Eva Poll

Eva Poll, Jahrgang 1938, wuchs in Aachen auf, wo sie nach dem Abitur an der Pädagogischen Hochschule Aachen eine Ausbildung zur Grundschullehrerin abschloss. Von 1959 bis 1963 war sie im benachbarten Stolberg an einer Volksschule für Jungen tätig. 1963 heiratete sie Lothar C. Poll und zog nach Berlin. Dort unterrichtete sie als Lehrerin an einer Grundschule in Berlin-Neukölln, bis 1966 ihre Tochter Nana geboren wurde.

1968 gründete sie mit ihrem Mann die Galerie Poll, die aus der Freundschaft mit den Gründern von Großgörschen 35 – der ersten Produzentengalerie Deutschlands – hervorgegangen ist.

1969 war Eva Poll Mitbegründerin und von 1976 bis 1982 Vorsitzende der Interessengemein-schaft Berliner Kunsthändler (IBK), der Vorgängerin des heutigen Landesverbandes Berliner Galerien, dessen Ehrenpräsidentin sie seit 2008 ist. Die IBK veranstaltete Ende der 1960er Jahre parallel zu Köln in Berlin die ersten Messen für zeitgenössische Kunst.

Danach war sie einige Jahre im Kunstbeirat des Berliner Senats tätig, hat die Vergabe des Otto-Nagel-Preises, mit Ausstellung und Förderstipendium, initiiert. Sie arbeitet u. a. im Vorstand des von Günter Grass gestifteten Daniel-Chodowiecki-Preises, in der von ihr 1986 mit gegründeten Kunststiftung Poll und war Kuratorin zahlreicher Ausstellungen in Museen in Deutschland und im europäischen Ausland sowie in internationalen Goethe-Instituten.

1993 wurde ihr „als Wegbereiterin der realistischen Malerei“, so der damalige Berliner Kultursenator Ulrich Roloff-Momin, das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.