee, Berlin
1957Galerie Schmela, Düsseldorf
1954Galerie Moderne Kunst, Oslo
1951Galerie Le Canard, Amsterdam
1948Galerie Heinrich Jördens, Bremen

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2022Museum Barberini, Potsdam
2017Kaiserlicher Ahnentempel, Peking
2015Berlinische Galerie
2011-2012Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach
2010Kunsthalle Recklinghausen
museum kunst palast, Düsseldorf
Märkisches Museum, Witten
2009Staatsgalerie Stuttgart
2007Berlinische Galerie
2006Museum der Stadt Ratingen
Kunsthalle Mannheim
2004Staatliches Historisches Museum, Moskau
Kunstsammlungen Chemnitz
2003Martin-Gropius-Bau, Berlin
2000Kunsthalle Bremen
1999Kunstsammlungen Chemnitz
1993Haus der Kunst, München
1991The Hugh Lane Gallery, Dublin
1990Museum der Bildenden Künste, Leipzig
Marmorpalast und Manege, St. Petersburg
1989High Museum of Art, Atlanta
Lehmbruck-Museum, Duisburg
Centro de Arte Moderna Gulbenkian, Lissabon
1988Berlinische Galerie
1987Museum of Modern Art, New York City
1985Neue Nationalgalerie, Berlin
1983Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin
Saarlandmuseum – Moderne Galerie, Saarbrücken
1981-1982Berlinische Galerie
1980-1981Frederick S. Wight Art Gallery, Los Angeles
1978Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
1975Kunstverein Kassel
Akademie der Künste, Berlin
1972Kunstmuseum Bonn
1967Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
1964documenta III, Kassel
1962Haus am Waldsee, Berlin
Corcoran Gallery, Washington, D.C.
1961New London Gallery
1959Tokyo Metropolitan Art Museum
documenta II, Kassel
Minneapolis Institute of Arts (USA)
5. Biennale in São Paulo
1958-1959Carnegie Museum of Arts, Pittsburgh (USA)
195829. Biennale in Venedig
Märkisches Museum, Witten
1957Galleria Nazionale d ‘Arte Moderna, Rom
1956Kunsthalle Recklinghausen
Ohio State University, Columbus
1955Tokyo Metropolitan Art Museum
Staatsgalerie Stuttgart
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
1954Kunstverein Hannover
1952Kunsthalle Düsseldorf
The Art Institute of Chicago
1950Central Collecting Point, München
Große Kunstausstellung München
1947Städtische Galerie, München

Biografie

1916geboren als Fritz Wilhelm Richard Thieler in Königsberg
1937-1939Studium der Medizin an der Albertina, Königberg
Arbeits- und Militärdienst in Polen und Frankreich
1941-1943Suspendierung vom Heeresdient und Studienverbot
Besuch der privaten Malschule Hein König in München
1946-1950Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Carl Caspar
1952Mitglied der Avantegarde-Gruppe „ZEN 49“, München
1951-1953Aufenthalt in Paris, Arbeit im „Atelier 17“ bei Stanley William Hayter
1953Umzug nach München, Mitglied der „Neuen Gruppe“
1954Mitglied im Deutschen Künstlerbund
1959-1981Professur für Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin
1972/1973Gastprofessur am College of Art and Design, Minneapolis (USA)
1976-1983Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der „International Association of Art“ (1979 Vizepräsident, 1983 Ehrenpräsident)
1978Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession und der Akademie der Künste, Berlin (1980-1983 Vizepräsident)
1989Deckengemälde im Residenztheater, München
1991Stiftung des Fred Thieler-Preises für Malerei
1999gestorben in Berlin

Preise und Stipendien

1988Harry Graf Kessler-Preis des Deutschen Künstlerbundes
1985Lovis Corinth-Preis, Regensburg
1984Bundesverdienstkreuz, 1. Klasse

Einzelausstellungen (Auswahl)

2016Villa Tamaris, La Seyne-sur-Mer (Frankreich)
2010Universität Valencia
2007Galleria Annunciata, Mailand
1996Studio Spaggiari, Mailand
1993Galerie du Centre, Paris
1990Palazzo Ducale, Pavullo nel Frignano (Italien)
1989Museo d’arte moderna, San Marino
1988Galerie Bercovy-Fugier, Paris
1982Galleria Bergamini, Mailand
1979Palazzo dei Diamanti, Ferrara (Italien)
1976Galleria Rizzardi, Mailand
1974A.R.C.2, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
1973Galerie Eva Poll, Berlin
Palais des Beaux-Arts, Brüssel
1972Galleria Schwarz, Mailand
Galleria Comunale di Modena
1968Galleria Bergamini, Mailand
1966Libreria Einaudi, Mailand
1961Galleria Spotorno, Mailand

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2017Galerie Poll, Berlin
2010Rotonda della Besana, Mailand
2006Burg Sismondo, Rimini
Albergo delle Povere, Palermo
2004Casa del Mantegna, Mantua (Italien)
2000Universität Valencia
1998Palazzo Reale, Mailand
1992Museo della Permanente, Mailand
1989Museu Nacional de Belas Artes, Rio de Janeiro
Museu Belas Artes de São Paulo
198843. Biennale in Venedig
1986Penthonville Gallery, London
Grand Palais, Paris
XI. Quadriennale di Roma
1981Palazzo delle Esposizioni, Rom
1977Maison de la Culture, Grenoble
Galleria d’Arte Moderna, Torino
Musée d’art Moderne de la Ville de Paris
197637. Biennale in Venedig
1974Ateneum, Helsinki
197318. Biennale in Mailand
Villa Reale, Monza (Italien)
Galerie Eva Poll, Berlin
197117. Biennale in Mailand
196920. Salon de la Jeune Peinture, Paris
1968Musée d’art Moderne de la Ville de Paris
Galerie Jacqueline Ranson, Paris
1967Galleria la Robinia, Palermo
Galleria La Nuova Pesa, Rom
1966Galleria Nuova Milano, Mailand
1965Galleria Pagani, Mailand

Biografie

1938geboren in San Marino, aufgewachsen in Rom
1950erMalkurse bei Antonio Corpora und Renato Guttuso
1961Umzug nach Mailand, Arbeit als freischaffender Maler
1969Fotolithographie-Mappe mit 20 Porträts von Revolutionären
1972regelmäßige Aufenthalte in Paris
seit 1973Zusammenarbeit mit Antonio Baratella, Fernando De Filippi und Umberto Mariani
1976-1980Neuinterpretation von berühmten Filmszenen
1993-1997Lehrauftrag für künstlerische Anatomie an der Accademia di Belle Arti di Brera, Mailand
1997gestorben in Mailand

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019Patrizia Pepe, Florenz
2016Galerie Poll, Berlin
2015Galerie Kampl, München
2014Il Ponte Contemporanea, Rom
2011Galerie Kampl, München
2008Giacomo Guidi Arte Contemporanea, Rom
2007UBR Galerie, Salzburg
2006DNA Galerie, Berlin
2005Goethe-Institut Brüssel
Julie M. Gallery, Tel Aviv (Israel)
2004Alexander Ochs Galleries, Peking
Ujazdowski Castle, Warschau
2003Aidan Gallery, Moskau
Jüdisches Museum Berlin
2001Achshav.now contemporary art, Berlin
Zuni Arte Contemporanea, Ferrara (Italien)
Galerie Pro Arte, Hallein (Österreich)
1999La Corte arte contemporanea, Florenz
Galerie Kampl, München
Galerie Schüppenhauer, Köln
1998Fotohof, Salzburg
1997George Kolbe Museum, Berlin
Neue Galerie Graz
Galerie Gaudens Pedit, Lienz (Österreich)
Julie M. Gallery, Tel Aviv (Israel)
Galerie Andreas Weiss, Berlin
1996Galleria Rosa Leonardi, Genua
1995Akademie der Künste, Berlin
1994Kunstverein Düsseldorf
Galerie Albrecht, München
1991Ramat Gan Museum of Israeli Art (Israel)
1992Galeria Senda, Barcelona
1993Galerie Artelier, Graz
1990Galerie Grita Insam, Wien
Villa Romana, Florenz
Galería 57, Madrid
1988Julie M. Gallery, Tel Aviv (Israel)
Salama-Caro Gallery, London
1987Galleria Mazzocchi Gallery, Parma
1986Galleria Schema, Florenz
1985Galeria Arte Brasil Arte, São Paulo
1984Julie M. Gallery, Tel Aviv (Israel)
Gimmel Gallery, Jerusalem

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2021Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
2020Alanica Festival, Vladikavkaz (Russland)
2016Il Ponte Contemporanea, Rom
2015Neuer Berliner Kunstverein (NBK)
Mana Contemporary, Jersey City (USA)
2014Alanica Festival, Vladikavkaz (Russland)
2012Media-Scape Biennale, Zagreb
2010UNC Gallery, Seoul (Südkorea)
Galerie Artelier, Graz
2007Akademie der Künste, Berlin
2006ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
9. Bienale di Havanna, Kuba
2005Chelsea Art Museum, New York City
Shchusev Museum of Architecture, Moskau
2004Museum für angewandte Kunst, Wien
2003Festival PhotoEspaña, Madrid
Museum Bochum
Centro d’Arte Contemporanea, Cavales (Italien)
2002Fattoria di Celle, Pistoia (Italien)
Galerie Schüppenhauer, Köln
Brigitte March, Stuttgart
2001Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin
Centro per l’Arte Contemporanea Luigi Pecci, Prato (Italien)
2000Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Museo Alejandro Otero, Caracas (Venezuela)
1999Museo Centro de la Imagen, Mexico City
Brigitte March, Stuttgart
Galerie Münsterland, Emsdetten
1998Kunsthaus Berlin-Steglitz
Museum of Contemporary Art, Zagreb
19972. Biennale of Johannesburg
Galerie Artelier, Graz
Galleria Nuova Pesa, Rom
1996Ataturk Cultural Center, Istanbul
Künstlerhaus Bethanien, Berlin
Galerie Schüppenhauer, Köln
199546. Biennale in Venedig
Museum of Contemporary Art, Zagreb
1994Neuberger Museum of Art, New York City
USF Contemporary Art Museum, Tampa (USA)
1993Galerie Susanne Albrecht, München
Israel Museum, Jerusalem
1992Gallery Montenay, Paris
1991Palazzo delle Esposizioni, Ferrara (Italien)
Gare de l’Est, Paris
1990Mishkan Museum of Art, Ein Harod (Israel)
1989Salama-Caro Gallery, London
1988Galleria Schema, Florenz
1987Galleria Mazzocchi, Parma
1985Museum für angewandte Kunst, Wien

Biografie

1950geboren in Tel Aviv (Israel)
1976-1980Studium der Malerei an der Universität für angewandte Kunst Wien
1981-1986Lehraufträge an Internationaler Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg
1982-1986Lehrauftrag an der Thelma Yellin High School for the Arts, Givatayim (Israel)
1986-1988Lehrauftrag an der Universität für angewandte Kunst Wien (mit Oswald Oberhuber)
1986-1994Leben und Arbeit in Florenz, dann Umzug nach Berlin
1995-2016Leben zwischen Rom und Berlin
2001-2009Professuren an Internationaler Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg
2002-2021Gastprofessur an der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck
2005Lehrauftrag an der Lichtakademie Bartenbach, Aldrans (Österreich)
2007Ernennung zum aktiven Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Österreich
2016Umzug nach Israel

Rivka Rinn lebt und arbeitet in Tel Aviv.

Preise und Stipendien

2014Arbeitsstipendium Bildende Kunst der Senatsverwaltung für Kultur, Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)

2023Neues Museum Nürnberg
2022Museum Jorn, Silkeborg (Dänemark)
White Cube, London
2021Galerie Knoell, Basel
Museo d’Arte, Mendrisio (Schweiz)
Michael Werner Gallery, London
2020Kunstmuseum Den Haag
2019Albertinum der Staatliche Kunstsammlungen Dresden
2018Kunsthalle Erfurt
Galerie Michael Haas, Berlin
Michael Werner Gallery, London
2017Fosun Foundation, Shanghai
2016Michael Werner Gallery, New York City
2014Städtische Galerie Dresden
Kunstkabinett, Regensburg
2012Hall Art Foundation, Reading (USA)
2011Kunstsammlungen Chemnitz
Bundeskunsthalle, Bonn
2010Museum Ludwig, Köln
Kunsthalle Rostock
2009Weserburg Museum für moderene Kunst, Bremen
Michael Werner Gallery, New York City
2008Städtische Galerie Dresden
Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
2007-2008Schirn KunsthalleFrankfurt
2007Kunsthalle zu Kiel
Neues Museum Nürnberg
Aargauer Kunsthaus (Schweiz)
2005Ludwig Museum – Museum zeitgenössischer Kunst, Budapest
Deutsche Guggenheim, Berlin
Kunsthalle Emden
2004Patrick Painter Inc., Santa Monica (USA)
2003Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg
Städtische Galerie Sonneberg
Kunsthalle, Tübingen
1999-2000Städtische Museen Heilbronn
Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
Kunsthalle Recklinghausen
Deutsche Bank Luxembourg
Georg Kolbe Museum, Berlin
Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg
1996Michael Werner Gallery, New York City
1992Albertinum der Staatliche Kunstsammlungen Dresden
1988Neue Nationalgalerie, Berlin
Kestner Gesellschaft, Hannover
1980Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
1975Kunsthalle Bern
1968Galerie Hake, Köln

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2023Museum Jorn, Silkeborg (Dänemark)
Pinakothek der Moderne, München
Neuer Berliner Kunstverein (NBK)
Neue Nationalgalerie, Berlin
2022Ashmolean Museum, Oxford
2020Galerie Jochen Hempel, Leipzig
2018Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2017Imperial Ancestral Temple, Peking
CAFA Art Museum, Peking
Albertinum der Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Kupferstich-Kabinett Berlin
Kunsthaus Dresden
2016Martin-Gropius-Bau, Berlin
Arsenāls Exhibition Hall, Riga
Stedelijk Museum Amsterdam
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
Bozar Centre for Fine Arts, Brüssel
Puschkin-Museum, Moskau
2013Galerie Winter, Wiesbaden
2011Martin-Gropius-Bau, Berlin
Chinesisches Nationalmuseum, Peking
2012Neues Museum Weimar
Kunstakademie Düsseldorf
2010Städtische Galerie Dresden
2009Los Angeles County Museum of Art
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
Deutsches Historisches Museum, Berlin
2006Nationalmuseum für moderne und zeitgenössische Kunst, Seoul
Lehmbruck-Museum, Duisburg
Museum of Modern Art, New York City
Museum Liner, Appenzell (Schweiz)
Kunstverein Kassel
Leopold Museum, Wien
2004White Space Gallery, Peking
Städel Museum, Frankfurt am Main
Museo Nacional de Bellas Artes, Santiago
Museo Nacional de Arte Decorativo, Buenos Aires
2003Museu de Arte Moderna, São Paulo
Saint Louis Art Museum (USA)
Martin-Gropius-Bau, Berlin
Museum Dhondt-Dhaenens, Deurle (Belgien)
Neue Nationalgalerie, Berlin
1997Fondation Maeght, Saint-Paul-de-Vence (Frankreich)
1994Galerie Eva Poll, Berlin
1985Royal Academy of Arts, London
198441. Biennale in Venedig
1982documenta 7, Kassel
Martin-Gropius-Bau, Berlin
1979Kunstverein Hamburg
1976documenta 6, Kassel
1972documenta 5, Kassel

Biografie

1939geboren als Ralf Winkler in Dresden
1953-1954Malkurs an der Volkshochschule bei Jürgen Böttcher (Strawalde)
1955-1956Lehre zum Werbezeichner bei der DEWAG Dresden
Abbruch und Arbeit als Heizer, Postbote und Nachtwächter
1956-1957Abendkurs an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Bernhard Kretzschmar
1968Annahme des Pseudonyms A. R. Penck
1970Mitbegründer der Künstlergruppe „Lücke“ in Dresden
1972-1973Umzug nach Lindenau (Schneeberg), Militärdienst, Annahme des Pseudonyms Mike Hammer
1976Aufenthalt in Budapest, Umzug nach Dresden, Zusammenarbeit mit Jörg Immendorff
1978Mitbegründer der Obergrabenpresse Dresden
1980gezwungen die DDR zu verlassen, Ausreise nach Kerpen
1983Aufenthalt in Israel, Umzug nach London
1988-2003Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
2003Umzug nach Dublin
2017gestorben in Zürich

Preise und Stipendien

1987Preisträger der Nord-LB, Hannover
1985Kunstpreis Aachen
1981Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung in Basel
1975Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste, Berlin

Birds of Tegel
Fotografien von Daniel Poller
22. April – 11. Juni 2022

Wir bitten um das Tragen einer FFP2-Maske.

Mit „Tour imaginaire“ stellt die Galerie Poll erstmals Arbeiten von Andreas Silbermann in einer Einzelausstellung vor. Motive der zwischen 2020 und 2022 entstandenen Ölbilder und Bleistiftzeichnungen sind die Stationen einer Fahrt von Norddeutschland nach Süditalien. Das Ungewöhnliche an dieser Reise: Der Künstler musste seinen Heimatort nicht verlassen. Silbermanns Fortbewegung war einzig und allein angetrieben durch seine Einbildungskraft, die Imagination.

Ausgangspunkt der „Tour imaginaire“ war ein Wunsch nach Ortsveränderung während des Lockdowns. Deshalb entstanden die insgesamt 58 kleinformatigen Zeichnungen nicht im Atelier, sondern auf Silbermanns vor Wilhelmshaven ankernden, mit den Wellen sanft schaukelnden Segelboot. Später im Atelier dienten die nur 14,8 x 21 cm großen Zeichnungen teils wieder als Vorlage für Ölgemälde.

Die von Andreas Silbermann ins Bild gesetzten Stationen seiner fiktionalen Reise sind unspektakulär, „sehenswürdig“ werden sie allein durch seine Art der Darstellung. Die Motive beruhen größtenteils auf eigenen Fotos, hinzu kommen im Internet recherchierte Abbildungen: „Kiosk in Bremerhaven“, „Eisenbahnbrücke“, „Kleiner Wohnwagen“ oder „Kleines Haus mit Katzenklappe“. Die von ihm gezeichneten oder gemalten Tankstellen („Kleine weiße Tankstelle“), Lagerhallen („Halle 4“), Schuppen („Roter Schuppen“) oder Container („EVERGREEN“) liegen am Wegesrand, ihre genauen Standorte bleiben unerfindlich. Seine genaue Reiseroute gibt der Künstler nicht preis. Deutlich wird aber, dass er sich bei der Ermittlung der exakten „virtuellen“ Strecke im Internet zu Umwegen hat verführen lassen. An „Food’n Stop“ und „24 Hr Service“ führt der Weg von Wilhelmshaven nach Sizilien kaum vorbei, diese Stationen befinden sich offensichtlich in Amerika. Silbermann liebt den heimlichen Perspektivwechsel, seine Kunst des Umwegs macht es möglich: auch „Helgoland“ und „Wangerooge“ liegen, anders als das Val di Chiana oder Apulien, nicht auf der Strecke. Ebenso wenig wie Kohleabbaugebiete in der Lausitz.

Silbermann erfindet in seinen von starken Hell-Dunkel-Kontrasten geprägten Zeichnungen und den aus einem reizvollen Spiel mit Farben heraus komponierten Ölgemälden eigenartige Stimmungen und wechselndes Licht. Seine „Ortsveränderung“ verwandelt noch so banale Motive in Schauplätze der Imagination.

Andreas Silbermann, geboren 1964 in Wilhelmshaven, Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Braunschweig bei Prof. Hermann Albert, lebt und arbeitet in Berlin.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2023Städtische Galerie KUBUS, Hannover
2022Kunstverein Wolfenbüttel
Städtische Galerie KUBUS, Hannover
Galerie vom Zufall und vom Glück, Hannover
2016-2017Sprengel Museum Hannover
2015Forum Kunst Rottweil
Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
2011Kunstverein Hannover
Sprengel Museum Hannover
Städtische Galerie KUBUS, Hannover
2005Kunstverein Soltau
2004Galerie Tiedt (mit Lienhard von Monkiewitsch)
2001Mönchehaus Museum, Goslar
Galerie der Norddeutschen Landesbank Hannover
1997Kumho Museum of Art, Seoul
1996Kunstverein Wolfenbüttel
1991Moody Gallery, Houston (USA)
1990Kunsthalle Poznan (Polen)
Kunstverein Langenhagen
The Art Institute of San Antonio (USA)
1989Kunsthalle Rostock
1983Kunstverein Hannover
1982Ladengalerie, Berlin
1975Galerie Apex, Göttingen
Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin
1974Kunstverein Oldenburg
1973Museum Folkwang, Essen
Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig
LVR-LandesMuseum Bonn
1972Kunsthalle Kiel
Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen
1971Museum Bochum
Neue Galerie – Sammlung Ludwig, Aachen
1970Galerie Eva Poll, Berlin
1968Von der Heydt-Museum, Wuppertal
1967Großgörschen 35, Berlin
1965Galerie H., Hannover
1962Galerie Seide, Hannover

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2020Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2018Kornbrennerei Hainholz, Hannover
Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2015Galerie Alte Schule Adlershof, Berlin
2013Edelhof Ricklingen, Hannover
2010Museum Schloss Salder, Salzgitter
2007Sprengel Museum Hannover
2006Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
2002-2003„Kunst auf Rezept“, Wanderausstellung
2000Städtische Galerie KUBUS, Hannover
Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
1999Städtische Museen Heilbronn
1996Galerie Brose-Eiermann, Dresden
1993Galerie Eva Poll, Berlin
1991Kunstverein Wolfenbüttel
Städtische Galerie KUBUS, Hannover
1989Kunsthalle Rostock
1985Kunstverein Hannover
1984Galerie Eva Poll, Berlin
1981Neuer Berliner Kunstverein (NBK)
1980Neue Nationalgalerie, Berlin
1978Haus am Waldsee, Berlin
Kunstverein Hannover
Kunstverein Hamburg
1976Kunsthalle Mannheim
Lehmbruck-Museum, Duisburg
1975Kupferstich-Kabinett, Berlin
1974Kunstverein Konstanz
Ateneum, Helsinki
Kunstverein Hamburg
1972Schloss Morsbroich, Leverkusen
1971Haus am Waldsee, Berlin
1968Lehmbruck-Museum, Duisburg
Kunstverein Hannover
Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen

Biografie

1931geboren in Dormagen
1952-1959Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und Philosophie an der Universität zu Köln
1960-1964Arbeit als Kunsterzieher in Hannover
1964-1996Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
1969-1987Mitherausgeber der Zeitschrift „Kunst+Unterricht”
1977-1982Bildhauerprojekte im Bremer Gefängnis und in den Psychiatrien Wunstorf und Ochsenzoll (Hamburg)
1983Kauf der Kornbrennerei in Hannover-Hainholz
1985-1988Erster Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes
1990Gastprofessur in San Antonio (USA)
1996Gastprofessur in Bandung (Indonesien)

Siegfried Neuenhausen lebt und arbeitet in Hannover.

