Kubiak & Rauch

Als der Mond noch bei der Erde war

16. September – 2. November 2002

Die Begrenztheit der künstlerischen Möglichkeiten im eigenen Metier brachten den Maler Johannes Ulrich Kubiak (*1961) und den Fotografen Ludwig Rauch (*1960) dazu, vor 10 Jahren ihre künstlerische Arbeit gemeinsam fortzusetzen. Seither arbeiten sie ausschließlich als Team.

Die Grundlage bildet die Suche nach einer neuer Form des Bildermachens, einer bisher unbekannten Bildsprache. Die Ausstellung unter dem Titel “Als der Mond noch bei der Erde war” zeigt eine Bestandsaufnahme der zehnjährigen Zusammenarbeit verbunden mit der Präsentation einer Vielzahl neuer Werke.

Es gibt keinen festgelegten Ablauf für die Entstehung der Bildwerke. Ein unerschöpflicher Fundus an Fotografien bildet das Rohmaterial. Von der Naturdarstellung, der Abbildung menschlicher Körper oder Architekturdetails kann alles zum Motiv werden. In einem längeren Prozedere werden Motivfragmente ausgewählt, in diversen Schichtungen kombiniert, übereinandergeschoben, Größen verändert, belichtet, verdichtet und transparent gemacht.

Eine weitere Bedingung für die Auswahl des Materials ist die Objektivierbarkeit der Zeichen. Nur so können alte Bedeutungen von neuen abgelöst werden. Offene Lesbarkeit und die visuelle Glaubwürdigkeit der Symbole sind nur zwei der von den Künstlern zugrunde­gelegten Aspekten.

Die mysteriösen Titel verrätseln die Bilder und binden die Darstellungen wieder an eine Aussage. Inhalt löst sich von Form und bietet Hilfe bei der Reduktion von Komplexität.

Der Betrachter fühlt sich an frühere Zeitalter erinnert, jedoch weisen die Darstellungen in die Gegenwart. Es handelt sich um visuell erzählte Geschichten. Hinter ihrer subtilen Schönheit verbirgt sich das Rätsel um ihre Bedeutung und ihres komplexen Entstehungsprozesses.

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