Ralf Kerbach

Kindheiten

1. Oktober – 28. November 2001

Am 1. Oktober eröffnen wir die Ausstellung “Kindheiten” mit neuen Arbeiten von Ralf Kerbach. Die Bilder zeigen die intensive Auseinandersetzung mit der Kindheit seiner beiden Söhne und nicht zuletzt auch mit seiner eigenen.

Seit jeher steht der Mensch bei Ralf Kerbach im Mittelpunkt. Ein immer wieder kehrendes Motiv ist die Figuration im Landschaftsraum. Seine jüngsten Darstellungen zeigen Kinder, allein oder zu zweit spielend sowie in Konfrontation mit der Erwachsenenwelt. Die Umgebung ist aus der Sicht des Kindes gezeigt, in der sich Größenverhältnisse und Wahrnehmungen verschieben. So krabbeln übergroße Ameisen oder Käfer um einen auf dem Waldboden sitzenden Jungen und für den “Fänger” wird das Spiel mit dem Schmetterling zur ausfüllenden Beschäftigung. In Kerbachs Bildern tritt allerdings nicht nur die freundliche, unbeschwerte Seite des Kindseins zu tage, daneben sind auch durchaus aggressive und dunkle Aspekte zu finden, die ebenfalls zur Kindheit gehören.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts trat erstmals die kindliche Psyche und Lebenswelt in das Blickfeld künstlerischen Interesses, wie Beispiele aus der Klassischen Moderne von Paula Modersohn-Becker bis Picasso belegen. Nicht zuletzt spielen auch die Bilder des Romantikers Philipp Otto Runge eine Rolle. Für Kerbach, der seine Bilder aus einer eigenen Bildwelt schöpft, steht zudem ein formaler Aspekt dahinter und so gebraucht er die Darstellung des Kindes als Bildzeichen, das immer wiederkehrt und mit verschiedenen ikonographisch zu lesenden Attributen abgebildet wird.

Kerbachs “Kindheiten” tragen u.a. autobiografische Züge, mittels derer er seine eigene künstlerische Verortung hinterfragt. Wie schon in seinen vorherigen Werkreihen steckt auch hier sein Anliegen dahinter, zum eigenständigen Bild vorzudringen und eine “weitere Tür zum eigenen Dasein aufzustoßen”, um neue Anschlußmöglichkeiten zu schaffen.

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