{"id":1648,"date":"2025-08-03T19:58:58","date_gmt":"2025-08-03T17:58:58","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/ein-chronist-aus-deutschland\/"},"modified":"2025-08-03T21:45:41","modified_gmt":"2025-08-03T19:45:41","slug":"ein-chronist-aus-deutschland","status":"publish","type":"ausstellung","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/ein-chronist-aus-deutschland\/","title":{"rendered":"Ein Chronist aus Deutschland"},"content":{"rendered":"<h4>Er\u00f6ffnung: 26. Februar 2016, 18-21 Uhr<\/h4>\n<p>Aus Anlass des 90. Geburtstages von Harald Duwe zeigt die Galerie der Kunststiftung Poll eine kleine Ausstellung mit Gem\u00e4lden, Zeichnungen und Druckgrafiken aus verschiedenen Schaffensphasen des K\u00fcnstlers. Als bekennender Realist hat Duwe das gesellschaftliche und politische Geschehen vor allem in der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert und kommentiert.<\/p>\n<p><!--more-->Im Gegensatz zu den abstrakten Tendenzen in der Kunst der Bundesrepublik nach 1945 ist das Oeuvre des Hamburger Realisten von gegenstandsgebundener und zupackender Direktheit gepr\u00e4gt. Es besch\u00f6nigt nichts. \u201eDuwes Malerei ist engagiert, pers\u00f6nlich, emotional und von eruptiven Sch\u00fcben gekennzeichnet, die einander \u00fcberlagern und gegeneinander streiten.\u201c So schreibt der Direktor der Kieler Kunsthalle, Jens Christian Jensen, anl\u00e4sslich der Ausstellung im Jahr 1974. Wie kein anderer westdeutscher Maler zur damaligen Zeit setzte sich Duwe konsequent und kritisch mit den Tagesaktualit\u00e4ten auseinander, hielt den Menschen unerbittlich einen Spiegel vor, weswegen seine Werke nicht immer bedingungslosen Zuspruch erfuhren, wie das auch bei G\u00e9ricault, Goya oder Grosz der Fall war.<\/p>\n<p>In seinen Bildern befasste sich Harald Duwe mit Themen der Nachkriegszeit, der Konsum- und Arbeitswelt, mit Freizeit, Militarismus und Gewalt. Es ist eine \u201eWelt des Fressens, Saufens und T\u00f6tens\u201c, wie es der Kunsthistoriker Lothar Lang kurz und pr\u00e4gnant formulierte. Die Szenarien geben mitunter erschreckende Einblicke in den Alltag einer im \u00dcberfluss lebenden Gesellschaft, machen Prozesse der Entfremdung und Selbstentfremdung nahezu sinnlich erfahrbar. Offenbarungen dieser Art, so brutal sie auch sein m\u00f6gen, b\u00fc\u00dfen in ihrer Aktualit\u00e4t kaum ein.<\/p>\n<p>Harald Duwe wurde 1926 in dem Arbeiterviertel Hamburg-Rothenburgsort geboren. 1942 begann er eine Lehre als Lithograph und Kunstdrucker, die er nach einer Unterbrechung wegen Kriegsdienst 1944 in Leipzig fortsetzte. Noch vor Kriegsende wurde er bei der Luftwaffe zum Piloten ausgebildet \u2013 es kam jedoch nie zum Einsatz. Nach Beendigung seiner Lehre studierte Duwe von 1945 bis 1950 an der Landeskunstschule in Hamburg (heute HFBK) bei Willem Grimm und Erich Hartmann. In dieser Zeit war er mit einem Stipendium f\u00fcr zwei Semester an der K\u00f6niglichen Akademie in Stockholm. Nach dem Studium arbeitete er als freischaffender K\u00fcnstler und heiratete 1951 die Malerin Heilwig Ploog. Sie haben drei Kinder. 1964 wurde Duwe Lehrer f\u00fcr r\u00e4umliches Darstellen an der Ingenieurschule f\u00fcr Fahrzeugtechnik in Hamburg und f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Von 1975 bis zu seinem Tod lehrte er an der Fachhochschule f\u00fcr Gestaltung Kiel, Abteilung Freie Kunst\/Malerei. Im Jahr 1984 starb Harald Duwe bei einem Verkehrsunfall. Post mortem fand 1987 eine gro\u00dfe Retrospektive in der Kunsthalle zu Kiel statt.<\/p>\n<p>Die Galerie Poll vertritt den K\u00fcnstler seit 1973, in der Sammlung der Kunststiftung Poll befinden sich mehrere seiner Arbeiten. F\u00fcr den Sommer 2016 ist eine Retrospektive mit dem Titel \u201eKosmos Duwe\u201c in Schloss Gottorf in Vorbereitung (10. Juli &#8211; 30. Oktober 2016).<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1083,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-1648","ausstellung","type-ausstellung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung\/1648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung"}],"about":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ausstellung"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1083"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}