Preise und Stipendien

2011Innovationspreis Soziokultur (Fonds Soziokultur)
1989Kunstpreis der Niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion
1988Bundesverdienstkreuz, 1. Klasse
1986Kunstpreis der Stadtsparkasse Hannover und des Kunstvereins Hannover
1956-1960Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes

Einzelausstellungen (Auswahl)

2013Villa Le Guadalupe, Volterra (Italien)
2012Kunststiftung Poll, Berlin
2011Galerie Poll, Berlin
2010Burg Beeskow
2008Junge Welt Ladengalerie, Berlin
Inselgalerie, Berlin (mit Jenny Wiegmann-Mucchi)
Kunsthaus Apolda
2007Brecht-Weigel-Haus, Buckow
2006Universität Greifswald
Vineta Museum, Barth
1999Ephraim-Palais (mit Jenny Wiegmann-Mucchi)
Brecht-Haus Weißensee
Kunststiftung Poll, Berlin
1998Galerie am Prater, Berlin
Villa Marzoni, Tornaco (Italien)
Kunsthalle Mannheim
1997Berliner Dom, Kaiserliches Treppenhaus
1994Galerie Eva Poll, Berlin
Galleria L’Archivolto, Mailand
1989Galerie Eva Poll, Berlin
1987Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg (mit Jenny Wiegmann-Mucchi)
1983Altes Museum, Berlin
Kunsthalle Rostock
1977Galerie Eva Poll, Berlin (mit Jenny Wiegmann-Mucchi)
1974Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin
1969Kleine Galerie, Berlin
1967Galerie im Turm, Berlin
1963Museum der Bildenden Künste Leipzig
Staatliche Kunstsammlungen Weimar
Thüringer Museum Eisenach
1960Nationalgalerie, Berlin
Kunsthistorisches Museum Magdeburg
1959Stadtmuseum Jena
Meininger Museen
Staatliches Museum Schwerin
Museum der Stadt Greifswald
1955Deutsche Akademie der Künste, Berlin
Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Stedelijk Museum Amsterdam
1949Casa della Cultura, Mailand

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1998Kunsthalle Mannheim
1995Palazzo dell’Arte, Mailand
1993Martin-Gropius-Bau, Berlin
1986Museum der Bildenden Künste Leipzig
1984Altes Museum, Berlin
Palazzo Medici Riccardi, Florenz
1969/1977Nationalgalerie Berlin
1959Stadtmuseum Lindau
1957Puschkin-Museum, Moskau
195427. Biennale in Venedig
195226. Biennale in Venedig
1950Galleria Bergamini, Mailand
25. Biennale in Venedig
194824. Biennale in Venedig
1946Nationalmuseum Warschau
1945Villa Serbelloni, Bellagio (Italien)
Pallazzo Ducale, Genua
1937Weltausstellung, Paris
193620. Biennale in Venedig
193419. Biennale in Venedig
1933V. Triennale in Mailand
1932Galerie Bonaparte, Paris
1929Juryfreie Kunstschau Berlin
BZ, 10. Januar 2022
Berliner Zeitung, 4. Februar 2022
Tagesspiegel, 5. Februar 2022

Ausstellungen (Auswahl)

2023Galerie Berinson, Berlin
2017Max Liebermann Haus, Berlin
2016-2017Schaulager der Galerie Poll, Berlin
Museum für Fotografie, Berlin
1998Haus der Kunst, München
Friedrichswerdersche Kirche, Berlin
1967Galerie Hammer, Berlin
1963„Mit der Kamera durch Ost-Berlin“, Wanderausstellung
1960Bibliothèque nationale de France, Paris

Biografie

1899geboren in Turin
1917-1924Studium des Ingenieurwesens an der Università di Bologna
1918-1919Kriegsdienst in Italien
1924-1925Angestellter im Büro eines Bauunternehmers in Rom
1926-1928Arbeit bei dem Architekten und Maler Gigiotti Zanini in Mailand
1928-1930Aufenthalt und Atelier in Berlin, Illustrationen für Zeitschriften u. a. „Die Neue Revue” und „Der Querschnitt”, Freundschaft mit Ernesto De Fiori
1931-1934Atelier in Paris, Kontakte zur Gruppe der „Italiener in Paris“
1934Umzug nach Mailand, Kontakte zu antifaschistisch gesinnten Künstlern
1942-1944Einberufung zum Wehrdienst, Vernichtung von Atelier und Wohnung durch Luftangriff, Partisan bei den Garibaldi-Brigaden
1945-1950Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens, Arbeit als Architekt, Begründung der Künstlergruppe „Realismo“ in Mailand
1956-1961Gastprofessur für Malerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst, Berlin-Weissensee
1959Bühnenbilder für das Berliner Ensemble und das Deutsche Theater
1960-1961Gastprofessur am Institut für Kunsterziehung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
2002gestorben in Mailand

Preise und Stipendien

1982Hans-Grundig-Medaille des Verbandes Bildender Künstler der DDR, Berlin

Biografie

1939geboren in Hamburg, aufgewachsen in Westdeutschland und Schweden
1957Studium der Fotografie und Fotodesign an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie, München
1959Umzug nach Paris, Arbeit als Assistent für William Klein beim VOGUE-Magazin
1961Reisen nach Spanien und Marokko
Umzug nach Berlin nach dem Bau der Mauer
Bewegungsfreiheit in allen vier Sektoren
1966-1968Arbeit als Fotojournalist für STERN-Magazin
1968Reisen nach Prag, Warschau und Budapest
1971Fernsehdokumentation über die Sozialgeschichte der Fotografie für den WDR, Köln
seit 1972Arbeit als Mode- und Werbefotograf

Bernard Larsson lebt und arbeitet in München.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2017Beaugrand Kulturkonzepte Bielefeld
2014Galerie Poll, Berlin
2012Kunstkreis Hameln
2008Museum Hameln
Kunstkreis Hameln
2007Galerie Clasing & Etage, Münster
2006Beaugrand Kulturkonzepte Bielefeld
2005-2006Galerie Eva Poll, Berlin
2005Kunstkreis Hameln
Galerie Eva Poll, Berlin
2004Emsdettener Kunstverein
2002Kunstkreis Hameln
Galerie vom Zufall und vom Glück, Hannover
2001Galerie Otto, München
2000Kunstverein Bielefeld
1999Podium Kunst Schramberg
1998Universität Bielefeld
Kunststiftung Poll, Berlin
1995Kunstkreis Hameln
Galerie Otto, München
1992Kunstverein Bielefeld
1990Galerie Becker & Scherer, Miltenberg
1982Galerie Eva Poll, Berlin
1979Kunstkreis Hameln
Galerie Eva Poll, Berlin
1972Galerie Andre, Berlin
1971Galerieclub, Paderborn
Galerie M, Kiel
1969Galerie Trost, Lippstadt
Haus des Kieler Stadtklosters
1968Großgörschen 35, Berlin
1965Galerie Falazik, Bochum

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2018Kunststiftung Poll, Berlin
2016Galerie Poll, Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
2015-2016Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg
2014Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach
Haus am Kleistpark, Berlin
2007Kestner Gesellschaft, Hannover
2004Beaugrand Kulturkonzepte Bielefeld
2000Podium Kunst Schramberg
Städtisches Museum Schloss Salder, Salzgitter
1998Galerie Eva Poll, Berlin
1997Kunstverein Passau
1996Städtisches Museum Schloss Salder, Salzgitter
1994Haus der Kunst, München
1993Galerie Eva Poll, Berlin

Biografie

1938geboren in Hameln
1958-1959Studium an der Werkkunstschule Hannover bei Helmut Gressieker und Gerhard Wendland
1959-1966Studium der Kunst- und Werkpädagogik und der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Prof. Fred Thieler und Prof. Mac Zimmermann
1966Meisterschüler bei Prof. Fred Thieler
1964Mitbegründer der Ausstellungsgemeinschaft „Großgörschen 35“
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
Mitglied der „Neuen Gruppe” in München
1967-1997Lehrtätigkeit als Kunsterzieher an Gymnasien
1972Mitglied der Künstlergenossenschaft „zehn neun” in München
2017gestorben in Hameln

Preise und Stipendien

2006Kunstpreis der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
1985Niedersächsisches Künstlerstipendium

Einzelausstellungen (Auswahl)

2023Galerie Wolfgang Jahn, Landshut
2021Galerie 100, Berlin (mit Walter Santoni)
2018Semjon Contemporary, Berlin
2016Semjon Contemporary, Berlin
2015Fundación Pasaje 865, Buenos Aires
2011Die Hamburger Galerie, Hamburg
2010Kunsthalle Zellingen
Galerie Poll, Berlin
2009Galerie Riddagshausen, Braunschweig
2007Kommunale Galerie Berlin
Galerie Hermeyer, München
2006Galerie Lavignes-Bastille, Paris
Berenberg-Gossler-Haus, Hamburg
2005Galerie Pillango, Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
2004Galerie Norbert Ebert, Darmstadt
Galerie Magdalena Kaiser, Siegen
2003Galerie der Druckerei Conrad, Berlin
2001Kunststiftung Poll, Berlin
1999/1998Kunststiftung Poll, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2023Bröhan-Museum, Berlin
2019/2020Verein Berliner Künstler, Berlin
2017Galerie Kristine Hamann, Wismar
2016Kunststiftung Poll, Berlin
2015Salon Gras Fressen, Berlin
2014Semjon Contemporary, Berlin
Museum Schloss Ribbeck, Nauen
Galerie Poll, Berlin
2013Galerie Pillango, Berlin
Deutsche Bank Kunsthalle, Berlin
2012Kunststiftung Poll, Berlin
Galerie Schmalfuss, Berlin
Akademie der Künste, Baku (Aserbaidschan)
Galerie per-seh, Hannover
2011Pavillon am Milchhof, Berlin
Verein Berliner Künstler, Berlin
Kreativstadt Weißensee – ECC, Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
2010Galerie von Knobelsdorf, Haseldorf
Verein Berliner Künstler, Berlin
2009Galerie Riddagshausen, Braunschweig
Galerie Poll, Berlin
Heidrichs Kunsthandlung, Berlin
Kommunale Galerie Berlin
Akademie der Künste, Baku (Aserbaidschan)
Galerie Magdalena Kaiser, Siegen
2008Kunstraum Heiddorf
Salon Gras Fressen, Berlin
Galerie per-seh, Hannover
Rathaus Hondschoote (Frankreich)
St. Walburga, Veurne (Belgien)
Zeche Zollverein, Essen
2007„Geschichten vom Wasser“, Wanderausstellung
Hamburger Kunsthalle
Salon d’art contemporain de Montrouge (Frankreich)
2006Kunstsammlung Neubrandenburg
Salon Gras Fressen, Berlin
Galerie Pillango, Berlin
2005Kunst- und Kulturverein Alte Schule Baruth
Kunststiftung Poll, Berlin
2004Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie Michael W. Schmalfuss, Marburg
KioskShop Berlin
1998Nositiv Atelier, Berlin
Galerie im Treppenhaus, Berlin
1997Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
Dirty Windows Gallery, Berlin
1996Dirty Windows Gallery, Berlin
Nositiv Atelier, Berlin

Biografie

1962geboren in Berlin
1982-1985Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Berlin
1985-1989Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Georg Baselitz
1984-1986Mitglied der Künstlergruppe „Gras Fressen” in Berlin
gemeinsame Publikationen mit H.H. Zwanzig
seit 1989„Nositiv Atelier” zusammen mit H.H. Zwanzig
seit 2015Ausstellungsprojekte in der Toscana-Kunsthalle der ECC – Kreativstadt Weißensee

Susanne Knaack lebt und arbeitet in Berlin.

Einzelausstellungen

2016Schaulager der Galerie Poll, Berlin
2011Kunststiftung Poll, Berlin
2006Kunststiftung Poll, Berlin
2005POLLstudio, Berlin
1992Fabrikhalle Zauchwitz
1987Galerie Poll, Berlin
1983Galerie Poll, Berlin (mit Anne-Marie Nordin)
1981Galerie Poll, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016Kunststiftung Poll, Berlin
2007Kunststiftung Poll, Berlin
1996Galerie Poll, Berlin
1982Kunsthuset Stockholm
Kunstverein München
Galerie Eva Poll, Berlin
École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris
Hochschule der Künste Berlin
1981Goethe-Institut London
Centre National d’Art Contemporain, Nizza
1980Galerie Eva Poll, Berlin
1979Galerie Böttcherstraße, Bremen
1978Galerie Eva Poll, Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019Galerie Boa, Paris
2018Posco Art Museum, Séoul (mit Hoon Moreau)
2014Galerie Art Cube, Paris
2012Gallery Guy Pieters, Knokke-Heist (Belgien)
2011Kunsthalle St. Annen, Lübeck
2010Ludwig Museum Koblenz
2005Maison Européenne de la Photographie, Paris
2004Nationale Kunstmuseum der Ukraine, Kiew
2002Fondation Vasarely, Aix-en-Provence
1994Le Palais des Congrès de Paris
1991Gallery Art Point, Tokio
1990Mayer-Schwarz Gallery, Los Angeles
1987Musée de Beaux-Arts de Carcassonne
1986Kunstamt Wedding, Berlin
1983Galerie Eva Poll, Berlin
1979Galerie Eva Poll, Berlin
1972Palais des Beaux-Arts, Brüssel
1971ARC, Musée d’Art Moderne de la Ville Paris
1968Fondation Maeght, Saint-Paul-de-Vence (Frankreich)
1966-72Galerie Mathias Fels, Paris
1964Galerie Friedrich, München

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2023Galerie Boa, Paris
2022Kunsthalle St. Annen, Lübeck
2018-2019Pavillion der Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
2017-2018Galerie Clémence Boisanté, Montpellier
2014Galerie Boa, Paris
2006Martin-Gropius-Bau, Berlin
2004Nationales Kunstmuseum der Ukraine, Kiew
2001Nationalversammlung Paris
1997Centre Georges-Pompidou, Paris
1995Bundeskunsthalle, Bonn
1993Galerie Eva Poll, Berlin
1991Münchner Stadtmusum
1990Kunsthalle Düsseldorf
1988Museum für zeitgenössische Kunst, Seoul
1982Bridgestone Museum of Art, Tokyo
1980Musée d’Art Contemporain, Montréal
1976Centre Georges-Pompidou, Paris
1971Musée d’Art Moderne de la Ville Paris
1970Palais des Beaux-Arts, Brüssel

Biografie

1935geboren in Lübeck
1956-1958Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Hans Jaenisch
1958-1959Meisterschüler bei Prof. Hann Trier
1959Umzug nach Paris
1971Lehrauftrag an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg
1981Gastdozent an der Städelschule, Frankfurt am Main
Aufenthalt in New York
1985-1986Lehrauftrag an der Europäischen Kunstakademie Trier

Peter Klasen lebt und arbeitet in Paris.

Preise und Stipendien

1976Premio San Michele, Brescia (Italien)
1969Europapreis für Malerei, Ostende (Netherlands)
1961Premio Lissone, Lignano (Italien)
Franz-Roh-Preis, München
1959Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie

Einzelausstellungen (Auswahl)

2020Galerie Alain Margaron, Paris
2017Galerie Malingue, Paris
2015Galerie Bertrand Trocmez, Clermont-Ferrand (Frankreich)
2005National Academy Museum, New York City
2004Centre Georges Pompidou, Paris
1990Tate Gallery, Liverpool
Institut Valencià d’Art Modern (Spanien)
1986Peggy Guggenheim Collection, Venedig
1985Rachel Adler Gallery, New York City
1984Galerie Eva Poll, Berlin
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
1980Galerie Eva Poll, Berlin
1979-1980 „Dessins 1930-1978”, Wanderausstellung
Musée d’Art Moderne, Straßburg
1978Galerie Karl Flinker, Paris
1977Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
1975-76Galerie Der Spiegel, Köln
1975Galerie Karl Flinker, Paris
1970-1971 „40 ans de dessins 1930-1970”, Wanderausstellung
1970Grand Palais, Paris
1966Galerie Arcanes, Brüssel
Galerie du Dragon, Paris
1964Gallery of Modern Art, New York City
Galerie Yvon Lambert, Paris
1956/58/61Galerie Cahiers d’Arts, Paris
1951The Hanover Gallery, London
Sala degli Specchi, Venedig
Feigl Gallery, New York City
1945Baltimore Museum of Art
Galerie Paul Rosenberg, New York City
1943Arts Club of Chicago
1940Georgette Passedoit Gallery , New York City
1939Whyte Gallery, Washington, D.C.
1937San Francisco Museum of Art
1936Valentine Gallery, New York City
1934John Becker Gallery, New York City
1932Galerie Pierre, Paris

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2017Galerie Poll, Berlin
1991Musée d’art moderne de la Ville de Paris
1942Virginia Museum of Fine Arts, Richmond (USA)
1937London Gallery
1933Galerie Pierre, Paris

Biografie

1904geboren als Jean Bichier in Couterne (Frankreich)
1921Lehre in einem Architekturbüro in Paris
1922-1923Arbeit als Zeichner bei einem Architekten, erste Bilder und Aquarelle
1929Mitbegründer der Künstlergruppe „Art concret” in Paris
1931Mitbegründer der Künstlerbewegung „Abstraction – Création” in Paris
1933-1934Reisen nach England und in die USA
1940-1944Wehrdienst, deutsche Kriegsgefangenschaft, Flucht und Rückkehr über Frankreich in die USA, Niederlassung in New York City
1946Rückkehr nach Paris
1948/1955Reisen nach Italien (Venedig, Genua, Rom)
1971-1972Reisen in den Tschad, nach Kamerun, Deutschland und in die ČSSR
1973Übersiedlung nach Bigeonnette bei Chartres
1987gestorben in Paris

Preise und Stipendien

1980Kunstpreis der Stadt Paris

Einzelausstellungen (Auswahl)

2020Benrubi Gallery, New York City
2019Walter Maciel Gallery, Los Angeles
2014Benrubi Gallery, New York City
2012San Jose Museum of Art (USA)
2010Kunststiftung Poll, Berlin
2009Rena Bransten Gallery, San Francisco
2003Feigen Contemporary, New York City
2001Rena Bransten Gallery, San Francisco
Bellevue Arts Museum (USA)
20.21 Galerie Edition Kunsthandel, Essen
1999Galerie Kapinos, Berlin
Feigen Contemporary, New York City
1997Dogenhaus Projekte, Berlin
1994Kunst-Werke Berlin
Rena Bransten Gallery, San Francisco
1991Film Forum, Tokio
1990Centro Cultural São Paulo (Brasilien)
Fuller Gross Gallery, San Francisco
1989Portland Museum of Art, Oregon
1987Institute of Contemporary Art, Boston
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond (USA)
1986Institute of Contemporary Art, Boston
Carnegie Museum, Pittsburgh
Ted Greenwald Gallery, New York City
1984University Art Museum, Berkeley (USA)
Whitney Museum, New York City
Institute of North American Studies, Barcelona
1981Institute of Contemporary Art, Los Angles
Anthology Film Archives, New York City
1980Washington Project for the Arts, Washington, D.C.
1978La Mamelle Arts Center, San Francisco
1976Long Beach Museum of Art (USA)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2019Bundeskunsthalle, Bonn
Museum of Contemporary Art, Chicago
Kunsthalle Rostock
2016Berlinische Galerie, Berlin
Rena Bransten Gallery, San Fransisco
2014Borusan Contemporary, Istanbul
2012Villa Jauss, Oberstdorf
2011Galerie Poll, Berlin
2010Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien
2009Georgetown University Art Galleries, Washington, D.C.
Berlinische Galerie, Berlin
Bonni Benrubi Gallery, New York City
2008Goethe-Institut Hong Kong
J. Paul Getty Museum, Los Angeles
2007Hartware MedienKunstVerein, Dortmund
Kunst-Werke, Berlin
Kunstmuseum Stuttgart
2006Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien
Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg
Miami Art Museum
2004Aeroplastics Contemporary, Brüssel
Barbara Krakow Gallery, Boston
Rena Bransten Gallery, San Fransisco
200225. Biennale in São Paulo
Elias Fine Art, Boston
Henry Art Gallery, Seattle
2001Mary Boone Gallery, New York City
Museum voor Moderne Kunst, Oostende (Belgien)
2000Zeche Zollern II/ IV, Dortmund
Contemporary Arts Center, New Orleans
1999Centro de Fotografia, Universidad de Salamanca (Spanien)
M.H. de Young Memorial Museum, San Francisco
1996Philadelphia Museum of Art
The American Academy in Rome
Berlinische Galerie
Martin-Gropius-Bau, Berlin
San Francisco Museum of Modern Art
1993Durham Art Gallery, Ontario (Kanada)
Vancouver Art Gallery
Museum of Modern Art, New York City
1992-1993Museum of Contemporary Art, Chicago
1992Rena Bransten Gallery, San Francisco
1991Mincher Wilcox Gallery, San Francisco
Christopher Grimes Gallery, Santa Monica
1990Long Beach Museum of Art (USA)
San Francisco Museum of Modern Art
1988The Oakland Museum
„American Landscape Video“, Wanderausstellung
1987World Wide Video Festival, Den Haag
Japan 87 Video Television Festival, Tokio
1985Los Angeles Contemporary Exhibitions
Long Beach Museum of Art (USA)
Whitney Museum of American Art, New York City
1984Centro Cultural Candido Mendes (Brasilien)
Institute of Contemporary Art, Boston
34. Internationale Filmfestspiele Berlin
1983Institute of Contemporary Art, Boston
Minneapolis College of Art and Design
Walker Art Center, Minneapolis
1982Museum of Modern Art, New York City
San Francisco International Video Festival
1981The American Film Institute Video Festival, Washington D.C.
The American Center, Paris
1980Contemporary Arts Museum, Houston
1979San Francisco Museum of Modern Art
1977documenta 6, Kassel

Biografie

1944geboren in San Francisco
1966Bachelor of Arts in Anthropologie am Harvard College, Cambridge
1967Teilnahme am neunwöchigen Sommerprogramm an der Skowhegan School of Painting & Sculpture, Madison (USA)
1969Master of Fine Arts in Bildhauerei an der Rinehart School of Sculpture des Maryland Institute of Art, Baltimore (USA)
1971-1978Mitbegründer des Künstlerkollektivs „T.R. Uthco” in San Francisco
1980-2008Professur für Medienkunst am San Francisco Art Institute
2008-2015Gastkünstler für Bildende Künste am California College of the Arts, San Francisco

Doug Hall lebt und arbeitet in San Francisco.

