Paul Rosié (1910-1984)

Paul Rosié (1910-1984)

Und das in Deutschland – ein Jahr danach!

Zeichnungen 1946-1957

13. September bis 18. Oktober 2014

Eröffnung: Freitag, 12. September, 18-21 Uhr

 

Vor 30 Jahren verstarb der Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Paul Rosié, der vor allem durch seine Arbeit für die Satirezeitschrift Eulenspiegel bekannt wurde. Die Kunststiftung Poll widmet ihm jetzt eine Einzelausstellung, die den Blick auf seine in der unmittelbaren Nachkriegszeit entstandenen Zeichnungen konzentriert.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die 1946 von Eva Lippold herausgegebene Publikation „Und das in Deutschland nach einem Jahr“, ein bemerkenswertes Dokument antifaschistischen Engagements nach 1945. Bei dem dünnen Heft handelt es sich um eine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln, die Missständen in der deutschen Gesellschaft ein Jahr nach Kriegsende thematisieren. Sie behandeln unter anderem das ungestörte Fortleben von in der NS-Zeit gewachsenen Strukturen in Industrie, Behörden und Alltag. Die perfiden Schilderungen der damaligen Lebenswirklichkeit werden von Rosié in scharfer Ironie künstlerisch interpretiert, wodurch seine Zeichnungen weitaus mehr als reine Illustrationen sind.

Paul Rosié, 1910 in Berlin geboren, absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre und schlug sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit Gelegenheitsjobs durch. Von 1945 bis 1947 war er Dozent an der Fachhochschule für Grafik und Buchgewerbe in Berlin. Seit 1948 arbeitete er freischaffend als Grafiker, Illustrator und Pressezeichner u.a. für die Zeitschriften Ulenspiegel, Frischer Wind und Eulenspiegel. Ab 1955 lehrte er als Dozent, später als Professor an der Kunsthochschule Weißensee und veröffentlichte verschiedene Publikationen, in denen er seine Zeichnungen mit eigenen Texten verband. Rosiés Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland präsentiert.

 

 

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