{"id":37177,"date":"2024-05-18T14:12:14","date_gmt":"2024-05-18T12:12:14","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/?page_id=37177"},"modified":"2024-06-14T17:26:19","modified_gmt":"2024-06-14T15:26:19","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/menagerie\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Diesen Sommer verwandelt sich die Galerie Poll in eine \u201eMenagerie\u201c: Heimische und exotische Tiere treten auf, gemalt, geformt oder aquarelliert von Sabina Grzimek, Peter Herrmann, Ralf Kerbach, Heidrun Rueda und Hans Scheib.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der \u00e4ltesten Tierenzyklop\u00e4dien stammt von Aristoteles: Sein Text <em>Historia animalium<\/em> klassifiziert im Jahr 335 v. Chr. Tiere nach ihrem Aussehen, ihren Verhaltensweisen und ihrem Lebensraum. Die realistische Darstellung einzelner Tiere mit ihrer Anatomie und individuellen Bewegungen wurde in der Renaissance zum Ideal erhoben.&nbsp; Albrecht D\u00fcrer war einer der ersten K\u00fcnstler, der die Darstellung von Tieren \u00fcber Skizzen hinaus f\u00fcr bildw\u00fcrdig hielt. Das Werk der in \u201eMenagerie\u201c pr\u00e4sentierten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler ist von Tierdarstellungen gepr\u00e4gt. Ihre teils f\u00fcr die Ausstellung entstandenen \u00d6lgem\u00e4lde, Skulpturen und Papierarbeiten treten in einen Dialog miteinander \u2013 und lassen im vergleichenden Blick die \u201eanimalische\u201c, wilde oder auch gez\u00e4hmte Seite ihrer jeweiligen Weltsicht zutage treten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sabina Grzimek findet ihre Themen im pers\u00f6nlichen Umfeld und Erleben. Che, ihr Hund, ist immer wieder Modell f\u00fcr ihre Plastiken. In zugleich ausdrucksstarker wie sensibler Formensprache gelingt es der K\u00fcnstlerin, \u00fcber \u00e4u\u00dferliche Details zum Wesen der von ihr gestalteten Tiere vorzudringen, etwa mit der Bronze einer tr\u00e4chtigen Eselin oder einer Kuh, die sich mit prallem Euter abwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidrun Rueda malt ihre naturalistischen Motive teils nach Fotovorlagen, teils nach eigener Beobachtung in freier Wildbahn. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl kleinformatiger \u00d6lbilder mit Eulen. Zur Familie dieser V\u00f6gel geh\u00f6ren rund 200 Arten. Rueda konzentriert sich auf Tiere ihrer unmittelbaren Umgebung, K\u00e4uzchen, Schleiereule und Uhu.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eSalute Vittore Carpaccio!\u201c (2003) zitiert Peter Herrmann ein Gem\u00e4lde des venezianischen Renaissancemalers. Vor blauem Hintergrund sitzt eine Frau, gebeugt \u00fcber einem Scho\u00dfh\u00fcndchen. Der kleine Vierbeiner steht auf beiden Hinterpfoten und schaut empor zur Herrin, die seine Vorderpfoten liebkost. Neben ihr steht eine gro\u00dfe Vase mit einem Strau\u00df Callas, davor eine kleine struppige Katze. Wie f\u00fcr ihn charakteristisch, hat Herrmann die tradierte Szenerie in verbl\u00fcffend einfachen Formen festgehalten und einen komischen Moment eingebaut, der auf der kunsthistorischen Vorlage fehlt. Auch das Genre des naturgetreuen Tierbildes bedenkt der Maler mit einer ironischen Volte: Seine an sich doch furchteinfl\u00f6\u00dfende Raubkatze r\u00e4kelt sich auf dem R\u00fccken unter dem Titel \u201eWenn Leoparden tr\u00e4umen\u201c. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einen anderen Zugang w\u00e4hlt Ralf Kerbach mit den \u00d6lgem\u00e4lden \u201ePferd\u201c, \u201eZwei Pferde\u201c und \u201eZiegen\u201c. Entstanden nach Studien in der Natur, bleibt der Pinselstrich skizzenhaft, der Farbauftrag durchscheinend. Kerbachs \u201eMondnacht\u201c von 2023 ist dagegen \u201eaus dem Kopf\u201c gemalt. Mit pastos deckenden Farben, in typisierter Darstellung treffen eine wei\u00dfe Katze und ein schwarzer Hund aufeinander. Die Tiere streiten um einen Ara, an dem sie raffgierig ihre Z\u00e4hne wetzen. Derweil steht am klaren Himmel der Mond und leuchtet