{"id":2569,"date":"2021-08-09T15:39:13","date_gmt":"2021-08-09T13:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/?page_id=2569"},"modified":"2025-03-18T16:55:56","modified_gmt":"2025-03-18T15:55:56","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/haffner\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 27. Februar 2020 w\u00e4re Sarah Haffner 80 Jahre alt geworden. Die Galerie Poll widmet der Malerin und Schriftstellerin aus diesem Anlass unter dem Titel \u201eGoodbye to Berlin\u201c eine Ausstellung mit Werken aus verschiedenen Schaffensperioden und nimmt mit dem Titel Bezug auf das gleichnamige Buch Christopher Isherwoods, das der K\u00fcnstlerin sehr am Herzen lag. Zum Geburtstag werden Wegbegleiter aus Texten der engagierten \u201eAchtundsechzigerin\u201c und Tochter des Publizisten Sebastian Haffner lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMalerei ist nicht nur abstrakt wie die Musik. Sie ist auch nicht erz\u00e4hlend wie die Literatur, sondern sie liegt dazwischen. Man braucht den Gegenstand als Widerstand f\u00fcr die Abstraktion.\u201c (Sarah Haffner) Diese schon fr\u00fch formulierten Thesen haben das k\u00fcnstlerische Schaffen Sarah Haffners zeitlebens gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Themen findet die K\u00fcnstlerin anfangs im allt\u00e4glichen Umfeld. Sie malt den Abwasch, ihre Schallplattensammlung, ihren Arbeitstisch oder ein Regal mit den B\u00fcchern, wie sie in den 1960er Jahren in jedem linken Haushalt standen. Und immer wieder Blicke aus dem Fenster auf den Kastanienbaum im Hof ihrer Wohnung in der Uhlandstra\u00dfe, in der sie \u00fcber f\u00fcnfzig Jahre lebte, ihrem pers\u00f6nlichen Schutzraum. Stadtbilder, viele mit den f\u00fcr Berlin typischen Brandmauern, Landschaften, Menschen, vor allem gro\u00dfe K\u00f6pfe und Selbstportr\u00e4ts, geh\u00f6ren sp\u00e4ter zu ihren Motiven. Zeitweise malt Sarah Haffner ihre Bilder auch in Reihen, in denen sie ein Motiv durch verschiedene Farbgebung in den unterschiedlichen Lichtstimmungen einer Tages- oder Jahreszeit zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Haffners Bilder zeichnen sich vor allem durch klare Formen und ihre Farbigkeit aus, f\u00fcr die die K\u00fcnstlerin eine besondere Mischtechnik aus \u00d6lfarbe und Eitempera entwickelt. Die Farbe ist f\u00fcr sie neben der Komposition das Wichtigste in ihren Bildern. Sie verwendet sie nicht naturalistisch, sondern expressionistisch und zugleich r\u00e4umlich. Die Farbe ist der Stimmungstr\u00e4ger in den Bildern, h\u00e4ufig ein mediterranes Blau oder Blaugr\u00fcn, f\u00fcr Sarah Haffner die Farbe der Seele und nicht selten der Melancholie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSarah Haffner malt nur auf den ersten Blick im abbildhaften Sinne realistische Bilder. Ding und Figur sind in ein konstruktivistisch zu nennendes Kompositionsger\u00fcst eingespannt, die Formen zu Farbfl\u00e4chen abstrahiert. Raum und K\u00f6rperlichkeit entstehen als Bildplastizit\u00e4t vornehmlich im Dialog der Farben, nicht durch suggestive Perspektive. (\u2026) Daher beziehen ihre Bilder diese eindringliche Stille.\u201c (J\u00f6rn Merkert)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sarah Haffner,<\/strong> geboren 1940 in Cambridge (England), wohin ihre Eltern 1938 wegen der j\u00fcdischen Herkunft der Mutter von Berlin aus emigriert waren, wuchs in London auf. 1954 zog sie mit ihrer Familie nach West-Berlin, besuchte dort die Meisterschule f\u00fcr das Kunsthandwerk (1956-57) und studierte Malerei an der Hochschule f\u00fcr bildende K\u00fcnste (HfbK) bei den Professoren Hans Jaenisch und Ernst Schumacher (1957-60). In Berlin lebte Sarah Haffner mit zwei kurzen Unterbrechungen durch Aufenthalte in Paris und London bis kurz vor ihrem Tod. 1960 wurde ihr Sohn David geboren. 1973 holte sie an der HfbK die Ernennung zur Meistersch\u00fclerin nach. 1975-76 war Sarah Haffner Autorin eines Fernsehberichtes und Herausgeberin eines Buches \u00fcber Frauenmisshandlung. In der Folge wurde 1976 das erste Berliner Frauenhaus gegr\u00fcndet, in dem sie sechs Monate lang ehrenamtlich arbeitete. Werke von Sarah Haffner befinden sich in zahlreichen privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen, u.a. in der Berlinischen Galerie. Museum f\u00fcr Moderne Kunst, im J\u00fcdischen Museum Berlin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin sowie in der Sammlung der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/wp-content\/uploads\/Faltblatt-Haffner_2020-beidseitig_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Faltblatt Haffner 2020, beidseitig.pdf<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. Februar 2020 w\u00e4re Sarah Haffner 80 Jahre alt geworden. 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