{"id":1665,"date":"2025-08-03T21:53:28","date_gmt":"2025-08-03T19:53:28","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/30-jahre-kunststiftung-poll-iv\/"},"modified":"2025-08-03T21:57:28","modified_gmt":"2025-08-03T19:57:28","slug":"30-jahre-kunststiftung-poll-iv","status":"publish","type":"ausstellung","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/30-jahre-kunststiftung-poll-iv\/","title":{"rendered":"30 Jahre Kunststiftung Poll IV"},"content":{"rendered":"<h4>Eine Ausstellungsreihe in vier Teilen<\/h4>\n<h4>Teil IV &#8211; aus organisatorischen Gr\u00fcnden nur noch bis zum 14. Januar 2017<\/h4>\n<p>    danach nur nach Vereinbarung<\/p>\n<p>Peter Ackermann, Eduard Bargheer, Werner Gilles, Peter Graf, Holmead, Hans Kuhn, Wolfgang Leber, Gabriele Mucchi, Christel Poll, Hermann Poll, Hans Purrmann, Paul Rosi\u00e9, Herbert Sandberg, Egmont Schaefer, Wilhelm Schl\u00e4ger, Ossip Zadkine<\/p>\n<p>Im vierten und letzten Teil der Ausstellungsreihe, die anl\u00e4sslich des 30-j\u00e4hrigen Bestehens der Kunststiftung Poll seit dem 10. September 2016 Einblicke in die Sammlung gew\u00e4hrt, werden Gem\u00e4lde, vor allem aber Papierarbeiten gezeigt, die vornehmlich in Reaktion auf die Weltkriege des 20. Jahrhunderts entstanden. <!--more-->In Egmont Schaefers (1908-2004) Lebenswerk ist stets das Berliner Gro\u00dfstadtleben Thema. Die Motive seiner linearen Federzeichnungen bestehen aus Stra\u00dfenszenen, Paaren und Passanten. In der Ausstellung sind einige ganz fr\u00fche Arbeiten aus seiner Studienzeit in der zweiten H\u00e4lfte der 1920er Jahre zu sehen.<\/p>\n<p>Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatten viele K\u00fcnstler in Deutschland den Wunsch, wieder zu arbeiten und Verlorenes aufzusp\u00fcren. Satire war gefragt. Der Zeichner Herbert Sandberg (1908-1991) gr\u00fcndete noch im Dezember 1945 gemeinsam mit G\u00fcnther Weisenborn die Zeitschrift <em>Ulenspiegel<\/em> in Berlin, die sich der aktivierenden Wirkung der Karikatur bediente. F\u00fcr das politische Blatt zeichnete auch Paul Rosi\u00e9 (1910-1984). Der Illustrator und Schriftsteller gab \u201emit unverwechselbarem Berliner Naturell detaillierte Situationsschilderungen von Kleinb\u00fcrgern\u201c, wie es Harald Kretzschmar treffend in einem Ausstellungskatalog 1987 formulierte.<\/p>\n<p>Andere K\u00fcnstler wiederum zog es, wie schon in der deutschen Vorkriegszeit, in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden nach Italien, wo sie ein soziales Klima fanden, das ihnen ein unbeschwertes Arbeiten garantierte. Sie blickten \u00fcber die Grenzen des zerst\u00f6rten Landes hinweg und suchten abseits der bedr\u00fcckenden Alltagswelt einen Neuanfang. Die Einzelg\u00e4nger, die keiner k\u00fcnstlerischen Richtung eindeutig zuzuordnen waren, kannten einander und standen in regem Kontakt.<\/p>\n<p>Unter ihnen befand sich u.a. Eduard Bargheer (1901-1979), der in seinen kubistischen Bildkonstruktionen die verschachtelten Wohnh\u00e4user auf der Insel Ischia \u00fcbersetzte. Das Werk Hermann Polls (1902-1990) hingegen ist einem verhaltenen expressiven Realismus verpflichtet. Sein Aquarell <em>Torbole, Gardasee <\/em>zeigt eine stimmungsvolle Stra\u00dfenszene im Norden Italiens. Er und seine Schwester Christel Poll (1914-1992) geh\u00f6ren zu den Mitbegr\u00fcndern der Kunststiftung Poll. Ihre k\u00fcnstlerischen Nachl\u00e4sse werden hier bewahrt und betreut, so dass von diesen beiden K\u00fcnstlern in der Ausstellung gr\u00f6\u00dfere Werkgruppen gezeigt werden k\u00f6nnen. Die Formenwelt Christel Polls ist zwischen Figuration und Abstraktion angesiedelt und erinnert stilistisch mitunter an Arbeiten von Werner Gilles (1894-1961), der \u2013 mit J\u00fcrgen Schillings Worten \u2013 einen \u201eWeg zu kontemplativ angelegten, in zunehmender Weise lyrisch-abstrahierenden Bilddichtungen\u201c w\u00e4hlte. Seine <em>Begegnung mit dem Todesengel<\/em> von 1946 besticht zwar durch leuchtende Farben, macht jedoch eine existenzielle Erfahrung sichtbar.<\/p>\n<p>Bei Gilles wohnte zeitweise Hans Kuhn (1905-1991), ein poetischer Surrealist und Liebhaber mediterraner Landschaften, dessen Mappe <em>Zehn Lithographien<\/em> (1948) in der Galerie der Kunststiftung Poll gezeigt wird. Eine weitere Lithographie mit dem Titel <em>Kapelle und Brunnen in Levanto <\/em>(1965) stammt von dem Matisse-Sch\u00fcler Hans Purrmann (1880-1966), der aufgrund der Teilnahme an der Beerdigung des damals verfemten Max Liebermanns 1935 aus Deutschland fliehen musste und in Florenz die ehrenamtliche Leitung der Villa Romana \u00fcbernahm. Auch er war dem Zauber s\u00fcdlichen Lichtes ein Leben lang verfallen.<\/p>\n<p>Von l\u00e4ngeren Aufenthalten im Ausland bestimmt sind ebenfalls die Biographien von Gabriele Mucchi (1899-2002), Holmead (1889-1975) und Ossip Zadkine (1890-1967). In seinem Gem\u00e4lde <em>\u00dcberschwemmung <\/em>widmet sich Mucchi, ein italienischer Maler und Mitbegr\u00fcnder des Nuovo Realismo, dem ungebrochenen Ringen des Landvolkes mit den Naturgewalten. Der amerikanische Expressionist Clifford <em>Holmead<\/em> Phillips, der sich von 1944 an Holmead nannte, ist mit dem <em>Bildnis eines Mannes mit Melone<\/em> (1972) vertreten. Und die Radierungen des russisch-franz\u00f6sischen K\u00fcnstlers Zadkine huldigen dem Dichter Guillaume Apollinaire.<\/p>\n<p>Weiterhin sind in der Ausstellung Arbeiten von Peter Ackermann (1934-2007), Peter Graf (*1937), Wolfgang Leber (*1936) sowie von Wilhelm Schl\u00e4ger (1907-1990) zu sehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Faltblatt_30-Jahre-Kunststiftung-Poll.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faltblatt zur Ausstellungsreihe<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Museumsjournal_Katja-Dannowski_Ausagbe-4_2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Museumsjournal 4\/2016, Beitrag von Katja Dannowski<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-1665","ausstellung","type-ausstellung","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung\/1665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung"}],"about":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ausstellung"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}