{"id":38228,"date":"2024-09-03T16:21:00","date_gmt":"2024-09-03T14:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/vorschau\/martina-altschaefer\/information\/"},"modified":"2024-10-24T19:39:01","modified_gmt":"2024-10-24T17:39:01","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/martina-altschaefer\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>In ihrer vierten Einzelausstellung von Martina Altsch\u00e4fer stellt die Galerie Poll unter dem Titel \u201e\u00dcber der Baumgrenze\u201c neue Zeichnungen der K\u00fcnstlerin aus der faszinierenden Welt des Hochgebirges vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Suche nach unber\u00fchrter und unbezwungener Natur zieht es Martina Altsch\u00e4fer immer wieder in die Berge. Dort, \u00fcber der Baumgrenze, wo aufgrund niedriger Temperaturen nicht einmal mehr B\u00fcsche wachsen und es auch sonst kaum noch Vegetation gibt, in einer Welt von Schnee und Eis, entwickelt sie ihre Bildthemen. Sie erz\u00e4hlen davon, wie die Natur den Menschen bezwingt, aber auch vom Leben von Mensch und Tier in und mit der Natur. Auch Mythen und Braucht\u00fcmer spielen immer wieder eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage der gro\u00dfformatigen Zeichnungen sind Fotografien, die aber vor allem als Ged\u00e4chtnisst\u00fctze dienen und zur Erinnerung an Eindr\u00fccke und Stimmungen, die sich der K\u00fcnstlerin w\u00e4hrend ihrer Streifz\u00fcge durchs Gebirge eingepr\u00e4gt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die mit Farbstiften und Pastellkreide komponierten farbintensiven Berglandschaften in glei\u00dfendem Sonnenlicht mit teils dramatischen Himmeln oszillieren zwischen Traum und Wirklichkeit. In ihrer Komplexit\u00e4t erschlie\u00dfen sich die aus Imagination und Realit\u00e4t gewonnenen Schnee-, Eis- und Gletscherlandschaften erst in eingehender Betrachtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zeichnung \u201eTranshumanz\u201c weidet eine Schafherde auf einem Bergr\u00fccken, umgeben von hohen schneebedeckten Bergen. Die Szene mit den in Schwindel erregender H\u00f6he grasenden Tieren wirkt surreal, tats\u00e4chlich aber ist diese jahrhundertealte Wanderweidewirtschaft im Gebirge noch heute \u00fcblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Monumentalit\u00e4t des rund 4.000 Meter hohen Berges Eiger in den Berner Alpen, dessen Nordwand Bergsteiger aus aller Welt anzieht, beschw\u00f6rt Altsch\u00e4fer in ihrer gleichnamigen Zeichnung durch einen winzig kleinen Menschen. Sie zeigt ihn vor Beginn des m\u00fchsamen Aufstiegs zum Berggipfel, versunken in die Betrachtung der sich in Serpentinen in die H\u00f6he schl\u00e4ngelnden Wanderwege. Die unterschiedlichen Beschaffenheiten des Berggesteins sind virtuos und realit\u00e4tsgetreu wiedergegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Landschaften konstruiert Martina Altsch\u00e4fer bis ins kleinste Detail. Ausgehend von einem Ger\u00fcst aus Linien und Fluchtpunkten erarbeitet sich die K\u00fcnstlerin \u00fcber Monate Partie f\u00fcr Partie und Schicht um Schicht ihrer gro\u00dfformatigen Bildkompositionen. Nicht eine einzige Linie ist zuf\u00e4llig gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zu den gro\u00dfen Zeichnungen auf Papier entstehen kleine Pastelle und Gouachen auf schwarzem Karton, in denen sich die K\u00fcnstlerin malerisch mit Passagen ihrer gro\u00dfen Komposition intensiv auseinandersetzt. Hier tritt die zeichnerische Linie durch das Verwischen und Verreiben der Farben mehr und mehr zugunsten einer malerischen Tiefe zur\u00fcck und zieht den Betrachter magisch ins Bildmotiv hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der mit der K\u00fcnstlerin befreundete Schriftsteller Christoph Peters hat in seinem Katalogtext auf den Punkt gebracht, was Martina Altsch\u00e4fer in ihrem k\u00fcnstlerischen Schaffen immer wieder antreibt: \u201eSobald wir uns ins Gebirge aufmachen\u201c, schreibt er, \u201ewerden wir zu Wanderern, zu Suchenden, zu Fragenden, Tastenden. Jeder Schritt ger\u00e4t zum Schritt ins Unbekannte, schwankt zwischen Mut und Furcht, und sp\u00e4testens, wenn wir den Weg verloren haben, w\u00e4hrend die Sonne hinter dem hohen Horizont versinkt, werden wieder die Stimmen der Geister in Gr\u00e4sern, Zweigen, Felsspalten zu h\u00f6ren sein. Wir werden lauschen und zittern, lauschen und schweigen, schweigen und atmen, bis eine Antwort durch uns hindurch f\u00e4hrt, unh\u00f6rbar leise oder als Schrei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martina Altsch\u00e4fer<\/strong>, geboren1960 in R\u00fcsselsheim, hat Bildende Kunst und Germanistik an der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz sowie Freie Malerei an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf studiert. 1991 schloss sie ihr Studium als Meistersch\u00fclerin von Prof. Konrad Klapheck ab. Von 1990 bis 1997 unterrichtete sie Zeichnung und Malerei an der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t und an der Fachhochschule Wiesbaden. Martina Altsch\u00e4fer hat zahlreiche Stipendien erhalten und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Arbeiten der K\u00fcnstlerin befinden sich in privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen, darunter die Sammlung der Deutschen Bank, des Kunstmuseums Albstadt, des Gutenberg Museums Mainz und des Landesmuseums Mainz. Sie arbeitet und lebt in R\u00fcsselsheim, wo sie in den letzten Jahren auch Kurzgeschichten und einen Roman im Mirabilis Verlag ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelrhein Museum Koblenz sind noch bis zum 9. M\u00e4rz 2025 mehrere Zeichnungen der K\u00fcnstlerin in der Ausstellung \u201eTraumlandschaft \u2013 Alptraum Landschaft\u201c zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrer vierten Einzelausstellung von Martina Altsch\u00e4fer stellt die Galerie Poll unter dem Titel \u201e\u00dcber der Baumgrenze\u201c neue Zeichnungen der K\u00fcnstlerin aus der faszinierenden Welt des Hochgebirges vor. Auf der Suche nach unber\u00fchrter und unbezwungener Natur zieht es Martina Altsch\u00e4fer immer wieder in die Berge. 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