{"id":1590,"date":"2025-08-03T19:58:57","date_gmt":"2025-08-03T17:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/wishes-wuensche\/"},"modified":"2025-11-30T21:15:49","modified_gmt":"2025-11-30T20:15:49","slug":"wishes-wuensche","status":"publish","type":"ausstellung","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/wishes-wuensche\/","title":{"rendered":"Wishes \/ W\u00fcnsche"},"content":{"rendered":"<p>Bernhard Fuchs &#8211; Autos und Portraits, G\u00f6ran Gnaudschun &#8211; Festland, Thomas Leuner &#8211; W\u00fcnsche + Projektionen 2000-2003<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Sch\u00fcchterne des 20. Jahrhunderts, Fernando Pessoa, sinniert in seinem Buch der Unruhe \u00fcber das Sehen: \u201eWir alle sind kurzsichtig, den Blick nach innen ausgenommen. Nur der Traum ist klarsichtig.\u201d &#8211; Als Fotografen f\u00fcgen wir an: \u201eDiese Klarsicht f\u00fchrt nach Au\u00dfen gerichtet zur Imagination des allt\u00e4glichen Blickes.\u201d<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Blick des Chronisten ist eher n\u00fcchtern, auf das Allt\u00e4gliche gerichtet, aber mit dem Ehrgeiz, die Ereignisse zu verdichten. Was hei\u00dfen soll: Er bem\u00fcht sich, die Dinge um sich herum zu verstehen. \u00dcber diesen rein dokumentarischen Ansatz hinaus will er aber auch seine eigene Geschichte erz\u00e4hlen. Dabei werden die M\u00f6glichkeiten des Genres ausgenutzt, um eine pers\u00f6nliche Bildsprache zu entwickeln. Dem \u201cwie erz\u00e4hlt wird\u201c kommt die gleiche Aufmerksamkeit zu, wie dem \u201ewas erz\u00e4hlt wird\u201c. Das eine bedingt das andere und stellt den entscheidenden Unterschied zur journalistischen Fotografie dar.<\/p>\n<p>Eine der wesentlichen Orientierungsm\u00f6glichkeiten der Menschen im Alltag ist die Beobachtungsgabe. Diese ist die Verkn\u00fcpfung von \u201eGesehenem\u201c und \u201eneuen Eindr\u00fccken\u201c, also ein h\u00f6chst subjektiver Vorgang, der blitzschnell und ausschlie\u00dflich intuitiv abl\u00e4uft. Bei der k\u00fcnstlerischen Dokumentarfotografie wird dies offen gelegt und zu einer besonderen Qualit\u00e4t der Arbeit.<\/p>\n<p>Die k\u00fcnstlerische Dokumentarfotografie hat zwei Ebenen. Die eine ist die informative Sachfotografie, Dokument und Ausl\u00f6ser von Erinnerungen. Die zweite Ebene ist die Kunstebene, in der \u00fcber Menschen, Gef\u00fchle, Selbstdarstellung und Ereignisse Fantasien erm\u00f6glicht werden, die unabh\u00e4ngig und abgekoppelt vom Zeitgeschehen ein Eigenleben entwickeln. Um diese zweite Ebene zu erkennen, muss die Zeit, in der fotografiert wurde, ausgeblendet werden.<\/p>\n<p>(Thomas Leuner)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-1590","ausstellung","type-ausstellung","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung\/1590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung"}],"about":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ausstellung"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}