Franziskus Wendels: LichtZeit

Wolfgang Kessler: ZwischenRäume

4. Juni – 30. August 2003

Vom 5. Juli bis 30. August präsentieren wir in einer Doppelausstellung die neuen Werke von Wolfgang Kessler und Franziskus Wendels. Kessler war zuletzt 2001 und Wendels 2000 mit einer Einzelausstellung hier vertreten. Beide Künstler richten den Blick auf die Beziehung des Menschen zu seiner Lebens- und Umwelt, obwohl der Mensch selbst weder bei Wendels noch bei Kessler dargestellt ist.

In der Gegenüberstellung dieser beiden unterschiedlichen künstlerischen Auffassungen kommt es zu spannungsreichen Wechsel¬spielen. So stehen bei Kessler die Geschwindigkeit und Dynamik, die unseren Alltag bestimmen; im Vordergrund, während Wendels Bilder eher den Eindruck von Filmstills vermitteln.

Wolfgang Kessler (*1962 in Hannover) hat während seines einjährigen Stipendiums bis April diesen Jahres in der Villa Condordia in Bamberg intensiv an der Weiterentwicklung seiner Werkreihe “Zwischen¬räume” gearbeitet. Als “Zwischenräume” bezeichnet Kessler seine Bilder, auf denen u.a. urbane Randzonen, Container auf Abstellgleisen und vorbeifahrende Züge aus der distanzierten Betrachtung eines Bahnfahrers zu sehen sind. Dabei suggeriert er mit seiner Malweise die Bewegungsunschärfe des Betrachters. Kessler konfrontiert uns mit der von der allseits gegen-wärtigen Fotografie beeinflussten Wahrnehmung und weist gleichzeitig mit einem weißen Streifen am unteren Bildrand auf die zweidimensionale Lösung des Tafelbildes. Die distanzierte Betrachtung durch das Zugfenster und die vorbei¬ziehende Landschaft führen zur Abstraktion. Lösten sich in seinen frühen Zwischenräumen die Dinge in ineinanderfließende Farbflächen und Linien auf, so findet man in den neuen Werken einzelne klar umrissene, farbig herausgehobene geometrische Formen.

Franziskus Wendels (*1960 in Daun) setzt seine kontinuierliche Beschäftigung mit den künstlichen Lichtquellen der nächtlichen Großstadtansichten fort. Vor allem seit seinem Atelier-Stipendium in Schloß Wiepersdorf 2001 und während seines anschließenden Aufenthaltes in der Villa Romana, Florenz entstanden die ersten Arbeiten seiner Serie Lichtzeit, die nahtlos an die vorherigen Lichtungen anschließt. Früher waren es die nächtlichen Großstadtplätze und Straßen, die vermeintlich von Leuchtschriften und Autoscheinwerfern beleuchtet wurden. In der Folge focussierte er einzelne erhellte Fenster¬ansichten und Häuserfassaden, deren Lichtquelle im Inneren zu suchen war. In der ak¬tu¬ellen Fortsetzung verstärkt sich der Eindruck von Immaterialität durch den Einsatz ver¬schwommener Konturen. Diese “Indirektheit” ist es auch, die den Künstler interessiert, der seine Bilder als “Metaphern ohne Heimat” versteht.

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