Preise und Stipendien

1999Flintridge Foundation Award for Visual Artists
1995-1996Rome-Preis der American Academy in Rome
1992-1993Künstlerstipendium des California Arts Council
1991-1992John-Simon-Guggenheim-Stipendium
1989Stipendium der Rockefeller-Stiftung, New York
1966-1969Rinehart-Stipendium für ein Hochschulstudium

Einzelausstellungen (Auswahl)

2018Städtisches Museum Eisenhüttenstadt
2017Ulster Museum, Belfast
2014Raab Galerie, Berlin
2011Bollag Galleries, Zürich
2010Deutsches Generalkonsulat, New York City
2008Dietz Space, New York
2006Kunsthaus Potsdam
2002Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
1998Goethe-Institut Lisabonn
Goethe-Institut Porto
Goethe-Institut Damaskus
1997Galerie Pro Arte, Freiburg
1995Galerie Eva Poll, Berlin
1992Galerie Grashey, Konstanz
Galerie Eva Poll, Berlin
1990Galerie Jeroch, Hannover
Galerie Grashey, Konstanz
1989Galerie Eva Poll, Berlin
1988Galerie Cramer Schirner, Bonn
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
Galerie Lavignes-Bastille, Paris
1987Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie List, Hannover
1986Galerie von Loeper, Hamburg
Kunstverein Schering, Berlin
1984Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie A., Brüssel
1982Galerie Interni, Berlin
Galerie Eva Poll, Berlin (mit Thomas Lange)
1981Galerie am Moritzplatz, Berlin
Galerie Eva Poll, Berlin
1979Galerie am Moritzplatz, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2020Kunsthalle Emden
2018-2019Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2016Galerie Poll und Kunststiftung Poll, Berlin
2015Raab Galerie, Berlin
Städel Museum, Frankfurt am Main
2014Galerie Poll, Berlin
2010Ephraim-Palais, Berlin
2007Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
2006Kunstforum Berliner Volksbank, Berlin
2000Raab Galerie, Berlin
1999Bundeskunsthalle, Bonn
1995ehem. Staatliche Kunsthalle, Berlin
St. Jacobi-Kirche, Berlin
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
1989Contemporary Art Center, Osaka (Japan)
Berlinische Galerie
1987„Berliner Stadtlandschaften”, Wanderausstellung
1985Centro Cultural, Madrid
1982Galería de Arte, Altos de Chavón (Dominikanische Republik)
1980Galerie Eva Poll, Berlin
1979Galerie am Moritzplatz, Berlin
1978Große Kunstausstellung München

Andreas Silbermann Tour imaginaire
Malerei und Zeichnungen
2020-2021
4. März – 16. April 2022, Eröffnung: 3. März, 18-21 Uhr

Wir bitten um das Tragen einer FFP2-Maske.

Biografie

1958geboren als Gabriele Thieler in München, aufgewachsen in Berlin
1976-1981Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei K.H. Hödicke
1981Meisterschülerin bei K.H. Hödicke
1979Mitglied der „Galerie am Moritzplatz“, Berlin
1982Aufenthalt in Santo Domingo (Dominikanische Republik )
1986Arbeitsaufenthalte in Argentinien und Brasilien
1987-1988Studienreise nach Japan und Chile mit Arbeitsaufenthalt in der Atacama-Wüste
1994-1999Mitglied der Jury des Fred-Thieler-Preises für Malerei
1998Studienreise durch Syrien

G.L. Gabriel lebt und arbeitet in Berlin.

Preise und Stipendien

1984Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn
19811. Preis bei der Ausschreibung „Kunst am Bau“, Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)

2023ARoS Aarhus Kunstmuseum (Dänemark)
2020 Perrotin Gallery, New York City
2016Ludwig Museum, Koblenz
Galerie Geuer & Geuer, Düsseldorf
Perrotin Gallery, New York City
2015Reykjavik Art Museum
Galerie Ernst Hilger, Wien
Mana Contemporary, Chicago
Centre Cristel Éditeur d’Art, Saint-Malo (Frankreich)
Museum Angerlehner, Thalheim bei Wels (Österreich)
2014Turku Art Museum (Finnland)
Musée d’Art Contemporain de Lyon
Galerie Louis Carré & Cie, Paris
The Mayor Gallery, London
2013Galerie Ernst Hilger, Wien
L’Aspirateur, Narbonne
Reykjavik Art Museum
2011-12Schirn Kunsthalle Frankfurt
2010Centre Georges-Pompidou, Paris
2009Musée National d’Art Moderne, Paris
2006Institut Valencià d’Art Modern (Spanien)
2005Galerie Ernst Hilger, Wien
Es Baluard Museu d’Art Contemporani de Palma
2001Reykjavik Art Museum
1999Jeu de Paume, Paris
1994Fruitmarket Gallery, Edinburgh
1985ARC, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
1981Galerie Maeght, Zürich
1979Galerie Buchholz, München
Galerie Beaubourg, Paris
Galleria Arte Borgogna, Mailand
Galerie Fred Lanzenberg, Brüssel
1978Galerie Sven Hansen, Kopenhagen
1977Galerie Beaubourg, Paris
1976Rotterdamse Kunststichting, Rotterdam
1975Musée des Beaux-Arts de Brest
Papspalast, Avignon
1974D.K. Bookhouse, Bangkok
1973Galleria Arte Borgogna, Mailand
Galerie Benador, Genf
Galerie Buchholz, München
1972Galerie Boulakia, Paris
1970Galerie André, Berlin
Musée Galliera, Paris
1969ARC, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
Galerie Heland, Stockholm
Galerie Thelen, Essen
Galleri Östergren, Malmö
1968Galerie Givaudan, Paris
Galerie Mendoza, Caracas (Venezuela)
1967Galleria Schwarz, Mailand
Galerie Krikhaar, Amsterdam
1966Galerie Kalédoscope, Gent
1965Galleria L’Attico, Rom
Listamannaskálinn, Reykjavik
Galerie Saint Germain, Paris
Galerie J. Ranson, Paris
1964Gertrude Stein Gallery, New York City
Eduard Smith Gallery, New York City
Galleria Schwarz, Mailand
1963Galerie Sydow, Frankfurt
Galerie Saint Germain, Paris
1962Galerie J. Dols, Lüttich
1961Galleria del Naviglio, Mailand
1960Galerie Chirvan, Paris
Listamannaskálinn, Reykjavik
1958Bezalel National Museum, Jerusalem
Museum of Modern Art, Haifa
1957Listamannaskálinn, Reykjavik
1956Galleria Schneider, Rom
Galleria Montenapoleone, Mailand
1955Galleria Santa Trinità, Florenz

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2021Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2018Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2017Galerie Poll, Berlin
2014Arsenal Saint-Jean – Musées de Soissons (Frankreich)
201312. Biennale in Lyon
1984Galerie Eva Poll, Berlin
1978Reykjavik Arts Festival
1976OK Harris, New York City
1975Sigma Festival, Bordeaux
17. Architekturbiennale in Venedig

Biografie

1932geboren als Guðmundur Guðmundsson in Ólafsvík (Island)
1949-1951Studium der Kunstpädagogik an der Mal- und Handwerkerschule, Reykjavik
1951Studium an der Kunsthochschule, Oslo
1953Studienreisen nach Spanien, Deutschland und Frankreich
1954Umzug nach Florenz
1955-1957Akademie der Künste Florenz
Mosaikstudien in Ravenna (Italien) und in Reykjavik
1957Aufenthalt in Israel
1958Umzug nach Paris
1967Umbennenung zu Erró, Veröffentlichung des Filmes „Grimaces”
1972-1985Aufenthalte in Thailand und im Südostasien
1990-1994Reise nach Vietnam und Angkor Wat (Kambodscha)

Erró lebt und arbeitet in Paris.

Preise und Stipendien

2010Französischer Nationalorden der Ehrenlegion (Ritter)

Einzelausstellungen (Auswahl)

2016Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte (Schloss Gottorf), Schleswig
Kunststiftung Poll, Berlin
2015Willy-Brandt-Haus, Berlin
2010Kulturzentrum Marstall, Ahrensburg
2009Fabrik der Künste, Hamburg
2006Freie Akademie der Künste in Hamburg e.V.
2003Galerie Eva Poll, Berlin
1990Galerie Eva Poll, Berlin
1988Kunstverein Karlsruhe
Staatliche Kunsthalle Berlin
1987Kunsthalle zu Kiel
Museum Hansestadt Lübeck
1986Freie Akademie der Künste in Hamburg e.V.
1984Hamburger Kunsthalle
1983Galerie Eva Poll, Berlin
1976Kunstverein Flensburg
1975Von der Heydt-Museum, Wuppertal
Galerie Eva Poll, Berlin
1974Kunsthalle zu Kiel
1973Galerie Eva Poll, Berlin
1972Kunsthaus Hamburg
1965Kunstverein Marburg

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016Kunststiftung Poll, Berlin
2014Kunsthaus Hänisch, Kappeln
2012Städtische Museen Heilbronn
2011Kunststiftung Poll, Berlin
2004Märkisches Museum, Witten (in Kooperation mit der Galerie Eva Poll)
2003Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte (Schloss Gottorf), Schleswig
1997Galerie Eva Poll, Berlin
1989Städtische Galerie Oberhausen
Staatliche Kunsthalle Berlin
1985-1986Neue Nationalgalerie Berlin
1984Galerie Eva Poll, Berlin
1983-1984Kunstverein Trondheim (Norwegen)
Kunstnernes Hus, Oslo
Kunsthalle Malmö (Schweden)
Århus Kunstmuseum (Dänemark)
1980Kunstverein Augsburg
Frankfurter Kunstverein
1978Kunsthaus Hamburg
Kunstverein Hamburg
1977Kasseler Kunstverein
1974Kunstverein Hamburg
Kunsthalle Tübingen
1968Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schleswig

Biografie

1926geboren in Hamburg
1942-1945Lehre als Lithograph in Hamburg und Leipzig
1943neunmonatige Unterbrechung (Reicharbeitsdienst)
1944-1945Militärdienst und Kriegsgefangenschaft
1945-1950Studium an der Landeskunstschule Hamburg bei Prof. Willem Grimm und Prof. Erich Hartmann
1948-1949Stipendium für zwei Semester an der Königlichen Akademie in Stockholm
seit 1950Arbeit als freischaffender Maler in Hamburg
1964Lehrer für räumliches Darstellen an der Ingenieurschule für Fahrzeugtechnik in Hamburg
1975-1984Lehrauftrag für Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung Kiel
1984gestorben in Tremsbüttel (Verkehrsunfall)

Preise und Stipendien

1981Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel
1970Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg
1966Stipendium des Landes Schleswig-Holstein

Einzelausstellungen (Auswahl)

2014Galerie Hovestadt, Nottuln
2007Kulturzentrum Kolvenburg, Billerbeck
2005Kesselhaus Linden, Hannover
Kunsthaus Potsdam
2000Kesselhaus Linden, Hannover
1995Galerie Limmer, Freiburg
1989Galerie Eva Poll, Berlin
1985Staatliche Kunsthalle Berlin
1980Galerie Eva Poll, Berlin
1977Museum Ulm
Kunstverein Hannover
1976Galerie Eva Poll, Berlin
1972Institut für Moderne Kunst, Nürnberg
1969Galerie Niepel, Düsseldorf
1966Großgörschen 35, Berlin
1964Großgörschen 35, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2018Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2015-2016Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg
2014Haus am Kleistpark, Berlin
Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach
2012Städtische Museen Heilbronn
2008Museum der Stadt Ratingen
2007Kunsthaus Potsdam
2005-2006Galerie Eva Poll, Berlin
Universität der Künste (UdK)
Berlinische Galerie
1991„Interferenzen”, Wanderausstellung
Kunsthalle Düsseldorf
The Hugh Lane Gallery, Dublin
1990Altes Museum Berlin
Berlinische Galerie
1988Berlinische Galerie
1987Staatliche Kunsthalle Berlin
1983Hirshhorn Museum, Washington, D.C.
1980Institute of Contemporary Arts, London
1977New School Art Center, New York City
19765. Biennale für Druckgrafik, Florenz
4. Biennale für Druckgrafik, Krakau (Polen)
197425. Salon de Jeune Peinture, Paris
X. Biennale Internationale d’Art, Menton
19717. Biennale des Jeunes, Paris
1966Märkisches Museum, Witten
1965Großgörschen 35, Berlin

Biografie

1940geboren in Hanau
1956-1959Staatlichen Zeichenakademie, Hanau
1959-1966 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München, der École nationale supérieure des Beaux-Arts de Paris und der Hochschule für Bildende Künste, Berlin
1964Meisterschüler bei Prof. Hann Trier
Mitbegründer der Ausstellungsgemeinschaft „Großgörschen 35“
1972Mitbegründer der „Gruppe Aspekt“ in West-Berlin
1977Professor für Malerei an der Hochschule der Künste Berlin
1977-2014Atelier in Manhattan, New York City

Hans-Jürgen Diehl lebt in Strodehne.

Joachim Schmettau zum 85. Geburtstag
Papierarbeiten und Skulpturen

14. Januar – 26. Februar 2022
Eröffnung: 13. Januar, 18-21 Uhr

Für den Besuch der Ausstellung gilt eine FFP2-Maskenpflicht.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2022Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke (mit Manfred Vogel)
2014Kunststiftung Poll, Berlin
Städtische Galerie Herne
Kunstraum Potsdam
2012Katholische Akademie Franz-Hitze-Haus, Münster
2009Kunststiftung Poll, Berlin
2007Kunstmuseum Ahlen
Galerie Clasing, Münster
2005Galerie Eva Poll, Berlin
2004Kunststiftung Poll, Berlin
2000Märkisches Museum, Witten
1997Kunstmuseum Ahlen
1991Saddleback College Art Gallery, Mission Viejo (USA)
1986Museum Bochum
The Round Gallery, Kairo
1984Kunsthalle Recklinghausen
1982National Center of Arts, Kairo
1975Kunstmuseum Düsseldorf
1972Galerie Eva Poll, Berlin
1969Galerie Eva Poll, Berlin
1965Galerie Klaus Lüpke, Frankfurt am Main

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016Galerie Poll, Berlin
2009Kunstmuseum Ahlen
Galerie Clasing, Münster
200811. Internationale Kairo Biennale, Giza (Ägypten)
2005Galerie Eva Poll, Berlin
2003Kunsthaus Potsdam
1998Galerie Eva Poll, Berlin
1996Gustav-Lübcke-Museum, Hamm
1995Bundeskunsthalle, Bonn
1984Nationalgalerie, Athen
1979Staatliche Kunsthalle Berlin
Staatliche Kunstsammlungen Kassel
1977Villa Romana, Florenz
Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
1974„Arte de hoy en la RFA”, Wanderausstellung
1971Kunsthalle Bielefeld
19705. Triennale für farbige Grafik, Grenchen (Schweiz)
1969Große Kunstausstellung München
„40 Deutsche unter 40”, Wanderausstellung
Kunsthalle Bremen
1968Nagaoka Contemporary Art Museum (Japan)
Pratt Center, New York City
1967Goethe-Institut Paris
1965Kunsthalle Bremen
1963Große Kunstausstellung München
„Contemporary Prints from Germany II”, Wanderausstellung
1961Große Kunstausstellung München

Biografie

1939geboren in Gräfendorf
1945Umzug nach Oldenburg
1959-1963Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Prof. Fred Thieler und Prof. Mac Zimmermann
1968Mitbegründer der Künstlergruppe „B1“ im Ruhrgebiet
1969Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund und im Deutschen Künstlerbund
1969-1973Mitbegründer der System-Design-Planungsgruppe für visuelle Leitsysteme
1972-2004Professur für Design an der Fachhochschule Münster
1979Gastprofessur an der Fakultät für Angewandte Kunst der Helwan University, Kairo
1988Mitglied in der Neuen Darmstädter Sezession
1991Mitglied in der Neuen Gruppe München
2008Gastprofessur am Higher Institute of Applied Arts, Madinat as-Sadis min Uktubar (Ägypten)
2022gestorben in Berlin

Preise und Stipendien

1977Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen
1973-1974 Rom-Preis der Deutschen Akademie Villa Massimo
1969Kunstpreis Villa Romana, Florenz
Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen

Einzelaustellungen

2008Galerie Eva Poll, Berlin (mit Peter Sorge)
1973Serpentine Gallery, London
1971Galerie Eva Poll, Berlin

Gruppenausstellungen

2017-2018Galerie Eva Poll, Berlin
2013Galerie Eva Poll, Berlin

Biografie

Ian Colverson

1940geboren in London
1962Abschluss an der Slade School of Fine Art, London
Aufenthalte in Rom und Paris
Lehrauftrag an der University of California, Los Angeles
1969-2005Gründung einer neuen Abteilung für Druckgrafik und Leiter der Abteilung für zweidimensionale Studien am Bradford Regional College of Art (UK)
1970-1971Reisen nach Berlin
2002gestorben in Huddersfield (UK)

Denis Masi

1942geboren in West Virginia (USA)
1960-1964Studium an der Seton Hall University, New Jersey (USA)
1964-1966Studium an der Accademia di Belle Arti di Brera, Mailand
1966-1967Aufenthalt in Paris
1967-1968Aufbaustudium an der Slade School of Fine Art, London
1968-1971Lehrauftrag am Bradford Regional College of Art (UK)
1970-1996Lehrauftrag am Croydon College, London
1970-1971Reisen nach Berlin
1981-1982Aufbaustudium an der Chelsea School of Art, London
1984Bühnenbilder und Kostüme für das „Rational Theatre“ und das „Hidden Grin Theatre“, London
1988-2000Lehraufträge an der Wimbledon School of Art, London und an der University of Surrey, Guildford (UK)
1996-2009Lehraufträge an der Slade School of Fine Art, London und am University College, London
2005-2009Mitglied der British School in Rom und der British Academy, London

Denis Masi lebt und arbeitet in London.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2021Galería Mayoral, Barcelona
2017Galería Álvaro Alcázar, Madrid
20153 Punts Galería, Barcelona
2013Instituto Valenciano de Arte Moderno, Valencia
2011Sala de Arte Van Dyck, Gijón (Spanien)
2009Centro Cultural „Infanta Cristina“, Madrid
2006Palacio de Exposiciones y Congresos, Sevilla
2005Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid
2003Museo Casa de la Moneda, Madrid
Królikarnia-Palast, Warschau
2002Centro Cultural San Marcos, Toledo (Spanien)
El Carmen de la Fundación Rodríguez-Acosta, Granada
2001Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid
1998Galerie Eva Poll, Berlin
1997Sala García Castañón, Pamplona
Museo de Santa Cruz, Toledo (Spanien)
1996Galería Pelaires, Palma de Mallorca
1995Galería Barcelona, Barcelona
1994Banco Zaragozano, Saragossa
Galería Punto, Valencia
Galerie Eva Poll, Berlin
1990Palazzo dei Diamanti, Ferrara
Museo de Bellas Artes de Bilbao
1985Galleria Bronda, Helsinki
Galerie Eva Poll, Berlin
1983Galerie Eva Poll, Berlin
1982Biblioteca Nacional de España, Madrid
1979Galerie San Diego, Bogotá (Kolumbien)
Galleria Senior, Rom
1975Musée d’art moderne de la Ville de Paris
1972Museo de Arte Contemporáneo, Madrid
Galerie Eva Poll, Berlin
1971Istituto di Storia dell’Arte, Parma (Italien)
Galería Tolmo, Toledo (Spanien)
1970Galerie Eva Poll, Berlin
1969Silvan Simone Gallery, Los Angeles
Galleria Senior, Rom
1967Bertha Schaefer, New York City
1966Mills College Art Gallery, Oakland (USA)
1965Galería Juana Mordó, Madrid
1963Galería Biosca, Madrid
1959Galleria L’Attico, Rom
1954Galería Altamira, Madrid

Gruppenaustellungen (Auswahl)

2023Neuer Berliner Kunstverein (NBK)
DAAD-Galerie, Berlin
Galerie im Körnerpark, Berlin
Ludwig Museum, Koblenz
2021Galería Álvaro Alcázar, Madrid
2018Museo de Arte Contemporáneo, Madrid
2017-2018Galerie Poll, Berlin
2015Tate Gallery of Modern Art, London
2012Museo de Arte Contemporáneo, Oaxaca (Mexiko)
2010Museo Municipal de Valdepeñas (Spanien)
2008Palazzo Sant’Elia, Palermo
Palacio de la Bolsa, Madrid
2007Galeria Sala Maior, Porto (Portugal)
2004Museo del Patrimonio Municipal, Málaga (Spanien)
Kunsthalle Budapest
Národní Galerie, Prag
2000Salas Nacionales Bab El Kebir y Bab Ruagh, Rabat
Salas del Foro de Asilah (Marokko)
Centro Andaluz de Arte Contemporáneo, Sevilla
Círculo de Bellas Artes, Madrid
1993Galerie Eva Poll, Berlin
1989Städtische Kunsthalle Mannheim
Kunstmuseum Düsseldorf
1985Museo de Bellas Artes, Caracas
1978Galería de Exposiciones Banco de Granada
Universidad y Museo de Málaga (Spanien)
Museo Municipal, Madrid
1974Galerie Eva Poll, Berlin
1973Galería Juana Mordó, Madrid
1971Galerie Eva Poll, Berlin
1959Musée des Arts décoratifs, Paris
1952Galería Xarga, Madrid

Biografie

1935geboren in Toledo (Spanien)
1945Umzug nach Madrid
1948Eintritt in die Werkstatt von Daniel Vàzquez Dîaz, um Malerei und Zeichnen zu lernen
1957Mitbegründer der Künstlergruppe „El Paso“ in Madrid
1965-1966Gastprofessur am Mills College, Oakland (USA)
1983-1986Vorstandsmitglied des „Círculo de Bellas Artes de Madrid“ und des Museums für zeitgenössische Kunst, Madrid
1981-1984Mitglied der Generaldirektion für Bildende Künste des Kulturministeriums
2001Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universidad Nacional de Educación a Distancia

Rafael Canogar lebt und arbeitet in Madrid.