still auf einen kahlen Baum und einige H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Hans Scheibs Skulpturen ziehen auch einige exotische Tiere in Polls Menagerie ein: Der Bildhauer hat eine zu einem hohen Turm sich ringelnde Schlange (2005) aus Holz geschlagen und arttypisch mit roter und gr\u00fcner Farbe bemalt sowie aus Holz ein \u00c4ffchen mit extrem langem Schwanz geschaffen, das seine Z\u00e4hne drohend fletscht. Scheib gelingt es, in seinen ausdrucksstarken Holzplastiken mit deutlichen Bez\u00fcgen zur Tradition des Expressionismus einen eigenen Stil zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sabina Grzimek <\/strong>(*1942) schloss 1967 ihr Studium der Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Wei\u00dfensee ab und war von 1969 bis 1972 Meistersch\u00fclerin an der Berliner Akademie der K\u00fcnste bei Fritz Cremer. Ehrungen wie der K\u00e4the-Kollwitz-Preis (1983) oder der Ehrenpreis des Ministerpr\u00e4sidenten des Landes Brandenburg f\u00fcr ein Lebenswerk (2011) u.a. zeugen von der Anerkennung ihres Werkes. Arbeiten befinden sich in namhaften Sammlungen, darunter die Nationalgalerie Berlin, die ihr 1992 eine Retrospektive ausrichtete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter Herrmann<\/strong> (*1937) besuchte nach einer Ausbildung als Chemigraph ab 1953 Malkurse bei J\u00fcrgen B\u00f6ttcher-Strawalde. 1984 verlie\u00df er die DDR und reiste nach Hamburg aus; seit 1986 lebt er in (West-)Berlin. Im Jahr 1998 erhielt Herrmann den Villa Romana-Preis, Florenz, 2001 den Fred Thieler-Preis der Berlinischen Galerie. In deren Sammlung befinden sich ebenso Werke des K\u00fcnstlers wie u.a. in den Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Museum Ludwig in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ralf Kerbach<\/strong> (*1956) studierte von 1977 bis 1979 Malerei und Grafik an der HfBK Dresden bei Prof. Gerhard Kettner, bis die DDR ihn zur Exmatrikulation dr\u00e4ngte und er 1982 nach West-Berlin \u00fcbersiedelte. 1986\/1987 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi in Olevano, von 1992 bis 2023 lehrte er als Professor an der HfBK Dresden. Werke befinden sich u.a. in der Berlinischen Galerie, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Museum der bildenden K\u00fcnste Leipzig und im Museum Barberini Potsdam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heidrun Rueda<\/strong> (*1963) studierte Malerei an der HfBK Dresden bei Prof. G\u00fcnther Horlbeck, von 1994 bis 1996 war sie Meistersch\u00fclerin. 1994 erhielt sie das S\u00e4chsische Landesstipendium, 1999 ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und 2004 ein Stipendium in Schloss Wiepersdorf. Ruedas Arbeiten befinden sich in privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen, so im Brandenburgischen Landesmuseum f\u00fcr moderne Kunst Frankfurt (Oder), der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt\/Main und der Biblioth\u00e8que Nationale de France Paris.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hans Scheib <\/strong>(*1949) studierte von 1971 bis 1976 an der HfBK Dresden, anschlie\u00dfend lebte er als Bildhauer in Berlin-Prenzlauer Berg. 1985 zog er nach West-Berlin. 1995 erhielt er den F\u00f6rderpreis der Akademie der K\u00fcnste, Berlin und 2014 den Egmont-Schaefer-Preis f\u00fcr Zeichnung. 2004 erfolgte ein Studienaufenthalt in der Villa Romana in Florenz. Seine Werke befinden sich u.a. in der Berlinischen Galerie, im Museum Ludwig in Aachen, in der Nationalgalerie Berlin und in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Sommer verwandelt sich die Galerie Poll in eine \u201eMenagerie\u201c: Heimische und exotische Tiere treten auf, gemalt, geformt oder aquarelliert von Sabina Grzimek, Peter Herrmann, Ralf Kerbach, Heidrun Rueda und Hans Scheib. Eine der \u00e4ltesten Tierenzyklop\u00e4dien stammt von Aristoteles: Sein Text Historia animalium klassifiziert im Jahr 335 v. Chr. 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