Volker Stelzmann

Volker Stelzmann
Was tun?, 2019

Was tun?

Malerei und Radierungen

6. März – 18. April 2020
Ausstellung bis 13. Juni 2020 verlängert

Eröffnung: Donnerstag, 5. März 2020, 18-21 Uhr
Einführung (gegen 19 Uhr): Dr. Sebastian Preuss, Senior Editor Weltkunst

Volker Stelzmann, 1940 in Dresden geboren, wird seit über 30 Jahren von der Galerie Poll vertreten. Die Einzelausstellung „Was tun?“, benannt nach dem gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 2019, zeigt Malerei aus den vergangenen drei Jahren sowie Radierungen aus den Jahren 1972 bis 2004. Sie bildet den Auftakt von Hommagen für den Maler, Zeichner und Grafiker aus Anlass seines 80. Geburtstages im November. Eine gemeinsame Ausstellung des Angermuseums Erfurt in Kooperation mit der Kunsthalle Schweinfurt wird ab Ende August zu sehen sein.

„Mich interessieren – um es ganz umfassend zu sagen – die Menschen unserer Zeit, ihr Verhältnis zu sich selbst, zueinander und zur Welt.“ (Volker Stelzmann, 1973) Bis heute ist der Mensch zentraler Gegenstand seiner Bilder, die in zart changierender Farbigkeit und subtilen Figurenkonstellationen wechselnde Befindlichkeiten und Lebenssituationen der Gesellschaft vor Augen führen.

Malweise und Komposition von V.S., so sein Monogramm, sind beeinflusst vom Studium der italienischen Manieristen (Pontormo), der Altdeutschen (Baldung Grien, Grünewald) oder Otto Dix, am Ende aber liegt jedem Bild Stelzmanns genaue, zeitdiagnostische Beobachtung seiner Umwelt zugrunde. Kleidung, Accessoires und Frisuren seiner Figuren meinen wir nur gar zu gut zu kennen, aber mit diesen vertrauten Details  gelingt es Stelzmann, einen ganz eigenen Kosmos zu entwickeln: „Die matte Sinnlichkeit der malerischen Sprache, die überlängten, verrenkten, manchmal auch (…) im Bild umher fliegenden Personen, die kühle und zugleich magische Stimmung, die expressiven und zugleich erstarrten Gesichter – all dies sorgt für eine Bildwelt, in der eigene Regeln gelten.“ (Sebastian Preuss)


Blicke in die Ausstellung, Fotos: Galerie Poll

Stelzmann wählt für seine hintergründigen Parabeln und Sinnbilder immer wieder auch biblische Motive. Die achtteilige Reihe „Die Boten“ aus dem Jahr 2018 lässt auf kleinformatigen Tafeln die zwölf Apostel in zeitgenössischem Outfit auftreten, seine Radierungen, eine Technik, die Stelzmann bis ins Detail mit all ihren Feinheiten beherrscht, haben mit Auferstehung oder Heimsuchung religiöse Themen zum Bildgegenstand.

Zwei neue Selbstporträts, „Selbst vor Blau“ und „Selbst mit Masken“, beide aus dem Jahr 2019, runden den Überblick in der Galerie Poll ab. Diese malerische Gattung pflegt Stelzmann von Beginn seiner Laufbahn an. Bunte venezianische Masken hält sich der  mehrfach auf dem extrem schmalen Querformat erscheinende Künstler vor das Gesicht, in ihren unterschiedlichen Typisierungen verweisen sie auf die von Stelzmann gerne behandelten Themen Karneval, Akrobatik und Zirkus.

Volker Stelzmann studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er von 1975 bis 1986 lehrte, seit 1982 als Professor. 1986 nutzte Volker Stelzmann eine große Ausstellung seiner Arbeiten in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, um die DDR zu verlassen. Nach einer Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt am Main 1987/1988 berief ihn die West-Berliner Hochschule der Künste (HdK, heute: UdK) 1988. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006. 1988 zeigte die Galerie Poll ihre erste Einzelausstellung von Volker Stelzmann. Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Volker Stelzmann lebt und arbeitet in Berlin.

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