{"id":446,"date":"2021-05-07T19:33:57","date_gmt":"2021-05-07T17:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/aktuell\/grenzerfahrung-peer-boehm-malerei-und-zeichnung-19-01-bis-27-02-2021-verlaengert-bis-13-03-2021\/information\/"},"modified":"2025-03-12T14:55:44","modified_gmt":"2025-03-12T13:55:44","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/peer-boehm-grenzerfahrung\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Unter dem Titel \u201eGrenzerfahrung&#8220;<em> <\/em>stellt die Galerie Poll den Maler und Zeichner Peer Boehm erstmals in einer Einzelausstellung vor. Mit Zeichnungen war der K\u00f6lner K\u00fcnstler bereits im Sommer 2019 an der Themenausstellung \u201eerinnern \u2013 tr\u00e4umen \u2013 zeichnen&#8220;<em> <\/em>der Galerie beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Peer Boehm verkn\u00fcpft in Leinwandarbeiten, Aquarellen und Zeichnungen mit Kugelschreiber Erinnerungen mit Bildern von Reisen und urbanen R\u00e4umen. Grundlage f\u00fcr seine Motive sind Fotos, die er in Fotoalben vom Flohmarkt oder im Internet findet.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Ausstellung suchte Peer Boehm gezielt nach Fotovorlagen mit Bezug zur einstigen Mauerstadt Berlin. Das titelgebende Bild der Ausstellung ist komponiert aus zwei \u00fcberlagerten Szenen. Die eine, dunkelblaue Schicht zeigt schemenhaft Autos, die an einem Kontrollpunkt warten, es ist der Checkpoint Charlie. Die andere, rote Bildebene mit menschlichen Silhouetten l\u00e4sst einen Pulk von Journalisten erkennen, die ihre Kameras auf zwei M\u00e4nner richten, die sich feierlich begr\u00fc\u00dfen. Links steht Leonid Breschnew, ihm gegen\u00fcber Walter Ulbricht \u2013 oder ist es Erich Honecker? Das zu kl\u00e4ren, ist der Betrachter gefordert. Auch die Mauer l\u00e4sst sich nur bei genauem Hinsehen verorten: eine rote Linie verl\u00e4uft schr\u00e4g vom linken zum rechten Bildrand, dar\u00fcber gleitet ein Flugger\u00e4t mit Propeller.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ebenfalls auf die Farben Blau und Rot konzentrierte Querformat \u201eTauziehen&#8220;<em> <\/em>grundiert in Blau der Pariser Platz mit dem angedeuteten Brandenburger Tor, in Rot dar\u00fcber gelegt sind die Umrisse spielender Kinder, die beim Tauziehen gegeneinander antreten. Der Titel kann auch auf das jahrzehntelange Kr\u00e4ftemessen zwischen dem Ostblock und dem Westen bezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Boehm folgt bei der Auswahl der Fotovorlagen seiner Intuition. Aber es gibt wiederkehrende Motive: Die Darstellung von Ereignissen, die im kollektiven Ged\u00e4chtnis einer Gesellschaft gespeichert sind, interessiert ihn ebenso wie pers\u00f6nliche Erinnerungen an Herkunft, Kindheit und Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal benennt Boehm die dargestellten Orte, etwa in \u201eBerlin-M\u00fcllerstra\u00dfe&#8220;. Auf dem schmalen Hochformat mit transparent aufgetragener Tusche und Aquarellfarbe spiegeln sich Passanten in den Pf\u00fctzen des regennassen Trottoirs. Auf \u201eDaheim ist am sch\u00f6nsten&#8220; ist der Berliner Tauentzien mit einem alten Doppeldeckerbus erkennbar und der mittlerweile abge\u001frissenen Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke, die viele Jahre \u00fcber diese verkehrsreiche Stra\u00dfe f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Charakteristisch f\u00fcr Boehms Bildsprache ist das Prinzip der Aussparung, das die Motive aus Hell-Dunkel-Kontrasten hervortreten l\u00e4sst. Hierf\u00fcr reduziert der K\u00fcnstler seine Bildvorlagen am Computer auf die in seinen Augen wesentlichen Formen. Die Leerstellen er\u00f6ffnen Felder f\u00fcr individuelle Assoziationen. F\u00fcr seine Zeichnungen, die er gerne auf Holz aufgezogen pr\u00e4sentiert, nutzt Peer Boehm auch Fundst\u00fccke wie Seekarten oder einzelne Seiten aus Konto-B\u00fcchern als Bildtr\u00e4ger. Herkunft und Heimat, Reisen und Ferne sind Themen, die sich durch sein Werk ziehen. Dies wird deutlich durch die immer wiederkehrenden Titel &#8222;Daheim ist am sch\u00f6nsten&#8220;<em> <\/em>und \u201eWoanders ist auch sch\u00f6n&#8220;<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peer Boehm,<\/strong> 1968 geboren in K\u00f6ln, studierte von 1990 bis 1994 Kunstgeschichte, Arch\u00e4ologie und Germanistik an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Im Jahr 1997 war er Mitbegr\u00fcnder der Produzentengalerie \u201eKunstgewinn\u201c und 1999 der K\u00fcnstlergruppe \u201eitinerarti\u201d in K\u00f6ln. 2006 rief er die K\u00fcnstlergruppe \u201eDie Kunstkreditkarte \u2013 Was Sch\u00f6nes f\u00fcr unterwegs\u201c ins Leben und ist seit 2011 Mitglied des Kunstvereins \u201e68elf e.V.\u201c. Peer Boehm lebt und arbeitet als freischaffender K\u00fcnstler in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausstellung und Katalog werden gef\u00f6rdert durch:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"59\" src=\"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/wp-content\/uploads\/Logo_Neustart_300-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-37766\"\/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel \u201eGrenzerfahrung&#8220; stellt die Galerie Poll den Maler und Zeichner Peer Boehm erstmals in einer Einzelausstellung vor. Mit Zeichnungen war der K\u00f6lner K\u00fcnstler bereits im Sommer 2019 an der Themenausstellung \u201eerinnern \u2013 tr\u00e4umen \u2013 zeichnen&#8220; der Galerie beteiligt. 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