Preise und Stipendien (Auswahl)

2018Ehrenmedaille der Spanischen Vereinigung der Maler und Bildhauer
2012Nationalpreis für Gravierkunst der Real Academia de Bellas Artes, San Fernando
20091. Internationaler Serigrafiepreis, Torre-Pacheco (Spanien)
2003Goldmedaille für Bildende Kunst des spanischen Kulturministeriums
1982Nationalpreis für Bildende Kunst des spanischen Kulturministeriums
1972DAAD-Stipendium für Bildende Kunst, Berlin
1. Preis der IX. Biennale von São Paulo (Brasilien)

Biografie

1931geboren in Caracas
1936-1944Experimenteller Kurs für Kinder an der Escula de Artes Plásticas de Caracas
1945-1948Lithograf in der Firma „Cartones de Venezuela“
Zeichner bei Carlos Cruz in der Werbefirma „Mc Cann-Erickson“
1949-1951Studium an der Escuela de Artes Plásticas de Caracas bei Alejandro Otero
1951Mitarbeit im Freien Kunstatelier in Caracas
1952-1956Stipendium und anschließend Aufenthalt in Paris
1969Produktion des Schwarzweiß-Kurzfilms „22. Mai“
1979Veröffentlichung eines Buches mit eigenen Illustrationen
1986-1987Aufenthalt in Berlin (DAAD-Stipendium)
1994-2004Dozent für Malerei an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst (insgesamt acht Sommer)

Jacobo Borges lebt und arbeitet in New York City.

Preise und Stipendien (Auswahl)

1986DAAD-Stipendium für bildende Kunst, Berlin
1985Guggenheim-Stipendium
1961Nationalpreis für Malerei, Caracas
1952Stipendium der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)

Einzelausstellungen (Auswahl)

2018Centro Federico García Lorca, Granada (Spanien)
2017Museo de Bellas Artes de Bilbao
2016Kunstmuseum Thun (Schweiz)
2011Baluard Museu d’Art Modern, Mallorca
2010Galerie Louis Carré & Cie, Paris
2008Institut Valencià d’Art Modern (Spanien)
2005Galerie Louis Carré & Cie, Paris
2003Ludwig Museum – Museum of Contemporary Art, Budapest
1999Galerie pro arte, Freiburg
Museo de Arte de Lima (Peru)
1998Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofiá, Madrid
1996Museo de Belles Artes de Bilbao
1991Galerie Art Aurora, Zürich
1987Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, Dortmund
1984Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1982Centre Pompidou, Paris
1977Galerie Maeght, Barcelona
1963Galería Biosca, Madrid
1961Galerie Claude Lévin, Paris

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2019Institut Valencia d’Art Modern (Spanien)
2017-2018Fondation Maeght, Saint-Paul-de-Vence (Frankreich)
Galerie Poll, Berlin
2016Museum of Modern Art, Thessaloniki
2014-2015Museo del Prado, Madrid
2013Frissiras Museum, Athen
2010Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Besançon (Frankreich)
199546. Biennale in Venedig
1994Galerie Eva Poll, Berlin
1993Galerie Eva Poll, Berlin
1975Los Angeles County Museum of Art
1967Galleria Il Fante di Spade, Rom
1960„Salon de la Jeune Peinture“ im Musée National d’Art Moderne, Paris

Einzelausstellungen (Auswahl)

2015Hot Wood Arts Collective, New York City
The Bitter End, New York City
2004Galerie Poll, Berlin und Kunststiftung Poll, Berlin
1999Galería Freites, Caracas
1998Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Jacobo-Borges-Museum, Caracas
1996Residenzgalerie, Salzburg
1995Galerie im Traklhaus, Salzburg
1993Instituto de América de Santa Fé, Granada
1992Projekt Freies Kunsthaus, Aachen
Galerie Eva Poll, Berlin
Fondation Vasarely, Aix-en-Provence (Frankreich)
1991Centro Cultural Consolidado, Caracas
1990Galería der Brücke, Buenos Aires
1989Galerie Eva Poll, Berlin
Patricia and Phillip Frost Art Museum, Miami
198843. Biennale in Venedig
CDS Gallery, New York City
Galería Arvil, Mexico City
1987Museo de Arte Contemporáneo, Monterrey (Mexiko)
Museo Rufino Tamayo, Mexico-Stadt
Staatliche Kunsthalle Berlin
Museo de Arte Moderno, Bogotá (Kolumbien)
Museo de Arte Contemporáneo, Caracas
1985CDS Gallery, New York City
19841. Havanna-Biennale (Kuba)
1983CDS Gallery, New York City
1981Estudio Actual, Caracas
Galería de Arte Nacional, Caracas
1978Galería de Arte Nacional, Caracas
Galería Arvil, Mexiko-Stadt
1976Museo de Arte Moderno, Mexiko-Stadt
Museo de Bellas Artes, Caracas
1975Estudio Actual, Caracas
1965El Techo de la Ballena, Caracas
1963Galería G, Caracas
1956Galería Lauro, Caracas
Museo de Bellas Artes, Caracas

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2017-2018Galerie Poll, Berlin
2002Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz
Kunstsammlungen Chemnitz
1993Museum of Modern Art, New York City
1992Instituto de América de Santa Fé, Granada
„Lateinamerikanische Künstler des 20. Jh.“, Wanderausstellung
1988Bronx Museum of the Arts, New York City
1987Guggenheim Museum, New York City
Indianapolis Museum of Art (USA)
1985Riva Yares Gallery, Scottsdale (USA)
1977Instituto de Cultura Hispánica, Madrid
1965„20 Südamerikanische Künstler“, Wanderausstellung
Museo de Bellas Artes, Caracas
Cornwell University Art Museum, Ithaca (USA)
1964Museo de Arte Moderno, Bogotá (Kolumbien)
Guggenheim Museum, New York City
195829. Biennale in Venedig
19574. Biennale in São Paulo

Eric Keller. Nachsaison
Galerie Poll (Hrsg.), Text von Sebastian Preuss, POLLeditionen, Berlin 2021, 26 x 22,5 cm, 48 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-9822971-6-3
20 Euro

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Der Tagesspiegel, 30. Oktober 2021

Zu seinem 85. Geburtstag ehrt die Galerie Poll den Bildhauer und Zeichner Joachim Schmettau mit einer Einzel­ausstellung, in der Papierarbeiten und Skulpturen aus verschiedenen Werk­phasen des Künstlers zu sehen sind. Mit „Selbstporträt mit Zipfelmütze“ (1978), einem bemalten Gipskopf mit Zigarette, ist der seit 1945 in Berlin lebende Künstler als aufmerksamer und wacher Beobachter in seiner Ausstellung anwesend.

„Es ist kein nach stilistischen Maximen geschaffenes plastisches Oeuvre, das Joachim Schmettau um uns errichtet hat. Es ist ein gewachsenes künstlerisches Bekenntnis der jeweiligen psychischen Befindlichkeit, der Erkenntnissuche, des selbstkritischen Bewußtseins, der geistigen Wachheit. Er selbst, der zweifelnde und wagende Mensch ist der ‚Schwerpunkt‘ aller seiner Plastiken.“ (Ulrich Gertz)

Charakteristisch für das bildhauerische Werk Schmettaus sind strenge, auf nahezu archaische Formen reduzierte Arbeiten. Gerne versieht er Gipse oder Bronzen mit zeitgenössischen Accessoires wie Brillen, Kopfhörern oder Uhren und bemalt sie. Noch heute wächst sein Werk beinahe täglich: Es entstehen fantasievolle Skizzen und Entwürfe für bildhauerische Arbeiten, aber auch eigenständige Zeichnungen und Collagen. Basis der Collagen sind Abbildungen eigener Werke, die der Künstler aus Katalogen ausschneidet und mit dem Zeichenstift zu neuen künstlerischen Welten verbindet.

Weit über Berlin hinaus bekannt wurde der Bildhauer durch seinen „Erdkugelbrunnen“, der 1983 am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg eingeweiht wurde. Bereits wenige Jahre später konnte er in der Grabenstraße in Düsseldorf mit dem „Musikbrunnen“ (1986) und mit dem „Europabrunnen“ in Dortmund (1989) weitere Wasserspiele an zentralen Stadtplätzen realisieren. In den siebziger und achtziger Jahren entstanden auch zahlreiche Plastiken für den öffentlichen Raum, etwa die Brückenplastiken für die Universitätsbibliothek in Freiburg (1978) oder das „Tanzende Paar“ auf dem Hermannplatz (1985) in Berlin-Neukölln. In Schmettaus Atelier sind noch zahlreiche Modelle für bisher nicht verwirklichte Vorhaben des Künstlers zu entdecken. „Mein Thema ist eigentlich, die Verbindung von Architektur und Plastik wiederherzustellen“, erläutert er im Gespräch.

Joachim Schmettau wurde am 5. Februar 1937 in Bad Doberan geboren und lebt seit 1945 in Berlin. 1956 bis 1960 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und wurde 1961 Meisterschüler bei Ludwig Gabriel Schrieber. 1972 gehörte Schmettau zu den Grün­dungs­mitgliedern der Gruppe Aspekt. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 2002 lehrte er als Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den 1.  Preis für Plastik der Karl Hofer Gesellschaft, Berlin (1966), den Villa-Romana-Preis, Florenz (1969), den Villa-Massimo-Preis, Rom (1970/71), den Großen Berliner Kunstpreis (1977), den Premio Fiorino, Florenz (1978) und den Düsseldorfer Kunstpreis (1980). Werke von Joachim Schmettau befinden sich in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter die Berlinische Galerie, die Neue Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, die Kunststiftung Poll in Berlin, die Städtischen Kunstsammlungen in Bochum und Bonn, das Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg, das Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München.

Werke in Sammlungen

Neue Galerie – Sammlung Ludwig, Aachen
Ulster Museum, Belfast
Museum Bochum
Kunsthalle Emden
Städel Museum, Frankfurt am Main
Sprengel Museum Hannover
Museum der bildenden Künste Jekaterinburg (Russland)
Museum Ludwig, Köln
British Museum, London
Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau
Haggerty Museum of Art, Milwaukee (USA)
Staatliche Graphische Sammlung München
Newport Art Museum (USA)
Gemäldegalerie, Novosibirsk
Staatliche Kunstgalerie Perm (Russland)
Vatikanischen Museen, Rom
Russisches Museum, St. Petersburg
Shedhalle, Zürich

Einzelausstellungen (Auswahl)

2022Nationalmuseum für Geschichte und Kunst, Luxemburg
2018Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
Universität Bamberg
2017Kunsthalle Emden
2016Nationalmuseum, Danzig
2010-2014„Vulcanus. Atlas“, Wanderausstellung
2004-2008“Metropolis. Atlas”, Wanderausstellung
“New Empire”, Wanderausstellung
2002Ulster Museum, Belfast
Tempo Reale, Meran
2001-2002Galerie Eva Poll, Berlin
2001“Ödland. Ein Atlas”, Wanderausstellung
1998-2000“Paintings. Etchings”, Wanderausstellung
1998Galerie Eva Poll, Berlin
1997-1998Staatliches Puschkin-Museum, Moskau
199747. Biennale in Venedig
1995-1997“Paintings 1982-1994”, Wanderausstellung
Royal College of Art, London
1995Galerie Eva Poll, Berlin
1994Galerie Asbaek, Kopenhagen
Galerie im Haus Dacheröden, Erfurt
1993-1994Galerie Eva Poll, Berlin
1993Salle d’Exposition de l’Hôtel de Ville, Colmar
1992Museum Bochum
Zentrale Ausstellungshallen, Moskau
Galerie Lüpfert, Hannover
1991-1992Galerie Eva Poll, Berlin
1991Stuart Levy Gallery, New York City
Martin Asbæk Gallery, Kopenhagen
1990Newport Art Museum (USA)
Haggerty Museum of Art, Milwaukee (USA)
Galerie Lüpfert, Hannover
1989Goethe-Institut Düsseldorf
1988Galerie Eva Poll, Berlin (mit Igor Ganikowsky)
Centraal Museum Utrecht

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2005Galerie Poll, Berlin
1996/1997Galerie Eva Poll
1994Kunsthalle Emden
1991Wolfgang Wittrock Kunsthandel, Düsseldorf
Museum Bochum
1990Kunsthalle Emden
Nielsen Gallery, Boston
1989Kunstmuseum Luzern (Schweiz)
BAWAG Fondation, Wien
1988Kunsthalle Emden
Galerie Valentien, Stuttgart
Studio Marconi, Mailand
Museum Ludwig, Köln
1987-1989Hamburger Kunsthalle
Münchner Stadtmuseum
Tretjakov-Galerie, Moskau
Staatliche Ermitage, St. Petersburg
1987Philosophisches Institut, Moskau

Biografie

1957geboren in Moskau
1975-1980Studium der Druckgrafik am Polygraphischen Institut, Moskau
1983Gründer der Künstlergruppe „Rotes Haus“, Moskau
seit 1990Aufnahme schriftstellerischer Tätigkeit
1997Ehrenmitglied der Russian Academy of Arts, Moskau
2004-2008Ausstellungstournee in Europa, Russland und den USA
2013Ehrenmitglied am Pembroke College in Oxford
2014-2015Lehrauftrag an der Notre Dame Universität (USA)

Maxim Kantor lebt und arbeitet auf der Île de Ré (Frankreich).

Preise und Stipendien

2019-2022Künstlerresidenz an der Luxembourg School of Religion & Society
2018Fellowship am für die Wissenschaften vom Menschen, Wien
2009-2011Künstlerresidenz an der Oxford Universität
Gaststipendium am St. Antony’s College, Oxford

Ulrich Baehr – “Lenins Schlaf”. “KranZeit”
Text von Eckhart Gillen, Katalog anlässlich der Ausstellung „Ulrich Baehr – KranZeit“ in der Galerie Poll, Berlin (20.2.-5.4.1995), POLLeditionen Bd. 43, Berlin 1995, 28 x 21 cm, 16 Seiten, 12 Farbabbildungen
5 Euro

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Paolo Baratella – Sechs Bilder
Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (Hrsg.), Texte von Karl Ruhrberg, Gespräch von Georg Bussmann mit Paolo Baratella, Berlin 1975, 27,5 x 21,7 cm, 24 Seiten und ein Leporello, 1 Farbabbildung, 11 S/W-Abbildungen
5 Euro

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Paolo Baratella
Texte von Heinz Ohff und Mario De Micheli, Katalog anlässlich der Ausstellungen in der Galleria Toninelli, Mailand (17.1.-11.2.1973), der Galerie Poll, Berlin (14.3.-21.4.1973), dem Kunstverein München (25.4.-20.5.1973) und dem Palais des Beaux Arts, Brüssel (23.5.-25.6.1973), Toninelli Arte Moderna, Mailand 1973, 21,8 x 15,5 cm, 90 Seiten, 80 S/W-Abbildungen
5 Euro

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Einzelausstellungen (Auswahl)

2022Stadtgalerie Kiel
2021Galleria Assente GreenheArt, Lucca
2018Fondazione CreBerg, Verona
Neon Gallery, Pavia (Italien)
2017Palazzo del Podestà, Pescia
2015Galeria Marcantoni, Pedaso
Galerie 21, Livorno
2014Fondazione Banca del Monte, Lucca
2013Università Bocconi, Mailand
2012Galleria Orizzonti, Catania
2011Palazzo Communale, Brindisi (Italien)
2009Casa dei Carraresi, Treviso
Palazzo dell’Annunziata, Matera (Italien)
2008Gallerianumero38, Lucca
Soave Arte Moderna e Contemporanea, Alessandria
2007Spazio Annunciata, Mailand
Galleria Bergamaschi, Lucca
Toluian art gallery, Palermo
2006Sala Dosso Dossi, Ferrara
Soave Arte Moderna e Contemporanea, Alessandria
2004Galleria Sante Moretto arte contemporanea, Vicenza (Italien)
2003Spazio Hajech, Mailand
Museo d’arte moderna Pagani, Castellanza (Italien)
2002Istituto di Cultura Laurentianum, Venedig
1999Musée Bertrand, Châteauroux (Frankreich)
Galleria Vinciana, Mailand
1995Fondazione MuDiMa, Mailand
1993Civica Galleria di Arte Moderna, Gallarate (Italien)
1988Art 88, Los Angeles
1976Künstlerprogramm D.A.A.D., Berlin
Akademie der Künste, Berlin
1974A.R.C.2, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
1973Kunsthalle Recklinghausen
Galerie Eva Poll, Berlin
Palais des Beaux-Arts, Brüssel
Kunstverein München
1969Galleria Tempo, Bologna
1965Haus am Lützowplatz, Berlin
1962Molton Gallery, London
1961Galleria Pater, Mailand

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2017-2018Galerie Poll, Berlin
2012Gallerianumero38, Lucca
2000Civica Galleria di Arte Contemporanea, Lissone (Italien)
1996San Francisco State University, San Francisco
1993Galerie Eva Poll, Berlin
1990Kunsthalle Düsseldorf
Museum für Gestaltung, Zürich
1986Quadriennale di Roma
1984Neue Gesellschaft für Bildende Künste, Berlin
1975Galerie Eva Poll, Berlin
197236. Biennale in Venedig
1970-1971Badischer Kunstverein, Karlsruhe
Kunsthalle Basel
Kunst- und Museumsverein Wuppertal
Frankfurter Kunstverein
1968Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
1965„Moderne chinesische und italienische Maler“, Taipei (Taiwan)
19613. Biennale di San Marino

Reihen und Räume. Peter Benkert zum 70*
Texte von Dr. Renate Wiehager und Dr. Uwe Haupenthal, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Kunststiftung Poll, Berlin (8.12.2012-31.1.2013), POLLeditionen, Berlin 2012, 24 x 18,5 cm, 23 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN 978-3-931759-33-9
10 Euro

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Einzelausstellungen (Auswahl)

2012Kunststiftung Poll, Berlin
2011haw galleri, Aventhoft
2004Galerie Eva Poll, Berlin
1996Café Campus, Technische Universität Berlin
1987Galerie am Holtzendorffplatz, Berlin
1984Galerie des Lichts, Berlin
1977Galerie Richter, Berlin
1969Galerie Poll, Berlin
Foyer internationaler Begegnungen, Göttingen

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016Galerie Poll, Berlin
Kunststiftung Poll, Berlin
2013Galerie der Stadt Sindelfingen
2010Daimler Contemporary, Berlin
2005Galerie Eva Poll, Berlin
1998Galerie Eva Poll, Berlin
1975-1995Freie Berliner Kunstausstellung (jährliche Beteiligung)
1986Parade Reposte, Berlin
Berufsverband Bildender Künstler Berlin
1981Berlinische Galerie
1978Neue Nationalgalerie Berlin
Deutscher Künstlerbund
1977Darmstätter Sezession
1976Deutscher Künstlerbund
1970Große Kunstausstellung München
1968Großgörschen 35, Berlin
1963Große Berliner Kunstausstellung

Biografie

1942geboren in Berlin
1962-1968Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin
1967-1968Mitglied der Ausstellungsgemeinschaft „Großgörschen 35“
1969Meisterschüler bei Prof. Fred Thieler
1969-1974Arbeit als Kunstpädagoge in West-Berlin
1976-1977Arbeit am Pädagogischen Zentrum, Berlin (ABM)
1977-2003Bibliotheksangestellter an der UB Plansammlung der Technischen Universität Berlin

Peter Benkert lebt und arbeitet in Berlin.

