{"id":3775,"date":"2021-08-23T01:04:30","date_gmt":"2021-08-22T23:04:30","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/richard-thieler25-februar-21-maerz-2020\/information\/"},"modified":"2021-08-23T15:04:19","modified_gmt":"2021-08-23T13:04:19","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/richard-thieler25-februar-21-maerz-2020\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Zur 70. Berlinale zeigt die Galerie Poll in ihrem Schaulager Kino-Fotografien von Richard Thieler. Unter dem Titel <em>Cin\u00e9mas perdus <\/em>versammelt sie in ihrer zweiten Einzelausstellung des 1963 in Berlin geborenen Fotografen rund 30 Farbaufnahmen von aufgegebenen Lichtspielh\u00e4usern aus Deutschland, D\u00e4nemark, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Tschechien und den USA aus den Jahren 2011 bis 2019.<\/p>\n\n\n\n<p>In Braunschweig fotografierte Thieler 2018 das <em>Lido. <\/em>Die Aufnahme ist Motiv der Einladungskarte und des Plakats der Ausstellung. Das <em>Lido <\/em>wurde 1958 in einem ehemaligen Luftschutzbunker gegen\u00fcber dem Hauptbahnhof er\u00f6ffnet. Damals gab es 21 Lichtspielh\u00e4user in Braunschweig. Seit 1984 ist das <em>Lido <\/em>geschlossen, heute befindet sich in dem Geb\u00e4ude eine Diskothek. 2020 hat Braunschweig noch zwei Multiplexe, ein von einem studentischen Verein betriebenes Kino sowie zwei saisonale Filmauff\u00fchrungsorte im Schloss und im Audimax der TU. Dieser Niedergang ist exemplarisch f\u00fcr das weltweite Kinosterben, das seit Ende der 1950er Jahre mit dem Einzug des Fernsehger\u00e4ts in die Haushalte begonnen und bis heute durch Video, DVD, Special-Interest TV-Sender sowie Internetdienste wie Netflix vorangetrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fotograf\u00a0n\u00e4hert\u00a0sich\u00a0den\u00a0Kinos\u00a0meist\u00a0von\u00a0vorne\u00a0und\u00a0zeigt\u00a0entweder das\u00a0gesamte Geb\u00e4ude in Frontalansicht oder einen architektonisch charakteristischen Ausschnitt der Kinofassade. Dabei achtet Thieler darauf, dass der Name des Kinos stets zu sehen ist. Durch diese gleichbleibende Einstellung betont der Fotograf die formalen Gemeinsamkeiten von Kinoarchitekturen, die geografisch weit auseinanderliegen. In der vergleichenden Betrach- tung ergibt sich dadurch eine besondere Spannung seiner Fotoserie.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile hat Thieler rund 600 Kinos \u2013 offene und geschlossene, bei Tag und bei Nacht \u2013 weltweit fotografiert und sie in Einzel- und Themenausstellungen in Berlin und anderswo, u.a. 2017 in der Kunsthalle Erfurt, pr\u00e4sentiert. In den vergangenen elf Jahren ist so eine einzigartige kultursoziologische und bauhistorische Dokumentation von Lichtspielh\u00e4usern entstanden. Auf den Fotografien gibt es Details wie Filmplakate, Anschl\u00e4ge oder Graffitis, aber auch vom Leben rund um die Kinos als St\u00e4tten \u00f6ffentlichen Zusammentreffens zu entdecken. Da jeder Betrachter seine eigene Geschichte mit einem Kino verbindet, gelingt es Thieler mit seinen Fotografien pers\u00f6nliche Erinnerungen wachzurufen und so die Magie des Kinos einzufangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur 70. 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