Herbert Kaufmann

Prinzip Collage

15. Oktober – 13. November 2004

(Katalog)

Anläßlich des 80. Geburtstags von Herbert Kaufmann zeigen die Galerie Eva Poll und die Kunststiftung Poll Werke des in Aachen geborenen Künstlers. In der Galerie ist ein Querschnitt durch das gesamte Œuvre zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint die von Lothar C. Poll herausgegebene Monografie, “Prinzip Collage” mit Beiträgen von Karlheinz Lüdeking, Pierre Restany, Lothar Romain, Eberhard Roters und John Anthony Thwaites.

Kaufmanns künstlerischer Werdegang begann 1946 in Düsseldorf, wo er an der dortigen Staatlichen Kunstakademie studierte, zuerst mit dem Schwerpunkt Malerei. Nach Beendigung des Studiums schloß er sich 1953 der legendären Künstlergemeinschaft „Gruppe 53″ an, der auch Künstler wie Heinz Mack und Otto Piene angehörten und deren Vorsitzender Kaufmann 1957-1960 war.

Ab 1960 beschäftigte Kaufmann sich mit der neuen Werbe- und Medienwelt in Zeitungen und Glanzzeitschriften. Aus Schnipseln und Papierfetzen entstanden erste Zeitungscollagen. Eine Steigerung ergab sich Mitte der 60er Jahre; in seinen berühmten Litfaßsäulen verband sich das Prinzip Collage mit Objektkunst. Ende der 60er kamen weitere Werkstoffe wie Negativfilme in der Collagengestaltung hinzu.

Eine Interimsphase in den frühen 70er Jahren führte Kaufmann noch einmal zur Malerei. Er malte Acrylbilder, die Collagen vortäuschen. Diese Phase blieb kurz: 1977 kehrte er zur reinen Collagentechnik zurück. Während dieser ganzen Zeit (von 1967 bis 1990, dem Ende seiner Lehrtätigkeit,) war er Professor an der Hochschule der Künste, Berlin.

In seinem Spätwerk in den 80er und 90er Jahren waren Collagen weiter das wichtigste Medium. Jedoch rückte er in der Ausführung von thematischen Darstellungen ab, vielmehr wurde ein eher haptischer Umgang mit Materialien wie Packpapier, Wellpappe und anderen unbedruckten, neutralen Werkstoffen wichtig. Aus diesen “Rohstoffen” entstanden gestalterisch reife monochrome, plastisch reliefartig geformte Arbeiten, seine sogenannten “geschlossenen Bilder”.

Kaufmann lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Anlässlich seines 75. Geburtstages hat Herbert Kaufmann 1999 der Kunststiftung Poll ein Konvolut wichtiger in Berlin entstandener Arbeiten (Bilder und Säulen aus den Jahren 1968 – 1985) übereignet, die jetzt parallel in der Galerie der Kunststiftung (Gipsstraße 3 in Mitte) gezeigt werden.

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