{"id":1649,"date":"2025-08-03T19:58:58","date_gmt":"2025-08-03T17:58:58","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/lambert-m-wintersberger-1941-2013\/"},"modified":"2025-08-03T21:46:10","modified_gmt":"2025-08-03T19:46:10","slug":"lambert-m-wintersberger-1941-2013","status":"publish","type":"ausstellung","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/lambert-m-wintersberger-1941-2013\/","title":{"rendered":"Lambert M. Wintersberger (1941-2013)"},"content":{"rendered":"<h4>Papierarbeiten<\/h4>\n<h4>Er\u00f6ffnung: Freitag, 22. April 2016, 18-21 Uhr<\/h4>\n<h4><em>\u201eKunst ist, in den Regenbogen Treppen mei\u00dfeln.\u201c<\/em><\/h4>\n<h4>Lambert M. Wintersberger<\/h4>\n<p>Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen von Lambert M. Wintersberger zeigen Galerie Poll und Kunststiftung Poll aus Anlass des 75. Geburtstages des K\u00fcnstlers. Nach f\u00fcnf Einzelausstellungen seit 1983 ist diese sechste der Versuch einer ersten Bilanz nach \u00fcber 50 Jahren k\u00fcnstlerischen Schaffens des 2013 verstorbenen K\u00fcnstlers. In der Galerie wird die Malerei ausgestellt, die Kunststiftung pr\u00e4sentiert Gouachen, Aquarelle und Kartonschnitte.<\/p>\n<p>Lambert M. Wintersberger, geboren am 23. April 1941 in M\u00fcnchen, absolvierte 1958 eine Lehre als Dekorations-, Kirchen- und Glasmaler, bevor er von 1959 bis 1961 an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste seiner Geburtsstadt studierte. Er setzte das Studium von 1961 bis 1964 in Florenz an der Accademia di Belle Arti fort und wechselte 1964 an die Hochschule der K\u00fcnste nach West-Berlin, wo er bis 1969 als freischaffender K\u00fcnstler lebte und zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern der Ausstellungsgemeinschaft <em>Gro\u00dfg\u00f6rschen 35<\/em> geh\u00f6rte. Nach Aufenthalten in K\u00f6ln (1970), den USA (1971-1972) und Stuttgart (1969, 1980-1985) sowie einem Lehrauftrag an der D\u00fcsseldorfer Kunstakademie (1974-1977) erwarben Wintersberger und seine Frau Dolores Helena Wyss (1946-2005) den stillgelegten Bahnhof von Walbourg bei Hagenau im Elsass, wo er bis zu seinem Freitod lebte und arbeitete.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eIch bin weil ich male, und wenn ich male, bin ich mehr und f\u00fcr andere\u201c, so Wintersbergers Selbsteinsch\u00e4tzung. Sein erster Galerist Hans-J\u00fcrgen M\u00fcller charakterisierte ihn so: \u201eSein Element ist Malerei, sein Leben die Kunst, sein Publikum er selbst.\u201c<\/p>\n<p>Die Malerei stand stets im Zentrum von Wintersbergers k\u00fcnstlerischem Schaffen. Angeregt durch das politische Klima in West-Berlin begann er dort in den sechziger Jahren unter dem Einfluss der Pop Art, seine neuartigen Bildvorstellungen zu realisieren. Die Fragmentierung der Figur ist charakteristisch f\u00fcr seinen konturfixierten, glatten Fr\u00fchstil mit \u00fcberdimensionierten Fingern und Fingern\u00e4geln sowie riesigen M\u00fcndern aus der Welt der Werbung. Es folgen die \u201eVerletzungen\u201c in unterk\u00fchlten Graut\u00f6nen, ausgef\u00fchrt in einer schablonenhaften Malweise: \u201eFesselungen\u201c, \u201eSprengungen\u201c und \u201eSpaltungen\u201c einzelner K\u00f6rperteile werden formatf\u00fcllend dargestellt. \u201eDie malerische Perfektion seiner Bilder bedeutet Tarnung. Dahinter tickt die Zeitbombe irdischer Folterungen und Zerst\u00f6rungen. Seine Sehnsucht gilt einer heilen Welt.\u201c (Hans-J\u00fcrgen M\u00fcller)<\/p>\n<p>Die Theoriediskussion und vielf\u00e4ltige inhaltliche und k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Realismus und Realit\u00e4t in der Kunst in der Bundesrepublik Deutschland, die 1972 in der documenta 5 und zahlreichen Themenausstellungen gipfelte, l\u00f6sten auch im Werk von Wintersberger eine Ver\u00e4nderung aus. Bereits w\u00e4hrend der Arbeit an den Portr\u00e4ts der siebziger Jahre erprobte er seine expressive Malerei, die fortan sein eigentliches Thema darstellte: Die Sinnlichkeit des Pinselstrichs, die Macht der Farbe und deren Wirkung im Bildraum spielen nun eine zentrale Rolle. Das Malmittel Kunstharz wird durch \u00d6l ersetzt.<\/p>\n<p>Bildmotive werden \u00fcber Jahre durchgearbeitet, es entstehen Werkgruppen und Motivkomplexe zu teils banalen Themen wie Pilzen, deren unterschiedliche Sorten er 1972-1974 in einem 72-teiligen Bild relativ naturgetreu wiedergibt, oder Tierdarstellungen. Eine Auseinandersetzung mit der klassischen Antike oder der griechischen Mythologie f\u00fchrt ebenfalls zu Bildthemen. In Serien der achtziger Jahre wie \u201eChina-Afrika\u201c oder \u201eHawaii\u201c schildert Wintersberger Eindr\u00fccke eigenen Reiseerlebens und die subjektive Wahrnehmung lokaler Kultur mit mitteleurop\u00e4ischer Mystik und Geschichte. In den neunziger Jahren widmet er seiner Wahlheimat Frankreich einen Zyklus zur \u201eMaginot-Linie\u201c.<\/p>\n<p>\u201eNaturrealit\u00e4t kann so \u00fcbergreifend m\u00e4chtig sein, dass man sie sich per Nachbild und Imitation unterwerfen muss\u201c, beschreibt Wintersberger die oft wochenlangen Naturstudien w\u00e4hrend seiner Reisen nach Amerika, in die Karibik, nach Hawaii oder Bali, nach Italien oder ins Nachbarland Schweiz, die er wie eine Art zeichnerisches und malerisches Tagebuch betreibt. Dar\u00fcber hinaus unternimmt er immer wieder Exkursionen in die Kunstgeschichte mit Darstellungen weiblicher Akte und Selbstbildnissen.<\/p>\n<p>Lambert M. Wintersberger wurde mehrfach ausgezeichnet, seine Werke befinden sich in bedeutenden privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen, unter anderen in der Nationalgalerie der Staatlichen Museen Preu\u00dfischer Kulturbesitz Berlin, im Kunstmuseum Bonn, im St\u00e4del Museum Frankfurt am Main, im Sprengel Museum Hannover und in der Staatsgalerie Stuttgart. Auch die Kunststiftung Poll besitzt mehrere Arbeiten des K\u00fcnstlers.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1069,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-1649","ausstellung","type-ausstellung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung\/1649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung"}],"about":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ausstellung"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}