Wolfgang Kessler

Zwischenräume

26. Mai – 28. Juli 2001

Nach “Bildgeschichten” mit Arbeiten von Martin Paulus und Bodo Rott setzen wir unsere Reihe “Junge Kunst” mit einer Einzelausstellung fort, in der wir die Arbeiten “Zwischenräume” des 1962 in Hannover geborenen Künstlers Wolfgang Kessler vorstellen.

Der mit der Kamera festgehaltene Blick aus dem fahrenden Zug dient Wolfgang Kessler als Vorlage für seine Umsetzung in die Malerei: „Geradezu zwanghaft mit der Kamera gesammelt und in Malerei umgesetzt.” (W. Kessler). In seinen Bildern treffen die vermeintliche Objektivität der Fotografie und Subjektivität der Malerei im Differenz-Vergleich aufeinander. Im klassischen Tafelbild stellt der Künstler die der allseits beherrschenden Fotografie und dem Monitorbild zugesprochene Unmittelbarkeit und Wahrhaftigkeit in Frage. Im Zuge des technischen Fortschritts in den neuen Medien hat die Fotografie diesen Anspruch auf Objektivität und Eindeutigkeit längst eingebüßt.

Im Unschärfe-Motiv erkennt man Orte am Rande des städtischen Leben – Abstellgleise, Gewerbegebiete oder Tankstellen: “Orte ohne Identität” (W. Kessler) Mit der Unschärfe und Verwischung bringt Kessler den Zeitfaktor, die Bewegung, in das gemalte Bild. Dazu steht im Kontrast die streng geometrische Bildkomposition mit einem horizontalen weißen Streifen im unteren Bilddrittel.

Kessler thematisiert im Spannungsfeld von Zeit, Raum und Bewegung die zum Kennzeichen der Moderne avancierte Mobilität und Beschleunigung, von der unser gesellschaftliches Leben in jeder Hinsicht geprägt ist.

Kurzbiografie Wolfgang Kessler

1962 geboren in Hannover
1982-87 Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig
1985 Preisträger im Wettbewerb “Konzeption einer Ausstellung
1988 Meisterschüler bei Ben Willikens
1991-92 Lehrauftrag an der HBK Braunschweig
1993 Preisträger “Künstlerische Wandgestaltung” im Rictus-Bürohaus, Frankfurt am Main, weitere Kunst-am-Bau-Projekte
1995 Förderpreis der Hermann-Haake-Stiftung, Stuttgart
1998 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes für das deutsche Studienzentrum Venedig

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