Werke in Sammlungen

Berlinische Galerie
Neue Nationalgalerie, Berlin
Schering Stiftung, Berlin
Stiftung Stadtmuseum, Berlin
Willy-Brandt-Haus, Berlin
Haus der Geschichte, Bonn
Bundeskunstsammlung, Bonn
Stadtmuseum, Düsseldorf
Sprengel Museum, Hannover
Sammlung der NordLB Hannover
Zeitgeschichtliches Forum, Leipzig
Städtisches Museum, Wolfsburg

Einzelausstellungen (Auswahl)

2024Kunsthaus Potsdam
2023Kunstplatz Lychen (mit Heinz Bert Dreckmann)
2018-2019Museum Schloss Ribbeck
Museum Schloss Lübben
Museum Schloss Doberlug
2018Kunstplatz Lychen
Köppe Contemporary, Berlin
Nationalmuseum der Schönen Künste, Chișinău (Moldawien)
2016Künstlerhof Roofensee, Menz
2014Kunststiftung Poll, Berlin
2011Kommunale Galerie, Berlin
2010Galerie am Savignyplatz, Berlin
Museum Romanisches Haus, Bad Kösen
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück
Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück
2008-2009Kunsthaus Potsdam
2006Emsdettener Kunstverein
2005St.-Matthäus-Kirche, Berlin
2003Nord/LB art gallery, Hannover
2002Städtische Galerie KUBUS, Hannover
1999Schering Kunstverein, Berlin
1995Galerie Eva Poll, Berlin
Senat für Bau- und Wohnungswesen, Berlin
1991Galerie Eva Poll, Berlin
1990Goethe-Institut Algier
1988Galerie am Savignyplatz, Berlin
Staatliche Kunsthalle Berlin
1986Städtisches Museum Göttingen
1982Haus am Waldsee, Berlin
1981P.S. 1, New York City
1977-1978Künstlerhaus Bethanien, Berlin
Kunstverein in Hamburg
Kunstschau Böttcherstraße, Bremen
1975Galerie am Savignyplatz, Berlin
1971Galerie Eva Poll, Berlin
Galerie Werkstatt, Bremen
1968Kulturgeschichtliches Museum, Osnabrück
1966Galerie Tobies & Silex, Köln
1964Großgörschen 35, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2019Galerie Poll, Berlin
2018Kunstkreis Hameln
Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
2017Lettisches Nationales Kunstmuseum, Riga
2015Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg
2014Haus am Kleistpark, Berlin
Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach
2012Städtische Museen Heilbronn
2010Galerie Pankow, Berlin
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Kommunale Galerie, Berlin
2009Los Angeles County Museum of Art
Neuer Berliner Kunstverein (NBK)
2008Galerie Eva Poll, Berlin
2006Stadtmuseum Berlin
Martin-Gropius-Bau, Berlin
2005Galerie Eva Poll, Berlin
2001Kurpfälzisches Museum, Heidelberg
1998Willy-Brandt-Haus, Berlin
Galerie Eva Poll, Berlin
1990Galerie Eva Poll, Berlin
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
1988Martin-Gropius-Bau, Berlin
1982Kunstverein Kassel
40. Biennale in Venedig
1980Staatliche Kunsthalle Berlin
1978Institute of Contemporary Arts, London
1977New School for Social Research, New York City
1974X. Biennale Internationale d’Art, Menton
Galerie Arte Arena, Zürich und Lausanne
1973Altes Museum, Berlin
„Neue Berliner Realisten“, Wanderausstellung
1971Galerie Eva Poll, Berlin
1969„Jeunes Peintres de Berlin“, Wanderausstellung
Kunsthalle Budapest
1968„Deutsche Grafik seit 45“, Goethe-Institut Brasilien
1967„Neuer Realismus“, Wanderausstellung
1966„Arte contemporáneo alemán“, Mexico City
Märkisches Museum, Witten

Biografie

1935geboren in Bologna
1940Rückkehr der Familie nach Ferrara (Italien)
1959Umzug nach Mailand, erste Ausstellungen
1963Aufenthalte in London und Paris
seit 1973Zusammenarbeit mit Fernando De Filippi, Umberto Mariani und Giangiacomo Spadari
1975-1976Aufenthalt in Berlin (DAAD-Stipendium)
1992-2002Professur an der Accademia di Belle Arti di Brera, Mailand
2006Fresken-Ausmalung der neuen Sakristei der Kathedrale von Ferrara
2023gestorben in Lucca

Preise und Stipendien

2021Kunstpreis der VAF-Stiftung
1975DAAD-Stipendium für Bildende Kunst, Berlin
19631. Preis der Biennale d’Arte Sacra Bologna

Biografie

1938geboren in Bad Kösen
1958-1965Studium der Kunstpädagogik und Werkerziehung an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und der Germanistik der Freien Universität Berlin
1964Meisterschüler bei Prof. Werner Volkert
1964Mitbegründer der Ausstellungsgemeinschaft „Großgörschen 35“
1968-1970Lehrauftrag an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig
1972Mitbegründer der „Gruppe Aspekt“ in West-Berlin
1975Atelier im Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1986Gastprofessor an der Hochschule der Künste, Berlin
1987-2003Professor für Malerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Fachhochschule Hannover
seit 2006Mitglied im Deutschen Künstlerbund

Ulrich Baehr lebt und arbeitet in Berlin.

Preise und Stipendien

2006Kritikerpreis „Bildende Kunst“ des Verbandes der Deutschen Kritiker (Berlin)
2001Kunstpreis der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
1997Studienaufenthalt in der „Villa Aurora“, Los Angeles
1984 Otto-Nagel-Preis der Berliner Sparkasse
1980-1981 Stipendium für das PS 1, New York
1962-1963 Stipendium der Stresemann-Stiftung für die École des Beaux-Arts, Paris

Einzelausstellungen (Auswahl)

2018Schul- und Bethaus Altlangsow, Seelow (mit Ralf Kerbach)
2015Galerie der Sächsischen Landesärztekammer, Dresden
2014Galerie im Kloster Chorin
2010Galerie Bernau
2009Kulturministerium Potsdam
2007Museum Junge Kunst, Frankfurt (Oder)
2005Kleine Galerie der Stadt Eberswalde
2004Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf
2001Samuelis Baumgarte Galerie, Bielefeld
2000Galerie Casa de la Cultura, Santa Cruz (Bolivien)
1999Kleine Galerie der Stadt Eberswalde
1994Galerie Hübner & Thiel, Dresden

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2021Galerie Poll, Berlin
2020Forum Gestaltung e. V., Magdeburg
2017Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung, Berlin
Dommuseum Hildesheim
Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst, Cottbus
2014Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, Rheinsberg
2013Galerie Pankow, Berlin
Kunstkeller Annaberg e. V.
2012Großes Waisenhaus zu Potsdam
Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz (Österreich)
Hermann-Hesse-Haus, Gaienhofen
2010Galeria BWA, Zielona Góra (Polen)
2010dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
2009Kunstraum Potsdam
2008Museum Junge Kunst, Frankfurt (Oder)
2005Schloss Neuhardenberg
Art Academy – Galerie für Bildende Kunst, Dresden
2001Schloss Moritzburg
20002yk Galerie, Berlin
1999Galerie an der Stadtkirche, Bayreuth
1998Leonhardi-Museum, Dresden
1993Museo Nacional de Arte, La Paz (Bolivien)

Werke in Sammlungen (Auswahl)

Sparkasse Barnim
Haberent Grundstücks GmbH Berlin
Kunstbibliothek Berlin
Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz (Österreich)
ExLibris Gesellschaft Ungarn, Budapest
Deutsche Werkstätten Hellerau, Dresden
Sächsische Landesärztekammer, Dresden
Verwaltungsberufsgenossenschaft in Dresden
Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Museum Junge Kunst, Frankfurt (Oder)
Frederikshavn Kunstmuseum (Dänemark)
Aedificium GmbH, Leipzig
Bayerische Staatsbibliothek, München
Hypobank München
Klingspor-Museum, Offenbach
Bibliothèque nationale de France, Paris
Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel

Biografie

1963geboren in Magdeburg
1984-1987Abendkurs an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1989-1994Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Günther Horlbeck und Prof. Siegfried Klotz
1993-2000Studienreisen nach Peru, Bolivien und Chile
1993-1994Teilnahme an den Trinationalen Künstlertreffen Montpellier, Dresden, Prag
1994-1996Meisterschülerin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Horst Hirsig
seit 1998freischaffend tätig als Malerin in Biesenthal und Berlin
2004Studienreise nach New York
2010Studienreise nach Rom und Olevano

Heidrun Rueda lebt und arbeitet bei Dresden.

Preise und Stipendien

2004Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf
1999Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds, Bonn
1996Sächsisches Landesstipendium
1994-1996Atelierförderung durch die Deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden

Jochen L. Stöckmann hat anlässlich der Ausstellungseröffnung ein Gespräch mit dem Künstler geführt, das hier nachzuhören ist (Dauer: ca. 20 min.).


Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung, Feuilleton, 9. Oktober 2020

Arbeiterhelden:
Malocher im Jahr 2020.
Idealisiert ist hier gar nichts mehr

Der Dresdner Maler Ralf Kerbach ging 1982 in den Westen. Nach dem Mauerfall kehrte er zurück. Seine Bildserie „Beton“ zeigt Arbeiter eines ganz anderen Typs – eine Ausstellung der Berliner Galerie Poll.

Berlin/Dresden – Als der Maler Ralf Kerbach 1982, als 26-Jähriger, seiner Geburtsstadt Dresden und der DDR den Rücken kehrte, dominierte im nachstalinistischen, mit „Weite und Vielfalt“ versehenen Kunstbetrieb des 16-Millionen-Einwohner-Landes ein Arbeiterbild, ein Ideal vom „Neuen Menschen“ das noch bis in die späten 1980er-Jahre von der barock-expressiven Ästhetik des preisgekrönten Staatsmaler-Stars Willi Sitte geprägt war. Das waren allesamt so selbst- wie staatsbewusste, zudem fleischeslustige Durchreißer-Typen, denen keine Unbill im Leben wie im realsozialistischen Arbeitsalltag etwas anhaben konnte und mit denen man sich lieber nicht anlegen sollte. Der mutterwitzige Volksmund machte sich darauf denn auch seinen sarkastischen Vers: „Lieber von der sozialistischen Arbeit gezeichnet, als von Sitte gemalt.“ Dafür kam keiner nach Bautzen, darüber duften sogar Funktionäre lachen.

Kerbach, einst Schüler des Meisterzeichners Gerhard Kettner an der Dresdner Kunsthochschule, lässt nun, zu Beginn der Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts all diese Erinnerungen zurück und widmet sich der Arbeiterfigur von heute. Er fand seine Modelle allerdings nicht in den hochtechnisierten, mit Computer-Produktion ausgestatteten Konzernen, etwa dem VW-Fließband oder in modernisierten mittelständischen Unternehmen, sondern beim schnöden Abbruch und Umbauarbeiten seines alten Hauses nahe Dresden. Er malte und zeichnete genau den Typus von Arbeitern, die wirklich malochen und nicht idealisiert als dichtende Werktätige pathetisch den Sonnenaufgang und den Kommunismus als bedürfnislose Gesellschaft begrüßen oder am Hochofen in Gedanken den Weltraum erobern.

Kerbach zeigt seine Arbeitsmänner als Jobber, die mit hartem körperlichem Einsatz eine Dienstleitung für einen privaten Besitzer erbringen und das hat seinen Preis. Keiner der Abbrucharbeiter, der Betongießer, Maurer, Rohrleger, City Cleaner wird erst durch die Arbeit zum Menschen, schon gar nicht der Schwarzarbeiter und Tagelöhner, die sich frühmorgens auch in den großen Städten wie Berlin, Leipzig oder Dresden an einer verschwiegenen Ecke anstellen für einen Stundenjob. Zugegeben, Kerbachs Arbeitern eignet etwas Dystopisches. Die Betongießer hängen am Gießschlauch wie Gefangene, fast verfremdet zu ihren eigenen Schatten. Und auch der Rohrleger, auf den ersten Blick ein komisch-lustiger Typ, gleicht einer bunten Gliederpuppe, einer Marionette mit monströsen Handschuhen und altertümlicher Blechkanne, die Arme unbeweglich durch die Rohrersatzteile. Diese erdnahe Arbeit könnte kein noch so ausgeklügeltes Computerprogramm ausführen. Hier geht es noch um völlig bodenständige Verrichtungen, um die Bändigung von GWS (Gas, Wasser, Scheiße). Und wer diesen Mann verärgert, hat ein veritables Problem. Ralf Kerbach hat solche Typen gemalt, um auf den Kontrast und die harte Realität zu verweisen, etwa auf die „efeuumrankte Schattenwelt“ einer Kunsthochschule, in der auch er lehrt.

Stillleben
Peter Herrmann, Ralf Kerbach, Heidrun Rueda, Volker Stelzmann

29. Oktober 2021 – 8. Januar 2022

Wurmstichige Äpfel, auf Zinntellern arrangiertes Wild, Porträts von Muscheln oder Kiesel­stei­nen. Maler des 17. Jahrhunderts sahen in ganz gewöhnlichen Dingen neue Bilder, es war die Blütezeit des Stilllebens. Heute, angesichts allgegenwärtiger und scheinbar alles durch­dringender Fotoapparate, ist die Stillleben-Malerei wichtiger denn je: Schönheit, aber auch Abgründe des Alltags lassen sich nicht per Photoshop erfinden. Es kommt darauf an, sie vor der Staffelei, im Akt des Malens zu entdecken. Und so oszillieren die Bilder von Peter Herrmann, Ralf Kerbach, Heidrun Rueda und Volker Stelzmann in der Ausstellung Stillleben der Galerie Poll zwischen präziser Abbildung und dem, was allenfalls intuitiv zu erahnen ist.

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben zeitweise zum Stillstand des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens geführt. Viele Wochen war es nicht möglich, Ausstellungen, Museen, Theater und Konzerte zu besuchen. Der persönliche Austausch mit Freunden oder Bekannten unterlag Kontaktbeschränkungen, Cafés und Restaurants waren geschlossen, Reisen nur eingeschränkt möglich. Auf sich zurückgeworfen, haben viele Menschen ihre unmittelbare Umgebung und die Dinge um sich herum neu wahrgenommen.

Mit skizzenhafter Ölmalerei in Braun- und Grautönen fällt im Fensterstilleben (2021) von Ralf Kerbach der Blick durch zwei weit geöffnete Fensterflügel auf einen Baumstamm. Auf dem Fensterbrett liegen ein Schneckenhaus, eine Muschel und ein Notizzettel. Leicht und transparent ist auch Grande Amore (2021) auf die Leinwand gebracht. Die Darstellung von zwei Kaffeebechern aus Pappe und einer Papiertüte ist nicht nur ein Stillleben, sondern auch eine Momentaufnahme des Take-Away-Alltags.

Ein kleiner und ein großer Lollo-Rosso-Salatkopf vor poppig rosafarbenem Hintergrund (Stehender Salatkopf, klein, und Stehender Salatkopf, groß, beide 2021), ein großes Glas mit roten Paprika und leuchtend grünem Schraubverschluss (Paprikaglas, 2021) oder ein halbgefülltes Wasserglas an Tischkante (2015): Heidrun Rueda malt ihre Motive naturalistisch in Tempera, Acryl und Öl. Entstehen ihre großformatigen fotorealistischen Bildserien von Flugzeugen, Landschaften oder Tieren nach Fotovorlagen, so sind die Stillleben nach der Natur gearbeitet.

Peter Herrmann stellt seine Motive in verblüffender Einfachheit dar. Häufig haftet ihnen etwas Komisches an. Seit einigen Jahren verwendet der Maler bevorzugt leuchtende, beinahe grelle Farben. Das zweiteilige Bild Großer Döner (2007) zeigt vor türkisfarbenem Hintergrund einen Spieß mit Dönerfleisch, daneben Fladenbrote. Drei überlebensgroße schwarze Vögel, Krähen oder Raben, erstarrt auf rosafarbenem Kopfsteinpflaster vor hellblauem Himmel dominieren das dreiteilige Gemälde Schwarz-Weiß (2020).   

Neben Menschen- und Figurenbildern sowie Porträts nehmen Stillleben im Werk von Volker Stelzmann einen bedeutenden Raum ein. In den meist kleinformatigen Gemälden gewährt der Künstler Einblicke in sein persönliches Umfeld: über die Jahre gesammelte Karnevalsmasken verschiedener Epochen in einer Holzkiste (Stilleben Masken, 2014), ein aufgefalteter, leerer Pappkarton (Karton, 1988) oder ein angeschnittener Brotlaib und eine leuchtend gelbe Zitrone auf einem Küchentisch vor nachtblauem Hintergrund (Stilleben mit Brot und Zitrone, 1973). Die präzise Wiedergabe von Farbigkeit, Lichtführung und Materialität der Bildgegenstände beeindruckt.  

Peter Herrmann (geb. 1937) besucht nach einer Ausbildung als Chemigraph ab 1953 Malkurse an der Volkshochschule bei Jürgen Böttcher-Strawalde. 1984 verlässt er die DDR und reist nach Hamburg aus; seit 1986 lebt er in (West-)Berlin. 1998 wurde Peter Herrmann für sein Werk mit dem Villa Romana-Preis, Florenz und 2001 mit dem Fred Thieler-Preis für Malerei der Berlinischen Galerie ausgezeichnet, in deren Sammlung sich ebenso Werke des Künstlers befinden, wie u.a. in den Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Museum Ludwig in Köln.

Ralf Kerbach (geb. 1956) studierte von 1977 bis 1979 an der HfBK Dresden bei Prof. Gerhard Kettner, bis die DDR ihn zur Exmatrikulation drängte. Daraufhin siedelte er 1982 nach West-Berlin über. 1986/87 erhielt er ein Stipendium in Olevano. Seit 1992 lehrt er als Professor Malerei und Grafik an der HfBK Dresden. Seine Werke befinden sich u.a. in der Berlinischen Galerie, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Museum der bildenden Künste Leipzig und im Museum Barberini Potsdam.

Heidrun Rueda (geb. 1963) studierte von 1989 bis 1996 Malerei an der HfBK Dresden bei Prof. Günther Horlbeck. 1994 erhielt sie das Sächsische Landesstipendium, 1999 ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und 2004 ein Aufenthaltsstipendium im Schloss Wiepersdorf. Heidrun Ruedas Arbeiten befinden sich in mehreren privaten und öffentlichen Sammlungen, so im Brandenburgischem Landesmuseum für Moderne Kunst Frankfurt/Oder, der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt/Main und der Bibliothèque Nationale de France Paris.

Volker Stelzmann (geb. 1940) studierte von 1963 bis 1968 an der HGB Leipzig, wo er von 1975 bis 1986 lehrte, seit 1982 als Professor. 1986 nutzte Volker Stelzmann eine große Ausstellung seiner Arbeiten in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, um die DDR zu verlassen. Nach einer Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt/Main lehrte er von 1988 bis 2006 an der HdK Berlin. Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen Sammlun­gen, darunter die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Museum Folkwang Essen und das Sprengel Museum Hannover.

Zur 70. Berlinale zeigt die Galerie Poll in ihrem Schaulager Kino-Fotografien von Richard Thieler. Unter dem Titel Cinémas perdus versammelt sie in ihrer zweiten Einzelausstellung des 1963 in Berlin geborenen Fotografen rund 30 Farbaufnahmen von aufgegebenen Lichtspielhäusern aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Tschechien und den USA aus den Jahren 2011 bis 2019.

In Braunschweig fotografierte Thieler 2018 das Lido. Die Aufnahme ist Motiv der Einladungskarte und des Plakats der Ausstellung. Das Lido wurde 1958 in einem ehemaligen Luftschutzbunker gegenüber dem Hauptbahnhof eröffnet. Damals gab es 21 Lichtspielhäuser in Braunschweig. Seit 1984 ist das Lido geschlossen, heute befindet sich in dem Gebäude eine Diskothek. 2020 hat Braunschweig noch zwei Multiplexe, ein von einem studentischen Verein betriebenes Kino sowie zwei saisonale Filmaufführungsorte im Schloss und im Audimax der TU. Dieser Niedergang ist exemplarisch für das weltweite Kinosterben, das seit Ende der 1950er Jahre mit dem Einzug des Fernsehgeräts in die Haushalte begonnen und bis heute durch Video, DVD, Special-Interest TV-Sender sowie Internetdienste wie Netflix vorangetrieben wird.

Der Fotograf nähert sich den Kinos meist von vorne und zeigt entweder das gesamte Gebäude in Frontalansicht oder einen architektonisch charakteristischen Ausschnitt der Kinofassade. Dabei achtet Thieler darauf, dass der Name des Kinos stets zu sehen ist. Durch diese gleichbleibende Einstellung betont der Fotograf die formalen Gemeinsamkeiten von Kinoarchitekturen, die geografisch weit auseinanderliegen. In der vergleichenden Betrach- tung ergibt sich dadurch eine besondere Spannung seiner Fotoserie.

Mittlerweile hat Thieler rund 600 Kinos – offene und geschlossene, bei Tag und bei Nacht – weltweit fotografiert und sie in Einzel- und Themenausstellungen in Berlin und anderswo, u.a. 2017 in der Kunsthalle Erfurt, präsentiert. In den vergangenen elf Jahren ist so eine einzigartige kultursoziologische und bauhistorische Dokumentation von Lichtspielhäusern entstanden. Auf den Fotografien gibt es Details wie Filmplakate, Anschläge oder Graffitis, aber auch vom Leben rund um die Kinos als Stätten öffentlichen Zusammentreffens zu entdecken. Da jeder Betrachter seine eigene Geschichte mit einem Kino verbindet, gelingt es Thieler mit seinen Fotografien persönliche Erinnerungen wachzurufen und so die Magie des Kinos einzufangen.

Volker Stelzmann, 1940 in Dresden geboren, wird seit über 30 Jahren von der Galerie Poll vertreten. Die Einzelausstellung Was tun?, benannt nach dem gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 2019, zeigt Malerei aus den vergangenen drei Jahren sowie Radierungen aus den Jahren 1972 bis 2004. Sie bildet den Auftakt von Hommagen für den Maler, Zeichner und Grafiker aus Anlass seines 80. Geburtstages im November. Eine gemeinsame Ausstellung des Angermuseums Erfurt in Kooperation mit der Kunsthalle Schweinfurt wird ab Ende August zu sehen sein.

