Susanne Knaack

Susanne Knaack
Sturm naht, 2009, Acryl auf Leinwand, 150 x 100 cm

Landschaften und Seestücke

13. November 2010 bis 8. Januar 2011

Susanne Knaacks inzwischen schon berühmten “Seestücke” sind ausschnitthafte Momentaufnahmen der ruhigen oder wogenden See, von Strandlandschaften oder Meeresszenerien, die aussehen wie eine Malerei mit lebhaftem Pinselstrich in verschiedenen Grauwerten. Sie malt aber nicht, sondern schüttet dünnflüssige Farbe – stets Schwarz und Weiß, weil Farbigkeit ihr überflüssig erscheint und sie vom Wesentlichen ablenkt – direkt auf den Bildgrund. Dort lässt sie die beiden Farben ineinander laufen, aufeinander stoßen und sich miteinander mischen. Die Künstlerin bewegt sie gleichsam zu Bildern von Wellen, Wasser, See und Landschaft und, genau wie das Meer selbst, sind sie immer wieder anders und neu. Gemeinsam sind ihnen das Hochformat und die dynamischen Diagonalzüge und -schwünge, die eine große Raumtiefe und dramatische Bewegtheit erzeugen.

Im Entstehungsprozess der Bilder übernimmt sie die Rolle einer Lenkerin des Zufalls. Ihre Impulse steuern ihn, aber viel mehr noch ist sie Beobachterin und Empfangende dessen, was auf der Leinwand geschieht: Die Bilder “haben ihre eigene Dynamik. Ich lasse mich auf das, was passiert, ein, so gut ich kann. Kann ich nicht, so werden auch die Bilder keine. (…) Ich habe das Malen nach wie vor nicht im Griff, bin auf Glück angewiesen. Meine einzig wirklich sichere Fähigkeit ist, das, was in der Suppe gut geraten ist, zu erkennen, zu isolieren und nach geraumer Zeit stehen zu lassen. Oder auch nicht.”

Susanne Knaack geht vom Eigenleben der Farbe aus und versetzt diese so in Bewegung, dass dabei etwas entsteht, das wildem, sturmgepeitschtem Wasser ähnelt. Sie sind – so sagt sie selbst – “wie die Natur”“ während die Zeichnungen, die sie ebenfalls macht, Stilleben “nach der Natur” sind.

Susanne Knaack, geb. 1962 in Berlin, studierte 1982-85 Kunstgeschichte und Germanistik an der Freien Universität zu Berlin und anschließend bis 1989 Malerei bei Georg Baselitz an der Berliner Hochschule der Künste. 1984-86 war sie Mitglied der Künstlergruppe “GRAS FRESSEN” und stellte mehrmals in der gleichnamigen Produzentengalerie in Berlin aus. Seit 1989 arbeitet sie zusammen mit H.H. Zwanzig im gemeinsamen Nositiv Atelier.

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