{"id":44033,"date":"2025-09-16T13:46:36","date_gmt":"2025-09-16T11:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/vorschau\/stadtbilder\/information\/"},"modified":"2025-10-08T18:26:29","modified_gmt":"2025-10-08T16:26:29","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/stadtbilder\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Anders als in der Vedutenmalerei, in der es galt, Stadtansichten m\u00f6glichst exakt abzubilden, ist die Stadt in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst Inspirationsquelle f\u00fcr subjektive Wahrnehmungen. F\u00fcnf dieser individuell unterschiedlichen k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen bringt die Ausstellung \u201eStadtbilder\u201c in einen Dialog. Es entfalten sich durch Verdichtung oder Auslassung Stimmungen, die \u00fcber die blo\u00dfe Abbildung von Stadt hinausweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Jan Sch\u00fclers pr\u00e4ziser Malerei sind die von ihm fotografierten Stadtmotive auf wesentliche Elemente reduziert. Zwischen glatten Oberfl\u00e4chen und hart voneinander abgegrenzten Formen und Farbfl\u00e4chen bleiben Details ausgespart. Durch die starke Stilisierung von Masten, Absperrgittern, B\u00e4umen oder Wolken wird die jeweilige Charakteristik hervorgehoben. Gerade aufgrund dieser Reduktion bleiben Sch\u00fclers Stadtlandschaften stets zu verorten: Der Flughafen Tempelhof in Berlin, das Reichsparteitagsgel\u00e4nde in N\u00fcrnberg oder eine Schleuse in Gie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sarah Haffner hat f\u00fcr ihre Bilder mit klaren Formen und einer besonderen Farbigkeit eine Mischtechnik aus \u00d6lfarbe und Eitempera entwickelt. Die Farbe gewinnt bei ihr neben der Komposition eine eigene Aussagekraft. Sie wird nicht naturalistisch eingesetzt, sondern expressionistisch und zugleich r\u00e4umlich. Farbe ist der Stimmungstr\u00e4ger, Blau oder Blaugr\u00fcn gilt Sarah Haffner als Spiegel der Seele, als Zeichen der Melancholie. Ihre abstrahierten Stadtlandschaften \u2013 fensterlose Mietsh\u00e4user und Brandw\u00e4nde zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten \u2013 oder ihre S-Bahn-Bilder, sind gepr\u00e4gt von der Gro\u00dfstadt, in der die K\u00fcnstlerin viele Jahrzehnte lebte: Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Franziskus Wendels sondiert mit seiner Malerei seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren die Wirkung k\u00fcnstlicher Beleuchtung in der Dunkelheit. In vielen seiner Motivserien dominiert die Stadt: Ihre Lichter beim n\u00e4chtlichen Landeanflug eines Flugzeugs, Leuchtreklamen an Kinos oder Tankstellen. Die in der Fl\u00e4che dunklen monochromen Bilder, auf denen keine Pinselspuren mehr erkennbar sind, werden von Lichtern in immer neuen Farbnuancen illuminiert. Deren Leuchtkraft beruht auf einer speziellen, vom K\u00fcnstler \u00fcber die Jahre verfeinerten Technik, in der er \u00d6l- und Lackfarben sowie sich aufl\u00f6sende Pigmente kombiniert. Durch eine abschlie\u00dfende Lasur in leicht variierenden Farbt\u00f6nen bringt er die Lichter zum Flirren.<\/p>\n\n\n\n<p>G. L. Gabriel gelingt es, mit malerisch-stilistischen Mitteln, mit einem schnellen, expressiven Strich, die fl\u00fcchtige Atmosph\u00e4re der Gro\u00dfstadt einzufangen. Diese Herangehensweise beherrscht sie souver\u00e4n, auf einer gro\u00dfen Leinwandarbeit von rund vier Metern L\u00e4nge mit einer Ansicht der Glienicker Br\u00fccke ebenso wie auf einem kleinen Bild von New York, auf dem mit gusseisernen Feuertreppen an den Hausfassaden und h\u00f6lzernen Wassertanks auf den D\u00e4chern das f\u00fcr diese Metropole typische Lokalkolorit zum Vorschein kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eric Keller komponiert seinen st\u00e4dtischen Kosmos aus beil\u00e4ufigen Blicken auf Uferwege, Sport- und Parkpl\u00e4tze oder Bahn\u00fcberg\u00e4nge. Seine