{"id":29478,"date":"2023-01-21T13:31:17","date_gmt":"2023-01-21T12:31:17","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/erinnern-traeumen-zeichnendanja-akulin-peer-boehm-ralf-kerbach-orlando-14-juni-3-august-2019\/information\/"},"modified":"2025-03-19T14:56:27","modified_gmt":"2025-03-19T13:56:27","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/erinnern-traeumen-zeichnendanja-akulin-peer-boehm-ralf-kerbach-orlando-14-juni-3-august-2019\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eZeichnungen sind Handschriften, [\u2026] Tageb\u00fccher, Notate, Stil\u00fcbungen, Ann\u00e4herungen, wissen\u00adschaft\u00adlich, technisch oder einfach nur hingerotzt. Und Zeichnungen \u2013 das macht sie oft schwer zug\u00e4nglich \u2013 geben Stimmungen wieder. Melancholie und Freude, Konzentration und Einsamkeit finden hier ihren unverwechselbaren Ausdruck.\u201c (Michael Glasmeier, Annelie L\u00fctgens)<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Unverwechselbarkeit des klassischen, sich stets erneuernden Mediums ist f\u00fcr die Galerie Poll Anlass, regelm\u00e4\u00dfig zeitgen\u00f6ssische Positionen der Zeichenkunst vorzustellen. Unter dem Titel \u201eerinnern \u2013 tr\u00e4umen \u2013 zeichnen\u201c zeigen vier K\u00fcnstler Zeichnungen und auch Radierungen aus den vergangenen Jahren: Danja Akulin und Ralf Kerbach werden seit vielen Jahren von der Galerie Poll vertreten, Peer Boehm und ORLANDO sind als Gastk\u00fcnstler erstmals mit ihren Arbeiten zu sehen. Alle vier vereint ihre Passion f\u00fcr die Technik der Zeichnung, zwei von ihnen auch die f\u00fcr die Radiertechnik. Bl\u00e4tter im klassischen Zeichnungsformat stehen neben sehr gro\u00dfformatigen Arbeiten, gezeich\u00adnet mit Bleistift, Graphit, Kohle, Kugelschreiber, Filzstift, Tusche oder mit der Radiernadel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Danja Akulin<\/strong> komponiert gro\u00dfformatige Zeichnungen entweder mit Bleistift und Graphit aus feinsten, filigran nebeneinandergesetzten Zeichen oder erarbeitet sie in grob malerischer Geste mit Kohle. Als Motive w\u00e4hlt er W\u00e4lder, Felder, Wolken und Wasser, verzichtet aber auf konkrete Titel, um neben der naturalistischen Darstellung auch das perfekt eingefangene Wechselspiel von flirrendem Licht und abstrakten Schatten in seinen auf Leinwand aufgezogenen und auf Keilrahmen aufgespannten Arbeiten zu betonen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Darstellung der Figur im Raum besch\u00e4ftigt <strong>Ralf Kerbach<\/strong> seit langem. In seinen j\u00fcngsten Bleistift- und Tuschezeichnungen zeigt er den arbeitenden Menschen mit Bulldozer, Werkzeug oder Baumaterial. Mit leisem Humor verweist er auf dessen zunehmende Entfremdung, so bei \u201eArbeiter\/Gestalt\u201c, wo der Arm in einzelne, r\u00f6hrenf\u00f6rmige Glieder unterteilt wird. Oder er hebt die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse der Menschen und Gegenst\u00e4nde auf und pointiert so seine Sicht auf die Dinge. Auch Kaltnadelradierungen mit eindringlichen Selbstbildnissen sind ausgestellt. Kerbachs Portr\u00e4ts stehen in der Tradition seines Professors Gerhard Kettner (1928-1993), der an der Dresdner Kunstakademie mehrere K\u00fcnstlergenerationen gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peer Boehms<\/strong> zentrales Thema ist das Erinnern. Kindheit, Familie, Herkunft sind ebenso wie manche Reiseerfahrungen in unserem Ged\u00e4chtnis gespeichert als ungeordnete, oft schemenhafte Eindr\u00fccke. Dieses Bilderreservoir ruft der K\u00fcnstler durch seine meist kaum DINA4 gro\u00dfen Kugelschreiberzeichnungen ab. Die fotografischen Vorlagen werden stark reduziert, Boehms Bildsprache beruht auf diesem Prinzip der Aussparung, die Motive formen sich aus Hell-Dunkel-Kontrasten. Seine Vorlagen findet er in Fotoalben auf dem Flohmarkt oder im Internet. Zuweilen nutzt er Fundst\u00fccke wie Seekarten oder Kontorbuchseiten als Bildtr\u00e4ger. Pr\u00e4sentiert werden die Zeichnungen in Objektrahmen oder auf Holz aufgezogen. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem grafischen Projekt \u201eSehnung\u201c (seit 2010) begibt sich <strong>ORLANDO<\/strong> auf den Weg, das Unendliche zu ergr\u00fcnden: Mehrere Radierungen \u2013 die Fragmente \u2013 ergeben ein wechselndes Wolkenpanorama. &nbsp;Die Fragmente k\u00f6nnen in verschiedenen Konstellationen von der Einzelarbeit bis zum Rundumpanorama, bei dem das letzte Fragment wieder am Ersten anschlie\u00dft, pr\u00e4sentiert werden. Die Zeichnung \u201eSehnung royal\u201c (2011-13) entstand w\u00e4hrend der Arbeit an den Fragmenten. In scheinbar unendlicher Zahl formen senkrechte, kleine schwarze Kugelschreiberstriche ein riesiges Wolkenbild. In ihrer sechsteiligen Radierfolge \u201eFreiheit\u201c (2014-16) erkundet ORLANDO die d\u00fcstere, geheimnisvolle Stimmung leerstehender R\u00e4ume, Raumfluchten und Flure in Geb\u00e4uden des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Danja Akulin,<\/strong> 1977 geboren in Leningrad (St. Petersburg) in Russland, absolvierte von 2000 bis 2005 ein Studium der Freien Kunst bei Prof. Georg Baselitz an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin. Im Jahr 2006 machte er seinen Meistersch\u00fcler bei Prof. Daniel Richter. 2017 erhielt er den kanadischen \u201eElizabeth Greenshields Foundation Award\u201c. Danja Akulin lebt und arbeitet in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peer Boehm,<\/strong> 1968 geboren in K\u00f6ln, studierte von 1990 bis 1994Kunstgeschichte, Arch\u00e4ologie und Germanistik an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Im Jahr 1997 war er Mitbegr\u00fcnder der Produzentengalerie \u201eKunstgewinn\u201c und 1999 der K\u00fcnstlergruppe \u201eitinerarti\u201d in K\u00f6ln. 2006 rief er die K\u00fcnstlergruppe \u201eDie Kunstkreditkarte \u2013 Was Sch\u00f6nes f\u00fcr unterwegs\u201c ins Leben und ist seit 2011 Mitglied des Kunstvereins \u201e68elf e.V.\u201c. Peer Boehm lebt und arbeitet als freischaffender K\u00fcnstler in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ralf Kerbach,<\/strong> 1956 geboren in Dresden, studierte von 1977 bis 1979 bei Prof. Gerhard Kettner ebenda an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste, bis er zur Exmatrikulation gedr\u00e4ngt wurde. 1982 wurde sein Ausreiseantrag genehmigt, und er siedelte nach West-Berlin \u00fcber. 1986\/87 erhielt er ein Stipendium in Olevano und reiste 1991 als Stipendiat der Deutsch-Brasilianischen Sommerakademie nach Jo\u00e0o Pessoa in Brasilien. Seit 1992 ist er Professor f\u00fcr Malerei und Grafik an der HfBK Dresden. Sowohl dort als auch in Biesenthal lebt und arbeitet er. Seine Werke befinden sich in zahlreichen namhaften Sammlungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ORLANDO,<\/strong> 1984 geboren in Quedlinburg, schloss ihr Studium der Malerei\/ Grafik 2013 an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Dresden als Meistersch\u00fclerin von Prof. Peter B\u00f6mmels ab. Parallel studierte sie an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der 1. Preis im Druckgrafik-Wettbewerb der Leipziger Buchmesse 2014 und der Kunstpreis der Volksbank Chemnitz eG der 11. Biennale s\u00e4chsischer Druckgrafik 2016. ORLANDO lebt und arbeitet in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eZeichnungen sind Handschriften, [\u2026] Tageb\u00fccher, Notate, Stil\u00fcbungen, Ann\u00e4herungen, wissen\u00adschaft\u00adlich, technisch oder einfach nur hingerotzt. Und Zeichnungen \u2013 das macht sie oft schwer zug\u00e4nglich \u2013 geben Stimmungen wieder. 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