„Mich interessieren – um es ganz umfassend zu sagen – die Menschen unserer Zeit, ihr Verhältnis zu sich selbst, zueinander und zur Welt.“ (Volker Stelzmann, 1973) Bis heute ist der Mensch zentraler Gegenstand seiner Bilder, die in zart changierender Farbigkeit und subtilen Figurenkonstellationen wechselnde Befindlichkeiten und Lebenssituationen der Gesellschaft vor Augen führen.

Malweise und Komposition von V.S., so sein Monogramm, sind beeinflusst vom Studium der italienischen Manieristen (Pontormo), der Altdeutschen (Baldung Grien, Grünewald) oder Otto Dix, am Ende aber liegt jedem Bild Stelzmanns genaue, zeitdiagnostische Beobachtung seiner Umwelt zugrunde.  Kleidung, Accessoires und Frisuren seiner Figuren meinen wir nur gar zu gut zu kennen, aber mit diesen vertrauten Details gelingt es Stelzmann, einen ganz eigenen Kosmos zu entwickeln: „Die matte Sinnlichkeit der malerischen Sprache, die überlängten, verrenkten, manchmal auch (…) im Bild umher fliegenden Personen, die kühle und zugleich magische Stimmung, die expressiven und zugleich erstarrten Gesichter – all dies sorgt für eine Bildwelt, in der eigene Regeln gelten.“ (Sebastian Preuss)

Stelzmann wählt für seine hintergründigen Parabeln und Sinnbilder immer wieder auch biblische Motive. Die achtteilige Reihe Die Boten aus dem Jahr 2018 lässt auf kleinformatigen Tafeln die zwölf Apostel in zeitgenössischem Outfit auftreten, seine Radierungen, eine Technik, die Stelzmann bis ins Detail mit all ihren Feinheiten beherrscht, haben mit Auferstehung oder Heimsuchung religiöse Themen zum Bildgegenstand.

Zwei Selbstporträts, Selbst vor Blau und Selbst mit Masken, aus den Jahren 2019 und 2018, runden den Überblick in der Galerie Poll ab. Diese malerische Gattung pflegt Stelzmann von Beginn seiner Laufbahn an. Bunte venezianische Masken hält sich der mehrfach auf dem extrem schmalen Querformat erscheinende Künstler vor das Gesicht, in ihren unterschiedlichen Typisierungen verweisen sie auf die von Stelzmann gerne behandelten Themen Karneval, Akrobatik und Zirkus.

Volker Stelzmann studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er von 1975 bis 1986 lehrte, seit 1982 als Professor. 1986 nutzte Volker Stelzmann eine große Ausstellung seiner Arbeiten in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, um die DDR zu verlassen. Nach einer Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt am Main 1987/1988 berief ihn die West-Berliner Hochschule der Künste (HdK, heute: UdK) 1988. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006. 1988 zeigte die Galerie Poll ihre erste Einzelausstellung von Volker Stelzmann. Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Volker Stelzmann lebt und arbeitet in Berlin.

Die Galerie Poll freut sich, die aktuelle Arbeit Endgültige Fassung der Beschlussvorlage von Daniel Poller in einer Einzelausstellung erstmals vorzustellen. Die 39 Fotografien entstanden während des Abrisses des Instituts für Lehrerbildung (FH Potsdam) im Jahr 2018 auf dem Alten Markt in Potsdam. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Edizione Multicolore, die auch als Vorzugsausgabe mit einem nummerierten Abzug erhältlich ist.

Daniel Poller nutzte 2018 ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn, um sich in Potsdam mit der geplanten Wiederherstellung des historischen Stadtkerns zu beschäftigen: Alter Markt mit Nikolaikirche, Altes Rathaus, Nachbauten von Stadtschloss und Palais Barberini, Garnisonkirche, Rechenzentrum, Abriss von DDR-Architektur wie der Fachhoch- schule aus den siebziger Jahren.

Die Fotografien zeigen die Zerstörung dieses herausragenden Beispiels der DDR-Moderne durch Bagger und Abrissbirne. Kenner der Architekturgeschichte sehen in dem Gebäude Anklänge, sogar eine Kopie der von Mies van der Rohe 1962 in Des Moines (Iowa) erbauten Verwaltung einer US-Bausparkasse. Nackter Beton, abgeschlagene Kacheln, Geröll, gegeneinander verbogene rostige Armier-Eisen oder Rohre führen den von den Potsdamer Stadtverordneten entgegen zahlreicher Proteste beschlossenen Abriss in seiner Brachialität vor Augen. Diesen Details stehen Aufnahmen des Gesamtensembles des Platzes gegenüber, die die beinahe kulissenhaften Schichten verschiedener Architekturepochen zeigen.

„Wie  schon  in  Berlin,  wo  sämtliche  Repräsentationsfassaden  der  Ostmoderne  mit  dem immer gleichen Sandsteinmäntelchen verhängt wurden, sollen auch hier alle Spuren der Moderne verschwinden – besonders, wenn sie vom besiegten System hinterlassen wurden. Was man am Alten Markt versucht, ist die komplette Auslöschung all dessen, was zu Zeiten der DDR gebaut wurde“, schrieben Niklas Maak und Claudius Seidl 2017 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die Umdeutung von Architektur im Stadtraum und eine daraus resultierende Überschreibung von Geschichte ist ein zentrales Thema in Daniel Pollers Arbeit. Verdichtung, Inversion und Wiederkehr sind zumeist Methoden seiner  kritischen Untersuchungen. Bei der Annäherung an seine Sujets ist Poller auch immer wieder der Langeweile ausgesetzt. So auch, als er während einem seiner zahlreichen Aufenthalte in der Nähe des Trümmerfeldes der FH Potsdam das Ende der Mittagspause der Bauarbeiter abwarten musste, um den fortschreitenden Abriss festhalten zu können. Währenddessen entdeckte er einen kleinen Vogel, der immer wieder dieselben Teile der Ruine durchflog. Anscheinend auf der Suche nach seinem Nest, flatterte der Hausrotschwanz orientierungslos mal hierhin und mal dorthin, bis die Bagger ihre Arbeit fortsetzten.

Der Titel der Serie bezieht sich auf eine Beschlussvorlage für die 8. Tagung der Stadtverordnetenversammlung Potsdam vom 24.10.1990. Durch diese wurde der Magistrat beauftragt, „dem weiteren Verfall der verbliebenen echten historischen Bausubstanz Potsdams Einhalt zu gebieten und eine langfristige, die Jahrtausendwende überschreitende Konzeption für eine von Verantwortung getragene behutsame Wiederannäherung an das charakteristische, historisch gewachsene Stadtbild zu entwickeln.“

Daniel Poller, geboren 1984 in Rodewisch, schloss sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig 2017 als Meisterschüler von Prof. Peggy Buth und Prof. Joachim Brohm ab. Der Künstler erhielt zahlreiche Stipendien, darunter 2018 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. 2015 wurde er mit dem Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie Gera und 2017 mit dem Europäischen Architekturfotografie-Preis Frankfurt am Main ausgezeichnet. Seine Werke befinden sich u. a. in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main und im n.b.k. Videoforum. Die Zeitschrift ARCH+druckte in ihrem viel diskutierten Heft #235 Rechte Räume 2019 einen Auszug seines Werkes Frankfurter Kopien zur Neuen Frankfurter Altstadt ab und beauftragte den Künstler, für eine Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein eine umfangreiche Arbeit zur Berliner Architektur seit 1990 zu entwickeln. Daniel Poller lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin.

Nachsaison lautet der Titel der zweiten Einzelausstellung des Malers Eric Keller in der Galerie Poll. Die 2019 und 2020 entstandenen Bilder zeigen Rast- und Parkplätze, Bahnübergänge, Interieurs oder Bühnen, meist menschenleer. Dabei handelt es sich nicht um Abbilder der dargestellten Orte. Vielmehr versucht der Künstler, mit seiner Malerei Momente und Stimmungen, Erlebtes und Erinnertes einzufangen. Hierbei arbeitet er meist aus dem Gedächtnis, manchmal nach Zeichnungen oder Skizzen, nie nach Fotografien. Einzelne Motive gibt es in verschiedenen Ausschnitten oder Perspektiven. So unspektakulär die Motive der Bilder, so nüchtern sind auch ihre Titel: Bahnübergang, Interieur mit Hocker, Bühne mit Planeten oder Plateau mit Fernsehturm.

Charakteristisch für Kellers Malerei ist eine gedeckte Farbpalette mit Grau-, Blau-, Violett- oder auch Ockertönen. Als Bildträger für seine Öllasurmalerei wählt er Holz, ein Material, das ihm bei der vielfältigen Überarbeitung seiner Motive einen Widerstand bietet. Zeit ist ein wichtiges Moment bei der Entwicklung von Eric Kellers Arbeiten, von denen meist mehrere parallel im Atelier entstehen. Durch Übermalungen, aber auch das  Wiederabtragen von Farbe durchläuft ein Werk viele Zustände, bis es vom Maler als abgeschlossen erklärt wird. Eric Keller gelingt es mit seiner Malerei, für den Betrachter Meditations- und Ruheräume zu öffnen. Zuweilen geht von seinen Bildern auch eine tiefe Melancholie aus.

Eric Keller,  geboren 1985 in Grimma, hat 2018 sein Meisterschüler-Studium bei Prof. Annette Schröter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig abgeschlossen. Zuvor studierte er Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Rolf-Gunter Dienst und von 2008 bis 2014 Malerei bei Elke Hopfe und Ralf Kerbach an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Arbeiten von Eric Keller befinden sich u.a. in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und in der Sammlung der Ostsächsischen Sparkasse. Eric Keller lebt und arbeitet in Dresden.

Peter Sorge – Werkverzeichnis der Druckgraphik und Handzeichnungen 1963-1972
Eva Poll (Hrsg.), Texte von K.H. Hartmann and Heinz Ohff, Verlag der Galerie Poll, 2. Auflage, Berlin 1972, 16,5 x 22 cm, 156 Seiten, zahlreiche S/W-Abbildungen
Leider vergriffen

Peter Sorge – Werkverzeichnis der Radierungen, Lithografien, Handzeichnungen
Vorwort von Eva und Lothar C. Poll (Hrsg.), Texte von K.H. Hartmann, Heinz Ohff, Eberhard Roters, Katrin Sello und Sheldon Williams, Verlag der Galerie Poll, Berlin 1979, 29 x 21 cm, 192 Seiten, 6 Farb- und 171 S/W-Abbildungen
5 Euro

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Peter Sorge – Neue Zeichnungen
Texte von Lucius Grisebach, Heinz Ohff und Peter Sorge, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Poll, Berlin (4.2.-2.3.1985), Berlin 1985, 29 x 21,5 cm, 16 Seiten, 6 Farb- und 13 S/W-Abbildungen
5 Euro

Peter Sorge – Bilder, Zeichnungen, Grafik
Neuer Berliner Kunstverein und Staatliche Kunsthalle Berlin (Hrsg.), Texte von Gabriele Horn, Eberhard Roters und Lucius Grisebach, Berlin 1987, 31,5 x 24 cm, 160 Seiten, 84 Farb- und 51 S/W-Abbildungen
10 Euro

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Gall is sweet, my love! – Pressefotografie und Kritischer Realismus
Lothar C. Poll und Jörg Probst (Hrsg.), Verlag Kerber, Berlin/Bielefeld 2003, 21,1 x 15,4 cm, 136 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen
12 Euro

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Lambert Maria Wintersberger – Bilder 1965-1982
Text von Jürgen Schilling, Katalog anlässlich der Ausstellung in der Galerie Poll, Berlin (21.2.-31.3.1983), Berlin 1983, 30 x 21 cm, 12 Seiten, 9 Farb- und 4 S/W-Abbildungen
8 Euro

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Norbert Wagenbrett. Der lebende Spiegel. Bildnisse 1982-2012
Jürgen Krieger (Hrsg.), Texte von Richard Hüttel und Hans-Georg Sehrt, dt./engl., JOVIS Verlag, Berlin 2013, 23,5 x 31 cm, 192 Seiten, 130 Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-86859-204-7
48 Euro

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Norbert Wagenbrett – Der andere Spiegel. Bildnisse
Norbert Wagenbrett (Hrsg.), Texte von Rainer Behrends und Klaus-Uwe Fischer, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Nikolaus Fischer, Frankfurt am Main, der Galerie der Stadt Calw und der Universität Leipzig, Leipzig 1999, 28 x 23,5 cm, 72 Seiten, 31 Farbabbildungen, ISBN 3-00-004472-8
20 Euro

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KINO by Richard Thieler
Katalog anlässlich der Ausstellung „KINO – Fotografien von Richard Thieler“ in der Kunststiftung Poll, Berlin (21.2.-13.4.2013), 2013, 24 x 31 cm, 20 Seiten, 18 Farbabbildungen
10 Euro

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Jan Schüler – Wahlverwandschaften
Texte von Magdalena Kröner und Jakob Glasbrenner, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Tedden, Düsseldorf (26.2.-27.3.2010), Verlag Peter Tedden, Düsseldorf 2010, 28,7 x 22 cm, 70 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN 978-3-940985-B-2
20 Euro

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Jan Schüler – Wir sind Erinnerung. Wir sind elektrisch
Text von Thomas Wolfe, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Tedden, Düsseldorf (19.4.-29.5.2013), Verlag Peter Tedden, Düsseldorf 2013, 28,5 x 22 cm, 24 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN 978-3-940985-32-3
10 Euro

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Jan Schüler – Schwarze Blumen
Texte von Franz Dudenhöffer, Eckhart Gillen, Rissa und Jan Schüler, Katalog anlässlich der Ausstellung „Jan Schüler. Horizont. Landschaften und Porträts“ in der Städtischen Galerie Speyer (7.7.-20.8.2017) und der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Tedden, Düsseldorf (1.9.-7.10.2017), Verlag der Galerie Peter Tedden, Düsseldorf 2017, 28,7 x 23,5 cm, 100 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN 978-3-940985-52-1
20 Euro

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Herbert Kaufmann – Prinzip Collage
Lothar C. Poll (Hrsg.), mit Beiträgen von Karlheinz Lüdeking, Pierre Restany, Lothar Romain, Eberhard Roters und Anthony Thwaites, Monografie anlässlich des 80. Geburtstages von Herbert Kaufmann, Berlin 2004, 24 x 16,5 cm, 64 Seiten, 45 Abbildungen (davon 25 Farbtafeln)
15 Euro

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Herbert Kaufmann – Prinzip Collage
Text von Heinz Ohff, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Poll, Berlin (2.-26.10.1989), POLLeditionen Bd. 24, Berlin 1989, 18 x 15 cm, 20 Seiten, 10 Farbabbildungen, 1 S/W-Porträt
8 Euro

Bestellung

Herbert Kaufmann – Collagen Bilder Litfaßsäulen
Lothar C. Poll (Hrsg.), Texte von Eberhard Roters, Pierre Restany und Anthony Thwaites, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Poll (10.1.-6.2.1972), Berlin 1972, 20 x 20 cm, 40 Seiten, 28 S/W-Abbildungen
10 Euro

Jenny Wiegmann-Mucchi. 1895-1969
Texte von Ursel Berger, Gabriele Mucchi und Lothar Lang, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Bodo Niemann, Berlin (22.9.-24.10.1992), Berlin 1992, 28 x 23 cm, 40 Seiten, 28 S/W-Abbildungen, ISBN 3-926298-18-9
10 Euro

Bestellung

Peter Herrmann – Malergrüße aus Berlin
Texte von Annegret Laabs (Hrsg.), Uwe Gellner (Hrsg.) und Uwe Kolbe, dt./engl., Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg (31.10.2016 – 12.3.2017), Deutscher Kunstverlag, Berlin/ München 2016, 156 Seiten mit einer S/W- und 109 Farbabbildungen, Hardcover, 23 x 28 cm
32 Euro

Genni. Jenny Wiegmann-Mucchi (1895-1969) – Bildhauerin in Italien und Deutschland
Andrea Theissen (Hrsg.), Texte von Klaus Voigt, Jens Semrau, Julia Wallner u. a., Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Spandauer Zitadelle, Berlin (12.5.-3.9.2017), Berlin 2017, 25,5 x 21,5 cm, 128 Seiten, 130 Abbildungen, ISBN 978-3-00-056302-7
15 Euro

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Sarah Haffner – Rückblick. Bilder 1959-2009
Erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum Pankow (Hrsg.), Texte von Sarah Haffner und Bernt Roder, Berlin 2015, 21 x 21 cm, 20 Seiten, 32 Farbabbildungen, Broschur
7,50 Euro

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Genni – Jenny Wiegmann-Mucchi
Text von Raffaele De Grada, ital., Vangelista Editore, Mailand 1980, 22 x 22 cm, 104 Seiten, 92 Abbildungen
20 Euro

Bestellung

Sarah Haffner – Neue Arbeiten
Herausgegeben von Sarah Haffner anlässlich der Ausstellung in der Kunststiftung Poll zu ihrem 75. Geburtstag, Texte von Tanja Langer und Daniel Schreiber, Berlin 2015, 18,5 x 24 cm, 45 Seiten, 29 Farbabbildungen, Broschur
15 Euro

Bestellung

Sarah Haffner – Blaulicht. Bilder, Zeichnungen, Texte
Texte von Hans Christoph Buch, Uwe Herms und Uwe Kolbe, erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Tammen Galerie, Berlin (12.3.-24.4.2010), Alexander Verlag, Berlin 2010, 24,5 x 25,5 cm, 112 Seiten, 59 Abbildungen, Hardcover, Fadenheftung, ISBN 978-3-89581-220-0
19,90 Euro

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Im Blauen Raum. Bilder und Geschichten
Erschienen anlässlich der Ausstellungen „Im Blauen Raum“ (Galerie Poll) und „In der Stille“ (Kunststiftung Poll), Transit Buchverlag, Berlin 2000, 24,5 x 25,5 cm, 128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Fadenheftung, ISBN 978-3-88747-152-1
19,80 Euro

Bestellung

Sarah Haffner – Unterwegs
Text von Jörn Merkert, Interviews von Nea Weißberg-Bob und Ingeborg Ruthe, Verlag Elefanten Press, Berlin 1995, 30 x 24,5 cm, 94 Seiten, zahlreichen Farb- und S/W-Abbildungen, Broschur, ISBN 3-88520-548-3
Leider vergriffen

Sarah Haffner – Bilder 1979-1989
Erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunstverein Freiburg (Hrsg.), Texte von Botho Kickhöfen und Ursula Prinz, Verlag Rotation, Berlin 1989, 27 x 21 cm, 50 Seiten, 33 Abbildungen, Broschur, ISBN 3-88384-026-2
Leider vergriffen

Sarah Haffner – Drinnen und Draußen. Bilder 1986-1988
Erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie am Chamissoplatz (Hrsg.), Text von Erich Fried, Verlag Rotation, Berlin 1988, 27 x 21 cm, 48 Seiten, 35 Farb- und S/W-Abbildungen, Broschur, ISBN 3-88384022-X
Leider vergriffen

Waldemar Grzimek
Text von Raimund Hoffmann, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft Berlin, 1989, 27,5 x 24,5 cm, 72 Seiten, 16 Farbabbildungen, 53 S/W-Abbildungen
15 Euro

Waldemar Grzimek – Plastik – Zeichnungen – Grafik
Zentrum für Kunstausstellungen der DDR/ Neue Berliner Galerie, 1988, 26,4 x 21,7cm, 115 Seiten, 7 Farbabbildungen, 89 S/W Abbildungen
15 Euro

Sabina Grzimek – Zeichnungen
Text von Michael Freitag, Begleitkatalog zur Ausstellung „Sabina Grzimek – Selbstbildnisse“ in der Galerie Himmelreich, Magdeburg (22.10.-22.11.2019), Berlin 2019, 38 farbige Abbildungen, 80 Seiten, Klebebindung, 19,5 x 14,5 cm
15 Euro

Sabina Grzimek – Kleine Plastiken
Unikate, Bronzen, Wachsausschmelzungen 1962-2009, Berlin 2010, 19,5 x 14,5 cm, 33 Farbabbildungen, Fotografien von Bernd Kuhnert
10 Euro

Sabina Grzimek – Köpfe
Text von Anton Schwarzbach, POLLeditionen Bd. 50, Berlin 2000, 19,5 x 14,5 cm, 80 Seiten, 34 S/W-Duplex-Bildtafeln, Fotografien von Bernd Kuhnert
10 Euro

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Sabina Grzimek – Skulpturen, Malerei, Zeichnungen
Text von Hans Scheib, POLLeditionen Bd. 33, Berlin 1992, 29 x 21,5 cm, 16 Seiten, 9 Farb- und drei S/W-Abbildungen
10 Euro

Bestellung

Sabine Grzimek. Plastik – Zeichnung – Malerei
mit Texten von Fritz Jacobi, Werner Schade, Alfons W. Biermann und Armin Kunz, Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Nationalgalerie, Berlin (9.10.-29.11.1992), Berlin 1992, 28 x 21 cm, 144 Seiten, 63 Farb- und 81 S/W-Abbildungen, Klebebindung
Leider vergriffen

Cahiers Critiques 3 – Die Fotografische Familie
Neuer Berliner Kunstverein (Hrsg.), Texte von Ulf Erdmann Ziegler und Alexander Tolnay, Revolver Verlag, Frankfurt am Main 2005, 33 x 24 cm, 48 Seiten, zahlreiche Farb- und S/W-Abbildungen, Broschur, ISBN 3-86588-188-2

