Peter Sorge

Gall is sweet, my love – Paradoxe Mosaike

7. November 2003 – 31. Januar 2004

(Katalog)

Am 6. November 2003 begeht die Berliner Galerie Poll ihr 35-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß zeigen die Galerie und die Kunststiftung Poll Ausstellungen zur Geschichte des Realismus, in deren Zentrum die Bildstrategien des Kritischen Realismus stehen.

In den 60er und 70er Jahren bedienten sich Maler und Grafiker des Realismus bestimmter fotografisch geprägter Bildformen und Wahrnehmungsmuster. Dazu gehören der provozierende Umgang mit Fotografie als Argument und der Glaube an die Bildautorität des Fotos. Typisch für die 60er und 70er Jahre ist hierbei die collagenartige Aufteilung der Bildfläche (Simultan- oder Mehrfeldbild), auf der von den Künstlern – und zwar gleichermaßen in West- und Ost-Deutschland – Pressefotografien zitiert wurden.

Mit Unterstützung der Kunststiftung Poll ist es gelungen, ausgehend vom Werk Peter Sorges (1937-2000) auch Hauptwerke von Renato Guttuso, Bernhard Heisig, Robert Rauschenberg, Neo Rauch, Willi Sitte und Wolf Vostell zeigen zu können.

In der Kunststiftung Poll werden parallel Zeitzeugnisse, Bilder und Dokumente zur Arbeit von Peter Sorge ausgestellt, in denen Fotografien von Erhard Wehrmann im Mittelpunkt stehen. Wehrmann hat die künstlerische Arbeit europäischer Bildhauer und Maler zwischen den 50er und 80er Jahren engagiert begleitet.

Zu diesen Ausstellungen erschien im Kerber Verlag, Bielefeld, zugleich als Katalog, ein Almanach unter dem Titel “Gall is sweet, my love! – Pressefotografie und Kritischer Realismus – über die Arbeitsweise des Realisten – Kunst- und Bildgedächtnis der 60er und 70er Jahre” mit einer Ergänzung des Werkverzeichnisses der Radierungen, und Handzeichnungen von Peter Sorge für die Jahre 1979-1998, bearbeitet von Claudia Wasow-Kania, herausgegeben von Lothar C. Poll und Jörg Probst mit Beiträgen von Christiane Gehner, Lucius Grisebach, Paul Huf, Jörg Probst, Astrid Proll und Bernhard Stumpfhaus (136 Seiten, zahlreiche Abbildungen).

Vorzugsausgaben während der Ausstellungen:

1-10: mit Peter Sorges Radierung “Gall is sweet, my love!”, 1964, Preis: 300 Euro
(danach 500 Euro)

11-30 mit Peter Sorges Radierung “Schubkastenradierung”, 1974, Preis: 150 Euro
(danach 250 Euro)

31-40 mit Ehrhard Wehrmanns Fotografie “Porträt P. S.”, 1984, Preis: 150 Euro
(danach 240 Euro)

“Ob das wohl was wird”, 1997 (letzte) Radierung von Peter Sorge, Preis 400 Euro

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