Sabina Grzimek: Skulpturen und Berliner Stadtansichten 1967-2007

Wolfgang Petrick: Bilder und Zeichnungen 1965-1987

16. Juni – 31. Juli 2007

Sabina Grzimek, vor allem als Bildhauerin bekannt geworden, verfügt in allen vier von ihr genutzten Medien (Skulptur, Malerei, Zeichnung, Grafik) über eine starke Ausdruckskraft. Oft probiert sie ihre Motive auch in allen Techniken aus. Sabina Grzimek findet ihre Sujets in ihrem Umfeld, läßt persönliches Erleben in ihre Kunst einfließen. Ihre Arbeiten sind so in Form festgehaltene Augenblicke.

Die Begriffe figurativ oder realistisch greifen zu kurz, um die Formensprache von Sabina Grzimek zu beschreiben. Nicht das reine Abbild ist ihr wichtig; ihre Motivation liegt im Ergründen des Verborgenen. Die spröde, grob gearbeitete Oberfläche ihrer Figuren steht im Kontrast zur Grazilität des Dargestellten. Ihre mit großer Natürlichkeit festgehaltenen Momente haben nichts artifizielles, gestelztes. Und es ist gerade diese Selbstverständlichkeit, die den Betrachter in das Werk der Künstlerin zieht.

Sabina Grzimek, 1942 Rom geboren, wuchs in Ost-Berlin auf. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Kunst in Weißensee und war Meisterschülerin an der Akademie der Künste Berlin. Lebt und arbeitet in Erkner und Berlin.

“Der Mensch ist bei Petrick kein Ebenbild, sondern bestenfalls ein Zerrbild Gottes, vielleicht auch des Teufels … Die Zeichnungen sind malerischer als die Bilder, von denen Eiseskälte ausströmt. Sie schreien nicht. Der Schrei ist eben abgerissen. Die Bilder spiegeln das Entsetzen, das zurückbleibt, wenn es nach dem Schrei wieder still geworden ist.” 

Dieses Zitat einer Kunstkritik von Heinz Ohff aus dem Jahre 1969 anläßlich der ersten Einzelausstellung in der Galerie Poll trifft auch auf das danach entstandene Werk des 1939 in Berlin geborenen Künstlers, 1964-1967 Gründungsmitglied der Ausstellungsgemeinschaft “Großgörschen 35″ in Berlin, zu. Inzwischen ist Wolfgang Petrick mehr als 40 Jahre künstlerisch tätig. Zwei Jahrzehnte davon hat die Galerie Poll begleitet. Diese Ausstellung über den Zeitraum 1967-1987 umfaßt einerseits einen Überblick über das zeichnerische Werk der 60er Jahre mit Leihgaben aus dem Besitz der Kunststiftung Poll und andererseits Hauptwerke der Malerei und Collagen aus den 70er und 80er Jahren.

Wolfgang Petrick war von 1975 bis 2007 Professor an der Universität der Künste Berlin und arbeitet seit 1994 auch in seinem Atelier in New York.

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