Leider vergriffen

Jenö Gindl. start – stop
Text von Annette Tietenberg, dt./engl., Steidl Verlag, Göttingen 2004, 24,7 x 18,5 cm, 128 Seiten, 86 S/W-Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 3-88243-971-8

Leider vergriffen

Markus Draper – Inge zu Fuß zur Arbeit
Interview des ehemaligen RAF-Mitglieds Ralf B. Friedrich, Diskussion zwischen Jennifer Allen und Markus Draper, Text von Clemens Klöckner, dt./engl., Spector Books, Leipzig 2016, 20 x 26 cm, 128 Seiten, 70 Farb- und 4 SW-Abbildungen, Taschenbuch, Fadenbindung, ISBN 978-3-95905-031-9
26 Euro

Markus Draper – Demotape
Freunde des Kunsthaus Dresden e.V. (Hrsg.), Text von Kolja Reichert, dt./engl., 2014, 46 x 31 cm, 16 Seiten
2 Euro

Markus Draper – Haus, Wand, Spiegel
Gespräch zwischen Beatriz Colomina, Johannes Kuehn und Markus Draper, Essay von Martin Germann, dt./engl., Distanz Verlag, Berlin 2013, 16,5 x 23 cm, 128 Seiten, 70 Abbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-95476-026-8
24,90 Euro

Markus Draper (Richter) – Mauerblümchen
Philip Morris Kunstförderung (Hrsg.), Text von Jan Avgikos, dt./engl., 2000, 23,5 x 17 cm, 40 Seiten, 14 Farb- und 6 S/W-Abbildungen, Softcover
5 Euro

Markus Draper (Richter) – Ekzem
Textzitate von Robert Musil, Vilem Flusser und Mark Manders, dt./engl., 1997, 21 x 15 cm, 20 Seiten, 8 Farb- und 4 SW-Abbildungen, Softcover
3 Euro

Markus Draper – Unbekanntes Konto
Texte von Jan Verwoert und Mario-Andreas von Lüttichau, dt./engl., 2007, 27 x 22 cm, 64 Seiten, 68 Farbabbildungen, Softcover
Leider vergriffen

Markus Draper – Marion Ermer Preis 2001
Text von Friedrich Meschede, dt./engl., 2001, 23,5 x 16 cm, 40 Seiten, 28 Farb- und 6 S/W-Abbildungen, Softcover
5 Euro

Das bessere Leben – Fotografien von Göran Gnaudschun
Texte von Jana Wittenzellner, Susanne Boersma, Klaus Schriewer und Juan Ignacio Rico Becerra, dt./engl., Katalog anlässlich der Ausstellung „Murcia: Im Garten Europas“ im Museum Europäischer Kulturen Berlin (6.8.2021-27.2.2022), Michael Imhof Verlag, Petersberg 2021, 28 x 22 cm, 120 Seiten, 49 Farbabbildungen, Softcover, ISBN 978-3-7319-1155-5
24,95 Euro

Bestellung

Peer Boehm – Jetzt schon Boote buchen
Peer Boehm (Hrsg.), Text von Stefanie Boos, Katalog anlässlich der Ausstellung „Jetzt schon Boote buchen – Peer Boehm“ in der Galerie Kunst2 (1.5.-12.6.2021), Köln 2021, 21 x 29,7 cm, 84 Seiten, mit zahlreichen Farbabbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-00-068784-6
20 Euro

Eröffnung: Donnerstag, 16. Januar 2020, 18-21 Uhr
Einführung (gegen 19 Uhr): Ingeborg Ruthe,
Kunstkritikerin der Berliner Zeitung

Am 27. Februar 2020 wäre Sarah Haffner 80 Jahre alt geworden. Die Galerie Poll widmet der Malerin und Schriftstellerin aus diesem Anlass unter dem Titel „Goodbye to Berlin“ eine Ausstellung mit Werken aus verschiedenen Schaffensperioden und nimmt mit dem Titel Bezug auf das gleichnamige Buch Christopher Isherwoods, das der Künstlerin sehr am Herzen lag. Zum Geburtstag werden Wegbegleiter aus Texten der engagierten „Achtundsechzigerin“ und Tochter des Publizisten Sebastian Haffner lesen.

„Malerei ist nicht nur abstrakt wie die Musik. Sie ist auch nicht erzählend wie die Literatur, sondern sie liegt dazwischen. Man braucht den Gegenstand als Widerstand für die Abstraktion.“ (Sarah Haffner) Diese schon früh formulierten Thesen haben das künstlerische Schaffen Sarah Haffners zeitlebens geprägt.

Ihre Themen findet die Künstlerin anfangs im alltäglichen Umfeld. Sie malt den Abwasch, ihre Schallplattensammlung, ihren Arbeitstisch oder ein Regal mit den Büchern, wie sie in den 1960er Jahren in jedem linken Haushalt standen. Und immer wieder Blicke aus dem Fenster auf den Kastanienbaum im Hof ihrer Wohnung in der Uhlandstraße, in der sie über fünfzig Jahre lebte, ihrem persönlichen Schutzraum. Stadtbilder, viele mit den für Berlin typischen Brandmauern, Landschaften, Menschen, vor allem große Köpfe und Selbstporträts, gehören später zu ihren Motiven. Zeitweise malt Sarah Haffner ihre Bilder auch in Reihen, in denen sie ein Motiv durch verschiedene Farbgebung in den unterschiedlichen Lichtstimmungen einer Tages- oder Jahreszeit zeigt.

Haffners Bilder zeichnen sich vor allem durch klare Formen und ihre Farbigkeit aus, für die die Künstlerin eine besondere Mischtechnik aus Ölfarbe und Eitempera entwickelt. Die Farbe ist für sie neben der Komposition das Wichtigste in ihren Bildern. Sie verwendet sie nicht naturalistisch, sondern expressionistisch und zugleich räumlich. Die Farbe ist der Stimmungsträger in den Bildern, häufig ein mediterranes Blau oder Blaugrün, für Sarah Haffner die Farbe der Seele und nicht selten der Melancholie.

„Sarah Haffner malt nur auf den ersten Blick im abbildhaften Sinne realistische Bilder. Ding und Figur sind in ein konstruktivistisch zu nennendes Kompositionsgerüst eingespannt, die Formen zu Farbflächen abstrahiert. Raum und Körperlichkeit entstehen als Bildplastizität vornehmlich im Dialog der Farben, nicht durch suggestive Perspektive. (…) Daher beziehen ihre Bilder diese eindringliche Stille.“ (Jörn Merkert)

Sarah Haffner, geboren 1940 in Cambridge (England), wohin ihre Eltern 1938 wegen der jüdischen Herkunft der Mutter von Berlin aus emigriert waren, wuchs in London auf. 1954 zog sie mit ihrer Familie nach West-Berlin, besuchte dort die Meisterschule für das Kunsthandwerk (1956-57) und studierte Malerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) bei den Professoren Hans Jaenisch und Ernst Schumacher (1957-60). In Berlin lebte Sarah Haffner mit zwei kurzen Unterbrechungen durch Aufenthalte in Paris und London bis kurz vor ihrem Tod. 1960 wurde ihr Sohn David geboren. 1973 holte sie an der HfbK die Ernennung zur Meisterschülerin nach. 1975-76 war Sarah Haffner Autorin eines Fernsehberichtes und Herausgeberin eines Buches über Frauenmisshandlung. In der Folge wurde 1976 das erste Berliner Frauenhaus gegründet, in dem sie sechs Monate lang ehrenamtlich arbeitete. Werke von Sarah Haffner befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a. in der Berlinischen Galerie. Museum für Moderne Kunst, im Jüdischen Museum Berlin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin sowie in der Sammlung der Bundesrepublik Deutschland.

Faltblatt Haffner 2020, beidseitig.pdf

rbb Inforadio, 14. April 2020, Galerierundgang, Barbara Wiegand

Markus Draper – Fire Beats
Text von Ulrich Bischoff und Gespräch zwischen Sven Drühl und Markus Draper, dt./engl., 2007, 30 x 24 cm, 64 Seiten, 91 Farbabbildungen, Softcover mit französischer Broschur, ISBN 978-3-935567-39-8
15 Euro

Werke in Sammlungen

Akademie der Künste, Berlin
Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus
Städtische Museen Heilbronn

Ausstellungen (Auswahl)

2011Galerie Poll, Berlin
2009Galerie Parterre, Berlin
2008-2009Galerie Eva Poll, Berlin
2006Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
2005Klostergalerie Zehdenick
2004Galerie Eva Poll, Berlin
Plastikgalerie Schlosskirche Neustrelitz
2003Neue Nationalgalerie Berlin
Galerie Beelte-Preyer, Münster
2002Plastikgalerie Schlosskirche Neustrelitz
Aufstellung des 2. Heine-Denkmals, Berlin
Bilderhaus Krämerbrücke, Erfurt
2001Galerie am Wasserturm, Berlin
Galerie LEO COPPI, Berlin
Bilderhaus Krämerbrücke, Erfurt
2000Kunstverein Wiligrad e.V.
Schlossgalerie Lübstorf
Galerie Schwind, Frankfurt am Main (mit Gerhard Moll)
1999-2001Galerie am Wasserturm, Berlin
Galerie Himmelreich, Magdeburg
1999Galerie am Wasserturm, Berlin
Galerie Eva Poll, Berlin
1998Galerie Eva Poll, Berlin
1989Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg
1984Einweihung der Brunnenanlage auf dem Wittenbergplatz in Berlin
1974Kunsthalle Bremen
1964documenta III, Kassel
1960Landschaftsgestaltung für die Insel Riema
1958Vierte Deutsche Kunstausstellung im Albertinum, Dresden
1956Maison de la Paix, Paris
Badischer Kunstverein, Karlsruhe
1955Präsentation des Flensburger Heine-Denkmals
Frühjahrsausstellung der Deutschen Akademie der Künste, Berlin
1953Dritte Deutsche Kunstausstellung im Albertinum, Dresden
1951Pergamon-Museum, Berlin
19492. Deutsche Kunstausstellung, Dresden
1941-1942Galerie Buchholz, Berlin
Preußische Akademie der Künste, Berlin
1940Galerie Buchholz, Berlin

Biografie

1918geboren in Rastenburg
1924Übersiedlung nach Berlin
1937Steinmetzlehre bei der Firma Philipp Holzmann
1937-1941Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin
1941Meisterschüler bei Prof. Wilhelm Gerstel
Einziehung zum Militärdienst bei der Marine
1945Rückkehr von Flensburg nach Berlin
1946-1948Lehrauftrag an der Burg Giebichenstein, Halle-Saale
1947Mitglied der Künstlergemeinschaft „Die Fähre“ in Halle-Saale
1948-1951Professur für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin
1950Entwurf für Thälmann-Denkmal in Berlin
1952Studienreise in die Sowjetunion
1952-1957Arbeit als freier Bildhauer in West-Berlin
Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands
1954-1958Leiter des Bezirksverbandes Berlin des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands
1956Öffentliche Auseinandersetzung um das Heine-Denkmal
1957-1961Professur an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee
1961Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin
Übersiedlung nach Friedrichshafen am Bodensee
1968Professur an der Technischen Hochschule Darmstadt
1984gestorben in Berlin

Preise und Stipendien

1984Verleihung des Bremer Bildhauerpreises
1981Preis im Wettbewerb „Brunnen am Wittenbergplatz (Berlin)“
1959Verleihung des Nationalpreises der DDR
1942-1943Rom-Preis der Deutschen Akademie Villa Massimo
19311. und 2. Preis in der Ausstellung „Kind und Hund“
1930Preis bei einem Jugend-Kunstwettbewerb des Berliner Zoos

Werke in Sammlungen

Ulster Museum, Belfast
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland, Berlin
Bundesamt für Bauwesen, Berlin und Bonn
Kommissariat der deutschen Bischöfe, Berlin
Sammlung Deutsche Ausgleichsbank, Bonn
Sammlung Deutsche Telekom AG, Bonn
Sammlung HSE AG, Darmstadt
Sammlung FIZ, Düsseldorf
Sammlung der WGZ Bank, Düsseldorf
Sammlung DB Cargo, Frankfurt am Main
Sammlung TPF&C, Frankfurt am Main
Museum Gelsenkirchen
Osthaus Museum, Hagen
Sammlung der Heidelberger Zement AG
Ludwig Museum, Koblenz
Sammlung Allianz-Versicherung, Köln
Sammlung der AXA Versicherung, Köln
Sammlung Deutschlandfunk, Köln
Sammlung Köckner Humboldt Deutz AG
Sammlung Kölnische Rückversicherung
Sammlung der Kreissparkasse Köln
Sammlung Rheinboden Hypothekenbank AG, Köln
Stadtmuseum Köln
Sammlung TÜV Rheinland, Köln
Sammlung Bayer, Leverkusen
Deutsche Bank, Luxembourg
Landesmuseum Mainz
Landesregierung Rheinland-Pfalz, Mainz
Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Mainz
Zweites Deutsches Fernsehen, Mainz
Sammlung des ADAC, München
Sammlung der HUSS-Unternehmensgruppe, München
Sammlung Pro 7, München
Musée d’histoire contemporaine, Nanterre
Museum Blau, Schwetzingen
Stadtmuseum Siegburg
Sammlung der R+V Versicherung, Wiesbaden

Biografie

1960geboren in Daun in der Eifel
1982-1990nach Abitur, Bäckerlehre und Zivildienst Studium der Bildenden Kunst und Katholischen Theologie bei Prof. Jürgen Fischer und Prof. Brembs in Mainz
1986-1987Studium an der Ecole des Beaux Arts in Montpellier
1990-1996Studium der Philosophie und der Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin (Abschluss Magister Artium)
1999-2000Dozent an der Fachhochschule für Gestaltung Wiesbaden
2000Dozent an der Universität Mainz, Fachbereich Bildende Kunst

Franziskus Wendels lebt und arbeitet in Köln und Daun.

Preise und Stipendien

2014Kaiser-Lothar-Preis der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK), Prüm
2001Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz; Stipendium in Schloss Wiepersdorf, Brandenburg
2000Kunstpreis der Sport Toto GmbH, Rheinland-Pfalz, 1. Preis
1998-99Arbeitsstipendium des internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg
1994Deutscher Kunstpreis der Volks- und Raiffeisenbanken, 2. Preis
1992Arbeitsstipendium „European Artist in Residence“, Arbeitsaufenthalt und Atelier im Ulster Museum, Belfast
1991Arbeitsstipendium des Berliner Senats
1990Emy-Roeder-Preis, 1. Preis
1989Kunst und Künstler aus Rheinland-Pfalz, 1. Preis
1987Lincoln-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz
1985Förderpreis Kulturfonds Mainzer Industrie
1984Salzburg-Stipendium der Stadt Mainz, Studium bei Wolf Vostell

Biografie

1946geboren in Langenberg (Türingen)
1966-1975Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin und Stadtplanung an der Technischen Universität Berlin
1976-1981Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Wolfgang Petrick
1978-1981Kunstkritiken für die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“, das Stadtmagazin „tip“ und zahlreiche Kunstmagazine
1983-2000Verfassen von zahlreichen Manuskripten
1985Mitarbeit im astrologischen Computer-Zentrum Berlin
2007erste Hip-Hop-Improvisationsgesänge, Entwurf einer Globalfahne, Planung eines Musikkabaretts „Der kulturelle Aufschwung“
2017gestorben in Berlin (Verkehrsunfall)

Preise und Stipendien

1985Jahreskunstpreis des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe
1980-1981Studienstiftung des Deutschen Volkes

Biografie

1937geboren in Madrid
1958Umzug nach Paris
1963Mitglied des Komitees des „Salon de la Jeune Peinture“, Paris
Zensur und Schließung der 1. Einzelausstellung in der Galería Biosca, Madrid
1968zeitweiser Aufenthalt in Mailand, Zusammenarbeit mit Klaus Michael Grüber
1969Entwurf von Bühnenbildern für zahlreiche europäische Theaterproduktionen
1973Gründung eines Ateliers in La Ruche, Paris
1974Ernennung zum Kommissionsmitglied für die Biennale in Venedig
Inhaftierung in Valencia und Ausweisung aus Spanien
Anerkennung als politischer Flüchtling in Frankreich
1975-1976Aufenthalt in Berlin (DAAD-Stipendium), Rückkehr nach Spanien
2018gestorben in Madrid

Preise und Stipendien

1983Großer Nationalpreis für Malerei in Spanien
1975DAAD-Stipendium für Bildende Kunst, Berlin

Werke in Sammlungen (Auswahl)

Frissiras Museum, Athen
Fundació la Caixa, Barcelona
Bilbao Fine Arts Museum, Bilbao
Museu Berardo, Lissabon
Museo Reina Sofia, Madrid
Museum of Modern Art, New York
Centre Georges Pompidou, Paris
Serralves Foundation Museum of Contemporary Art, Porto
Nomas Foundation, Rom
Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, D.C.

Werke in Sammlungen

Sammlung Ludwig, Aachen
Lindenau-Museum, Altenburg
Burg-Galerie Beeskow
Akademie der Künste, Berlin
Berlinische Galerie
Märkisches Museum, Berlin
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Humboldt-Universität, Berlin
Berliner Senat
Kunstsammlung der Berliner Volksbank
Brandenburgische Kunstsammlungen, Cottbus
Rat der Stadt Erfurt
Galerie Junge Kunst, Frankfurt/ Oder
Staatliche Galerie Moritzburg, Halle
Städtische Museen, Heilbronn
Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg
Rat der Stadt Potsdam
Kunsthalle Rostock
Staatliches Museum Schwerin

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019Galerie Poll, Berlin
Galerie Himmelreich, Magdeburg
2018Galerie Pankow, Berlin
2017Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg
2016Martin-Gropius-Bau, Berlin
Künstlerhaus Bethanien, Berlin
2015Rathaus und Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner
2014Kunstpavillon Heringsdorf
Galerie Poll, Berlin
2013Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
2012Galerie Poll, Berlin
2011Optisches Museum, Jena
Schloss Neuhardenberg
2010Galerie Poll, Berlin
2009Plastikgalerie, Neustrelitz
2007Galerie Eva Poll, Berlin (mit Wolfgang Petrick)
2002Künstlerhof Buch, Alt-Buch
2001Galerie Z, Paris
Brecht-Haus Weißensee
2000Kunsthalle Anklam
Galerie Eva Poll und Kunststiftung Poll, Berlin
1994Galerie Zunge, Berlin
Galerie Mitte, Berlin
1992Galerie im Centrum – Städtisches Museum, Wesel
Orangerie Kloster Kamp, Kamp-Lintfort
Akademie der Künste im Marstall, Berlin
Galerie Eva Poll, Berlin
Alte Nationalgalerie, Berlin
1991-1992Käthe-Kollwitz-Museum, Köln
1991Kunstverein Weißensee, Berlin (mit Hans Scheib)
Galerie Oder-Form, Berlin
1990Jakobinerkirche, Toulouse
Museum für Moderne Kunst, Villeneuve-d’Ascq (Frankreich)
1988Galerie Döbele, Ravensburg
Burg-Galerie Beeskow
1986Neue Berliner Galerie im Alten Museum, Berlin
1984Galerie Sophienstraße 8, Berlin
1983Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz (Österreich)
Akademie der Künste der DDR, Berlin
1981Klub der Intelligenz, Chemnitz
1980Neue Berliner Galerie im Alten Museum, Berlin
1979Leonhardi-Museum, Dresden
1978Galerie oben, Chemnitz (mit Wolfgang Einmahl)
Klub der Intelligenz, Leipzig
1976Galerie am Prater, Berlin
1975Winckelmann-Museum, Stendal (mit Peter Graf)
1972Club der Kulturschaffenden, Berlin
1970Staatliche Galerie Moritzburg, Halle-Saale (mit Rolf Händler)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016Kunstförderverein Weinheim
Kunststiftung Poll, Berlin
2014Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung, Berlin
2011Galerie Poll, Berlin
2004Galerie Eva Poll, Berlin
2003Neue Nationalgalerie, Berlin
2002Zentrum Bildende Kunst, Neubrandenburg
1998Burg-Galerie Beeskow
Galerie Eva Poll, Berlin
1997Kunstgussmuseum, Lauchhammer
1992Kunstmuseum Basel
Galerie Eva Poll, Berlin
Darmstädter Sezession
Lindenau-Museum, Altenburg
Akademie der Künste zu Berlin
1991Goethe-Institut Neapel
1990Berliner Festspielgalerie, Berlin
1989Akademie der Künste im Marstall, Berlin
Altes Museum, Berlin
1987X. Kunstausstellung der DDR, Dresden
Rheinisches Landesmuseum, Bonn
Staatsgalerie moderner Kunst, München
Städtische Kunsthalle, Mannheim
1986Kulturzentrum der DDR, Paris
Villa Merkel, Esslingen
Puschkin-Museum, Moskau
42. Biennale Venedig
Galerie im Turm, Berlin
1984Altes Museum, Berlin
Nationalgalerie, Berlin
Kunsthalle Worpswede
1982Märkisches Museum, Berlin
IX. Kunstausstellung der DDR, Dresden
1981V. Internationale Kleinplastik-Biennale, Budapest
Ausstellungszentrum am Funkturm, Berlin
1979-1980Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg
1979Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Kunsthalle Rostock
Akademie der Künste im Marstall, Berlin
1975Nationalgalerie im Alten Museum, Berlin
1974Altes Museum, Berlin
1971Treptower Park, Berlin

Biografie

1942geboren in Rom, aufgewachsen in West- und Ost-Berlin
1961-1962Praktisches Jahr an der Porzellan-Manufaktur Meissen
1962-1967Studium der Bildhauerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst, Berlin-Weissensee
1967-1969freischaffend tätig als Bildhauerin in Ost-Berlin
1969-1972Meisterschülerin an der Akademie der Künste, Berlin
1975Geburt des Sohnes Anton
1979Geburt der Tochter Anna
1997-2002Lehrauftrag an der Grafik+Design-Schule in Anklam
2010Aufstellung der Bronze-Skulptur von Dr. Mildred Scheel für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Heidelberg

Sabina Grzimek lebt und arbeitet in Berlin und Erkner.

