{"id":2414,"date":"2021-07-28T14:18:57","date_gmt":"2021-07-28T12:18:39","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/?page_id=2414"},"modified":"2025-03-12T14:37:18","modified_gmt":"2025-03-12T13:37:18","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/altschaefer\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit <em>true places II<\/em> setzt die Galerie Poll die Ausstellungen mit Zeichnungen von Martina Altsch\u00e4fer aus dem Hochgebirge fort. Waren die 2016 gezeigten Gebirgslandschaften meist menschenleer, stellt die K\u00fcnstlerin nun Figuren aus der Welt der Mythen und Sagen in ihre aus der Realit\u00e4t und der Imagination gewonnenen <em>true places<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Katalogtext beschreibt Christoph Peters jene Stimmung, die Martina Altsch\u00e4fer in den Bann zieht und die sie mit Farbstift, Pastellkreide und Gouache auf Papier zeichnerisch virtuos einf\u00e4ngt: \u201eSeit Menschengedenken sind die Gipfel der Berge Sehnsuchtsorte und verbotene Zonen, \u00dcbergangsr\u00e4ume zwischen Himmel und Erde, (\u2026). Sie gelten als Sitz der G\u00f6tter oder d\u00e4monischer M\u00e4chte, die f\u00fcr ein freundliches Schicksal, die Abwendung von Zorn oder Strafe mit Opfern, Prozessionen, Gebeten gn\u00e4dig gestimmt werden m\u00fcssen. Dort, in der H\u00f6he, ragt der irdische Raum am tiefsten in die Unendlichkeit des Kosmos. Fast scheint es, als folge die schwere Masse tr\u00e4ger Materie, indem sie sich zu Gebirgen auft\u00fcrmt, einer ihr eigenen Transzendenz, wachse \u00fcber sich selbst hinaus, um sich der Sonne zu n\u00e4hern \u2013 dem Ursprung von Licht und W\u00e4rme, ohne die kein Leben m\u00f6glich w\u00e4re. Nirgends auf der Erde strahlt dieses Licht intensiver als auf den schneebedeckten Bergen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Martina Altsch\u00e4fers Zeichnungen entwickeln sich Schicht um Schicht langsam \u00fcber Monate hinweg. Grundlage sind Fotografien, aber vor allem Eindr\u00fccke und Stimmungen, die sich w\u00e4hrend der Streifz\u00fcge durch das Gotthard-Massiv ins Ged\u00e4chtnis der K\u00fcnstlerin eingeschrieben haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Zeichnungen verbindet Sch\u00f6nheit und Harmonie, die Altsch\u00e4fer durch Lichtsetzung und Farbigkeit erreicht. Sie l\u00e4sst die gewaltigen Berglandschaften durch ihre Lichtdramaturgie mal r\u00e4tselhaft surreal, mal bedrohlich erscheinen. Die B\u00e4uerin mit ihrem Schlitten auf <em>Milch I<\/em> (2017) scheint ebenso aus einer anderen Welt zu stammen, wie die beiden Wanderer mit bombastischem Blumenschmuck auf <em>Fr\u00fchling<\/em> (2020). Altsch\u00e4fer \u00fcbersteigert in dieser Zeichnung Figuren aleman\u001fnischen Brauchtums, mit denen der Winter verabschiedet und der Fr\u00fchling begr\u00fc\u00dft wird. Auf <em>Rauhnacht<\/em> (2020) ist eine Prozession von sechs Wanderern durch die Berge kurz vor Einbruch der Dunkelheit dargestellt. Auch sie tragen auf dem Weg durch eine einsame, menschenleere Schneelandschaft einen aufwendigen Kopfschmuck. Der Titel <em>Rauhnacht<\/em> verweist auf die unheiligen N\u00e4chte der Zeit um den Jahreswechsel, in denen das Tor zur \u201eAnderswelt\u201c ge\u00f6ffnet ist und b\u00f6se Geister durch Rituale oder magische Handlungen gebannt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Wiedergabe des Himmels mit seinen Wolkenformationen und durch die Beleuchtung der dargestellten Szenen l\u00e4sst die K\u00fcnstlerin verborgene Naturkr\u00e4fte in ihren Zeichnungen aufscheinen. Hierbei beherrscht Martina Altsch\u00e4fer das gro\u00dfe Format (bis zu 130 x 160 cm) ebenso wie die Miniatur. Die Linie tritt in ihren Zeichnungen durch das Verwischen und Verreiben der Farben mehr und mehr zugunsten einer malerischen Tiefe zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martina Altsch\u00e4fer,<\/strong> geboren1960 in R\u00fcsselsheim, hat Bildende Kunst und Germanistik an der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz und Freie Malerei an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf studiert. 1991 schloss sie ihr Studium als Meistersch\u00fclerin von Prof. Konrad Klapheck ab. Von 1990 bis 1997 unterrichtete sie Zeichnung und Malerei an der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t und an der Fachhoch\u001fschule Wiesbaden. Martina Altsch\u00e4fer hat zahlreiche Stipendien erhalten und wurde mehr\u001ffach mit Preisen ausgezeichnet. Arbeiten der K\u00fcnstlerin befinden sich in privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen, darunter die Sammlung der Deutschen Bank, des Kunstmuseums Albstadt, des Gutenberg Museums Mainz und des Landesmuseums Mainz. Martina Altsch\u00e4fer hat in den vergangenen Jahren mit <em>Brandmeldungen<\/em> (2018) und <em>Andrin<\/em> (2020) Kurzgeschichten und einen Roman im Mirabilis Verlag ver\u00f6ffentlicht. Sie lebt und arbeitet in R\u00fcsselsheim.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Katalog wird gef\u00f6rdert durch das Hessische Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst und die Stadt R\u00fcsselsheim am Main, die Ausstellung durch:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"59\" src=\"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/wp-content\/uploads\/Logo_Neustart_300.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3515\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit true places II setzt die Galerie Poll die Ausstellungen mit Zeichnungen von Martina Altsch\u00e4fer aus dem Hochgebirge fort. 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