{"id":2389,"date":"2021-07-28T13:03:52","date_gmt":"2021-07-28T11:03:52","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/?page_id=2389"},"modified":"2025-03-12T13:15:24","modified_gmt":"2025-03-12T12:15:24","slug":"information","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/ausstellungen\/archiv\/marcus-draper-malerei\/information\/","title":{"rendered":"Information"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit \u201eMore than a story\u201c stellt Markus Draper in der Galerie Poll erstmals eine Auswahl seiner Bilder vor, die auf den Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington am 18. Mai 1980 zur\u00fcckgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vulkanausbruch hat die USA ersch\u00fcttert: 57 Menschen und tausende Tiere starben, Millionen Tonnen Asche wurden innerhalb von Sekunden in die Luft geschleudert, hunderte Quadratkilometer in \u00d6dland verwandelt. Der Berg, ein Symbol der Stabilit\u00e4t, sprengte sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu einem Drittel weg. Und dies nicht auf Hawaii oder in Alaska, sondern im amerikanischen \u201eKernland\u201c w\u00e4hrend des Kalten Krieges. Nachrichten und Medienberichte waren entsprechend emotional gepr\u00e4gt: \u201eSleeping Beauty turned Killer\u201c, \u201eA diary of destruction\u201c oder \u201eThe Day the Earth stood still\u201c lauteten die Schlagzeilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fotos und Videos dieser Naturkatastrophe begannen Markus Draper 2007 zu faszinieren. Im selben Jahr w\u00e4hlte er erstmals die eigent\u00fcmlichen Formationen der Aschewolken als Motiv, bis heute sind sie in loser Folge immer wieder Gegenstand seiner Malerei.<\/p>\n\n\n\n<p>Charakteristisch f\u00fcr Drapers Malweise ist die Lasur, der schichtweise Auftrag durchscheinender \u00d6lfarben. Nach der Motivfindung zerlegt er seine \u201eMalvorlage\u201c in einzelne \u201eFarbfolien\u201c, die er mit dem Pinsel auf die Leinwand \u00fcbertr\u00e4gt \u2013 in der Regel nur einen Farbton, von Hell nach Dunkel. Dabei ist die pr\u00e4zise \u00dcbertragung der Tonwerte entscheidend, um ein dichtes Bild zu erreichen. H\u00e4ufig wird die Leinwand zum Abschluss mit einer ganzfl\u00e4chigen Farblasur \u00fcberzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist dem K\u00fcnstler, dass seine Bilder nicht \u201everortbar\u201c sind (\u201eMore than a story\u201c, 2020; \u201eHard to Say\u201c, 2021; \u201eKilling Me Softly\u201c, 2021). \u201eMeine Bilder wollen kein konkretes Ereignis wiedergeben, sich nicht auf eine lokalisierbare Gefahr beziehen, sondern ein allgemeines Gef\u00fchl der Unsicherheit zum Ausdruck bringen, eine Art sozialer Diagnose: Es gibt ein Unbehagen, diffuse \u00c4ngste und Malaisen, die sich nicht auf bestimmte Ursachen beziehen lassen. Aber auch eine Art Kritik: M\u00f6glicherweise ist es angenehmer, in einem Zustand der Angst zu verharren, als eine Ver\u00e4nderung der Verh\u00e4ltnisse in Angriff zu nehmen\u201c, beschreibt Draper seine Intention.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Gewissheiten zusammenst\u00fcrzen, wie diese Verunsicherung durch Bilder in den Medien ausgel\u00f6st wird, ist ein zentrales Thema in der Arbeit von Markus Draper. In den zur\u00fcckliegenden Jahren untersuchte er dies vor allem anhand pr\u00e4gender Ereignisse der j\u00fcngeren deutschen Geschichte, wie der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 (\u201eDemotape\u201c, 2013), der Geiselnahme von Gladbeck (\u201eRentfort Nord\u201c, 2011) oder der Enttarnung der RAF-Aussteiger in der DDR (\u201eGrauzone\u201c, 2015).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Markus Draper,<\/strong> geboren 1969 und aufgewachsen in G\u00f6rlitz, studierte 1991 bis 2000 an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Dresden, am Central Saint Martins College, London und an der Columbia University, New York. 2000 schloss er sein Studium als Meistersch\u00fcler bei Professor Ralf Kerbach ab. Draper erhielt den Marion-Ermer-Preis (2001) und den Vattenfall Kunstpreis Energie (2006) sowie zahlreiche Stipendien. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2007), der Berlinischen Galerie (2014) und im Kulturhistorischen Museum G\u00f6rlitz (2015) sowie in institutionellen Gruppenausstellungen weltweit gezeigt.&nbsp; Werke des K\u00fcnstlers befinden sich u. a. in der Sammlung zeitgen\u00f6ssischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, im Museum Folkwang in Essen, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und in der Berlinischen Galerie. Markus Draper lebt und arbeitet in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausstellung und Katalog werden gef\u00f6rdert durch:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"59\" src=\"https:\/\/poll-berlin.de\/galerie\/wp-content\/uploads\/Logo_Neustart_300.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3515\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit \u201eMore than a story\u201c stellt Markus Draper in der Galerie Poll erstmals eine Auswahl seiner Bilder vor, die auf den Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington am 18. Mai 1980 zur\u00fcckgehen. 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