{"id":1576,"date":"2025-08-03T19:58:56","date_gmt":"2025-08-03T17:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/julio-paz\/"},"modified":"2025-09-27T19:32:55","modified_gmt":"2025-09-27T17:32:55","slug":"julio-paz","status":"publish","type":"ausstellung","link":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/ausstellung\/julio-paz\/","title":{"rendered":"Julio Paz"},"content":{"rendered":"<p>Wie dekoriert man Mangelware? Wie kaschiert man leere Regale? Die Schaufenstergestalter des Ostens wussten es. Zu DDR-Zeiten stapelten sie ohne Scheu unansehnliche Einmachgl\u00e4ser, bauten T\u00fcrme aus verbeulten Konservendosen, platzierten immergr\u00fcne Pflanzen auf Fu\u00dfb\u00e4nkchen und verteilten liebevoll Pantoffeln aus Vietnam hinter den Scheiben.<\/p>\n<p>Den 1939 in Buenos Aires geborenen Julio Paz, der sich 1989 anl\u00e4sslich der \u201eIntergrafik\u201c als Gast des Verbandes Bildender K\u00fcnstler in Ost-Berlin aufhielt, lie\u00dfen die prosaischen Arrangements nicht mehr los. Was in der Spandauer Vorstadt und im Scheunenviertel von Berlin nach und nach verschwand, Julio Paz hielt es auf seinen Bildern fest: Das Firmenschild des Optikers Pepi, die aufgesockelten Gesundheitsschuhe vor vergilbten Tapeten und den parkenden Trabi mit Pl\u00fcschsitzen im Leopardenmuster. Da es keineswegs das Anliegen des K\u00fcnstlers war, die \u00fcbersichtlich angeordnete Einheitsware in den Schaufenstern des Ostens der L\u00e4cherlichkeit preiszugeben, wurde ihm zu Ehren 1992 sogar das \u201eCaf\u00e9 Paz\u201c in der Rosenthaler Stra\u00dfe er\u00f6ffnet. Seine Arbeiten bieten n\u00e4mlich mehr als graue Nostalgie. Von ungeb\u00e4ndigter Experimentierfreude zeugen die expressiven Bilder, die anl\u00e4sslich der zehnj\u00e4hrigen St\u00e4dtepartnerschaft Berlin \u2013 Buenos Aires in der Galerie der Kunststiftung Poll in der Gipsstra\u00dfe 3 zu sehen sind. Hier werden die Grenzen der Malerei ausgelotet und es gelingen dem K\u00fcnstler erstaunlich frische Collagen, Assemblagen und combine paintings.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler, der nach dem Milit\u00e4rputsch Buenos Aires verlassen musste, lebt und arbeitet seit Ende der siebziger Jahre in Mailand als B\u00fchnenbildner und Grafiker. Seit 1965 Ausstellungen in Buenos Aires, Tucum\u00e1n, Milano, Berlin und New York. Das grafische Werk von Paz ist heute in vielen wichtigen grafischen Sammlungen Argentiniens, in Paris, Leipzig und Milano vertreten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-1576","ausstellung","type-ausstellung","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung\/1576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/ausstellung"}],"about":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ausstellung"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/poll-berlin.de\/Stiftung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}