Ausstellungen

Von Zeit und Fluss
Jan Schüler

24. April – 6. Juni 2026, Eröffnung: 23. April, 18-21 Uhr

Unter dem Titel „Von Zeit und Fluss“ zeigt Jan Schüler neue Arbeiten der vergangenen vier Jahre – eine Fortsetzung seiner Werkreihe „Deutsche Landschaft“, in der er Städte und Gegenden umkreist, die mit der deutschen Geschichte ebenso verknüpft sind wie mit persönlicher Erinnerung und seiner Biografie.

Nach Berliner Ansichten mit historischem Bezug, den hessischen Landschaften der Kindheit und den rheinischen Motiven seiner Wahlheimat Düsseldorf sind jetzt Dresden und die Elblandschaften in den Fokus des Malers gerückt. Schüler folgt dabei den Spuren zweier verehrter Vorbilder: Caspar David Friedrich (1774–1840) und Egon Pukall (1934–1989); beide lebten und malten in Dresden, sie liegen dort auch begraben.

Allein und in aller Stille begibt sich Jan Schüler auf Wanderungen durch die Stadt oder entlang der Elbe bis ins Elbsandsteingebirge, stets auf der Suche nach Orten, die er aus Gemälden dieser Meister kennt. Findet er sie, wählt er bewusst eine andere Perspektive, verändert die Komposition. „Dresden: Blick vom Schloss Pillnitz auf die Elbinsel“ und „Dresden: Die Elbfähre bei Pillnitz“ (beide 2025) sind Zeugnisse solch erwanderter Orte – ebenso wie „Klosterruine Eldena an der Ostsee“ (2024) oder „Dresden: Blick vom Ostra-Gehege“ (2026).

„Genauso wichtig wie die Bilder sind für mich die vorausgehenden Wanderungen, in denen ich die Landschaft erlebe und förmlich in ihr aufgehe und mich durch das Sehen mit dem Horizont verbinde. Alle Arbeiten haben mit Abschiednehmen und einer Sehnsucht nach Verschmelzung und Auflösung zu tun“, sagt Jan Schüler.

Charakteristisch für seine Malerei sind glatte Oberflächen mit hart voneinander abgegrenzten Formen und Flächen in kühler, leuchtender Farbigkeit. Als Ausgangspunkt dienen Fotografien, die er auf seinen Streifzügen aufnimmt; auf der Leinwand reduziert Schüler dann konsequent. In Architekturen wie in Naturräumen schwinden Details: Bäume und Wolken, Schiffe und Bojen, Gebäude und Brücken werden stark formalisiert, Menschen und Tiere finden keinen Einlass in die Komposition. Ob man sich auf die Abgründe und Untiefen hinter dieser perfekten Oberfläche einlässt oder sich ganz ihrer Schönheit hingibt – das bleibt dem Betrachter überlassen.

Der Ausstellungstitel ist Thomas Wolfes autobiografischem Roman „Of Time and the River“ (1935) entlehnt, der die Suche des jungen Eugene Gant nach Erfüllung, Liebe und Identität in Harvard, New York und Europa während der 1920er Jahre schildert.

Jan Schüler, geboren 1963 in Gießen, studierte von 1985 bis 1993 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rissa und war Meisterschüler bei Fritz Schwegler. 1996 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland und Österreich. Gemeinsam mit der Kunststiftung Poll, in deren Beirat er seit 2013 Mitglied ist, hat er das erste Bestandsverzeichnis der Gemälde und Zeichnungen von Maina-Miriam Munsky (1943–1999) herausgegeben. Im Wintersemester 2022/2023 hatte er eine Vertretungsprofessur für Cornelius Völker an der Kunstakademie Münster inne.