Christel Poll (1914-1992)

Christel Poll (1914-1992)
Christel Poll auf Ischia 1956, Foto: Relang

Im Licht des Südens

Gemälde, Aquarelle und Mosaiken

29. November 20014 bis 28. Februar 2015

Zum 100. Geburtstag widmet die Kunststiftung Poll ihrem Gründungsmitglied Christel Poll eine umfangreiche Ausstellung. Die erste Retrospektive der Künstlerin wird von einem Katalog mit zahlreichen Bildtafeln und Texten von Gernot Thiele, Jupp Ernst und Gerhard Schön begleitet.

Das künstlerische Werk von Christel Poll knüpft an die durch die Nationalsozialisten verfemte Klassische Moderne an. Ausgehend von der Malerei ihres Lehrers Georg Schrimpf, einem bedeutenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit, beginnt Poll ihre künstlerische Arbeit in den 1930er Jahren mit naturalistischen Zeichnungen, Porträtstudien und Stillleben. Unter dem Eindruck ihrer ersten Italienreise 1938 gewinnt die Farbe in ihrer Kunst mehr und mehr an Bedeutung. In den frühen 1950er Jahren legt Christel Poll ihre Gemälde in flächigen Kompositionen an. Sie bedient sich dabei der christlichen und mythologischen Ikonografie, zeigt aber auch alltägliche Szenen aus der durch Religiosität und Arbeit geprägten Lebenswelt Süditaliens. In den 1960er Jahren lösen sich die monochromen Farbflächen zugunsten eines neoimpressionistischen Spätstils auf und die Landschaft entwickelt sich zum wichtigsten Sujet ihrer Malerei. Seit den 1950er Jahren arbeitet Christel Poll auch als Glas- und Mosaikkünstlerin mit eigener Werkstatt.

Christel Poll, geboren 1914 in Bielefeld, studierte von 1934 bis 1935 an der Werkkunstschule Bielefeld und von 1935 bis 1938 an der Kunsthochschule Berlin. Von 1935 bis 1945 teilte sie sich ein Atelier mit ihrem Bruder Hermann Poll in Berlin-Grunewald. 1947 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Paderborn, dem 1957 der Ruf zur Professorin folgte. Poll war Mitglied der Künstlergruppe Junger Westen und des Westdeutschen Künstlerbundes. Der Nachlass von Christel Poll befindet sich in der Kunststiftung Poll.

Zur Ausstellung sind ein Katalog zum Preis von 18 Euro sowie ein Faltblatt erschienen.

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