{"id":25957,"date":"2022-04-13T14:25:52","date_gmt":"2022-04-13T12:25:52","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/?page_id=25957"},"modified":"2025-02-05T16:16:58","modified_gmt":"2025-02-05T15:16:58","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/daniel-poller\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Beinahe f\u00fcnfzig Jahre lang starteten und landeten auf dem 1974 eingeweihten Airport <em>Otto Lilienthal<\/em> in Berlin-Tegel Propeller- und D\u00fcsenmaschinen. Als im November 2020 in TXL das letzte Passagierflugzeug landete und der Flughafen f\u00fcr den Luftverkehr geschlossen wurde, konnte Daniel Poller dort einige Tage zuvor bereits Kr\u00e4hen, Tauben, Stare und Kraniche fotografieren, die wenig sp\u00e4ter Start- und Landebahnen endg\u00fcltig \u00fcbernehmen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Entstanden ist die Serie \u201eBirds of Tegel\u201c (2022), die die Galerie Poll jetzt in ihrer zweiten Einzelausstellung des K\u00fcnstlers vorstellt. Zugleich erscheint eine Publikation mit einem Text des Kunsthistorikers und Kurators Andreas Prinzing bei <em>Edizione Multicolore<\/em>, die Vorzugs\u00adausgabe enth\u00e4lt einen nummerierten Abzug.<\/p>\n\n\n\n<p>Die V\u00f6gel umkreisen den Tower, ruhen sich auf den Tragfl\u00e4chen aus oder \u00fcberqueren in Schw\u00e4rmen das Rollfeld. Sie besetzen das Geb\u00e4ude und die dazugeh\u00f6rige Infrastruktur, zeigen ihre Flugk\u00fcnste und treten als neue Hausherren in Erscheinung, w\u00e4hrend der vom Menschen organisierte Flugbetrieb abgewickelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine spielerische H\u00e4ngung in der Galerie kombiniert die verschiedenen Formate der Serie, die sich so w\u00e4hrend der Ausstellung in einen Flug- und Landeplatz verwandelt. Den unterschiedlichen Motiven ist eines gemeinsam: Die V\u00f6gel aus Daniel Pollers Bildfolge \u201eBirds of Tegel\u201c rufen stets die Anf\u00e4nge der Fliegerei in Erinnerung \u2013 ihre gefiederten Fl\u00fcgel dienten Otto Lilienthal, Pionier der Luftfahrt und Namensgeber des Flughafens, als Vorbild.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner voran gegangenen vielteiligen Arbeit \u201eEndg\u00fcltige Fassung der Beschlussvorlage\u201c (2020) beobachtete Poller einen durch die Ruine des Instituts f\u00fcr Lehrerbildung in Potsdam flatternden Hausrotschwanz, der durch die Abrissarbeiten obdachlos geworden war. Die V\u00f6gel in \u201eBirds of Tegel\u201c dagegen \u00fcbernehmen das Flughafen-Gel\u00e4nde. Sie nisten sich ein, nachdem die Architektur durch die Einstellung des Flugverkehrs ihre urspr\u00fcngliche Funktion verloren hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Umdeutung von Architektur im Stadtraum und eine darin erkennbare \u00dcber- und Fortschrei\u00adbung von Geschichte ist ein zentrales Thema in Daniel Pollers Arbeit. Ebenso interessiert ihn das Zusammenleben von Menschen und Tieren in der Gro\u00dfstadt. Diesem Thema der \u201eCohabitation\u201c widmet sich auch die Zeitschrift <em>ARCH+ <\/em>in ihrer April-Ausgabe und ver\u00f6ffent\u00adlicht darin eine Bildstrecke von Poller.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daniel Poller,<\/strong> geboren 1984 in Rodewisch, schloss sein Studium an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Leipzig 2017 als Meistersch\u00fcler von Prof. Peggy Buth und Prof. Joachim Brohm ab. Der K\u00fcnstler erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. 2018 und 2020 das Arbeits\u00adstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. 2015 wurde er mit dem Aenne-Biermann-Preis f\u00fcr deutsche Gegenwartsfotografie Gera und 2017 mit dem Europ\u00e4ischen Architekturfotografie-Preis Frankfurt am Main ausgezeichnet. Seine Werke befinden sich in der Sammlung zeitgen\u00f6ssischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, in den Staatlichen Kunst\u00adsammlungen Dresden, im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main und im n.b.k. Videoforum. Gerade ist bei <em>Spector Books<\/em> Leipzig Pollers Publikation \u201eFrankfurter Kopien\u201c \u00fcber die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt erschienen, seine Ausstellung \u201eViertel nach vor\u201c im Kunstverein Junge Kunst Wolfsburg (noch bis 3. Juni 2022) setzt sich in einer Videoarbeit, Fotografien und einem Objekt mit dem Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche und der damit verbundenen Transformation der Gesellschaft auseinander. Daniel Poller lebt und arbeitet in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beinahe f\u00fcnfzig Jahre lang starteten und landeten auf dem 1974 eingeweihten Airport Otto Lilienthal in Berlin-Tegel Propeller- und D\u00fcsenmaschinen. 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