Bildmotive setzen sich aus gro\u00dfangelegten Farbfl\u00e4chen zusammen, Ton in Ton aufgebaut aus d\u00fcnnen \u00d6llasuren in mannigfachen Grau-, Blau-, Violett- oder Ockert\u00f6nen. Durch die leichte Unsch\u00e4rfe, die er \u00fcber sie legt, entstehen stimmungsvolle Erinnerungsr\u00e4ume. Mit der Arbeit am Bild kehrt der K\u00fcnstler in seiner Phantasie an einst gesehene Schaupl\u00e4tze zur\u00fcck. Wo genau sie verortet sind, bleibt sein Geheimnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt offenbart sich in der Ausstellung durch den subjektiven Blick der f\u00fcnf K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler nicht als architektonische Struktur, sondern als atmosph\u00e4rischer Raum, als Projektionsfl\u00e4che von Melancholie, Sehnsucht und Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>G. L. Gabriel<\/strong> (*1958) studierte Malerei an der Hochschule der K\u00fcnste Berlin bei K. H. H\u00f6dicke, bei dem sie ihr Studium 1981 als Meistersch\u00fclerin abschloss. 1979 war sie j\u00fcngste Mitbegr\u00fcnderin der Galerie am Moritzplatz, einer Selbsthilfegalerie junger K\u00fcnstler, die sp\u00e4ter als \u201eNeue Wilde\u201c international bekannt wurden. Gabriel erhielt mehrere Stipendien, ihre Werke befinden sich u. a. in der Berlinischen Galerie, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und der Sammlung zeitgen\u00f6ssischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sarah Haffner<\/strong> (1940-2018) wuchs in England auf, wohin ihre Eltern 1938 wegen der j\u00fcdischen Herkunft der Mutter emigriert waren. 1954 zog sie mit ihrer Familie zur\u00fcck nach Berlin und studierte dort Malerei an der Hochschule f\u00fcr bildende K\u00fcnste. Werke der K\u00fcnstlerin befinden sich u. a. in der Berlinischen Galerie, im Deutschen Historischen Museum Berlin, im J\u00fcdischen Museum Berlin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und der Sammlung des Deutschen Bundestages.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eric Keller <\/strong>(*1985) studierte Malerei in N\u00fcrnberg, Dresden und Leipzig, wo er sein Studium an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Leipzig 2018 als Meistersch\u00fcler bei Prof. Annette Schr\u00f6ter abschloss. Werke des K\u00fcnstlers befinden sich u. a. in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der St\u00e4dtischen Galerie Dresden und in der Sammlung zeitgen\u00f6ssischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jan Sch\u00fcler <\/strong>(*1963) studierte Malerei an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf bei Rissa und Fritz Schwegler, bei dem er sein Studium 1992 als Meistersch\u00fcler abschloss. 1996 erhielt er den F\u00f6rderpreis f\u00fcr Bildende Kunst der Stadt D\u00fcsseldorf. Seine Werke befinden sich in zahlreichen privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Franziskus Wendels<\/strong> (*1960) studierte nach dem Abitur und einer B\u00e4ckerlehre Bildende Kunst und Katholische Theologie in Mainz und Montpellier und im Anschluss Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin. Der K\u00fcnstler wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, seine Werke befinden sich in wichtigen Museums- und Firmensammlungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anders als in der Vedutenmalerei, in der es galt, Stadtansichten m\u00f6glichst exakt abzubilden, ist die Stadt in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst Inspirationsquelle f\u00fcr subjektive Wahrnehmungen. F\u00fcnf dieser individuell unterschiedlichen k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen bringt die Ausstellung \u201eStadtbilder\u201c in einen Dialog. Es entfalten sich durch Verdichtung oder Auslassung Stimmungen, die \u00fcber die blo\u00dfe Abbildung von Stadt hinausweisen. 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