{"id":29367,"date":"2023-01-20T13:43:33","date_gmt":"2023-01-20T12:43:33","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/landschaftenheike-negenborn-andreas-silbermann1-november-2019-11-januar-2020\/information\/"},"modified":"2025-03-18T17:37:44","modified_gmt":"2025-03-18T16:37:44","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/landschaftenheike-negenborn-andreas-silbermann1-november-2019-11-januar-2020\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Unter dem Titel \u201eLandschaften\u201c zeigt die Galerie Poll erstmals Malerei und Zeichnungen von Heike Negenborn (*1964) und Andreas Silbermann (*1964).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNet-Scapes\u201c hat Heike Negenborn ihre j\u00fcngsten Arbeiten genannt, f\u00fcr die sie 2018 mit dem Pfalzpreis f\u00fcr Bildende Kunst in der Sparte Malerei ausgezeichnet wurde. Mit einem Gitternetz sind nach den Gesetzen der Zentralperspektive weite Ebenen und sanfte H\u00f6henz\u00fcge konstruiert, dar\u00fcber t\u00fcrmen sich m\u00e4chtige Wolkengebilde, zuf\u00e4llig geformt durch Wind und Wetter. Die Landschaft scheint exakt und ganz objektiv vermessen. Tats\u00e4chlich aber w\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin ihren Standpunkt subjektiv, nach eigenen Vorlieben, und zwar en plein air, in freier Natur. Allerdings erinnern deutlich sichtbare Reste des geometrischen Gitters \u2013 den Schaltkreisen von Computerplatinen \u00e4hnlich \u2013 daran, dass hier vom Menschen gepr\u00e4gte, artifizielle Kulturlandschaften, etwa Weinberge, dargestellt werden. Diese \u00dcberformung durch die moderne Zivilisation betont die Malerin dadurch, dass sie ihre bis dato kr\u00e4ftige Farbpalette bis hin zur Abstraktion reduziert auf Schwarz und Wei\u00df sowie die daraus gemischten Graut\u00f6ne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber dem meist sehr niedrigen Horizont treten ganz unterschiedliche Wolkenformationen hervor. Mit diesem Motiv kn\u00fcpft Negenborn an John Ruskin an, der 1840 feststellte, dass \u201edie moderne Landschaftsmalerei sich von der alten vor allem durch das Wolkenwesen unterscheidet\u201c: Als Mitglied der \u201eCloud Appreciation Society\u201c sammelt die Malerin in ihrem eigenen Archiv Wolkenfotografien und kombiniert diese nach \u00e4sthetischen Gesichtspunkten ausgew\u00e4hlten Kamera-Bilder mit ihren zentralperspektivischen \u201eAufnahmen\u201c s\u00fcdfranz\u00f6sischer oder s\u00fcdspanischer Landschaften. Mit dieser Arbeitsweise durchdringen sich Fotografie und Malerei, Realit\u00e4t und Illusion derart, dass sich der schnelle Blick des Touristen von vornherein verbietet. Mit ihren \u201eNet-Scapes\u201c stellt Heike Negenborn die tr\u00fcgerische Gewissheit digitaler Medien infrage und l\u00f6st ein, was J\u00fcrgen von der Wense (1894-1966) nach den Erfahrungen seiner \u201eWanderjahre\u201c forderte: \u201eJede Aussicht \u2013 und auch ein Gem\u00e4lde \u2013 ist voller R\u00e4tsel. F\u00fcr jedes Bild der Landschaft m\u00fcssen wir die L\u00f6sung erst finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Andreas Silbermann verwendet als Grundlage seiner Landschaften Fotografien. Orte, die sein Interesse wecken, h\u00e4lt er mit der Kamera fest, um sie \u2013 oft Jahre sp\u00e4ter \u2013 zur Hand zu haben und in Malerei zu \u00fcbertragen. In der Galerie Poll sind italienische Landschaften aus den Jahren 2016 bis 2019 ausgestellt. Landschaften, die durch den Alltag, durch Ackerbau, Wirtschafts- und Wohngeb\u00e4ude oder sonstige Eingriffe \u00fcberformt wurden. Der K\u00fcnstler nennt sie \u201eStrange Places\u201c. H\u00e4ufig handelt es sich um topographische Konstellationen und Architekturen, die dem Durchreisenden nicht weiter ins Auge fallen, die als \u201etrist\u201c oder \u201etrostlos\u201c abgetan werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die am Auto- und Zugfenster vorbeiziehende Landschaft wird ebenso zum Motiv wie der n\u00e4chtliche Himmel \u00fcber einer einsamen Landstra\u00dfe. In seiner \u00d6lmalerei auf meist kleinformatigen Holztafeln gelingt es Silbermann, durch das Spiel der Farben Stimmungen und Licht so wiederzugeben, dass der Betrachter angezogen wird von Bildern jener Realit\u00e4t, die er im \u201enormalen\u201c Alltag keines Blickes w\u00fcrdigt. Um zu betonen, dass es sich bei seinen Arbeiten keinesfalls um Illusionen oder die \u00c4sthetisierung einer Ideallandschaft handelt, hat Silbermann anfangs die exakten Geodaten als Bildtitel verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike Negenborn,<\/strong> geboren 1964 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Studium in den Fachgebieten Malerei, Design und Keramik am Washington College, Chestertown, Maryland, USA und Malerei und Druckgrafik bei Prof. Peter L\u00f6rincz an der Akademie f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Mainz, lebt und arbeitet in Windesheim. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Andreas Silbermann,<\/strong> geboren 1964 in Wilhelmshaven, Studium der Malerei an der Hochschule der K\u00fcnste Braunschweig bei Prof. Hermann Albert, lebt und arbeitet in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel \u201eLandschaften\u201c zeigt die Galerie Poll erstmals Malerei und Zeichnungen von Heike Negenborn (*1964) und Andreas Silbermann (*1964). \u201eNet-Scapes\u201c hat Heike Negenborn ihre j\u00fcngsten Arbeiten genannt, f\u00fcr die sie 2018 mit dem Pfalzpreis f\u00fcr Bildende Kunst in der Sparte Malerei ausgezeichnet wurde. 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