{"id":45708,"date":"2026-04-28T14:11:23","date_gmt":"2026-04-28T12:11:23","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/vorschau\/wolfgang-petrick\/information\/"},"modified":"2026-05-21T18:48:19","modified_gmt":"2026-05-21T16:48:19","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/aktuell\/wolfgang-petrick\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>In TRAUM UND ALBTRAUM treffen die \u201esurrealen Welten\u201c von HELMA und \u201eDystopien\u201c ihres Ehemannes Wolfgang Petrick in der Galerie Poll aufeinander. Wolfgang Petrick geh\u00f6rt zu den K\u00fcnstlern der ersten Stunde, das Werk von HELMA hat die Galerie erstmals 2025 in einer Einzelausstellung in Berlin und im Rahmen des Programms <em>re:discover<\/em> auf der Art Karlsruhe ausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>HELMAs Gem\u00e4lde haben deutliche Bez\u00fcge zum Surrealismus, zur Art Brut und zum Magischen Realismus. Mit Tr\u00e4umen, M\u00e4rchen und Visionen n\u00e4hert sich die K\u00fcnstlerin dem Bodenlosen und Abgr\u00fcndigen. In ihren Bildern begegnen den Betrachtern Schlangen, die sich um kahle \u00c4ste winden. Kreuze, Totensch\u00e4del und brennende Kr\u00e4nze tauchen neben Baumwurzeln und Leitern auf, die zum Himmel emporwachsen. Schlingpflanzen und Dornen, aber auch pr\u00e4chtige Bl\u00fcten und Herzen sind wiederkehrende Bildmotive. Die h\u00e4ufig in rote oder blaue Farbt\u00f6ne getauchten Szenerien sind akribisch fein mit dem Pinsel in \u00d6l gemalt. Innen- und Au\u00dfenwelt, Traum und Realit\u00e4t verschmelzen zu poetisch sch\u00f6nen Gem\u00e4lden, in denen gleichzeitig Unheil zu lauern scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>In einigen ihrer Arbeiten nutzt HELMA Grafiken von Wolfgang Petrick als Grundlage und integriert seine Motive in ihre eigenen Kompositionen. Diese \u201eGemeinschaftswerke\u201c sowie ein von Wolfgang Petrick gezeichnetes Portr\u00e4t von Helma, auf dem er seine Frau aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und sich selbst beobachtend darstellt, bilden ein Scharnier zwischen den beiden zeitgleich gezeigten Ausstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Petricks Werk ist in den 1960er und 1970er Jahren eng mit dem Begriff \u201eKritischer Realismus\u201c verbunden, einer Kunstrichtung, die zu einer Art Markenzeichen der Kunst in West-Berlin wurde. In den 1980er Jahren l\u00f6st sich Petrick von dieser Stilrichtung, wobei ihn seine k\u00fcnstlerischen Vorbilder Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann oder James Ensor weiter besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den kommenden Jahrzehnten entwickelt Petrick in seinen Gem\u00e4lden, Zeichnungen, Grafiken, Objekten, Skulpturen und Installationen einen eigenen, teils raumgreifenden Bilder-Kosmos, der sich aus mythischen, christlichen, kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Quellen sowie aus Nachrichten- und Porno-Magazinen speist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLust und Schmerz, Eros und Tod, Z\u00e4rtlichkeit und Aggression sind eng beieinander liegende und wesensbestimmende Faktoren seiner Kunst, die stets das empfindliche Gleichgewicht zwischen Menschen, Natur und Macht umkreisen und den Betrachter dem Zwiespalt von Emotion und Verstand aussetzen.\u201c (Werner Hofmann)<\/p>\n\n\n\n<p>In seinen meist gro\u00dfformatigen Kompositionen verbindet Petrick verschiedene Bild- und Medienebenen in Schichten und \u00dcberlagerungen. Dabei arbeitet er in thematischen Zyklen und an mehreren Werken gleichzeitig. Er kombiniert \u00d6l- und Acrylmalerei mit Zeichnung, collagiert und montiert Materialien, fotografiert diese k\u00fcnstlerische Arbeit, bearbeitet das Foto digital, druckt das digitale Bild auf die Leinwand, um hierauf wieder zu malen oder zu zeichnen. Der Entstehungsprozess eines Bildes kann mehrere Jahre dauern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Biografien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>HELMA (1940-2025),geboren als Helma Hartmann in Berlin, absolviert von 1959 bis 1961 eine Ausbildung an der Berufsfachschule f\u00fcr Technische Zeichnerinnen. 1964 heiratet sie den K\u00fcnstler Wolfgang Petrick, 1965 wird die gemeinsame Tochter Nina geboren. 1974 beginnt HELMA zu malen und nimmt noch im selben Jahr ihren K\u00fcnstlernamen HELMA an. Wolfgang Petrick (1939-2025) studiert von 1958 bis 1965 Malerei an der Hochschule der K\u00fcnste Berlin (HdK) bei Prof. Werner Volkert und einige Semester Biologie an der FU Berlin. Mit K. H. H\u00f6dicke, Markus L\u00fcpertz u. a. gr\u00fcndet er die erste deutsche Produzentengalerie <em>Gro\u00dfg\u00f6rschen 35<\/em> (1964-1968) und mit Bettina von Arnim, Peter Sorge, Joachim Schmettau u. a. die <em>Gruppe Aspekt<\/em> (1972-1978). 1975 wird er als Professor an die HdK berufen, wo er bis 2007 Malerei lehrt. 1993 wird er Mitglied der Akademie der K\u00fcnste in Berlin. Neben seinem Atelier in Berlin-Kreuzberg betreibt er von 1994 bis 2016 ein Studio in New York. Wolfgang Petrick nimmt 1976 an der <em>documenta 6<\/em> in Kassel und 1991 an der Biennale in Venedig teil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sammlungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Werke von HELMA und Wolfgang Petrick befinden sich in namhaften privaten Sammlungen wie der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin und der Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn. Petricks Werke sind in den Sammlungen der Akademie der K\u00fcnste Berlin, der Berlinischen Galerie, der Neuen Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, der Bundeskunstsammlung und des Woods Art Institute in Wentorf vertreten. Dort fand 2022\/2023 eine Retrospektive auf sein Werk statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In TRAUM UND ALBTRAUM treffen die \u201esurrealen Welten\u201c von HELMA und \u201eDystopien\u201c ihres Ehemannes Wolfgang Petrick in der Galerie Poll aufeinander. Wolfgang Petrick geh\u00f6rt zu den K\u00fcnstlern der ersten Stunde, das Werk von HELMA hat die Galerie erstmals 2025 in einer Einzelausstellung in Berlin und im Rahmen des Programms re:discover auf der Art Karlsruhe ausgestellt. 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