{"id":27838,"date":"2022-10-23T19:43:38","date_gmt":"2022-10-23T17:43:38","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/vorschau\/information\/"},"modified":"2025-02-05T15:39:28","modified_gmt":"2025-02-05T14:39:28","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/jan-schueler\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Unter dem Titel \u201eDeutsche Landschaft\u201c zeigen die Berliner Galerie Poll und der Kunstverein Langenfeld Arbeiten des Malers Jan Sch\u00fcler aus den Jahren 2016 bis 2022. Aus Anlass seines 60. Geburtstages ist eine umfangreiche Publikation mit Beitr\u00e4gen von Marita Keilson-Lauritz, Magdalena Kr\u00f6ner, Nana Poll, Jan Sch\u00fcler und Gideon Sch\u00fcler in Vorbereitung. Sie wird w\u00e4hrend der Ausstellung im Gespr\u00e4ch des Journalisten Jochen L. St\u00f6ckmann mit dem K\u00fcnst\u00adler vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Sch\u00fcler fr\u00fcher vor allem Personen aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis, der Familie sowie Pop-Idole portr\u00e4tiert hat, malt er seit einigen Jahren Motive aus St\u00e4dten und Landschaften, die mit der deutschen Geschichte assoziiert werden, aber auch mit pers\u00f6nlichen Erinnerungen und seiner Biografie verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6ren die Landschaften seiner Heimat Hessen und des Rheinlands, St\u00e4dte wie Dresden und Frankfurt am Main als Zentren der deutschen Romantik, Weimar als Gr\u00fcndungsort der ersten deutschen Republik und Wohnsitz Goethes und Schillers, und D\u00fcsseldorf mit seiner bekannten Akademie, an der Sch\u00fcler Kunst studierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eBerlin\u201c entsteht seit 2017 eine Reihe, in der historische Ereignisse wie der Zusammenbruch des Dritten Reiches, die Teilung der ehemaligen Hauptstadt durch den Bau der Mauer und Szenen der Wiedervereinigung in ihrer Bildwirkung auf das kollektive Ged\u00e4chtnis dargestellt werden. Als subjektive Einfl\u00fcsse kommen f\u00fcr den K\u00fcnstler pers\u00f6nliche Begegnungen hinzu sowie biografische Bezugspunkte durch seinen Gro\u00dfvater und seine Mutter, die in Berlin Kunst studierten. Seit seinem ersten Besuch 1981 ist Berlin f\u00fcr ihn ein Sehnsuchtsort geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den in der Ausstellung gezeigten Arbeiten haben \u201eBlick von der Hohen Leuchte zum Frauenberg (Vater)\u201c von 2019 und \u201eVater (Blick vom Schiffenberg)\u201c von 2017 autobiografische Bez\u00fcge. Jan Sch\u00fcler holte seinen Vater in den Jahren vor seinem Tod regelm\u00e4\u00dfig zu Tagesausfl\u00fcgen nach Marburg ab, wo er aufgewachsen war. Am Fu\u00dfe des Gie\u00dfener Schiffenbergs ist Gideon Sch\u00fcler in einem Bestattungswald beigesetzt. \u201eDresden: Die Elbe bei Schloss Pillnitz\u201c von 2022 oder \u201eWeimar: Blick aus Goethes Wohnhaus in den Garten\u201c von 2022 werden in der Ausstellung Bildmotiven gegen\u00fcbergestellt wie \u201eHerbstabend in Birkenau\u201c von 2017, \u201eDeutsches Stillleben\u201c von 2016 und \u201eEdek (Treblinka)\u201c von 2019, die nach Sch\u00fclers Besuchen von KZ-Gedenkst\u00e4tten entstanden. Aus der Berlin-Reihe sind \u201eBerlin: Abend am Olympiastadion\u201c von 2019 und \u201eBerlin: Abend an der Mauer\u201c von 2021 zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Charakteristisch f\u00fcr Sch\u00fclers Bilder ist seine pr\u00e4zise Malerei, die sich durch glatte Oberfl\u00e4chen und hart voneinander abgegrenzte Formen und Farbfl\u00e4chen auszeichnet. In seinen Menschendarstellungen sowie in seinen Stadtansichten und Landschaften verzichtet er auf Details. Weder Personen, noch H\u00e4user, Laternenmasten, Z\u00e4une, B\u00e4ume und Wolken werden naturalistisch dargestellt, sondern sind durchweg stark stilisiert. Architekturen und Landschaften bleiben menschenleer, kein Vogel fliegt am Himmel und auf den Fl\u00fcssen verkehrt kein Schiff. Lediglich Plakatanschl\u00e4ge mit Gro\u00dfaufnahmen menschlicher Gesichter \u2013 mal l\u00e4chelnd, mal mit einer Tr\u00e4ne im Auge \u2013 deuten darauf hin, dass bei aller technischen Perfektion Gef\u00fchle und Erinnerungen des Malers mit im Spiel waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt also dem Betrachter \u00fcberlassen, ob er sich auf Abgr\u00fcnde und Untiefen hinter der perfekten Oberfl\u00e4che einl\u00e4sst oder Jan Sch\u00fclers Malerei in ihrer Sch\u00f6nheit auf sich wirken l\u00e4sst. In dieser Doppelgesichtigkeit, in der zart angedeuteten Fragilit\u00e4t ihrer scheinbar bruchlosen \u00c4sthetik liegt der Reiz der Bilder.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jan Sch\u00fcler,<\/strong> geboren 1963 in Gie\u00dfen, studierte von 1985 bis 1993 an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf bei Rissa und war Meistersch\u00fcler bei Fritz Schwegler. 1996 erhielt er den F\u00f6rderpreis f\u00fcr Bildende Kunst der Stadt D\u00fcsseldorf, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine Werke befinden sich in zahlreichen \u00f6ffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland und \u00d6sterreich. Jan Sch\u00fcler hat gemeinsam mit der Kunststiftung Poll, in deren Beirat er seit 2013 Mitglied ist, das erste Bestandsverzeichnis der Gem\u00e4lde und Zeichnungen von Maina-Miriam Munsky (1943-1999) herausgegeben. Im Wintersemester 2022\/2023 hat er eine Vertretungs\u00adprofes\u00adsur an der Kunstakademie M\u00fcnster inne (Klasse Cornelius V\u00f6lker).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel \u201eDeutsche Landschaft\u201c zeigen die Berliner Galerie Poll und der Kunstverein Langenfeld Arbeiten des Malers Jan Sch\u00fcler aus den Jahren 2016 bis 2022. Aus Anlass seines 60. Geburtstages ist eine umfangreiche Publikation mit Beitr\u00e4gen von Marita Keilson-Lauritz, Magdalena Kr\u00f6ner, Nana Poll, Jan Sch\u00fcler und Gideon Sch\u00fcler in Vorbereitung. 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