Volker Stelzmann

Volker Stelzmann
Tunnel, 2014
Das Treffen
Neue Arbeiten

9. September bis 28. Oktober 2017

Eröffnung: Freitag, 8. September 2017, 18-21 Uhr
Einführung (gegen 19 Uhr)
Dr. Dorothea Schöne | Künstlerische Leiterin Kunsthaus Dahlem

Aus Anlass der Berlin Art Week hat die Galerie am 15. September 2017 von 12-21 Uhr geöffnet.

Der Maler Volker Stelzmann, 1940 in Dresden geboren, wird seit rund 30 Jahren von der Galerie Poll vertreten. Die aktuelle Einzelausstellung „Das Treffen“ ist benannt nach dem gleichnamigen Triptychon aus dem Jahr 2016.

Das extreme Querformat – vier Meter lang, aber nur einen Meter hoch – zeigt eine Gruppe dunkel gekleideter, bedrohlich wirkender Gestalten. Einige tragen Helme und in der Hand Stangen wie Schlagstöcke. Andere sind durch Tücher oder Strickmützen vermummt, nur ihre Augen schauen aus Schlitzen oder kreisrunden Löchern hervor. Manche recken den rechten Arm zum Hitlergruß. Dazwischen drücken sich einige weibliche und männliche Passanten, als wären sie aus Versehen in die Ansammlung geraten. Das Gemälde erinnert an die jüngsten Vorgänge während des G20-Treffens in Hamburg, ist aber bereits ein Jahr zuvor entstanden. Ebenso aktuell wirken die Gemälde „Druckwelle I-III“ von 2016, auf denen Stelzmann in der für ihn typischen Manier Figuren durcheinanderwirbelt und aus ungewöhnlichen Perspektiven zeigt. In „Vorfrühling“, „Mann mit Stab und Stillleben“ oder „Mann mit Togobecher vor Blechfassade“ von 2017 sind Obdachlose und Bettler zu sehen.

Auch wenn Stelzmanns Sujets offensichtlich scheinen, entziehen sich seine Bilder schneller Deutung. Denn der Maler beobachtet die Menschen in all ihrer widersprüchlichen Befindlichkeit und stellt sie in vielfältigen Alltagssituationen dar.

Malerisch geschult an den florentinischen Manieristen, den Altdeutschen oder dem großen Vorbild Otto Dix sucht Stelzmann seine Bildthemen in der Gegenwart. Bei der Umsetzung arbeitet er in aufwendiger Lasurtechnik auf MDF. In meisterhaft veristischer Malweise sind seine Kompositionen oft überzeichnet und ins Groteske gesteigert. Nur so finden Oberflächlichkeit und Beziehungslosigkeit, Gewalt, Armut und Obdachlosigkeit ihren Ausdruck als Indiz für die Verfasstheit einer Gesellschaft.

Volker Stelzmann studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er von 1975 bis 1986 lehrte, seit 1982 als Professor. 1986 nutzte Volker Stelzmann eine große Ausstellung seiner Arbeiten in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, um die DDR zu verlassen. Nach einer Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt am Main 1987/1988 berief ihn die West-Berliner Hochschule der Künste (HdK, heute: UdK) 1988. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006. Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. 2015 zeigte das Osthaus-Museum aus Anlass seines 75. Geburtstages eine umfangreiche Werkübersicht und würdigte sein Lebenswerk mit dem Karl Ernst Osthaus-Preis der Stadt Hagen. Volker Stelzmann lebt und arbeitet in Berlin.

Einladung zur Ausstellung als Pdf-Datei

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