{"id":1588,"date":"2025-08-03T19:58:57","date_gmt":"2025-08-03T17:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/heiko-matting\/"},"modified":"2025-11-30T21:17:58","modified_gmt":"2025-11-30T20:17:58","slug":"heiko-matting","status":"publish","type":"ausstellung","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/heiko-matting\/","title":{"rendered":"Heiko Matting"},"content":{"rendered":"<p>Beton taucht im Bild als eindimensionale Fl\u00e4che auf, die den Bildraum und seine Bestandteile beschneidet, eingrenzt und oft den Blick aus einer angeschnittenen rohbau- oder auch ruinenartigen Vordergrundgegebenheit vorspielt. Die Betonfl\u00e4che selbst wird ebenfalls (mehr oder weniger aufwendig) als zu gestaltende, farbige Fl\u00e4che mit Reliefanspruch behandelt. Dar\u00fcber hinaus taucht \u201cBeton\u201d als Nennung auf, gewisserma\u00dfen als Werkstoffstempel mit einer eigenen Markigkeit des Wortbildes und -klanges.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Beton wird als Weltbaustein verstanden, als Bestandteil eines variierten taoistischen Systems im Sinne einer Erg\u00e4nzung der Elemente Metall, Feuer, Wasser, Holz, Erde (siehe auch: Das Elementen- Chaos, 2005). Dabei wird davon ausgegangen, da\u00df Beton als wesentlicher Baustoff des 20. Jahrhunderts deutliche Spuren in der \u00e4u\u00dferen Oberfl\u00e4che der Landschaften (Gro\u00dfbauten, Bunker, Tr\u00fcmmer) und eben auch in der psychologischen Struktur der modernen Gesellschaft hinterlassen hat \u2013 als wichtiger Baustein untergegangener Reiche von angema\u00dfter und ersehnter Weltbedeutung. Beton steht f\u00fcr H\u00e4rte, f\u00fcr Verfestigung und den Anspruch von Ewigkeit und eben auch f\u00fcr Widerst\u00e4ndigkeit in der Verrottung.<\/p>\n<p><strong>Bayern<\/strong><\/p>\n<p>Berge als figurationsbegleitende Landschaften spielen schon in den Soldatenbildern der letzten 90er Jahre eine wichtige Rolle (Himmel, Berge, Schlamm, Wasser). In den am Klischee orientierten Hirschbildern der Jahre 2000-2002 waren Berge mehr oder weniger zwingend.<\/p>\n<p>In der Serie \u201cSch\u00f6ne- Heimat- Plakate\u201d, die aus zun\u00e4chst ergebnisoffener Zeichenarbeit Anfang 2006 entstand, kam bald das Wort \u201cBayern\u201d zum Berge-Bild, schnell auch in deutlicher Unterscheidung zur flachen, kargen \u201cMark\u201d (Brandenburg). Da Zeichnen sich unter g\u00fcnstigen Umst\u00e4nden schnell und assoziativ entwickelt, war der Weg zu einem fassbaren gedanklichen Kontext nicht weit.<\/p>\n<p>\u201cMark\u201d als tats\u00e4chliche Heimatlandschaft, \u201cBayern\u201d als weltweit bekanntes und benutztes Klischee f\u00fcr deutsche Landschaft schlechthin, deutsches Heimatverst\u00e4ndnis und \u2013t\u00fcmelei.<\/p>\n<p>Der Gegensatz zwischen fernwirkender Berglandschaft, die liebliche Verkl\u00e4rung provoziert und m\u00e4rkischer Tristesse, die sich schicksalsergeben in postsozialistische Depressivit\u00e4t verf\u00fcgt, passt gut zum Erlebnishintergrund des K\u00fcnstlers. So bildet sich im Satz \u201cBayern wird, vom Osten aus, zur Heimat erkl\u00e4rt\u201d eine freudig vorgetragene, besitzergreifende Anma\u00dfung gegen eine Landschaft, die mit sich im Reinen scheint.<\/p>\n<p>Matting stellt in seinen Arbeiten noch immer sehr unterschiedliche deutsch-deutsche Realit\u00e4ten einander gegen\u00fcber und offenbart dahinter liegende Denkweisen mit teilweise symbolischen Mitteln. Seine Bilder sind Erkundungsg\u00e4nge, lange Wege, Lehrpfade f\u00fcr den K\u00fcnstler. Das Ziel ist unbestimmt, vielleicht nicht notwendig, nicht einmal erw\u00fcnscht &#8211; solange die Bewegung f\u00fcr ein Fortschreiten des Erkundungsganges sorgt.<\/p>\n<p>Wir haben den Maler im vergangenen Jahr auf dem Berliner Kunstsalon entdeckt und m\u00f6chten seine Arbeit in einer ersten kleinen Ausstellung in unserer Galerie vorstellen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-1588","ausstellung","type-ausstellung","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung\/1588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung"}],"about":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ausstellung"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}