Volker Stelzmann

Konspiration

19. November 2004 – 15. Januar 2005

In Volker Stelzmanns Bildern sind in den Raum gesetzte, oft schwebende Figuren zu sehen, die beziehungslos und verloren scheinen. Die Blicke sind ins Leere gerichtet; jede Kommunikation untereinander ist ausgeschlossen.

Bestimmte Charaktere tauchen in abgewandelten Formen immer wieder auf und spielen die zugewiesenen Rollen in seinem Welttheater. Aufwändige Kostümierung von exaltiertem Kopfputz über Nietengürtel bis zum Hackenschuh und ein stetiger Hauch von Lasterhaftigkeit sind kennzeichnend für seine Straßen- und Aufzugsbilder. In den altmeisterlich gemalten Werken, die christliche Thematiken behandeln, herrscht eine getragenere Bildsprache: gebeugte Haltung, ärmliche Kleidung und fahler Teint vermitteln Demut und Kontemplation.

In der „Großen Konspiration” (2004), trifft Stelzmann mit berühmten Meistern der Kunstgeschichte zusammen – seinen geistigen Vätern und Kollegen. Stelzmann sitzt an einer Tafel mit Grünewald, Michelangelo, Dix, DeChirico, Lorenzo Lotto, Rosso Fiorentino, Pontormo, El Greco und Francisco de Zurbarán und seiner Frau Henriette. Es sind seine stetigen Begleiter und Inspiratoren, mit denen er sich geistig und malerisch sinnbildlich immer wieder auseinandersetzte. Es existieren mehrere Vorgängervarianten zu diesem Bildthema.

Volker Stelzmann, u.a. letztes Jahr auch in der Neuen Nationalgalerie bei der Ausstellung „Kunst in der DDR” vertreten, wurde 1940 in Dresden geboren, nahm sein Studium an der HfBuG in Leipzig auf und avancierte zum Hauptvertreter der sogenannten „Leipziger Schule”. Trotz seines hohen Ansehens in der ehemaligen DDR – seit 1982 hatte er eine Professur an der Hochschule in Leipzig – kehrte Stelzmann nach einer Ausstellung in West-Berlin nicht zurück und lebt seither in dieser Stadt, wo er 1988 als Professor an die Hochschule der Künste (jetzt UdK) berufen wurde und bis heute dort seine Lehrtätigkeit ausübt.

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