Bilder, Zeichnungen, Fotografien
Ausstellungsdauer: 20. Juni – 31. Juli 2009
1931 in St. Louis (USA) geboren, studierte Will McBride unter anderem 1950/51 Malerei an der National Academy of Design (New York) und danach Kunstgeschichte, Malerei und Illustration an der Syracuse University (New York). Nach Absolvierung seines Militärdienstes in Würzburg 1953-1955 ließ er sich in München und Berlin nieder. 1992 fand die vielbeachtete Retrospektive “Will McBride – 40 Jahre Fotografie” statt, die in Frankfurt, Bonn, Hamburg, München und anderen Orten gezeigt wurde. Von Will McBride erschienen zahlreiche Bildbände und Fotodokumentationen. Inzwischen lebt er als freischaffender Künstler wieder in Berlin.Seine Karriere begann Will McBride als freischaffender Fotograf; als Bildreporter arbeitete er über 35 Jahre lang für bekannte Magazine wie Geo, Stern, Life, Look, FAZ und Paris Match.
Die in der Ausstellung präsentierte Auswahl zeigt seine ausdrucksvollen und sinnlichen Fotografien aus den 50er bis 80er Jahren. Zu sehen sind Bilderzyklen zu Berlin, zum Mauerbau, zum Internat Salem sowie zum Musical Hair. Parallel zu den Auftragsarbeiten sind auch sehr persönliche Themen fotografisch festgehalten wie beispielsweise Impressionen aus seiner zweiten Heimat Italien und Bilder von Freunden und Familie.
Seit einiger Zeit konzentriert sich der Künstler auf Malerei und Bildhauerei. Ein Leitmotiv seiner Arbeit ist die Darstellung der Entwicklung vom Jungen zum Mann. Jenes Sujet verarbeitet Will McBride innerhalb seines weiteren Kernthemas „Gewalt in der heutigen Gesellschaft und eine mögliche Therapie”: Er malt Kinder und Heranwachsende, konfrontiert mit ihren inneren Widersprüchen. Jünglinge, die unverblümt ihre Sexualität erproben und sich mit ihrer Stärke brüsten. Diese jungen Männer sind es, die ihre Kraft allerorten, manchmal auch mit Waffengewalt, gegenüber vermeintlichen Rivalen einsetzen und zu politischen, ökonomischen oder kriminellen Zwecken missbraucht werden. Eine Anleitung zur Liebesfähigkeit ist das zentrale Anliegen des Künstlers. Nur in einer Orientierung der schwer kontrollierbaren Kräfte der Jugendlichen weg von der Destruktivität und frühzeitig zum friedlichen Miteinander sieht er die Zukunft der Welt.
„Die Spannung in den Gemälden von Will McBride ist so intensiv, als stünde sie beständig vor der Explosion. Sie verdankt sich den starken, leuchtenden Farben, der eigentümlichen Darstellung und dem ungewöhnlichen Sujet gleichermaßen. Der Maler, der als Fotograf bekannt wurde und ebenfalls Plastiker ist, schildert die ungesicherte Welt heranwachsender junger Männer. Ihre schwankenden Gefühle, ihre noch undefinierte Sexualität, ihre unterschwellige Gefährdung, ihre ungestüme Ausgelassenheit und ihre Unbefangenheit teilt sich den Gemälden und Zeichnungen in erfrischender Unmittelbarkeit mit. So prekär wie die Welt, die sie vergegenwärtigen, sind die Werke Gratwanderungen. In der Kunst der Gegenwart eine selten gewordene Risikobereitschaft.” Klaus Honnef
Einen Überblick seines künstlerischen Werkes finden Sie auf seiner Website: www.will-mcbride-art.com.
Weitere Ausstellung: Ende August in der Galerie BRAUBACHfive in Frankfurt am Main, www.braubachfive.eu.