Preise und Stipendien

2011Ehrenpreis im Rahmen der Vergabe des Brandenburgischen Kunstpreises
2002Preis im Wettbewerb für ein Denkmal gegen Krieg und Zerstörung in Heilbronn
1996Ernst-Rietschel-Kunstpreis der Stadt Pulsnitz
1994Kunstpreis des Kunstfördervereins Weinheim
1983Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste, Berlin
1979Gustav-Weidanz-Preis der Burg Giebichenstein, Halle

Werke in Sammlungen

Berlinische Galerie, Berlin
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
Städtische Galerie Dresden
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Sächsische Landesbibliothek Dresden (SLUB)

Ausstellungen (Auswahl)

2022Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
Galerie Poll, Berlin
2021Museum für Druckkunst Leipzig
2020Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
2019Galerie Poll, Berlin
China Printmaking Museum, Guanlan (China)
Frappant Galerie, Hamburg
2018Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Galerie Axel Obiger, Berlin
galerie drei, Dresden
Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
Tapetenwerk, Leipzig
2017COPYRIGHTberlin, Berlin
Galerie Malzhaus, Plauen
2016Kunstfoyer im Kulturrathaus, Dresden
Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
Sächsischer Landtag, Dresden
2015Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Martini-Kirche und St. Andreas-Kirche, Sankt Andreasberg
Ausstellungsraum der IG Metall, Berlin
2014CHARTER-Projektgalerie, Leipzig
Bayer Kulturhaus, Leverkusen
2013Galerie Villa Bösenberg, Leipzig
Sächsischer Landtag, Dresden
2012Galerie Amberg 13, Rostock
Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
Galerie Villa Bösenberg, Leipzig
Lessedra Gallery & Contemporary Art Projects, Sofia
Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden
2011XVI. Deutsche Internationale Grafik-Triennale, Frechen
2010Galerie Malzhaus, Plauen

Biografie

1984geboren in Quedlinburg
2004-2013Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Peter Bömmels
2008Auslandssemester an der Akademie der Bildenden Künste Warschau
2008-2010Gast- und Nebenstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der Universität der Künste Berlin (UdK)
2010-2013Meisterschülerin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Peter Bömmels

ORLANDO lebt und arbeitet in Berlin.

Preise und Stipendien

2020Stipendium des Kulturgutes Quellenhof Garbisdorf
2018Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Hohenossig
2016Kunstpreis der Volksbank Chemnitz eG
2014Preis im Druckgraphik-Wettbewerb der Leipziger Buchmesse
20112. Preis der XVI. Deutschen Internationalen Grafik-Triennale, Frechen

Werke in Sammlungen

Akademie der Künste, Berlin

Unter dem Titel BETON. Neue Bilder zum Arbeiter zeigt die Galerie Poll Bilder und Zeichnungen zum Typus des Arbeiters von Ralf Kerbach aus den Jahren 2018 bis 2020. Ergänzt wird die Ausstellung durch einige frühere Arbeiten des Künstlers. Kerbach setzt sich darin mit der existentiellen Situation des arbeitenden Menschen auseinander. Vor dem Hintergrund seiner Herkunft aus der DDR und in der Auseinandersetzung mit der Doktrin des Sozialistischen Realismus analysiert der Künstler die Veränderungen der Arbeitswelt.

Auslöser für das Thema der neuen Bilderserie ist die vor drei Jahren begonnene denkmalgerechte Sanierung eines alten Bauernhauses, die den Künstler und Professor für Malerei und Grafik schwere, körperliche Arbeit auf einer Baustelle erfahren ließ und mit neuen Baumaterialien und Arbeitsmethoden konfrontierte. „Das hat mich wieder mit einer Wirklichkeit in Verbindung gebracht, die ich als Hochschullehrer so nicht mehr hatte. Und hat dadurch Bilder freigesetzt, von denen ich sage: Die musst du malen“, erläutert der Maler im Katalog.

Auf zumeist großformatigen Leinwänden stellt Kerbach Arbeiter in einer skizzenhaften, offenen und auf wenige Farbtöne reduzierten Malweise dar: Sein Abbrucharbeiter (2020), ein Mann im Overall vor leuchtend rotem Grund, kommt mit einer Schubkarre auf uns zu, sein Freier Maurer (2019), ein Mann mit bloßem muskulösen Oberkörper, trägt in der einen Hand die Maurerkelle und in der anderen den Eimer mit Mörtel. Die Automatisierungsprozesse der Arbeitswelt betrachtet der Maler sarkastisch: Die Arbeiter auf Beton I und Beton II (2020) drohen sich selbst einzubetonieren, der Rohrleger (2019) hat sich zur Steigerung der Arbeitsleistung einzelne Rohrteile so über den rechten Arm gestülpt, dass er zur mechanischen Gliederpuppe wird und auf dem Bild Typ Styropor (2020) verschwindet der Mensch gänzlich hinter dem auf dem Bau vielfach als Dämmstoff verwendeten Material.

„Die neuen Bilder von Ralf Kerbach sind eine Momentaufnahme, die Auskunft gibt darüber, wo er heute mit seiner Kunst angekommen ist und wohin ihn das Zeichnen und Malen in den letzten vier Jahrzehnten geführt hat. Wenn Adorno recht hat und nicht der Künstler sein Werk, sondern das Werk den Künstler erklärt, dann lohnt es sich, diese Bilder zum Typus des Arbeiters, (…), in ihrer Formensprache und im Gestus der Figuren als präzise Bildzeichen zu lesen, die etwas mitteilen über sein momentanes Selbstverständnis und seine Kunstpraxis heute. Denn von Anfang an war für ihn die Kunst ein Lebensmittel, ein permanenter Versuch, sich durch die Formulierung immer neuer Bildzeichen als Denkchiffren seiner Existenz zu versichern, sich selbst zu beobachten und zu verstehen in der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit“, resümiert Eckhart J. Gillen in seinem Katalogbeitrag.

Ralf Kerbach, geboren 1956 in Dresden, studierte von 1977 bis 1979 an der Hochschule für Bildende Künste seiner Geburtsstadt bei Prof. Gerhard Kettner, bis man ihn zur Exmatrikulation drängte. Daraufhin siedelte er 1982 nach West-Berlin über. 1986/87 erhielt er ein Stipendium in Olevano und verbrachte ein Jahr später längere Zeit in Paris. Bis 1990 lebte und arbeitete er in Valquières bei Montpellier. 1991 reiste er als Stipendiat der Deutsch-Brasilianischen Sommerakademie nach João Pessoa/Paraíba, Brasilien. Seit 1992 ist er Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ralf Kerbach lebt und arbeitet bei Dresden. Seine Werke befinden sich in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen, unter anderen in der Berlinischen Galerie, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Museum der bildenden Künste Leipzig und im Museum Barberini Potsdam.

Im Schaulager der Galerie Poll ist im Juli/ August aus Anlass des Erscheinens des ersten Kataloges von Eric Keller ein „Sommerspecial“ mit einer Auswahl seiner Malerei aus den Jahren 2020 und 2021 zu sehen.

Es sind eher unspektakuläre Bildthemen, denen das malerische Interesse von Eric Keller gilt. Schönbach (2021) lässt ein hell erleuchtetes Gebäude an einer Schnellstraße erkennen, leicht verwischt, wie im Vorbeifahren wahrgenommen. Kulturhaus 5 (2021) zeigt eine leere Bühne mit einem Stuhl und bunten Kulissenelementen, Bühne nachts (2021) ein Bühnenornament in Nahaufnahme. Entstanden sind alle Bilder mit den für den Künstler charakteristischen gedeckten Grau-, Blau-, Violett- und Ockertönen in Öllasurmalerei auf Holz. Ein Parkplatz, ein Bahnübergang und Gebäude am Straßenrand: Momente und Stimmungen, Erlebtes und Erinnertes beim Wahrnehmen solcher Motive ruft Keller mit seinen Bildern auf. Durch Übermalungen, aber auch das wiederholte Abtragen von Farbe durchläuft ein Werk viele Zustände, bis es abgeschlossen ist.

Eric Keller, geboren 1985 in Grimma, hat 2018 sein Meisterschüler-Studium bei Prof. Annette Schröter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig abgeschlossen. Zuvor studierte er Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Rolf-Gunter Dienst und von 2008 bis 2014 Malerei bei Elke Hopfe und Ralf Kerbach an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Arbeiten von Eric Keller befinden sich u.a. in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und in der Sammlung der Ostsächsischen Sparkasse. Eric Keller lebt und arbeitet in Dresden.

Ein Katalog zur Ausstellung ist in Vorbereitung.

Ausstellung und Katalog werden gefördert durch:

Anlässlich der Ausstellung führt Jochen L. Stöckmann ein Gespräch mit Daniel Ben Sorge und Lothar C. Poll.

Der Tagesspiegel, 10. Juli 2021

Mit true places II setzt die Galerie Poll die Ausstellungen mit Zeichnungen von Martina Altschäfer aus dem Hochgebirge fort. Waren die 2016 gezeigten Gebirgslandschaften meist menschenleer, stellt die Künstlerin nun Figuren aus der Welt der Mythen und Sagen in ihre aus der Realität und der Imagination gewonnenen true places.

In seinem Katalogtext beschreibt Christoph Peters jene Stimmung, die Martina Altschäfer in den Bann zieht und die sie mit Farbstift, Pastellkreide und Gouache auf Papier zeichnerisch virtuos einfängt: „Seit Menschengedenken sind die Gipfel der Berge Sehnsuchtsorte und verbotene Zonen, Übergangsräume zwischen Himmel und Erde, (…). Sie gelten als Sitz der Götter oder dämonischer Mächte, die für ein freundliches Schicksal, die Abwendung von Zorn oder Strafe mit Opfern, Prozessionen, Gebeten gnädig gestimmt werden müssen. Dort, in der Höhe, ragt der irdische Raum am tiefsten in die Unendlichkeit des Kosmos. Fast scheint es, als folge die schwere Masse träger Materie, indem sie sich zu Gebirgen auftürmt, einer ihr eigenen Transzendenz, wachse über sich selbst hinaus, um sich der Sonne zu nähern – dem Ursprung von Licht und Wärme, ohne die kein Leben möglich wäre. Nirgends auf der Erde strahlt dieses Licht intensiver als auf den schneebedeckten Bergen.“

Martina Altschäfers Zeichnungen entwickeln sich Schicht um Schicht langsam über Monate hinweg. Grundlage sind Fotografien, aber vor allem Eindrücke und Stimmungen, die sich während der Streifzüge durch das Gotthard-Massiv ins Gedächtnis der Künstlerin eingeschrieben haben.

Alle Zeichnungen verbindet Schönheit und Harmonie, die Altschäfer durch Lichtsetzung und Farbigkeit erreicht. Sie lässt die gewaltigen Berglandschaften durch ihre Lichtdramaturgie mal rätselhaft surreal, mal bedrohlich erscheinen. Die Bäuerin mit ihrem Schlitten auf Milch I (2017) scheint ebenso aus einer anderen Welt zu stammen, wie die beiden Wanderer mit bombastischem Blumenschmuck auf Frühling (2020). Altschäfer übersteigert in dieser Zeichnung Figuren alemannischen Brauchtums, mit denen der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt wird. Auf Rauhnacht (2020) ist eine Prozession von sechs Wanderern durch die Berge kurz vor Einbruch der Dunkelheit dargestellt. Auch sie tragen auf dem Weg durch eine einsame, menschenleere Schneelandschaft einen aufwendigen Kopfschmuck. Der Titel Rauhnacht verweist auf die unheiligen Nächte der Zeit um den Jahreswechsel, in denen das Tor zur „Anderswelt“ geöffnet ist und böse Geister durch Rituale oder magische Handlungen gebannt werden sollen.

In der Wiedergabe des Himmels mit seinen Wolkenformationen und durch die Beleuchtung der dargestellten Szenen lässt die Künstlerin verborgene Naturkräfte in ihren Zeichnungen aufscheinen. Hierbei beherrscht Martina Altschäfer das große Format (bis zu 130 x 160 cm) ebenso wie die Miniatur. Die Linie tritt in ihren Zeichnungen durch das Verwischen und Verreiben der Farben mehr und mehr zugunsten einer malerischen Tiefe zurück.

Martina Altschäfer, geboren1960 in Rüsselsheim, hat Bildende Kunst und Germanistik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. 1991 schloss sie ihr Studium als Meisterschülerin von Prof. Konrad Klapheck ab. Von 1990 bis 1997 unterrichtete sie Zeichnung und Malerei an der Johannes-Gutenberg-Universität und an der Fachhochschule Wiesbaden. Martina Altschäfer hat zahlreiche Stipendien erhalten und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Arbeiten der Künstlerin befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter die Sammlung der Deutschen Bank, des Kunstmuseums Albstadt, des Gutenberg Museums Mainz und des Landesmuseums Mainz. Martina Altschäfer hat in den vergangenen Jahren mit Brandmeldungen (2018) und Andrin (2020) Kurzgeschichten und einen Roman im Mirabilis Verlag veröffentlicht. Sie lebt und arbeitet in Rüsselsheim.

Der Katalog wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Stadt Rüsselsheim am Main, die Ausstellung durch:

Jochen L. Stöckmann hat anlässlich der Ausstellung ein Gespräch mit der Künstlerin geführt, das auf Soundcloud nachzuhören ist (Dauer: 32 Min.):

Mit „More than a story“ stellt Markus Draper in der Galerie Poll erstmals eine Auswahl seiner Bilder vor, die auf den Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington am 18. Mai 1980 zurückgehen.

Der Vulkanausbruch hat die USA erschüttert: 57 Menschen und tausende Tiere starben, Millionen Tonnen Asche wurden innerhalb von Sekunden in die Luft geschleudert, hunderte Quadratkilometer in Ödland verwandelt. Der Berg, ein Symbol der Stabilität, sprengte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Drittel weg. Und dies nicht auf Hawaii oder in Alaska, sondern im amerikanischen „Kernland“ während des Kalten Krieges. Nachrichten und Medienberichte waren entsprechend emotional geprägt: „Sleeping Beauty turned Killer“, „A diary of destruction“ oder „The Day the Earth stood still“ lauteten die Schlagzeilen.

Fotos und Videos dieser Naturkatastrophe begannen Markus Draper 2007 zu faszinieren. Im selben Jahr wählte er erstmals die eigentümlichen Formationen der Aschewolken als Motiv, bis heute sind sie in loser Folge immer wieder Gegenstand seiner Malerei.

Charakteristisch für Drapers Malweise ist die Lasur, der schichtweise Auftrag durchscheinender Ölfarben. Nach der Motivfindung zerlegt er seine „Malvorlage“ in einzelne „Farbfolien“, die er mit dem Pinsel auf die Leinwand überträgt – in der Regel nur einen Farbton, von Hell nach Dunkel. Dabei ist die präzise Übertragung der Tonwerte entscheidend, um ein dichtes Bild zu erreichen. Häufig wird die Leinwand zum Abschluss mit einer ganzflächigen Farblasur überzogen.

Wichtig ist dem Künstler, dass seine Bilder nicht „verortbar“ sind („More than a story“, 2020; „Hard to Say“, 2021; „Killing Me Softly“, 2021). „Meine Bilder wollen kein konkretes Ereignis wiedergeben, sich nicht auf eine lokalisierbare Gefahr beziehen, sondern ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit zum Ausdruck bringen, eine Art sozialer Diagnose: Es gibt ein Unbehagen, diffuse Ängste und Malaisen, die sich nicht auf bestimmte Ursachen beziehen lassen. Aber auch eine Art Kritik: Möglicherweise ist es angenehmer, in einem Zustand der Angst zu verharren, als eine Veränderung der Verhältnisse in Angriff zu nehmen“, beschreibt Draper seine Intention.

Wie Gewissheiten zusammenstürzen, wie diese Verunsicherung durch Bilder in den Medien ausgelöst wird, ist ein zentrales Thema in der Arbeit von Markus Draper. In den zurückliegenden Jahren untersuchte er dies vor allem anhand prägender Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte, wie der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 („Demotape“, 2013), der Geiselnahme von Gladbeck („Rentfort Nord“, 2011) oder der Enttarnung der RAF-Aussteiger in der DDR („Grauzone“, 2015).

Markus Draper, geboren 1969 und aufgewachsen in Görlitz, studierte 1991 bis 2000 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, am Central Saint Martins College, London und an der Columbia University, New York. 2000 schloss er sein Studium als Meisterschüler bei Professor Ralf Kerbach ab. Draper erhielt den Marion-Ermer-Preis (2001) und den Vattenfall Kunstpreis Energie (2006) sowie zahlreiche Stipendien. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2007), der Berlinischen Galerie (2014) und im Kulturhistorischen Museum Görlitz (2015) sowie in institutionellen Gruppenausstellungen weltweit gezeigt.  Werke des Künstlers befinden sich u. a. in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, im Museum Folkwang in Essen, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und in der Berlinischen Galerie. Markus Draper lebt und arbeitet in Berlin.

Es erscheint ein Katalog im Verlag Spector Books.

Ausstellung und Katalog werden gefördert durch:

Anlässlich der Ausstellung hat Jochen L. Stöckmann ein Gespräch mit Daniel Ben Sorge und Lothar C. Poll geführt, hier nachzuhören.

50 Jahre nach der ersten Einzelausstellung von Maina-Miriam Munsky im Jahr 1971 zeigt die Galerie Poll mit Gravidität erstmals das in den 1960er Jahren entstandene Frühwerk der Künstlerin. Ihre damals noch surreal anmutenden Bilder und Zeichnungen des weiblichen Körpers kreisen bereits um Sujets wie Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt. Erst in den 1970er Jahren findet Munsky zu ihrem an der Neuen Sachlichkeit geschulten, hyperrealistischen Stil, mit dem die seither von der Galerie vertretene Künstlerin bekannt wurde.

Charakteristisch für die frühen Bilder ist die Zusammenfügung des Motivs aus zwei Leinwänden, die durch horizontale oder vertikale, weiße oder schwarze Holzleisten in Rahmenstärke voneinander getrennt werden. Die meist mit rosafarbenem Kunstharz gemalten Föten wirken wie Ornamente (Tube, Zwei Kästen, Fertilität, Gravidität, Embryos, Geburt II + IV, alle 1967). Auch die frühen Bleistift-Zeichnungen (ohne Titel, alle 1968) zeigen Studien von Föten im Mutterleib und sind wie die Gemälde aus mehreren Bildfenstern aufgebaut.

„Die Grenzbalken dienten der Abschirmung vor allzu großer Direktheit, die Leiber, teigig fließend und ohne feste Konturen, erinnerten an Pflanzenhaftes, an präexistenzielle Zustände. Es war dies, auf die Gesamtentwicklung Munskys betrachtet, selbst eine keimhafte Phase ihrer Arbeit“, schreibt Lucie Schauer 1976 im Katalog zur Ausstellung der Künstlerin im Märkischen Museum der Stadt Witten.

Die Faszination für Embryonen in Spiritusbehältern, denen Munsky 1967 bei einem Besuch der naturwissenschaftlichen Abteilung des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt begegnet war, gab den Anstoß zur künstlerischen Beschäftigung mit dem Thema der Schwangerschaft: Die mit perspektivischen Linien dargestellten Glasgefäße gliedern die Bilder in nahezu konstruktivistischer Manier, während die Föten in eher fließenden, weichen Formen umgesetzt wurden und so einen motivischen Kontrast zu den Behältern bilden.

Ab 1968/69 wendet sich die Künstlerin dem Vorgang der Geburt direkt zu. Der Augenblick der Entbindung wird realistisch, aber noch in einem weich und diffus fließenden, malerischen Duktus der Pinselführung geschildert (Kind, Zangen I + II, alle 1968). Ab 1970 entstehen die ersten Bilder der Künstlerin, für die eigenhändig aufgenommene Fotografien aus einem Berliner Krankenhaus als Vorlage dienten. „Maina-Miriam Munsky ging mit weißem Kittel und Kamera in den Kreißsaal, unbeobachtet, doch selbst haarscharf beobachtend. Die Fotos sind der realistische Rohstoff für Ölbilder und Radierungen. Die bildnerische Realisation jedoch überschreitet die Fotos bei weitem. Das liegt nicht allein an der Übersteigerung der Farben, sondern auch am Bildausschnitt, am Blickwinkel“, konstatiert Lucie Schauer 1971 in ihrer Ausstellungsbesprechung in der Welt. Schwangerschaft, Geburt und klinische Eingriffe in den menschlichen Körper bleiben bis zu ihrem Tod zentrale Bildthemen der Künstlerin.

Maina-Miriam Munsky, 1943 in Wolfenbüttel geboren und 1999 in Berlin gestorben, studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, an der Accademia di belle Arti in Florenz und an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo sie ihr Studium 1970 als Meisterschülerin bei den Professoren Alexander Camaro und Hermann Bachmann abschloss. 1968 fand ihre erste Einzelausstellung in der Künstlergalerie Großgörschen 35 in Berlin statt. Munsky zählt zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe Aspekt (1972-1978). Von 1982 bis 1984 hatte die Malerin eine Gastprofessur an der HBK Braunschweig inne. 1984 erhielt sie den Kunstpreis des Landes Niedersachsen. Ihre Arbeiten befinden sich in wichtigen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art, New York; die Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Berlin; das Museum Kunstpalast, Düsseldorf; das Städel Museum, Frankfurt am Main sowie die Kunstsammlung der Bundesrepublik Deutschland. Munsky war mit dem Zeichner und Grafiker Peter Sorge (1937-2000) verheiratet. 1972 wurde der Sohn Daniel Ben geboren.

Die Ausstellung wurde gefördert durch: